Die Feinabstimmung der Jahrzehnte

Fender Vintera III: Fender schärft seine Vintage-Serie nach Baujahren

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(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Die neue Vintera-Generation will nicht einfach nur „retro“ sein, sondern bestimmte Fender-Epochen genauer treffen – mit zeittypischen Pickups, passenden Halsprofilen und vielen Details, die sich eng an den jeweiligen Vorbildern orientieren.

Mit der Vintera III stellt Fender seine vintage-inspirierte Serie neu auf. Für E-Gitarristinnen und -Gitarristen dürfte vor allem spannend sein, dass die Reihe diesmal stärker auf klar umrissene Zeiträume – Beginn, Mitte und Ende des jeweiligen Jahrzehnts – und typische Spezifikationen einzelner Epochen setzt, statt Vintage-Flair eher allgemein über ganze Jahrzehnte zu verteilen. Das verspricht auf dem Papier mehr Trennschärfe zwischen den Modellen – also weniger „ein bisschen 50s/60s“, sondern gezieltere Charaktere.

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Fender spricht von einer von Grund auf neu gedachten Generation. Zentral sind laut Hersteller neu entwickelte Vintage-Style-Pickups auf Basis der Firmenarchive, je nach Modell mit Alnico-II- oder Alnico-V-Magneten, dazu zeittypische Halsprofile vom kräftigeren V- oder D-Shape der späten 50er bis zu schlankeren C-Profilen der späten 60er und frühen 70er. Hinzu kommen 7,25″-Radien, Vintage-Tall-Frets sowie viele Details bei Hardware und Optik, die sich sichtbar an den jeweiligen Baujahren orientieren.


Was ist neu an der Vintera III?

Die Unterschiede zur Vorgängerserie sind hier beispielhaft dargestellt:

(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Im Kern wirkt die Vintera III wie eine präzisere Auslegung des bisherigen Konzepts. Statt eine Ära eher grob zu zitieren, ordnet Fender die Modelle stärker konkreten Baujahren und deren typischen Zutaten zu: also andere Halsformen, andere Pickup-Abstimmungen, andere Kopfplatten, andere kosmetische Details.


 

Stratocaster-Modelle

(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Late ‘50s Stratocaster – € 1.249

Die späten 50er werden hier mit Erlekorpus, einteiligem Ahornhals samt Ahorngriffbrett, einem kräftigeren Late-’50s-D-Profil sowie drei entsprechend abgestimmten Single Coils aufgegriffen. Dazu kommen 7,25″-Radius, Vintage-Tall-Frets und ein Vintage-Style-Synchronized-Tremolo.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Early ‘60s Stratocaster – € 1.249

Diese Version kombiniert Erlekorpus, Ahornhals und Rosewood-Fingerboard mit Early-’60s-C-Profil und drei frühen 60s-Single-Coils. Wer den Wechsel von der 50s-Strat zur etwas runderen, glockigeren 60s-Anmutung sucht, findet hier die naheliegende Variante.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Late ‘60s Stratocaster – € 1.249

Die späten 60er bringt Fender unter anderem über das große Headstock-Design dieser Ära ins Spiel. Hinzu kommen ein Late-’60s-C-Profil, drei passende Single Coils und wahlweise Maple- oder Rosewood-Fingerboard – also die Strat-Formel mit etwas späterem Jahrzehnt-Twist.


Telecaster-Modelle


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Late ‘50s Telecaster – € 1.299

Die späte 50s-Tele arbeitet mit Esche- oder Erlekorpus, einteiligem Ahornhals, V-Shape-Halsprofil und zwei entsprechenden Single Coils. Die Vintage-Style-Bridge mit drei Barrel-Saddles aus Stahl soll die typische Tele-Ansprache dieser Zeit abbilden.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Mid ‘60s Telecaster – € 1.249

Die Mid-’60s-Tele bietet Ahorn- oder Eschekorpus, Ahornhals und je nach Ausführung Maple- oder Rosewood-Fingerboard. Zwei Mid-’60s-Pickups und die 3-Saddle-Bridge mit threaded steel saddles schieben das Modell klar in die 60er-Richtung.


Limited-Edition-Modelle

(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Limited Edition Vintera III Late ‘50s Stratocaster – € 1.399

Die Limited Edition legt die 50s-Idee etwas edler aus: Eschekorpus in See-Thru Blonde, einteiliger Ahornhals, 1958-spec’d Pickups und goldene Hardware. Das Modell bleibt stilistisch nah an der späten 50er-Strat, setzt optisch aber einen eigenen Akzent.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Limited Edition Vintera III Early ‘60s Custom Telecaster – € 1.399

Die limitierte Custom-Tele setzt auf einen Double-Bound-Erlekorpus, Ahornhals, Rosewood-Fingerboard und zwei 1963-spec’d Pickups. Dazu kommt die klassische Tele-Basis mit 3-Saddle-Bridge – hier aber klar in Richtung früher 60er gedacht.


Offset-Modelle

(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Mid ‘60s Jazzmaster – € 1.349

Die Jazzmaster-Version bleibt nah an der klassischen Mid-’60s-Formel: Erlekorpus, Ahornhals, Rosewood-Fingerboard, zwei Jazzmaster-Pickups, Floating Tremolo und Rhythm Circuit. Für Spieler, die genau diese Mischung aus Attack, Offenheit und eigenem Schaltkonzept suchen, ist das die bekannte Plattform in einer historisch stimmigen Auslegung.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Mid ‘60s Jaguar – € 1.349

Auch die Jaguar orientiert sich klar an der Mitte der 60er: kurzer Offset-Body, zwei Single Coils, Floating Tremolo mit Tremolo Lock, Rhythm Circuit und sogar ein Jaguar-Mute im Vintage-Stil. Damit bleibt das Modell technisch nah an dem, was Jaguar-Fans an der Schaltung und Ansprache schätzen.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Mid ‘60s Mustang – € 1.249

Die Mustang bringt das kompaktere Offset-Konzept mit zwei Mid-’60s-Single-Coils, 7,25″-Radius, Vintage-Tall-Frets und dem typischen Floating Tremolo. Im Line-up ist sie damit die direkte Adresse für alle, die ein kleineres Fender-Format mit eigenem Spielgefühl bevorzugen.


Bass-Modelle und Bass VI

Auch wenn die Reihe klar auf Gitarristen zielt, gehören zur Vintera III erneut einige Bass-Modelle – plus ein Bass VI, der gerade für Gitarristen mit Hang zu tieferen Registern und Bariton-/Bass-Crossovern interessant sein dürfte. Zum Start umfasst die Serie Early-’60s- und Early-’70s-Jazz-Bässe, einen Late-’60s-Precision-Bass sowie einen Early-’60s-Bass-VI.

(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Early ‘60s Jazz Bass – € 1.299

Erlekorpus, Ahornhals, Rosewood-Fingerboard, Early-’60s-C-Profil und zwei passende Single Coils definieren den frühen Jazz-Bass-Ansatz. Klassisch gehalten ist auch die 4-Saddle-Bridge im Vintage-Stil.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Early ‘70s Jazz Bass – € 1.399

Der frühe 70s-Jazz-Bass geht optisch und spielerisch einen Schritt weiter in Richtung Dekaden-Charakter – unter anderem mit Binding und Block Inlays. Dazu kommen zwei Early-’70s-Single-Coils und die gewohnte Jazz-Bass-Grundarchitektur.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Late ‘60s Precision Bass – € 1.299

Beim Precision Bass setzt Fender auf Erlekorpus, Late-’60s-C-Halsprofil und einen entsprechend abgestimmten Split Coil. Auffällig sind außerdem die Lollipop-Style-Tuner, die den späten 60er-Look zusätzlich unterstreichen.


(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)

Vintera III Early ‘60s Bass VI – € 1.449

Für Gitarristen wahrscheinlich das spannendste Randmodell der Serie: Der Bass VI kommt mit 30″-Mensur, drei frühen 60s-Single-Coils, individuellen On/Off-Switches pro Pickup, Floating Tremolo und Vintage-Style-Mute. Wer zwischen Gitarre, Bariton-Feeling und Bass-Lage unterwegs ist, dürfte hier besonders genau hinschauen.


Einordnung

Auf dem Papier wirkt die Vintera III weniger wie ein kosmetisches Update als wie eine klarere Sortierung der Serie. Für Spielerinnen und Spieler heißt das vor allem: mehr Fokus auf die Eigenheiten einzelner Fender-Epochen und damit hoffentlich weniger Beliebigkeit innerhalb des Vintage-Begriffs. Wer bei Strat, Tele oder Offset gezielt nach einem bestimmten Jahrzehnt sucht, bekommt hier jedenfalls eine übersichtlichere Auswahl als zuvor.

Preise:

je nach Modell € 1.249 bis € 1.449,

Limited Editions jeweils € 1.399

www.fender.com

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Die kosten jetzt schon soviel wie eine US Strat vor ca. 12 Jahren. Aber das liegt wohl daran, dass sie jetzt noch näher am Original sind 😄

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    1. In 12 Jahren gab es aber auch schon einiges an Inflation (und auch Lohnerhöhungen). Generell finde ich, dass Fender gefühlt alle zwei Wochen neue Serien und/oder Gitarren heraus bring. Das wird schön langsam etwas unübersichtlich und etwas übertrieben.

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    2. Das ist nicht ganz richtig, denn die Performer (auch MIA) bekam man lange Zeit für ~1250 EUR, über Jahre, zuletzt noch weniger (vor dem Ausverkauf). Fender selbst hat ja die Preise auf deren Webseite auch reduziert und mit Gutschein war’s noch weniger. Bei Bax gab’s die Performer sogar für rund 850 in vers. Farben. Hab sie knapp verpasst.

      Siehe mein Kommentar unten …
      Die neuen Preise gehen ja noch, wenn man an Zölle und alles denkt. Aber Fender wird schon massive Probleme mit dem Absatz haben.

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  2. An sich nicht schlecht, was da Fender sich überlegen musste, denn der Markt hat fertig! Fender hat die Preise so massiv erhöht, dass sie wohl – man betrachte die letzten % Verkäufe auf deren Webseite und großen Versendern – mit einigen % rausschlagen musste. An sich tut sich auch nichts, man erhält nun wie bei einer Squier Inlays und hoffentlich bessere Verarbeitung (Wunschgedanke – Fender hat ein massives Fertigungs- und Qualitätsproblem), aber auch viele Teile aus Asien (glaube CTS fertig ja auch schon länger in Asien), ebenso die Metallteile usw. Nur sind bei einer Squier die Pickups sehr gut, auch der Lack und die gesamte Verarbeitung, nur nicht die Bundstäbchen. Die waren bei MIM weitaus besser. Aber meine Squier hat schon lange einen Knochensattel, Vintage Tuner (die brauchbar sind, muss man nicht auswechseln) usw.
    Hatte gelesen, dass bei der Vinterra 2 auch andere Brücken und Vibratos verbaut wurden, nur mit Fender gestempelt. Bei der Squier taugen die wenigstens etwas.
    Schon bei der Player waren die Griffkanten nicht immer schön gerundet und blutige Finger holte man sich auch. Bei MIA war es aber nicht besser.
    Billiggitarren!
    Ansonsten wäre ich bereit mit einem Abschlag eine JM oder Gag zu holen, nicht für den Einstandspreis. Bei den AV2 hatte Fender erst jüngst einige Abverkäufe, nun haben sie aber die Preise erneut erhöht und man kann für die grüne JM um 3600 EUR ausgeben. Lachhaft.

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  3. Ui, nice! ;o)

    Da muss langsam jemand aufpassen – denn warum außer “Relic” soll ich bei der Feature-Liste noch ne CS kaufen (OK; hab ja auch schon 2 lolz)…?

    Abgesehen davon finde ich “blutige Finger” etc. schon belustigend – ich spiele seit ca. 45 Jahren & hatte 1 (EIN!) Mal Verletzungen an der Schlaghand – die kamen natürlich von einer Squier-Bridge (meine Tele Custom II P90, aber da sind mittlerweile Highwood Saddles drauf – die ich übrigens wärmstens empfehlen kann!).

    Den bereits hier kundgetanen Unmut über die anziehenden Preise kann ich allerdings teilweise schon nachvollziehen… wobei der Meine sich eher auf 5digit-Preise für TM-Paulas bezieht. Und ich plaudere nun sicherlich kein Geheimnis aus beim Konstaktieren meiner Hypothese, dass die Schere zwischen “Cheapos immer cheaper” (heck, in der Bucht gibt’s mittlerweile die 12-string “T.Petty Signature” für unter 400 Ocken! Natürlich ‘ne RIC-Copy aus CN – was sonst?) und dem Gegengewicht “Qualität immer aufgepreister” sich in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch weiter aufspreizen wird.

    Wenn ich mir allerdings meine o.g. Squier anschaue (habe ich von einem Kollegen gebraucht für 150€(!!!) gekauft – und sie ist bis auf den Plastikpanzer und ein paar Hardware Details eine super Gitarre!), und dann an meine erste Elerktrische zurückdenke… tja, dann bleibt realistisch nur eine einzige Aussage zu tun: Gute Zeiten für alle Beginner*innen!

    Und mal ehrlich: Klar ist bspw. ne Gibby “RX” besonders klanglich ‘ne komplett andere Hausnummer als die vielen Nachbauten – aber diese Nachbauten sind ja nun durchaus mittlerweile ernstzunehmende Instrumente (was man/frau von meinen Hohner LP-Verschnitt damals jetzt echt nicht behaupten konnte (geez: 3 Minuten – höchstens… hielt das gute Stück die Stimmung! Letztlich war das jedoch nur halb so schlimm: Nach meinen ersten Gigs, und der reifenden Erkenntnis: “Der Junge meint es wohl ernst mit dem Gitarre spielen!” – kam dann zu Weihnachten meine 77er Custom unterm Baum zum Vorschein. Und die Lady ist mir heute noch treu!

    In diesem Sinne: Was auch immer kommt… Let’s play music, let’s play guitar!

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