Q&A of today: Was ist meine alte Aria-Jazz-Gitarre noch wert?

Vintage & made in Japan: 70s Aria ES-175-Kopie

Aria
Boris´ Aria 2312, vermutlich aus 1979

Q: Ich habe 1993 für damals DM 450 eine Aria Jazz-Gitarre gekauft und würde gerne wissen, von wann sie ist. Die Seriennummer ist 962407. Wie viel ist sie heute wohl wert? Sie sieht ja vom Holz her schön aus und klingt auch sehr gut.

Boris S.

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A: Das Datieren von Aria-Gitarren ist nicht gerade einfach, so wie bei vielen asiatischen Firmen auch. Die meisten begannen nämlich relativ spät mit einem logisch aufgebauten Seriennummern-System und daher muss man sich oft an den Features orientieren, um eine genaue Aussage treffen zu können. Bei den Seriennummern von Aria in den 1970er Jahren kennzeichnen die ersten beiden Ziffern das Baujahr. Ab ca. 1980 stellt man um: Nur die erste Ziffer kennzeichnete das Herstellungsjahr. Das warf man bereits 1987 über den Haufen und ging wieder zurück zum alten System. Wenn man nun der Seriennummer Deiner Gitarre folgt, könnte die 1996 gebaut worden. Da du sie aber schon 1993 gekauft hast, kann das nicht stimmen. Noch mysteriöser wird es, wenn man in der Website des japanischen Herstellers (Matsumoku) stöbert. Denn dort wird angegeben, dass das Modell 2312, eine Kopie der Gibson ES-175, nur von 1970 bis 1974 gebaut worden sei – allerdings mit einem kleinen Fragezeichen hinter der Zahl 1974! Erschwerend für die Bestimmung kommt hinzu, dass Aria ab 1977 eine weitere ES-175-Kopie im Programm hatte, die AE-700.

Deine Gitarre entspricht jedoch in ihren Features und der Optik eindeutig dem früheren Modell, der 2312. Mein Fazit: Das Baujahr Deiner Gitarre ist 1979 gebaut worden, trotz der eher vagen Angabe im Netz, dass die Produktion bereits 1974 eingestellt wurde. Alles andere macht keinen Sinn, folgt man der Seriennummer. Und die interpretiere ich so, dass sie aus dem offiziell erst 1980 eingeführten System stammt, das man aber vielleicht schon 1979 angewendet hatte.

Als Wert würde ich in etwa das in Euro schätzen, was damals in DM bezahlt wurde – vielleicht eine Handvoll Japan-Vintage-Dollar mehr.

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