G&B Classics: Der Klassiker als Mini-Combo

Marshall Class 5 Röhren-Combo im Test

Marshall Class 5 Opener

Der erste große Boom der Vollröhren-Kleinstcombos ebbt gerade ein wenig ab, da kommt Marshall zur Überraschung Aller mit so einem Teil auf den Markt. Doch Noch? Muss Man fast sagen, denn es sah lange Zeit eher so aus als wollte sich das Basislager britischer Sound-Kultur in dieser Sparte zurückhalten. Und nun wird also doch noch allen gezeigt wo der Hammer hängt?

Anzeige

Einige Vorschusslorbeeren erntete das Köfferchen bereits durch YouTube-Videos, dort insbesondere durch einen Auftritt von Joe Bonamassa im Ronnie Scotts, wo er gleich vier Class 5 auf einmal zum Schwitzen brachte. Leider ist die Tonqualität (des Kamera-Mikrofons?) eher bescheiden. Man bekommt nur bedingt einen Eindruck davon wie Joe an dem Abend geklungen hat. Nun, bald kann ja jeder selbst erleben wie sich der Kompaktkoffer klanglich benimmt. Die Auslieferung an den Einzelhandel steht kurz bevor.

Hübsch eingekleidet hat Marshall den Combo, das steht schon einmal fest. Wie wollen wir das Outfit nennen, Bluesbreaker petite? Die Ähnlichkeit lässt sich nicht verleugnen. Wie der zitierte 2×12-Klassiker ist der Marshall Class 5 von oben zu bedienen. Und er bietet mehr Kontrolle als viele andere Mini- Combos, da er eine vollwertige Vorstufe mit Dreibandklangregelung und Volume- Poti bereithält. Master? Nein danke, das hier ist potentielles Werkzeug für Vintage- Puristen, bitte keine Spielereien als Extras! Was technisch hinter dem Konzept steht, kann man sich angesichts der Leistungsangabe fast denken.

In der Endstufe ist eine EL84, die kleine Schwester der urbritischen EL34, verbaut, die wie in dieser Combo- Klasse üblich im Kathodenbias arbeitet. In der Vorstufe sind zwei ECC83 in Betrieb. Die Gleichrichtung der Netzspannung übernehmen Halbleiterdioden. So schlicht der Class 5 an sich gehalten ist, leistet er sich aber doch zwei zusätzliche Features, einen Kopfhörerausgang und einen Lautsprecheranschluss (Ext.-Speaker), zwischen denen man per Schiebeschalter wählt. Der interne Speaker wird in beiden Fällen stummgestellt. Dabei handelt es sich um einen Zehnzöller von Celestion, der, wie verlautet, speziell für diesen Combo entworfen wurde. Das Gehäuse des Marshall Class 5 ist ganz nobel wie andere Produkte aus dem Hause Marshall auch aus Birkenschichtholz gefertigt. Hier ca. 17 mm dick und an den Kanten geschmeidig verrundet.

Auf Schutzkappen an den Ecken wird verzichtet, was in der Fertigung immer eine besondere Herausforderung darstellt, muss doch das Tolex mit maximaler Sorgfalt absolut passgenau zugeschnitten werden. Ist hier einwandfrei gelungen. Auch sonst ist die Verarbeitung ohne Makel, abgesehen von dem Detail, dass der Knebel des Netzschalters etwas über das Gehäuse übersteht. Ein großer und angenehm weicher, gummierter Griff an der Oberseite, damit lässt sich der nur ca. zwölf Kilogramm leichte Class 5 bequem bewegen. Die angeschraubte Rückwand scheint Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. Jedenfalls ist sie einfach schwarz lackiert, kein Tolexbezug. In der unteren Hälfte ventilieren drei runde Öffnungen die Speakerkammer. Das kleine Verstärkerchassis hängt im Gehäuse an zwei Schrauben, und ist zusätzlich über zwei weitere Schrauben an der Rückwand befestigt; passt, wackelt nicht und hat keine Luft. Im Inneren ruht eine kleine Platine, die mit Ausnahme der Trafos alle Bauteile – was ja nicht viele sind – beherbergt; alles solide Standardware, einwandfrei.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ähm , seid ihr sicher dass der Artikel vom 26. märz 2015 ist ??
    Ich hab den Amp schon seit jahren ..ich glaub sogar neu kriegt man den schon gar nicht mehr ..

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Der Test stammt aus der Gitarre & Bass Ausgabe 11/2009. Im März 2015 wurde der Artikel lediglich aktualisiert… Grüße!

      Auf diesen Kommentar antworten
  2. 450 EUR für einen nur als Übungsverstärker tauglichen Amp mit Nähmaschinensound ? Egal was er spielt: Bonamassa klingt noch mit einer Klobürste besser als viele andere Gitarristen…

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. In 2015 einen Bericht von einem Amp zu bringen der 2009 auf den Markt kam und schon lange so nícht mehr angeboten wird finde ich schon sehr strange! Muss man so das Sommerloch füllen??

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Hallo Jürgen!
      Wir haben einige Testberichte von gefragten Klassikern aus unserem Archiv auf unserer Website, da hier besonders seitens der Online-Leserschaft (Die nicht zwangsläufig identisch mit der Heft-Leserschaft ist)eine gewisse Nachfrage besteht. Gerade für Leute, die häufig den Gebrauchtmarkt durchstöbern, sind diese Testberichte interessant.
      Beste Grüße!
      Stefan Braunschmidt

      Auf diesen Kommentar antworten
  4. der Bericht entspricht absolut meinen Erfahrungen, ich besitze diesen Combo bereits seit mindestens 5 Jahren und habe ihn gebraucht gekauft!!!!
    Der Combo wird auch schon im Katalog von Vintage Guitar als “nicht mehr erhältlich” geführt, und weder bei thomann noch beim music store ist das ding erhältlich.
    Entweder hat Marshall das Teil ganz neu aufgelegt, oder ihr solltet ganz schnell überprüfen, wie der Bericht in den Newsletter kommt….merkwürdig!!!????!!!

    Auf diesen Kommentar antworten

Pingbacks

  1. Steve Lukather über 25 Jahre Toto › GITARRE & BASS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: