Peavey hat sein eigenes Schaffen der letzten 61 Jahre noch einmal etwas genauer unter die Lupe genommen: Nachdem in jüngster Vergangenheit bereits großartige Remakes des Rock Master und des VTM Preamps erschienen sind, ist man nun noch weiter in die Firmengeschichte zurückgegangen, um einen legendären Verstärker, der vor allem (aber nicht nur!) bei Pedal-Steel-Gitarristen beliebt war, in ein kompaktes Pedalformat zu gießen.
Das Session-LTD-400-Preamp-Pedal ist eine originalgetreue Nachbildung des „Peavey Session/LTD 400“-Preamp-Schaltkreises, der ca. 1974 entwickelt wurde. Die Neuauflage in Pedalform macht einen ausgesprochen robusten Eindruck. Besonders hervorheben möchte ich die Potikappen und Achsen aus solidem Metall. Das würde ich mir öfter wünschen!
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Das Gehäuse im sehr dezenten Hammerschlag-Finish passt zum 70er-Jahre-Vibe des Pedals. Auch bei der Begutachtung der großen Platine finde ich keinen Grund zum Meckern. Klanglich fällt sofort das prominente und offen erscheinende Höhenspektrum auf. Mit viel Twang und Knack auf der Stegpickup-Position tönt meine Telecaster aus einem gänzlich clean klingenden Testverstärker.
SHAPESHIFTER
(Bild: Dieter Stork)
Wenn der „Sens“-Regler kurz über den Linksanschlag gestellt wird, ist nur bei leistungsfähigen Humbuckern ein feines Britzeln zu hören. Ansonsten arbeitet das Pedal weitestgehend clean, drückt dem Gesamtbild aber ganz eindeutig seinen klanglichen Stempel auf. Ein gehöriger Schuss Kompression sorgt dafür, dass meine Gitarre deutlich lebendiger klingt und auch der Steg-Humbucker in den Höhen so richtig auf Touren kommt.
Die Klangregelung greift zwar beherzt ins Geschehen ein, arbeitet aber über den gesamten Regelweg hinweg durchaus musikalisch. Noch vielseitiger wird das Session-LTD-400-Pedal durch die mittels des Shift-Potis verschiebbare Mittensenke, die dem Sound die typische „Fender-Badewanne“ verleiht. Der Klang wird dadurch zwar ein wenig leiser, was sich aber dank der gewaltigen Lautstärke-Reserven mühelos kompensieren lässt. Das Pick-Attack wird dadurch gefühlt noch einmal deutlich in den Vordergrund gedrückt.
Wenn man nun noch die Verzerrung des Sens-Potis hinzunimmt, erhält der Sound eine gehörige Portion Dreck, die mich ein wenig an den schmutzigen Gitarrensound des „Live 75-85“-Albums von Springsteen erinnert (vor allem an die Aufnahmen aus den späten 70er Jahren). Dank des Presence-Reglers lässt sich der Zerrsound ganz einfach an den Klangcharakter des Verstärkers anpassen, sodass das Ganze nicht zu bissig in den Höhen wird.
ACHTUNG, HUNGRIG!
(Bild: Dieter Stork)
Bei der Nutzung einer 9-Volt-Batterie sei angemerkt, dass die Schaltung die Spannung intern auf 25 Volt heraufregelt, und laut Hersteller dadurch die Lebensdauer der Batterie schnell an ihr Ende kommen soll. Bei Verwendung eines Netzteils spielt das freilich keine Rolle. Hier gilt: einschalten und wahrscheinlich nie wieder ausmachen.
RESÜMEE
Zur Verwendung mit einer Pedal-Steel-Gitarre kann ich leider keine Aussage treffen, aber möglicherweise ist es kein Zufall, dass mir der höhenreiche Sound des Pedals in Zusammenarbeit mit einem Slide-Rohr ebenfalls gut gefallen hat. Auch das Gain Stacking mit verschiedenen anderen Overdrive-Pedalen klappte im Test hervorragend, sodass ich zu dem Schluss komme, dass man mit dem Pedal ein hervorragendes „Always on“-Gerät bekommt, dass eine charakterstarke Basis für ein ganzes Pedalboard liefern kann.