Dreadnought from outer space

Test: LÂG HyVibe 10 HV10DCE

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(Bild: Dieter Stork)

DIE MÖGLICHKEITEN

Ein interessanter Effekt: Meine Sicht auf die LÂG hat sich während des Tests stark verändert. Anfänglich dachte ich, dass ein Profi sicher enorm etwas herausholen kann aus der HyVibe 10 … und das ist wohl auch richtig. Jetzt denke ich aber viel eher: Die Gitarre ist mit ihren Möglichkeiten ein fantastisches Lern- und Übungs-Tool für Einsteiger.

Hat man sie für etwa € 1000 erst einmal erworben, braucht man ansonsten keine weiteren Gerätschaften. Man benötigt ja nicht mal einen Verstärker! Auch keine teuren Effektpedale, Pedalboards oder Looper. Man hat alles an Bord, kann Erfahrungen im Umgang mit Effekten sammeln, sein Timing mithilfe des Metronoms festigen und Rhythmus-Loops kreieren, um darüber Solo-Skalen zu erlernen. Ist doch der Hammer!

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Es fängt damit an, dass man eine sehr gute Akustikgitarre in den Händen hält. Der Hals mit recht kräftigem C-Profil liegt super angenehm in der Hand und die gute Werkseinstellung sorgt für kompletten Spielkomfort in allen Lagen.

Die HV10DCE bietet das satte Klangvolumen einer Dreadnought mit toller Dynamik und ausgeprägtem Sustain. Die Holzauswahl (Zeder und Mahagoni) sorgt für einen warmen, abgehangenen, holzig-trockenen Grundklang, der dem Spieler sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Dann kommen all die genannten Sound- und Effektmöglichkeiten dazu, ohne dass die Gitarre irgendwo angeschlossen ist. Und ja, die Bedienung geht wirklich gut von der Hand. Man steppt durch die Effekte, mit dem großen Drehregler kann man den Effekt-Anteil und ein Hauptparameter kinderleicht einstellen.

Auch einen Loop zu erzeugen, ist kein Hexenwerk – dank des Fußpedals hat man dabei die Hände frei. Man kann übrigens vier Spuren übereinanderlegen, mit einem Effekt versehen und dann mit einem anderen Effekt darüber solieren. Die kostenlose App bietet darüber hinaus einen sehr übersichtlichen Blick und Zugriff auf alle justierbaren Parameter des jeweiligen Effekts.

Das klingt – aus der Gitarre heraus – wirklich ansprechend. Die wahre Qualität und der Detailreichtum der Effekte kommt aber so richtig zutage, wenn man über Anlage spielt. Dann merkt man, yesss … alles an Bord, da muss nichts mehr auf dem Boden liegen und verkabelt werden.

Wenn ich überlege, wie viel Geld ich hingeblättert habe, für Effekte, die dann doch nicht für mich taugten – und die dann in der Ecke lagen, bis sie irgendwann wieder verbimmelt wurden … Die LÂG bringt alles mit, um alle wichtigen Musik-Tools kennenzulernen, um zu Üben, um besser zu werden, um zu recorden und um live zu spielen – alles mit nur einer Gitarre.

RESÜMEE

Da stecken wir eigentlich schon mitten im Resümee. Obwohl ich eher ein Gitarren-Traditionalist bin, erscheint mir alles an der HV10 sinnvoll und hilfreich. Eine durch und durch sympathische Steelstring – sie kann Bühnen-Instrument für professionelle Gigs sein, oder das Schweizer Messer für einen Straßenmusiker, oder die Lernplattform für einen ambitionierten Einsteiger. Diese LÂG ist ein absolut gelungenes Multi-Tool.

Plus

  • Gesamtkonzept
  • Design, Verarbeitung
  • Hölzer und Hardware
  • umfangreiche Features
  • intuitive Bedienbarkeit
  • A- und E-Klang

Minus

  • kein Manual vorhanden (online verfügbar)


(erschienen in Gitarre & Bass 03/2026)

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