A real Signature

Dean Guitars DE Custom Uli Jon Roth Sky Guitar im Test

Vor allem im Ausland, und da besonders in Japan und den USA, erfreut sich Uli John Roth eines riesigen Renommees. Dort spielt er in einer Liga mit Steve Vai, Joe Satriani und all den anderen Cracks, und so passt es nur allzu gut ins Bild eines Gitarrenhelden, dass nun auch eine Signature-Gitarre von Uli Jon Roth erhältlich ist. Aber UJR wäre nicht UJR, wenn diese Gitarre nicht etwas ganz Spezielles darstellen würde …

Die Sky hat drei Pickups, auch wenn man dies erst auf den zweiten Blick erkennt.
Die Sky hat drei Pickups, auch wenn man dies erst auf den zweiten Blick erkennt. (Bild: Dieter Stork)

Der Düsseldorfer Gitarrist, der 1973 den zu UFO abgewanderten Michael Schenker bei den Scorpions ersetzte und dort bis 1978 die Songs der Hannoveraner Hardrocker mit seinem virtuosen Gitarrenspiel veredelte, hat eine interessante Karriere aufs Parkett gelegt. Nach seiner Scorpions-Phase gründete er seine eigene Band Electric Sun, mit der er drei Alben veröffentlichte. Diese zeigten ihn auf einem neuen musikalischen Weg, der verstärkt Elemente klassischer Musik integrierte. Nachdem er das Electric-Sun-Projekt beendet hatte, intensivierte er sein Engagement in dieser Richtung, indem er z. B. vier Symphonien und zwei Concertos komponierte und als Solo-Künstler oft mit Symphonie-Orchestern oder anderen klassisch besetzten Ensembles auftrat. In den folgenden Jahren tauchte er auch immer wieder als Sideman auf, arbeitete aber stets konsequent an dem neo-klassischen Stil weiter, als dessen Mitbegründer er gilt.

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Prototypen

Diese Form der Musik brachte Roth schon bald an die natürlichen Grenzen seiner geliebten Fender Stratocaster, die er bei den Scorpions meist spielte. Die Interpretation klassischer Stücke von z. B. Paganini überforderte den Tonumfang der handelsüblichen E-Gitarre deutlich. Zuerst behalf er sich damit, dass ihm der englische Gitarrenbauer Andreas Demetriou das Griffbrett seiner Strat um zwei Bünde erweiterte. Doch auch das reichte im Prinzip nicht aus. Als Anfang der 1980erJahre Demetriou gegenüber Roth erwähnte, dass er ihm auch eine von Grund auf neue Gitarre mit allen Eigenschaften, die Roth für seine Musik bräuchte, bauen könnte, wurde in ihm ein Denkprozess angeregt, der in die Entwicklung der Sky Guitar mündete.

Fünf Prototypen, in Details unterschiedlich, im grundsätzlichen Konzept identisch, wurden nach und nach von Dimetriou gebaut und von Roth gespielt und populär gemacht. Was Kopisten auf den Plan rief, die immer mal wieder billige und auch teure Kopien der Sky Guitar auf den Markt brachten, sehr zum Unwillen von Roth – vor allem, weil sie von minderer Qualität waren. Da kam der Kontakt zum amerikanischen Hersteller Dean gerade recht, dessen CEO Interesse an einer Zusammenarbeit in Sachen Sky Guitar bekundete. Aus dieser Verbindung ist mittlerweile eine komplette Serie von 50 Dean Sky Guitars geworden, sechs- und siebensaitige Modelle, die sich alle in Details, in den Farben und den Namen unterscheiden. Nur eins eint diese Gitarren: Ihre Konstruktion und ihr Design! Beides spiegelt die Kreativität eines Gitarristen wieder, der im Sinne seiner eigenen Musik sein Handwerkszeug ohne Rücksicht auf Tradition oder Kosten kompromisslos gründlich überdacht und von Grund auf neu entwickelt hat. Eine seiner Ideen sah vor, dass die Sky-Gitarren in Deutschland vom Hamburger Gitarrenbauer Boris Dommenget gebaut werden sollten.

Dommenget ist schon seit Jahren im direkten und erweiterten Umfeld der Scorpions mit seinen Gitarren-Kreaktionen aktiv. Da wusste Uli Jon Roth also, dass er sich auf Dommenget, sein Können und seinen Enthusiasmus für ungewöhnliche Anforderungen verlassen konnte. So wurden nun zum ersten Mal dank der Sky-Guitars-Taskforce, bestehend aus Dean, Dommenget und Roth selbst, Sky Guitars produziert, die auch von anderen Gitarristen erworben werden können. Wobei der hohe Verkaufspreis mit Sicherheit die meisten Gitarristen ausschließt und wohl eher Sammler auf den Plan ruft. Dabei sind die vielen Ideen, die die Sky Guitar zu einer wirklichen Besonderheit machen, gerade für Spieler absolut interessant – und damit wollen wir uns jetzt auch vorrangig beschäftigen. Bitte anschnallen auf dem Flug in den Himmel!

Scalloped & Ganztonschritte

Das einzige Konstruktionselement dieser Gitarre, das halbwegs normal rüberkommt, ist die Kopfplatte. Sie ist 6:0 konfiguriert und leicht nach hinten gewinkelt, sodass Saitenniederhalter nicht vonnöten sind, um die Saiten auf das Niveau der Mechaniken zu drücken. Rückwärtig verstärkt ein eleganter „Knubbel“ den immer bruchempfindlichen Übergang von Kopfplatte zu Hals. Nach dem nicht zentriert sitzenden Sattel (dazu später mehr) erscheinen die ersten drei Bünde des Ahorngriffbretts ganz normal. Ab dem 4. Bund sind sie dann zwischen den Bundstäbchen konkav ausgehöhlt. Das setzt sich fort bis zum allerletzten der 32 Bünde und nennt sich „scalloping“. Roth hat dies zum ersten Mal bei Ritchie Blackmore gesehen und ist überzeugt davon, dass sich Hälse mit einem scalloped Griffbrett nicht nur schneller und leichter spielen lassen, sondern auch, dass diese Gitarren einen besseren, weil mehr singenden Toncharakter besitzen.

Im Verlauf dieses wirklich langen Griffbretts wechselt Roth zweimal die Bund-Formate. Sind vom 1. bis zum 20. Bund noch Dunlop 6110 verbaut, finden wir vom 21. bis zum 24. Bund Dunlop 6105 und von dort bis zum finalen 32. Bund wieder das 6110-Format. 6110-Bünde (= Jumbo) weisen eine Breite von 2,9 mm und eine Höhe von 1,3 mm auf, das 6105- Format (= Medium-Jumbo) hat eine 2,3- mm-Breite und eine 1,4-mm-Höhe. Die nächste Besonderheit entdecken wir weiter oben am Griffbrett, in den höchsten Höhen. Weil hier die Bundabstände so eng werden, dass nicht mehr sinnvoll intoniert werden kann, ließ Roth ab dem 27. Bund die Bundierung in Ganztonschritten ausführen. Das macht natürlich Sinn, aber auf diese Idee muss man erst einmal kommen! Insofern ist die Gesamtanzahl der Bünde denn auch etwas irreführend. Es sind zwar in der Tat nur 32 Bünde vorhanden, aber die erstrecken sich über einen Tonumfang von mehr als drei Oktaven pro Saite, wobei das genau genommen nur für die drei hohen Saiten gilt, denn das Griffbrett verläuft im letzten Abschnitt nur noch unten diesen drei Saiten.

Die Bünde sind übrigens perfekt abgerichtet, ebenso der Sattel – denn auch die Sky Guitars werden ge-PLEKed. Wer genau hinschaut, wird zudem einen leicht unsymmetrischen Verlauf der Saiten zu den Griffbretträndern feststellen – in etwa so, als ob der Sattel nicht genau mittig eingesetzt worden wäre. Und das ist er auch nicht! Mit purer Absicht, denn diese Saitenführung gibt der hohen E-Saite mehr Raum auf dem Griffbrett z. B. für ausgedehnte Vibratos und Bendings. Außerdem klänge die hohe E-Saite mit mehr Holz drunter einfach besser, meint Roth. Absolut bemerkenswert ist auch der extrem geschmeidige Übergang des Halses in den Korpus. Hier hindert aber auch gar nichts den Gitarristen, sich bequem in den oberen Lagen zu bewegen. Das optische Design der Gitarre wird von dem geschwungenen, S-förmigen Schlagbrett geprägt, das aus zwei Teilen besteht und elegant an der vorderen Korpuskante sprichwörtlich entlang fließt. Es besteht aus einem mit 24 Karat vergoldeten Metall.

In der gleichen Güte sind auch die rückwärtig sichtbaren Vibratofedern vergoldet. Roth verzichtet bewusst auf eine Abdeckplatte der Federkammer, weil er der Überzeugung ist, dass die mitschwingenden Federn den Klang der Gitarre um einen Hall-ähnlichen Effekt anreichern. Die meisten Federn schwingen in einer Resonanzfrequenz von Bb, sagt er, manche einen Halbton höher. Meistens dämpft er die Schwingungen der Federn mit seinem Körper ab, aber wenn es die Tonart und der Song erlauben, nutzt er den speziellen Sound der Federn gerne mit. Als Vibratosystem wird ein vergoldetes Hipshot benutzt, das Roths Ansprüchen genügt. Es ist floating eingestellt, sodass auch Trem-Bewegungen nach oben möglich sind. Waren die ersten Sky Guitars noch mit Nitrolack versiegelt, verwendete Dommenget ab der achten Gitarre dieser 50erSerie einen speziellen Polyurethan-Lack, der ähnliche klangliche Eigenschaften wie Nitro haben soll, aber die Gitarre effektiver schützt und nie dieses klebrige Gefühl, für das bestimmte Nitro-Anwendungen berüchtigt sind, aufkommen lässt.

Deahn Guitars_Uli John Roth (6)
(Bild: Dieter Stork)

Drei Spulen & 100 dB

Ein erklärtes Ziel Uli Jon Roths war es, dank der Pickup- und Elektronik-Bestückung eine größtmögliche klangliche Flexibilität zu erreichen. Sounds zwischen kristallklaren, typischen Strat- und warm-weichen Les-Paul-Klängen waren die Vorgabe an die Technik. Dazu hat ihm Boris Dommenget die sogenannten Mega-Wing-Pickups gebaut: zwei dreispulige Humbucker, von denen der Hals-Pickup im Bereich des 24. Bundes unter dem Griffbrett sitzt, und ein „stacked“ Humbucker in Singlecoil-Größe in der Mitte, der zur Hälfte ebenfalls unter dem dort in halber Breite ausgeführten Griffbrett-Ende sitzt. Wer sich fragt, wie man an den Hals-Pickup herankommt, falls dort mal ein Defekt auftreten sollte, den kann ich beruhigen. Den Pickup erreicht man nämlich, wenn man die goldenen Pickguard-Hälften abschraubt.

Die Bauweise dieser Humbucker, ein Dommenget-Patent, ist interessant. Unter der Metallkappe befinden sich zwei übereinanderliegende Einzelspulen mit Fender-typischen Magnetstiften und ein P-90 ähnlicher Einspuler mit einem Gibson-typischen Alnico-5-Barrenmagnet mit Eisenstiften. Die obere Spule der „stacked“ Kombination ist immer an, per Mini-Schalter kann diese Spule nun wahlweise mit der untenliegenden oder der P-90-ähnlichen, danebenliegenden Spule kombiniert werden. So erhält man authentische fette Humbucker- oder transparente brillante Singlecoil-Sounds, Letztere zudem immer brummfrei. Die Pickups sind niederohmig und werden durch die schlichtweg unfassbare Mega-Wing-Elektronik auf Betriebstemperatur gebracht. Der englische Mischpult-Guru John Oram hat sie vor Jahren für Roth entwickelt, sie befindet sich aktuell in ihrer dritten Generation und verleiht der Gitarre in der Tat breite Flügel auf dem Weg in den klanglichen Himmel!

Denn nicht weniger als vier aktive Booster sind hier verbaut und neben dem Master-Volume-Regler platziert! Neben den mit max. +/- 20 dB agierenden aktiven Reglern für Bass, Mid und Treble steht am Ende der Reihe das Master-Gain, das mit maximal 40 dB auf Wunsch einen ungeheuren Output erzeugt, der jeden Röhren-Amp problemlos übersteuern kann – bis hin zu extremen HiGain-Sounds. Die schwergängigen Reglerknöpfe der Elektronik haben keine Skalen oder Zahlen, und auch das ist Absicht. Denn Roth sagt, dass er zum Einstellen lieber seine Ohren als seine Augen gebrauche, und da jede Bühne anders klänge, könne man sich eh auf keine Standardeinstellung verlassen. Wo er Recht hat, hat er Recht. Das gesamte Mega-Wing-System braucht 18 Volt Spannung und davon so viel, dass mit zwei üblichen 9-V-Batterien nicht mal ein Konzert zu Ende gespielt werden könnte. Auch deshalb ist das externe Netzteil, das mit der Gitarre mitgeliefert wird, die einzig praktikable Lösung. Per Stereokabel, durch dessen zweite Ader das Gitarrensignal läuft, wird so eine stete Spannungsversorgung sichergestellt. Und wenn schon die Stromversorgung keine Rolle mehr spielt, wurden in die Griffbrettflanke gleich auch noch blau aufleuchtende LEDs integriert, die die Orientierung auf dunklen Bühnen erheblich erleichtern. Eine Kleinigkeit hätte ich bei der Vielzahl der Features doch fast noch vergessen: Eine Art Klammer am oberen Ende des Steg-Pickups.

Was ist das denn? Das ist nichts anderes als ein Plektrum-Halter! Denn Roth, der oft zwischen Plek- und Finger-Spiel hin und her wechselt, hat immer gestört, dass er sein Plek in den Mund stecken musste, wenn er mit den Fingern anschlug. Was dazu führte, dass er sein Fingerspiel live total vernachlässigte. Nach mehr als 40 Jahren kam nun Boris Dommenget mit dieser so simplen wie genialen Idee um die Ecke – eine von einer Feder auf Spannung gehaltene kleine Klammer, wo Roth sein Plektrum schnell und leicht parken kann.

Eine aufwendige ReglerSektion mit MasterVolume, Master-Gain und einem aktiven 3-Band-EQ
Eine aufwendige ReglerSektion mit MasterVolume, Master-Gain und einem aktiven 3-Band-EQ (Bild: Dieter Stork)

Praxis

Sky Guitars sind gebaut, um Action zu machen. Sie sollen fliegen, und der Gitarrist möge ihr ein guter Pilot sein. So drückt es Roth aus. Deshalb kann man sie nicht ohne Gurt bequem auf der Couch im Sitzen spielen. Sondern nur im Stehen, am besten auf einer Bühne und mit einem satt klingenden Verstärker im Rücken! Hängt man sich die Sky Guitar um, stellt man erstaunt fest, dass sie tatsächlich wie angegossen sitzt. In einer Position in mittlerer Höhe hängt sie perfekt und begünstigt ein leichtes, lockeres Spiel. Zudem ist die Spielbarkeit dieses Halses eine wahre Freude, wenn man schmale Hälse mag. Ohne Druck und ohne Anstrengung lässt es sich hier über das Griffbrett fliegen, und das scalloped Griffbrett und die Jumbo-Bünde tragen ihren Teil dazu bei, dass man geschmeidig von den tiefsten bis in die höchsten Lagen unterwegs sein kann.

Und diesen Weg auch gehen will … denn die Sky Guitar fordert dich heraus! Sie ist kein gemütliches Blues-Rock-Aggregat, das gerne laid back gespielt werden will. Vielmehr braucht sie Feuer unterm Hintern … und das reichlich. Und sie ist bereit, das Feuer in potenzierter Form zurückzugeben! Sie kann eine Feuersbrunst, einen Hurrikan entfachen – mit der schieren Power dieses MegaWing-Systems. Kein Amp würde auf die Dauer den Input vertragen, wenn alle Regler der Gitarren-Elektronik maximal aufgerissen wären. So pflastern zerstörte Verstärker denn auch Uli Jon Roths Weg, erzählt er in dem der Gitarre beiliegenden Sky-Guitar-Manual, und erst jetzt, im fortgeschrittenen Alter, sei er etwas respektvoller zu Verstärkern. Er rät dazu, am besten einkanalige Röhren-Amps ohne Master-Voume in Verbindung mit der Sky Guitar zu nutzen. Und spielt selbst nach einer langen Marshall- und einer kürzeren Framus-Cobra-Phase derzeit Blackstar-100- und 200-Watt-Topteile, deren Inputregler er in der Regel nur wenig aufgedreht hat.

Denn Roth will die komplette Bandbreite von absolut cleanen Sounds bis zu voll verzerrter Wand. Mit dem Mega-Wing-System ist man dank des aktiven 3-Band-EQs und des Master-Gain immer in der Lage, überall seinen Grundsound zu erreichen – egal wie die Bühnenverhältnisse sind, (fast) egal, welchen Amp man gerade spielt, egal, ob man im kleinen Club oder auf einer riesigen Stadionbühne agiert. Das Master-Gain sorgt für die Verzerrungen, und das stufenlos von clean bis zu sehr starkem HiGain. Stufenlos fließende Übergänge zwischen all den verschiedenen Sound-Möglichkeiten sind ein Muss für Roths Philosophie, genauso wie die totale Kontrolle über den Sound direkt von der Gitarre aus – instant access, spontan, direkt, stufenlos und in feinsten Nuancen. Also das, was z. B. Verzerrer-Pedale oder mehrkanalige Amps schon aus praktischen Gründen nicht ermöglichen können. Vielmehr lassen sich so alle Zwischenstufen zwischen Null und Hundert nutzen, je nach Laune, Stimmung, Raum und Song.

Im Grundsound der Gitarre lassen sich durchaus Fender- ähnliche Komponenten feststellen. Die Transparenz, das „Knispeln“ im Höhenbereich mag von der Materialauswahl herrühren. Aber – wie es auch die Vorgabe war – diese Elektronik ist in der Lage, auch komplett andere Sound-Charakteristika zu erzeugen – von rauchig-fetten Jazz-Klängen bis zum ultimativen Mittenbrett. Eine Kategorisierung in die beliebten Schubladen erübrigt sich – auch hier stellt sich die Sky Guitar als vollkommen offenes System dar, das alles bietet. Der Gitarrist muss es nur abrufen. Nicht jeder kann mit solch einer Offenheit umgehen, viele brauchen ihre Orientierung an bestimmten, meist traditionellen Sounds und den Instrumenten, die damit in Verbindung gebracht werden. Doch wer mit einem offenen Geist an sich und seine Sound-Findung herangeht, der wird die ungeheuren Möglichkeiten dieses Konzeptes zumindest respektieren.

24 Karat vergoldete Trem-Federn
24 Karat vergoldete Trem-Federn (Bild: Dieter Stork)

Resümee

Die Sky Guitar ist eine Gitarre für Virtuosen. Sie ist die vielseitigste und kraftvollste Gitarre, die unser Planet zurzeit zu bieten hat. Das sagt Uli Jon Roth, der jede dieser Sky Guitars persönlich gespielt hat. Und jeder einen Namen verlieh, bevor sie auf die Reise in die Welt geschickt wurde. Meine Testgitarre hört auf den Namen Alpine Sky und sie ist die einzige, die zurzeit in Deutschland erhältlich ist. In solch einer Konsequenz gab es wohl noch nie eine Signature-Gitarre im Rock’n‘Roll-Geschäft! Vielleicht deshalb, weil es noch nie einen Signature-Gitarristen gegeben hat, der solch extreme Vorlieben und Eigenheiten an den Tag legt wie eben Uli Jon Roth? Sicher aber auch deshalb, weil die meisten Firmen sich gescheut hätten, so ein extrem individuelles Instrument überhaupt herzustellen. Denn massenhafte Verkäufe sind selbst dann, wenn man vom hohen Preis einmal absieht, mit Sicherheit nicht zu erwarten. Zu ungewöhnlich, zu individuell ist ihre Konstruktion und auch ihr Design. Sky Guitars are not for everyone, so schreibt es Roth selbst im 22-seitigen Manual.

Dennoch ist − zur Überraschung aller Beteiligten − die erste Serie nahezu ausverkauft und man befindet sich gerade in der Phase, die zweite Serie anzuschieben. Wiederum sind 50 Sky Guitars projektiert. Es ist faszinierend zu sehen, wie ein Musiker, der seinen eigenen Stil über die Jahre entwickelt hat, dank seiner Vorstellungskraft und Kreativität das traditionelle E-Gitarren-Design ein Stück weit vorantreibt – in seine eigene, ganz persönliche Richtung. Alle die Ideen, die Uli Jon Roth in die Sky Guitars hat einfließen lassen, zeigen vehement, dass der E-Gitarrenbau eben doch noch nicht ausgereizt ist. Und dass es neben Vintage-, Traditions- und Standard-Instrumenten durchaus Parallelwelten gibt, in denen kreativ an der Zukunft dieses Instrumentes gearbeitet wird.

Außerdem wird wieder einmal deutlich, dass immer dann, wenn ein Musiker wirklich etwas zu sagen hat, dies in letzter Konsequenz auch in die Konstruktion seines Instrumentes oder seines Sound-Systems mit einfließen kann. Und das sind doch wirklich gute Aussichten! Wir danken dem Musikhaus Thomann, das uns diese Sky Guitar zur Verfügung gestellt hat.

 

Plus

  • Konzept
  • Spielbarkeit
  • Pickups und Elektronik
  • Individualität
  • Kompromisslosigkeit
  • Manual
Profil
(Bild: Dieter Stork)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Flawless and I will have one… Someday. Thank You

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