Player's Player Gitarren

Test: Ibanez Prestige AZ2204/AZ2402

Kaum ein anderer Gitarren-Hersteller betreibt eine solche Modellpflege wie Ibanez. Jedes Jahr wird modifiziert, angepasst, man geht auf neueste Trends ein und es werden aktuelle Lackierungen präsentiert. Auf der anderen Seite bietet Ibanez Serien, die seit mehreren Jahrzehnten im Programm sind wie die Serie RG, die AS und die JEM, sowie viele Endorser-Modelle. Für 2018 kommt die neue AZ-Serie ins Programm, die das Zeug zum Klassiker hat und uns sicher viele Jahre erfreuen wird.

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Das Ibanez-Entwicklungsteam hat sich den aktuellen Markt genau angeschaut und festgestellt, dass die Zahl der „Player’s Player“ zunimmt. Gitarristen, die nicht nur außergewöhnlich spielen, sondern auch extreme Anforderungen an ihr Instrument stellen, die eine Gitarre von der Stange nicht erfüllen kann. Musiker, die in vielen Stilrichtungen von Rock, Fusion bis Jazz zu Hause sind. Also wurde analysiert, befragt, getestet, entwickelt und konzipiert, und Prototypen entwickelt, die von vielen Gitarristen auf Herz und Nieren geprüft wurden. Herausgekommen ist die neue AZ-Serie: AZ steht für, alles wurde von A bis Z überarbeitet, kein Stein ist auf dem anderen geblieben. Es gibt zwei Grund-Modelle: eines mit 22 Bünden, eines mit 24 Bünden. Die AZ Prestige wird in Japan bei Fujigen gefertigt, die AZ-Premium in Indonesien. Im Dezember konnten wir uns beim Ibanez-Vertrieb Meinl schon die komplette Serie anschauen, zum Test haben wir kurz vor Weihnachten die Prestige-Modelle AZ2204 und AZ 2402 erhalten.

key facts

  • Die wichtigsten Features:
  • neuer Headstock
  • veränderte Bodyform
  • weiterentwickelte Hardware
  • exklusive Seymour-Duncan-Pickups mit einer erweiterten Schaltung

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konstruktion

Hals: Die Prestige-Modelle haben einen einteiligen, Stahlstab-verstärkten Ahornhals mit aufgeleimtem Ahorngriffbrett mit 648-mm-Mensur. Das Ahorn ist wärmebehandelt, man kennt dies unter der Bezeichnung roasted. Ibanez nennt seine patentierte Technik, die für die Prestige-Modelle angewendet wird, S-Tech. Eine Vakuum-Kammer wird mit Stickstoff gefüllt und erhitzt. Das so behandelte Holz wird stabiler und unempfindlich gegen Klima-Änderungen, bietet einen ausgezeichneten Attack, mehr Sustain, einen Ton wie ein jahrelang gespieltes Instrument und eine außergewöhnliche dunkle Optik. (Anm. der Red.: Der Farbton entsteht übrigens durch das Karamellisieren des im Holz enthaltenen Zuckers.)

Die Ibanez-typische RG-Kopfplatte wurde verrundet, die Hälse sind am Sattel etwas schmaler als sonst bei Ibanez üblich, und der Griffbrettradius ist mit 12“ (305 mm) flacher als bei Vintage-Instrumenten (7,5“), aber nicht so flach wie bei vielen Shredder-Gitarren: ein guter Mittelweg für alle Stilarten. Der Hals selber hat eine ovale C-Form, ist dicker als man es bei Ibanez gewohnt ist und liegt perfekt in der Hand.

Ibanez AZ
FOTO: Dieter Stork

Eine Besonderheit sind die Dots im Griffbrettrand, sie sind leuchtend und helfen der Orientierung bei schlechtem Licht. Die Hälse sind matt lackiert und geben ein Feeling wie bei einer jahrelang gespielten Gitarre.

Die Prestige sind mit Gotoh HAP-M Locking Mechaniken bestückt, bei denen auch die Schafthöhe justierbar ist, so kann der optimale Winkel der Saiten eingestellt werden. Der Locking-Mechanismus funktioniert automatisch, man führt die Saite ein, und bei Drehen arretiert sich die Saite selbstständig. Die Saiten werden gerade über den Knochensattel geführt, und nur die e und h Saite werden per Saitenniederhalter etwas heruntergedrückt. Alles für eine optimale Stimmstabilität.

Der Abstand zwischen Sattel und Mechanik der E6th ist größer als normal: so kann man hinter dem Sattel einen Saitendämpfer befestigen, der wahlweise die Saiten hinter dem Sattel dämpft oder für Tapping direkt über den Bereich zwischen Sattel und 1. Bund geschoben wird.

Die AZ-Modelle sind mit Edelstahlbünden bestückt, die perfekt verarbeitet sind, eine Besonderheit bei Prestige-Modellen sind die besonders abgerundeten Bundenden, die ein ultra-angenehmes Spiel ermöglichen. Die Hälse sind mit vier Schrauben auf dem Korpus befestigt. Der Hals-Korpus-Übergang ist so geformt, dass mühelosen Greifen bis in die höchsten Lagen möglich ist: Der Ibanez Super All Access Neck Joint. Alle Korpus-Kanten sind abgerundet, und Decke und Boden sind ergonomisch geformt, so dass Ellenbogen und Bauch sich perfekt anpassen können.

Korpus: Die 22-Bund-Version hat einen Erlenkorpus mit dicker Riegelahorndecke, die 24-Bund-Version einen massiven Erle-Body. Die asymmetrisch geformten Korpusse haben die gleichen Außenmaße, allerdings ist bei der 24er-Version der Halsansatz etwas weiter im Body versetzt, sodass der Korpus dort um ca. 2 cm kürzer ist. Das führt auch dazu, dass die 24er-Version etwas leichter ist als die mit 22 Bünden. Die AZ2204 ist hochglänzend in Transparent Aqua Blue lackiert, die AZ2402 seidenmatt in dem sehr schönen Tri-Fade-Burst. (Alternativ sind beide Modelle auch in der Lackierung Ice Blue Metallic zu haben).

Hardware: Die Gitarren der AZ-Serie sind mit einem modernisierten VintageVibrato ausgestattet. Ibanez hat dazu mit dem Hersteller Gotoh auf Basis des bekannten 510 Tremolo ein neues Modell entwickelt. Das exklusive für Ibanez gefertigte T1802 Tremolo hat massive Titan-Reiter – in Höhe und Läng justierbar – und einen massiven Stahlblock. Der Saitenabstand ist auf 10,5 mm verringert (Abstand E1 – E6: 53,2 mm), der einsteckbare Vibratohebel kann zusätzlich arretiert werden. Die Grundplatte liegt an zwei justierbaren Bolzen mit minimaler Reibung an; das Vibrato ist unterfräst, sodass nach Oben weit tremoliert werden kann. Und das alles stimmstabil.

Eine Besonderheit: Über die Federn auf der Korpusrückseite, die die Gegenspannung zu den Saiten bieten, sind kleine Gummischläuche gestülpt, die das Resonieren der Federn verhindern. Für Strat-Spieler zunächst einmal akustisch ungewohnt, aber äußerst praktisch. Die Abdeckplatte der Federkammer hat drei Schlitze, sodass man die Federspannung von außen justieren kann und beim Saitenwechsel die Platte nicht abzunehmen braucht. Kleines Detail: die Gurtknöpfe sind übergroß, damit auch ein herkömmlicher Gurt perfekten Halt hat.

Elektronik: Zusammen mit Seymour Duncan und seiner legendären Angestellten Marciela „MJ“ Juarez – sie arbeitet seit 1976 mit dem Pickup-Guru zusammen und war seine erste Angestellte – hat Ibanez exklusive Pickups und ein neues Schaltungskonzept erarbeitet: Seymour Duncan Hyperion Pickups. Sie sind sehr dynamisch spielbar und haben einen sehr ausgeglichenen Ton über alle Frequenzbereiche. Die AZ2204 hat einen Humbucker in Steg-Position sowie zwei Singlecoils, die 2402 zwei Humbucker. Die Pickups sind etwas leistungsstärker als herkömmliche Singlecoils, und auch die Humbucker haben in der Steg-Position mehr Kraft und Power, der Hals Humbucker der 2402 ist angepasst, nur minimal kräftiger als ein PAF, und daher klanglich sehr schön auf den anderen Tonabnehmer abgestimmt. Beide Modelle sind mit 5-Way-Switch und einem zusätzlichen Schalter ausgestattet, der weitere Kombinationen der Pickups ermöglicht, dyna-Mix genannt. Die 2204 bietet in der Grundstellung die Standard-Kombinationen:

1. Hals

2. Hals + Mitte parallel

3. Mitte

4. Mitte + Steg SC parallel

5. Humbucker

In der dyna-Mix Stellung kommen vier Möglichkeiten hinzu:

1. Hals/Mitte in Serie

2. Hals + Steg SC parallel

3. Hals/Mitte in Serie + Humbucker parallel

4. Steg SC

5. wie oben Humbucker

Bei der 2402 ist dies etwas anders, es gibt 10 Möglichkeiten, die ersten 5 entsprechen der Steve-Vai-Schaltung:

1. Hals HB

2. Hals SC + Steg SC

3. Hals + Steg HB parallel

4. Hals SC + Steg SC parallel

5. Steg HB

In der dyna-Mix Schaltung kommen folgende 5 Varianten hinzu:

1. Hals, eine Spule angezapft

2. Hals SC

3. Hals, eine Spule angezapft + Steg ein Spule angezapft parallel

4. Steg SC

5. Steg, eine Spule angezapft

Ibanez AZ

Regelbar sind Master-Lautstärke und – Ton. Die Volume-Regler sind mit einem 330-pF-Kondensator zwischen Ein-und Ausgang bestückt, so bleiben beim Leiserdrehen die Höhen erhalten. Die Klinkenbuchse ist in der Zarge seitenverdreht montiert, der Stecker kann so nicht versehentlich herausgezogen werden. Die Elektronik-Fächer sind perfekt abgeschirmt, sodass selbst bei Singlecoils die Störgeräusche minimal sind.

Ibanez AZ
FOTO: Dieter Stork

stratitis

Das Magnetfeld eines Tonabnehmers mit Stabmagneten beeinflusst die Saite in ihren Schwingungen derart, dass diese unrund werden. Auch die Einstellung der Oktavreinheit wird schwieriger. Der Klang der mit Stratitis befallenen Saite wird undifferenziert. Zum Einstellen drückt man die tiefe E-Saite am letzten Bund herunter und stellt die Pickups etwa 5 mm von den Saiten weg und beginnt, diese langsam höher zu drehen. Dabei beobachtet man die Saitenschwingungen der gerade angeschlagenen Saite. Fängt diese an, unrund zu schwingen, hat man die „Stratitis-Zone“ erreicht und stellt den Pickup knapp darunter ein. Da der Stratitis-Effekt am ehesten beim Hals-Pickup auftritt (hier schwingt die Saite am weitesten aus), empfiehlt es sich, dort mit der Justierung zu beginnen. Unter den hohen Saiten stellt man den Pickup etwa 0,5 mm dichter heran. Denn diese sind dünner, enthalten also weniger magnetisches Material und brauchen daher diesen Lautstärke-Ausgleich, sind aber auch nicht so Stratitis-empfindlich.


Ibanez AZ
FOTO: Dieter Stork

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FretWraps

Der bekannteste Hersteller von professionellen Saitenstopper/Dämpfer-Sets ist der kalifornische Hersteller GruvGear. FretWrap hilft effektiv, Obertöne, mitschwingende Leersaiten und Resonanzen zu Dämpfen und wird bei Nichtverwendung hinter den Sattel geschoben. Der Kalifornische Zubehör-Hersteller GruvGear hat mit der Mutterfirma von Ibanez Hoshino Gakki Ltd ein Lizenzdeal: Ibanez FretWraps by GruvGear sind mit dem Ibanez-Logo gebrandete Versionen des GruvGear Saitendämpfers für Gitarren und Bässe. (€ 15,90)


praxis

Diese neuen Modelle machen Spaß. Man merkt sofort, dass hier sehr viele Ideen und Wünsche von Musikern eingeflossen sind. Herausgekommen sind Instrumente, die super bespielbar sind, sich eingespielt und vertraut anfühlen, und die für viele Spielarten geeignet sind. Außerdem schließen sie eine Lücke im Programm: Wer bisher ein Instrument suchte, dass viele Eigenschaften einer Edel-Strat beinhaltet, konnte nur auf die Andy-Timmons-Modelle zurückgreifen. Die 2204 mit den beiden Singlecoils und dem Humbucker bietet viele dieser Eigenschaften in Perfektion. Die 2402 mit 24 Bünden und zwei Humbuckern und einer enormen Schaltungsvariabilität ist ein Allround-Talent mit Edel-Strat-Anleihen.

Die Gitarren zeigen schon akustisch gespielt einen ausdruckstarken Ton, sie geben die Spielnuancen detailliert und dynamisch wieder. Der Erlekorpus in Kombination mit dem behandelten Ahorn des Halses sorgen für einen feinzeichnenden Ton. Das ist kein Heavy-Instrument, sondern wirklich ein klassischer Ton, der von der Elektronik detailgetreu wiedergegeben wird.

Man wird zum Eingewöhnen erst mal bei beiden Modellen mit der Standard-Schaltung beginnen und die Klangvielfalt erforschen. Und kommt man auf die Idee, nach weiteren Sounds zu suchen, wird man in der dyna-Mix-Variante schnell fündig. Bei der 22-Bund-Variante: Steg Singlecoil, Position 4; wie bei der Tele Steg und Hals-SC, Position 2; oder kraftvoller Hals Humbucker, Position 1; fetter höhenreicher Ton, Position 3; Humbucker Steg mit den beiden seriell verschalteten Singlecoils. Ich habe mir die Positionen relativ schnell gemerkt.

Bei der 2402 mit 24 Bünden ist die Standard-Schaltung wie bei der JEM, dyna-Mix bietet hier in der zweiten Ebene etwas dünnere Sounds: So z. B. die Humbucker mit einer angezapften Spule, die etwas hohler und feiner klingen (Position 1 und 5), oder beide angezapften Humbucker parallel (Position 3), und jeweils eine einzelne Spule des Humbuckers (Position 2 und 4). Diese Sounds sind sehr logisch und einfach zu merken.

Die Verarbeitung der Gitarren ist hervorragend, fehlerfrei und perfekt. Ein besonderes Lob gilt den Bünden, die perfekt abgerichtet und verrundet sind. Die Saitenlage ist extrem flach eingestellt, ich würde sie eine Idee höher drehen, das kommt der Tonentfaltung zugute. Die .10er Saiten passen perfekt zur Gitarre; man braucht nur wegen des Floating-Vibratos etwas mehr Gewöhnung beim Saitenziehen als das bei einem reinen Vintage-System der Fall ist. Da es sich um reine Singlecoil-Pickups mit Stabmagneten handelt, sollte man darauf achten, dass der Abstand der Saiten zu den Polepieces nicht zu gering ist, es zeigen sich sonst auf den Bass-Saiten Stratitis-Symtome: Also entweder Saitenlage höher oder Pickups runterschrauben.

Ibanez AZ
FOTO: Dieter Stork

resümee

Von A bis Z perfekt. Ich begleite Ibanez und seine Instrumente seit Mitte der 70er Jahre, als man den Sprung von guten Kopien zu eigenen Kreationen vollzog. Ich habe wirklich unzählige verschiedene Ibanez-Gitarren in meinen (Tester-)Händen gehabt, und auch viele Trendwechsel mitverfolgt. Viele Modelle sind auch heute noch aktuell und zeitlos. Die neue AZ-Serie wird ein weiterer Meilenstein in der langen Ibanez-Geschichte werden. Die beiden japanischen Modelle überzeugen vollkommen. Ich hatte auch die Möglichkeit, die preiswerteren indonesischen Versionen vorab zu checken, und auch da ist viel Gutes zu Erwarten. Die beiden Testmodelle hier überzeugen vollkommen, durch ihren Grundklang, der schon unverstärkt wahrnehmbar ist und mit den neuen Pickups und der Schaltung elektrisch perfektioniert wurde. Handling und Bespielbarkeit sind grandios. Herzlichen Glückwunsch.

Ibanez AZ
Ibanez AZ

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(erschienen in Gitarre & Bass 02/2018)

4 Kommentare zu “Test: Ibanez Prestige AZ2204/AZ2402”
  1. Kritiker.

    Diese stete Lobhudelei betreffs neuer Ibanez Gitarren nervt.Ibanez ist derzeit absolut nicht mehr mit der damaligen Verarbeitungsqualität vertreten,wie sie einst in Japan üblich war.Ich war Ibanez User seit vielen Jahren,fing mit einer der ersten Saber 450 Serie (made in Japan) an,orderte dann Ibanez Modelltypen,wie die heute ultra seltene CN 200 und die mittlerweile gesuchte Talman mit Bigsby in Silver-sparkle Lackierung.Desweiteren eine Ibanez Studio,eine limitierte Ibanez Iceman und später dann, Anfang der 1993er Jahre erweiterte ich meine Sammlung mit

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  2. Moritz

    Ich habe einige Ibanez Gitarren in meiner Sammlung, manche mittlerweile schon 25 Jahre alt und in Japan gefertigt. Tolle Instrumente, aber mir kommt kein Instrument vom Vertrieb Meinl mehr ins Haus. Meinl Mitarbeiter Daniel G. macht sich lieber auf YT wichtig und kümmert sich lieber um seine Endorser als um die Leute, welche die Gitarren kaufen und der Firma Meinl das Geld in die Kasse bringen.. Auf Anfragen reagiert man nicht, und wenn man dies kritisiert, dann wird aus dem Herrn Daniel G. plötzlich der Herr Doktor G. Sorry, aber solch abgehobene Typen können mir echt gestohlen bleiben. Gibt auch noch andere Firmen, die hervorragende Gitarren bauen.

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    • Starfield💫

      Lieber Moritz,vielen Dank für deine überaus berechtigte Kritik an Ibanez.Du triffst damit den Nagel vollständig auf den Kopf,denn leider haben bereits viele meiner Musikerkollegen,wie auch ich selbst,allesamt ehemals langjährige und zufriedene Ibanez User,diesem Label den Rücken gekehrt.Es ist wirklich derzeit so,daß der Ibanez Meinl Vertrieb in Deutschland sich wahrhaftig intensiver um seine arroganten Endorser (Paul Stanley/KISS,Steve Vai,Joe Satriani etc.) bemüht und sorgt,als um die globale Kundschaft,die zu Recht zukünftig von Ibanez mehr als „bedient“ ist,weil man ihre Wünsche,berechtigte Kritiken und Verbesserungsvorschläge schlicht und einfach total ignoriert.Hinzu kommt dann momentan leider auch noch die sprichwörtliche Unfähigkeit,sich um die mittlerweile stapelnden Gitarren Reklamationen der Kunden zu kümmern,seien es sehr schlampig verarbeitete Cases,bei denen die geklebten Kunststoffnähte wegen zu knapp bemessener Materialverwendung bereits im Neuzustand einfach mal aufplatzen,brutal und ab Werk schief aufgesetzte Ibanez Poti-Knobs,die feine Risse im Plastik zeigen,scharfkantige Bundenden und nicht ausreichend polierte Bundstäbe,die bei der angeblich obligaten Endkontrolle durch Ibanez/Meinl in Deutschland nicht gesichtet werden,oder so genannte häßliche Lacknasen an den Zargen,die auch nicht gerade den optisch besten Eindruck einer neu gekauften Ibanez Gitarre beim Kunden hinterlassen! Fazit: Ibanez sollte sich schleunigst viel mehr anstrengen,der enttäuschten Kundschaft endlich zuhören,Fehlerquellen bei den Ibanez Produkten aus den Fabriken vor der Übergabe an die Stützpunkthändler in Deutschland ausmerzen,damit der vermeintliche Kunde auch zukünftig wieder eine vorab sorgfältig inspizierte,und tadellose Gitarre bei seinem Ibanez Händler in freudigem Empfang nehmen kann! Lieber Moritz,es stimmt absolut,es gibt viele andere Gitarrenhersteller die weltweit einwandfreie Instrumente zu fairen Konditionen anbieten,und dies sind garantiert nicht wenige Hersteller,denn die Konkurrenz ist bis dato sehr stark vertreten!

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  3. Starfield 💫

    In der Zeit von 1992-1994 brachte Ibanez unter dem Firmenlabel Starfield und Drexel ganz eigene elektrische und akustische Gitarren in sehr hochwertiger Qualität kurzfristig auf dem Markt.Teilweise wurden diese Starfield Gitarren sorgfältig in Japan gebaut,in Amerika endgefertigt und fortan dann viel kostengünstiger in abgespeckter Version mit einfacher Hardware und preiswerteren Hölzern in Korea produziert.Sie glichen in Form und Gestaltung den Japan/U.S.A. Starfield’s gegenüber zumindest optisch wie ein Ei dem anderem.Bei den in Korea gebauten Starfield Gitarren war die Kopfplatte stets am Ahornhals angeschäftet.Die akustischen Drexel/Starfield Gitarren stammten alle aus koreanischer Produktion.Leider waren diese wundervollen Starfield Gitarren aus Japan damas ihrer Zeit sehr weit voraus,die konservative Gitarristenwelt erkannte das Potential dieser handlichen,jedoch teuren Prachtstücke erst sehr viel später,als die Aera dieser besagten Starfield/made by Ibanez Gitarren bereits längst vorüber war.Heute sind sämtliche Starfield Gitarren nämlich echte Raritäten,für die gut und gerne schon mal Summen in Höhe von bis zu satten 1.800,-€uro gezahlt werden.Wohlgemerkt,in gutem gebrauchten Zustand und aus Japan/Amerika stammend.Es existierten damalig sogar wenige handgefertigte Starfield/by Ibanez Vollröhren Combo Verstärker mit 50 und bis zu 100 Watt,die kurioserweise u.a. teils mit besten japanischen NEC-Bauteilen und hochwertigen englischen Celestion Lautsprechern aus Ipswich bestückt wurden,die dann in Leeds/Great Britain handgefertigt in geringer Stückzahl für den europäischen Markt in die Gitarrengeschäfte gelangten.Dies waren damals die mit Abstand edelsten Amps,jedoch kaum jemand kannte diese Starfield Combos,die vom Sound her stark an alte Marshall Verstärker erinnerten,denn schließlich stammten sie zwar nicht aus der bekannten Marshall Produktionsstätte,jedoch kamen sie auch aus England,und klangen eben auch wie gute Marshall Combo Amps aus eben dieser Zeit.Schade,daß die Mehrzahl der heutigen Ibanez Produkte (Gitarren und Amps) überwiegend aus China und Indonesien kommt,und deshalb schon längst nicht mehr an den einst hohen japanischen Qualitätsstandard von Damals anknüpfen kann.Das heutige Desaster bei Ibanez: völlig schräg eingesetzte Gurtpins,unsaubere Lackierungen,billige Hardware Komponenten,scharfkantige Bundkanten,Rißbildungen durch rabiates Installieren der Ibanez eigenen Potiknöpfe bei der neuen bleischweren Artist AR-720 Serie mit Esche Korpus in smoked-burst Highgloss Lackierung,und Ebenholz Griffbretter mit optisch sichtbaren Oberflächenstrukturfehlern sind derzeit leider keine Seltenheit mehr bei Ibanez Gitarren aus vornehmlich chinesischer und indonesischer Produktion! Da läßt die Qualitätssicherung sehr zu wünschen übrig! Und die neuen,aufgrund des weltweit drastischen Palisander Holzhandelsverbotes,aufgeleimten Fretboards aus merkwürdig dunkel gebeiztem einfachen „New Zealand“ Tannenbaumholz ist ja auch nicht gerade der „Überflieger!“ Zugegeben,für alle Gitarrenfabrikanten eine sehr schwierige Situation,anstelle des streng geschützten Palisanderholzes eiligst einen gleichwertigen-jedoch derzeit noch genehmigten Holzersatz mit nahezu identischen Klangeigenschaften zu finden,der im Einkauf für die Gitarrenindustrie zukünftig noch Gewinnoptimierung garantiert.Aber die Qualität muß einfach stimmen! Hier besteht deshalb eiligst Bedarf an besseren Qualitätsstandarts im jeweiligen Herstellerland und viel genauerer Endkontrolle bei Roland Meinl/Ibanez in Deutschland,um die zu Recht enttäuschten Ibanez Kunden wieder zufriedenzustellen! Sicher,Billiglohnländer werden nach wie vor Waren für die Industrie zu inhumanen Bedingungen produzieren „müssen“,weil der Weltmarkt,genauer gesagt,die Konsumenten es immer noch günstiger,aber in bester Qualität haben möchten.Die stete Nachfrage nach noch „preiswerteren“ Saiteninstrumenten bestimmt auch in Zukunft leider das Angebot.Getreu dem Motto: „Geiz ist eben total geil!“ ordern Gitarrenkäufer im globalen Internet munter ihre billigen Instrumente von Super Discountern zu Spottpreisen oft sogar ohne Versandkosten,und finden das total „cool“.Traurig,aber wahr.Die „Discounter Kundschaft“ begünstigt die unmenschlichen Arbeitsverhältnisse in Asien auch weiterhin,dies ist Fakt.Gerade auch im Bereich der „kostengünstigen“ Gitarrenfabrikation! Wen interessieren schon die Lohn Dumping Länder in Fernost und Osteuropa? Eine Alternative wäre das Umdenken,die Nachsicht,etwas mehr für die beliebte neue Gitarre auszugeben,und bei dem Händler um die Ecke (sofern dieser überhaupt noch existiert) Probe zu spielen,zu reden,Erfahrungen und Wünsche zu äußern,und dann auch einzukaufen.Genau das wäre doch „echt cool“,-oder etwa nicht?!?

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