Produkt: Fender Stratocaster
Fender Stratocaster
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Ruhm und Ehre

Test: Framus Idolmaker

(Bild: Dieter Stork)

Das Idolmaker-Design kann im weitesten Sinne als Fortschreibung der originalen Hollywood/Television-Modelle gelten, welche aber lediglich zitiert und keineswegs kopiert werden. Ausgehend von der historischen Silhouette geht man bei Framus mit der Idolmaker mittlerweile selbstbewusst eigene Wege. Modern überarbeitet, stellt sich diese originell gestaltete Gitarre mit potenter, flexibel eingerichteter Elektrik und besten Spieleigenschaften zur Wahl.

In der Ausgabe 11/2016 hatten wir bereits die Idolmaker 5’R mit Singlecoil-Bestückung einem Test unterzogen. Das formal identische Testmodell tritt mit differierenden Tonhölzern und mit Humbuckern an.

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Solide

Bei der Idolmaker haben wir es mit einer soliden Mahagonikonstruktion zu tun. Der Korpus aus nämlichem Material bekam eine erhabene Decke aus mittig gefügtem, glanzlackiertem Flamed Maple von satten 2 cm Stärke im mittleren Bereich eingesetzt, welche die matt schwarz eingefärbten Flügel der Mahagonibasis oben vorn und unten hinten auch optisch zurücktreten lässt. Die geschwungene Linienführung wird durch naturfarben belassene Randbereiche der konturierten Ahorndecke optisch betont.

Geschmeidig gestalteter Hals-Korpusübergang (Bild: Dieter Stork)

Decke und Boden verjüngen sich dann noch deutlich zu den Korpusrändern hin. Mit optimal gerundetem Halsfuß ist der offenporig mattschwarz lackierte Hals aus Mahagoni in den Korpus eingebracht. In das Griffbrett aus Ebenholz mit 12“-Radius finden wir 22 perfekt bearbeitete Jumbobünde (Invisible Fretwork Technology, Plek) und kleine Oval Inlays gesetzt. Nicht zu vergessen die fluoreszierenden Side-Dots zur Lagenfindung auch auf dunklen Bühnen.

Poliertes Ebenholzgriffbrett mit perfektionierter Bundierung (Bild: Dieter Stork)

Der leicht abgewinkelt herausgeführte kleine Framus-Kopf ist mit Graph Tech Ratio Locking Mechaniken ausgestattet. Der Zugang zum Halsstab liegt hinter der kleinen Glocke mit Modellnamen verborgen. Die Saiten schwingen mit einer Mensur von 628 mm zwischen dem Black Tusq-Sattel und der Tone Pro Tune-o-matic Bridge. Gekontert werden sie mit einem Stoptail.

Elektrische Ausstattung: Seymour Duncan SH 1N ’59 PAF-style Humbucker (Hals), Seymour Duncan SH 4B (Bridge); Volume und Tone (Push/Pull für Coilsplit).

Die sauber verarbeitete Gitarre ist in Burgundy Blackburst Transparent High Polish lackiert und wird in einem Starline Rock-Bag mit Framus User Kit Bag (Werkzeug und Reinigungstuch) geliefert.

Effektiv und schlagkräftig

Mit seinem flunderförmigen Zuschnitt fügt sich die Idolmaker trotz der etwas hoch stehenden hinteren Korpusflanke recht ordentlich unter den rechten Arm. Sitzend wie stehend gespielt, richtet die Gitarre sich auch praxisgerecht mit guter Griffbrettaufsicht aus. Die Schlaghand kommt wohl etwas weiter hinten, kurz vor dem Steg-Pickup in Position, aber das ist schon in Ordnung so und schnell in Gewöhnung genommen.

Ansonsten sind natürlich noch die perfekten Spielbedingen eines samtig griffigen Halses mit perfekt gemachter Bundierung und tief eingestellter Saitenlage zu vermelden.

Der akustische Sound ist mit drahtig und kraftvoll straff zeichnend gut beschrieben, aber mahagoniwarme Mitten und stimmige Auflösungen im Akkord sind auch gegeben.

Das eingesetzte Pickup Set setzt sich aus den wohl beliebtesten Klassikern in Seymour Duncans Katalog zusammen, repräsentiert sozusagen einen Mix aus beiden Welten für flexible moderne Ansprüche.

Modern ausgerichteter Seymour-Duncan-Pickup-Mix (Bild: Dieter Stork)

Der SH 1N ist der klassische „vintage-voiced“ PAF-Typ und mit gemäßigtem Output auf Klarheit und harmonisch runde Darstellung ausgerichtet. In der Idolmaker übersetzt er gut gerundete und stimmlich sauber intonierende Akkorde mit eher zurückhaltendem Mittenausbau und gezügelten Bässen, aber insgesamt guter Offenheit.

In Zerrpositionen lassen sich darüber leicht kehlige Powerchords und singende Linien effektiv inszenieren. So richtig warm will der Ton aber in dieser Gitarre mit ihrer straffen Tonstruktur nicht werden. Dafür tritt er mit enormer Stringenz, Transparenz und Durchsetzungskraft auf.

Der SH 4B am Steg ist auf höhere Leistung „ultimate hot-rodded“ gewickelt und der beliebteste Pickup im Duncan-Programm überhaupt. Natürlich kann er damit systembedingt kein ‚King of Clean’ werden, denn dafür ist sein Mittenbereich zu dominant, die Bässe zeichnen etwas indifferent und die Höhen erscheinen leicht wattig. Unter Zerrbedingungen überträgt er dann aber das enorm gradlinige Klangbild der Idolmaker mit starken, effektiv konturierten Bässen, saftigen Mitten und offensivem Höhenschmack.

Da weiß man sofort, warum er so beliebt ist, macht er doch die Tonerzeugung mit einmalig sensibler Ansprache besonders leicht. Powerchords federn mit Druck aus den Speakern, Lead Lines kommen konturiert und mit schmatzender Attitüde zum Ohr, überdies wird der Anschlag perkussiv schnalzend umgesetzt.

Und, na klar, Obertöne lassen sich mit dem Plektrum mühelos ins Leben holen, springen förmlich unter den Fingern weg. Das mag dem Ton-Gourmet etwas plakativ oder zu undifferenziert vorkommen, effektiv und schlagkräftig ist es aber auf jeden Fall.

Die Zusammenschaltung bringt dann noch einmal zusätzliches Licht in die perlenden Akkorde und das macht sich nicht zuletzt auch in mittelbösen Crunch-Einstellungen bemerkenswert gut. Und dann ist da ja auch noch der Bonus Split-Option für den Hals-Pickup angelegt, welcher uns einen schlanken, alternativ nutzbaren Kehlklang mit bestem Singlecoil-Esprit an die Hand gibt.

Damit lässt sich nicht nur die ein oder andere Lücke im Klangspektrum schließen, auch als Preset in Kombination mit dem saftigen Steg-Pickup ist die Singlecoil-Option in der dynamischen Staffelung von Heavy Rhythm zu Lead absolut sinnvoll einsetzbar.

Resümee

Framus schickt die Idolmaker als rundum modernisiertes Instrument ins Rennen. Mit seiner asymmetrischen Form erinnert es nur noch entfernt an alte Framus-Designs, aber die Linie wird gehalten. Das Instrument spielt sich mit gut austariertem Halsprofil, samtigem Griff und perfekt gemachter Bundierung in seinem spiegelblank polierten Ebenholzgriffbrett rundum komfortabel. Die gefestigte Konstruktion lässt bevorzugt straffe Sounds mit kühlem Touch ins Leben, aber das hat durchaus Stil und Eleganz.

Mit dem beliebten Pickup-Mix aus Seymour Duncans SH 1N und SH 4B aka Jeff Beck lassen sich zugleich klassische wie auch aggressiv durchsetzungsfähige Sounds in Szene setzen, wobei vor allem der JB mit seinem Sturm und Drang-Verhalten in Gain Settings eine tolle Figur macht. Die exklusive Formgebung verlangt zwar etwas Anpassung in spieltechnischer Hinsicht, aber das ist leicht wegzustecken.

Die tadellos gefertigte Framus Idolmaker will absolut keinen Gemeinplatz teilen, sondern lieber mit eigenen Akzenten eine selbst definierte Position im Spektrum der gestalterischen und Klang generierenden Möglichkeiten besetzen – und das ist gut so!

PLUS

  • originäres Framus-Design
  • stabiles Sustain
  • moderner Pickup-Mix
  • bewegliche Sounds
  • guter Hals, tolle Bundierung
  • perfekte Spieleigenschaften
  • minutiöse Verarbeitung

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2018)

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