Produkt: Jimi Hendrix Technik
Jimi Hendrix Technik
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Aus dem neuen Heft

Test: Fender American Ultra Stratocaster & Telecaster

(Bild: Dieter Stork)

Abseits von möglichst authentischen Vintage Reissues scheint sich Fender nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen zu wollen. So spendiert der US-Hersteller immer wieder mal einigen seiner Ikonen zeitgemäße Features.

Nach der American-Elite-Modellreihe vor gut fünf Jahren hat man sich Selbige offenbar nochmal zur Brust genommen und präsentiert nun Strats, Teles, Jazzmasters, Prescision- und JB-Bässe unter dem Namen American Ultra.

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Neulich klingelten zwei Ultras an meiner Haustüre. Nein, keine Schalker oder BVBler, sondern eine Ultra Strat und eine Ultra Tele in road-tauglichen Fender Elite Cases. Da ich angesichts von Strato- und Telecaster keine Eulen nach Athen schleppen möchte, schenke ich mir grundsätzliche Konstruktionsdetails. Soviel aber dennoch: Erle-Bodies, verschraubte Ahornhälse, Palisandergriffbretter und 44 (also insgesamt) vorbildlich bearbeitete und polierte Medium-Jumbo-Bünde. Die rückseitige Ergo-Fräsung der Strat hat man noch großzügiger gestaltet, gleiches finden wir auch auf dem Rücken der Tele.

Keine News indes hinsichtlich der Unterarmauflage der Strat. Die weiße Deckeneinfassung der Tele verhindert eine solche Schräge, was deren vertraute Silhouette aber auch empfindlich stören würde. Das traditionelle Deckenblech hält die Klinkenbuchse der Strat, während bei der Tele ein solider, von zwei Schrauben gehaltener Zargentopf Verwendung findet. Als Gurtknöpfe dienen Fender-gelabelte Schaller Security Locks, deren Gegenstücke zum Lieferumfang zählen.

Während der Strat-Hals seine Tasche stramm ausfüllt, zeigt die der Tele basssaitig durchgehend 0,3 mm Spiel. In Zeiten von CNC-Fräsen darf man das durchaus kritisieren. Bereits bei der Elite-Serie hatte Fender die Zarge der Halstasche verrundet. Mit der Ultra geht man noch einen Schritt weiter und lässt diese Stelle und damit auch das Konterblech schräg abfallen, was noch freieres Bespielen der höchsten Lagen ermöglicht. Nicht nur die Kanten der Griffbretter, sondern auch die der Bünde hat man komfortabel verrundet.

Während große weiße Pearloid Dots die Lagen bestens sichtbar markieren, besitzen die kleinen Sidedots die gleiche Färbung wie der Ahorn und geben sich daher nur eingeschränkt zu erkennen. Nach den korpusseitig über ein Rad justierbaren Hälsen der Elite-Reihe ist Fender wieder zum Kopfplattenzugang zurückgekehrt. Die Knochensättel hat man akzeptabel gleichmäßig abgerichtet. Um das eine oder andere Zehntel ließe sich die Saitenlage hier noch optimieren. Aus optischen Gründen wurden die Kopfplattenfronten hochglanzpoliert, aus haptischen die Rückseiten wie auch die Hälse seidenmatt lackiert.

Moderne Stringtrees drücken die E1/H2-Saiten in die Sattelkerben, Fender Deluxe Locking Tuner mit kurzen Beinwellen gestatten gleichermaßen geschmeidiges wie präzises Stimmen. Das Strat-Vibrato ist ein schwebend aufgehängtes 2-Punkt Deluxe-System mit Stahlbasis, Edelstahlreitern und steckbarem Hebelarm, dessen Gängigkeit per Madenschraube justiert werden kann aber auch werden muss, da er andernfalls zu locker sitzt. Derweil kommt die Tele Strings-thru-body-gemäß mit 6 verchromten Messingreitern und randfreier Basisplatte.

(Bild: Dieter Stork)

Die Pickups entstammen der inzwischen fünften Noiseless-Generation, „Ultra Noiseless Vintage“ genannt. Abhängig von ihrer Position besitzen die gestackten Doppelspuler unterschiedliche DC-Widerstandswerte. Verwaltet werden sie per Master-Volume, ein bzw. zwei Tone-Reglern und einem 3- bzw. 5-Weg-Klingenschalter. Zusätzliche Klangoptionen ermöglichen die S1-Druckschalter, die in die Master-Volume-Potis integriert wurden. Der untere Strat-Tone-Regler für Mittel- und Steg-Pickup sowie der Master-Tone der Tele besitzen die No-Load-Schaltung, die das Tonpoti bei Vollaussteuerung vollständig umgeht. Während beide Ultras bei inaktiven S1-Schaltern die gewohnten Pickup-Konstellationen bieten, bewirkt der gedrückte S-1 Folgendes:

5-Weg-Schalter Ultra Strat:

Position 1: Hals
Position 2: Hals + Mitte, parallel
Position 3: Hals + Mitte, parallel
Position 4: Hals + Mitte + Steg, parallel
Position 5: Hals + Steg, parallel

3-Weg-Schalter Tele:

Position 1: Hals
Position 2: Hals + Steg, seriell
Position 3: Steg

Aufmerksame Leser haben sicherlich erkannt, dass bei der Strat bei aktivem S-1 die Positionen 2 und 3 und bei inaktivem S-1 die Position 4 identisch sind. Somit ergeben sich insgesamt 3 identische Sounds, was zeigt, dass der S-1-Schalter das Klangangebot um gerade mal zwei Varianten erweitert.

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