Tübinger Feinschliff

Test: Duke GA-AF-Cut-Solid Air

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(Bild: Dieter Stork)

In China produziert, in Tübingen auf den Punkt gebracht – das Konzept für eine edle bezahlbare Gitarre.

Hinter dieser Strategie stehen der angesehene Gitarrenbauer Armin Hanika, den man besonders für seine exzellenten Konzertgitarren schätzt, und der traditionsreiche Musikalienvertrieb Best Acoustics Reinhardt. Was hier zum Test angetreten ist, verrät die Modellbezeichnung: ein Grand-Auditorium-Modell aus Ahorn und Fichte mit Cutaway. Das „Solid“ steht für die massiven Hölzer, das „Air“ verweist auf das Pickup-System.

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ELEGANTE ERSCHEINUNG

Eine auffällig schöne Gitarre ist diese Duke. Die extrem fein und ebenmäßig gemaserte Fichtendecke ist mit einem dunklen Palisander-Binding effektvoll eingefasst. Auch bei der Schalllochrosette finden wir Palisander – kombiniert mit Abalone. Zargen und Boden aus geflammtem Ahorn sorgen für eine weitere spezielle optische Note.

(Bild: Dieter Stork)

In großer Perfektion ist auch das Hochglanz-Finish ausgeführt, das den Hals mit umfasst. Der ist aus Cedro und am 14. Bund mit einem flach rundlichen Halsfuß angesetzt, der einen perfekten Übergang in das Cutaway bietet. Das sorgt für Spielkomfort in den hohen Lagen. Das Ebenholzgriffbrett trägt 20 flache breite Bünde, die dank bester Politur nur so glänzen, und Dot-Inlays an den üblichen Stellen.

Die Saiten ruhen auf Stegeinlage und Sattel aus Knochen. Erstere sitzt in einem Steg aus Ebenholz, mit Saiten-Pins aus gleichem Holz. Letzterer bildet den sauber gefeilten Übergang zur Kopfplatte. Auch hier dominiert Eleganz – mit Ebenholz-Layer, schwungvoll eingelegtem Logo und güldenen Mechaniken mit Ebenholzstimmwirbeln. Die sind mir allerdings – wie auch schon beim letzten Duke-Test 2021 – zu dicht an der Kopfplatte. Eine Saitenkurbel würde hier unweigerlich für Kratzer sorgen.

Für die elektrische Verstärkung sorgt das Mi-Si-Air-Trio-System. Es arbeitet ohne Batterien, lässt sich innerhalb einer Minute (!) aufladen und beinhaltet einen L.R.Baggs-Element-Pickup. Interessant!

PRAKTISCHE QUALITÄTEN

Eleganz und Design stehen der Praktikabilität manchmal im Weg – das ist hier nicht so. Das wohlgeformte C-Profil des Halses liegt gut in der Hand, die Griffbrettbreite von gut 45 mm am Sattel sorgt für „erwachsene“ Spielbedingungen, und die tadellose Werkseinstellung von Saitenlage und Intonation generiert sofort einen hohen Spaß-Faktor bei den ersten Akkorden und Läufen.

Die Fichte/Ahorn-Kombi ist verantwortlich für die schnelle, klare Ansprache und ganz viel Licht im Klangbild. Kein Wummern, kein Dröhnen – glasklar aufgelöste, transparente Soundmuster mit dennoch viel Wärme und Rundung in den Höhen kommen zu Gehör. Sololäufe gehen wie selbstverständlich von der Hand, der Zugang zu den hohen Registern ist perfekt gestaltet.

Am Amp punktet das Pickup-System klar im Plus, was mich beim L.R.Baggs Element auch nicht wundert – er bietet für einen Piezo-Tonabnehmer sehr viel Natürlichkeit. Der Klangregler im Schalllochrand zeigt recht wenig Wirkung, was aber nicht schlimm ist, weil der Sound einfach stimmt.

RESÜMEE

Tolles Design, feine Verarbeitung, astreine Sounds – die Duke erfüllt locker Profi-Ansprüche. Schön, dass im Karton ein transparentes Schlagbrett beiliegt … einen vorderen Gurtknopf hätte ich noch gut gefunden. Wer also in dieser Preisliga eine Steelstring sucht: nicht vergessen, die Duke anzutesten!

PLUS

● Design, Finish
● Hölzer, Verarbeitung
● Bespielbarkeit, Handling
● blitzschnell aufladbares Pickup-System
● klarer voller A- und E-Klang

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2023)

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