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All In This Together

Test: Breedlove Jeff Bridges Signature Oregon Concerto Bourbon CE

(Bild: Dieter Stork)

Dass der amerikanische Schauspieler Jeff Bridges eine musikalische Ader hat, weiß man seit ‚Die fabelhaften Baker Boys‘ (mit Bruder Beau) – mit Gitarre kennt man ihn spätestens seit ‚Crazy Heart‘, wo er in umwerfender Art und Weise den heruntergekommenen Country-Sänger Bad Blake gibt. Oder man kennt seine Band The Abiders …

ALL IN THIS TOGETHER

Mit seinem ‚All in this Together‘-Projekt unterstützt Jeff Bridges das ‚Amazon Conservation Team‘, das sich in Zusammenarbeit mit indigenen Völkern für den Schutz des Regenwaldes sowie der traditionellen Kultur des Amazonas einsetzt.

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Der Dude hat natürlich Recht. Wir leben alle auf diesem einen Planeten und brauchen unsere Wälder, um atmen zu können. Aus diesem Blickwinkel heraus entstand seine Signature-Acoustic-Steelstring.

DAS DREHBUCH

Die Breedlove Jeff Bridges Signature Oregon Concerto Bourbon CE steht hier heute zum Test – es gibt noch zwei weitere, deutlich günstigere All-in-this-Together-Steelstrings, die wir dann in der nächsten Ausgabe unter die Lupe nehmen.

Das Body-Format Concerto ist das größte im Breedlove-Katalog. Man könnte vielleicht Dreadnought mit Taille dazu sagen. Ein weiteres Merkmal ist das relativ kleine Schallloch mit nur 9 cm Durchmesser, was für einen fokussierten Sound sorgen soll. Hergestellt wird die Gitarre – der Name verrät es – in Bend, Oregon, und das Korpusholz kommt auch genau von dort aus der Region und stammt, selbstverständlich, aus nachhaltigem Anbau. Myrtlewood heißt es (Kalifornischer Lorbeer) und es wird nicht nur für Boden und Zargen verwendet, sondern auch für die Decke, alles massiv, versteht sich. Das sorgt gleich mal für eine ganz spezielle, eigenständige Optik, die bei der Decke durch das dunkle Bourbon-Burst-Finish noch unterstrichen wird.

Und auch das Fischgräten-Purfling an Deckenrand und Schallloch hat auf dem dunklen Untergrund eine besondere Wirkung. Beim Steg aus Ebenholz wurde auf Pins zur Fixierung der Saiten verzichtet, sie werden durch den Steg von hinten eingefädelt – das erspart einige Fummelei beim Saitenwechsel und kommt optisch sehr elegant und clean rüber. Diese Attribute kommen einem immer wieder in den Sinn, wenn man diese Breedlove unter die Lupe nimmt. Die Beleistung (Bracing) und die Riemchen innen am Korpusrand sind extrem sauber und akkurat gearbeitet. Auch wie das Decken-Finish bis über die Schalllochkante hineingezogen ist, sieht sehr edel aus.

Über die kompensierte Stegeinlage aus Tusq geht es für die Saiten ab in Richtung Kopfplatte. Der einteilige Ahornhals ist am 14. Bund angesetzt und mit einem Griffbrett aus Ebenholz belegt. Dieses ist mit 20 Bünden ausgestattet, die, was Politur und Verrundung angeht, mal so gar keine Kritik zulassen. Unangefochtener Hingucker ist hier natürlich die Griffbretteinlage: Zwischen 14. und 1. Bund erstreckt sich in geschwungener Handschrift (synth. Mother-of-Pearl) eingelegt „All in this Together“. Die Kopfplatte mit Ebenholzauflage, Firmen-Inlay und den hauseigenen mattgoldenen Mechaniken wirkt sehr edel. Die kleinen Stimmwirbel sind aus Kunststoff, sehen aber täuschend echt nach Ebenholz aus. Rückseitig oben am Headstock findet sich dann auch noch die Signatur von Mr. Bridges.

Auch für die Verstärkung ins Elektrische kommt nur das Beste zum Einsatz. Das Anthem TRU-Mic System von L.R. Baggs ist installiert. Obwohl nur eine kleine Regeleinheit am Schalllochrand platziert ist, lässt sich hier einiges justieren. Da ist zunächst ein Volume-Rädchen für das Output-Level, gefolgt von einem Phase-Taster. Dann kommen wir zum Blend-Regler: Der bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Piezo-Signal (L.R. Baggs Element) und dem speziellen Kondensator-Mikro innen unter dem Steg, welches sehr rückkopplungsunempfindlich und natürlich überträgt. Drückt man auf den kleinen Knopf daneben, wird einem mittels fünf kleiner LEDs der Ladezustand der Batterie angezeigt, die in einem Täschchen im Korpus untergebracht ist. Zu guter Letzt gibt es noch eine Stellschraube für die Eingangsempfindlichkeit des Mikrofons. That’s it.

UUUND ACTION!

Die Breedlove liegt dank ihrer Taille richtig bequem und ausgewogen auf dem Schoß. Der matt versiegelte Hals bietet mit seinem satten C-Profil und einer Griffbrettbreite von gediegenen 45,5 mm am Sattel erwachsene Spielbedingungen, die kaum eine Eingewöhnung erfordern. Die ersten Akkorde beeindrucken: Das ist ein Sound, den man einfach „groß“ nennen möchte. Ein Breitwand-Sound – nicht übertrieben laut, aber sehr kraftvoll und eines Kinohelden würdig – breitet sich aus.

Da ist schlicht gesagt … viel von allem, aber ohne, dass die kraftvollen Bässe jemals wummern, oder die glasklaren Höhen jemals nerven würden. Myrtlewood wird als hartes Holz beschrieben, da könnte man – in Kombination mit dem Maple-Neck – einen etwas harschen, wenig lieblichen Klang-Charakter erwarten. Das bestätigt sich aber nicht. Da sind sonore holzige Anteile wie bei Mahagoni, aber auch klarer Attack und Durchsetzung wie bei Palisander – im Grunde die perfekte Mischung, inkl. reichlich Sustain und Dynamik.

Dass dann auch die Eindrücke über den Akustik-Verstärker durchweg positiv sind, überrascht mich nicht wirklich. Das L.R.-Baggs-System schafft es einfach, Natürlichkeit und Feedback-Resistenz perfekt zu verbinden. Diese Pickup/Mikro-Kombi in einer so hervorragenden Gitarre – das erfüllt alle noch so hochgesteckten Profi-Ansprüche.

HAPPY END?

Ja! Wer es schafft, höchste Gitarrenbaukunst, Nachhaltigkeit und Kultfaktor so perfekt zu vereinen, der hat alles richtig gemacht. Breedlove mit Mastermind Tom Bedell und Jeff Bridges haben da etwas Tolles auf die Beine gestellt. Und natürlich ganz wichtig: Der Preis der Signature Oregon Concerto ist absolut angemessen.

PLUS

  • Design, Hölzer, Hardware
  • Nachhaltigkeit
  • „All in this Together“-Initiative
  • ultimative Verarbeitung
  • Bespielbarkeit, Haptik
  • eigenständiger Klangcharakter
  • akustischer und elektrischer Sound

(erschienen in Gitarre & Bass 01/2021)

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Vorweg: Jeff Bridges ist nicht nur ein top Schauspieler,sondern auch ein hervorragender Sänger,der bereits in dem extrem turbulenten Film-Drama mit dem Titel „Crazy Hearts“ seine Talente als überzeugender Vocalist und Gitarrist eindeutig unter Beweis stellen konnte!

    Schade,daß gegenwärtig vermehrt immer so genannte „Signature Guitars“ enorm teuer sind! Satte 3.500,-€uro sind eben nun einmal extrem viel Kohle.Leider nur sehr wenige Musiker können sich diese hochpreisige Gitarre eventuell kaufen.Vielleicht mal ein Ansporn,daß es zukünftig auch weniger dekorierte,-sprich abgespeckte Modelltypen der Signature Series für bezahlbare Preise zu ordern gibt,die trotzdem fabelhaft klingen.Ich vertraue auch nicht unbedingt auf die teilweise recht euphorisch geprägten Testberichte der diversen Gitarren Fachmagazine,weder regional,-noch international.Somit sehe ich diese Berichte der Presse Medien aus dem In-und Ausland doch eher als sehr skeptisch.Ich bilde mir daher lieber meine eigenen Eindrücke über neue Saiteninstrumente.Ich glaube,damit stehe ich hier nicht alleine.

    Anspielen und ausgiebiges testen ist ja nun seit gut einem Jahr (wegen der Corona Pest Pandemie!) überhaupt nicht mehr im Einzelhandel möglich.Folglich kauft man eine solche kostspielige Luxus Gitarre anscheinend nicht aus einer spontanen Laune heraus.

    Bleibt jetzt noch zu hoffen,daß zukünftig viel mehr Bedeutung für weniger teure Gitarren zukommt!
    Danke.
    Bleibt gesund!

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  2. Hey Skeptiker, Jeff Bridges hat ja neben dieser US-Breedlove auch zwei Breedlove Organic Modelle designed – hergestellt aus nachhaltigen Hölzern. Jeder Kauf auch dieser Modelle unterstützt Jeff Bridges “All in this together” Aktion für den Schutz des Regenwalds und seiner indigenen Völker. Der empfohlene Verkaufspreis der beiden liegt bei 839 bzw. 1.199 EUR – ebenfalls mit Jeff Bridges Unterschrift auf der Kopfplattenrückseite und im gleichen Gigbag wie das US-Modell. Wenn man den enormen Aufwand alleine des Griffbrett-Inlays betrachtet, sind die Preise wirklich sehr fair. Es steckt definitiv kein “Künstlerbonus” drin.

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