Tief runter: 30"-Jackson für IV und Multiscale-Fünfsaiter für III

Sleep Token bekommen Signature-Modelle von Jackson und Charvel

Anzeige

Wer Sleep Token bisher nur vom Namen kennt: Die britische Band verbindet extrem tief gestimmte Metal-Riffs mit atmosphärischen Pop-Passagen und R&B-Einflüssen und setzt dabei auch optisch auf ein bewusst mysteriöses, maskiertes Auftreten. Ihr Gitarrist namens “IV” und der Bassist “III” bekommen nun ihre ersten offiziellen Signature-Instrumente – und bei Jackson und Charvel hat man sich dafür nicht einfach auf neue Finishes beschränkt.

Anzeige

Sleep Token passen nicht besonders gut in eine einzelne Genre-Schublade. In einem Moment stehen schwere, tief gestimmte Riffs im Vordergrund, im nächsten öffnen sich die Songs zu weiten, fast cineastischen Klangflächen oder greifen Elemente aus Pop und R&B auf. Genau diese Mischung ist inzwischen ein wichtiger Teil der Identität der Band. Dazu kommt die visuelle Inszenierung: Die Musiker treten maskiert auf, auch ihre Bezeichnungen wie IV und III gehören zu diesem bewusst rätselhaften Konzept.

Mit der Jackson Pro Plus Series Signature Sleep Token IV Monarkh SC und dem Charvel Sleep Token III Signature Pro-Mod San Dimas Bass V erscheinen jetzt erstmals Signature-Instrumente für Gitarrist IV und Bassist III. Beide Modelle wurden laut Hersteller speziell an die jeweiligen Anforderungen der Musiker angepasst.


Jackson Sleep Token IV Monarkh SC: fast schon zwischen Gitarre und Bariton

Bei IVs Jackson wird schnell deutlich, warum ein gewöhnliches Serienmodell hier nicht ganz ausgereicht hätte. Sleep Tokens Gitarrenparts bewegen sich teilweise in extrem tiefen Registern. IV nutzt laut Jackson ein Tuning, das eine komplette Oktave unter der üblichen Gitarrenstimmung liegt.

Damit die Saiten dabei nicht völlig schlaff werden, besitzt die Monarkh SC eine ungewöhnlich lange 30″-Mensur. Zum Vergleich: Klassische E-Gitarren liegen meist irgendwo zwischen rund 24,75 und 25,5 Zoll. Die Jackson bewegt sich damit deutlich in Richtung Bariton-Gitarre.

Ein zweites wichtiges Detail ist die EverTune 6 Bridge mit speziell angepassten Saddles. Das EverTune-System soll die Stimmung und Intonation auch bei kräftigem Anschlag möglichst konstant halten – bei einer derart tief gestimmten Gitarre durchaus eine nachvollziehbare Wahl.

Beim Aufbau kombiniert Jackson einen eingefassten Mahagonikorpus mit Quilt-Maple-Furnier mit einem dreiteiligen, eingeleimten Hals aus Caramelized Maple. Das Pale-Moon-Ebony-Griffbrett besitzt einen Compound Radius und 22 Edelstahlbünde. Dazu kommen Pearloid-Teardrop-Inlays sowie Luminlay Side Dots, die auf dunklen Bühnen besser sichtbar bleiben.

Für die elektrische Seite sind zwei direkt montierte Fishman Fluence Open Core Classic Humbucker zuständig. Gerade bei extrem tiefen Tunings ist ein klar definierter Bassbereich wichtig, damit aus den tiefen Saiten nicht nur noch ein großer Klangteppich wird. Laut Hersteller sollen die Fluence-Pickups entsprechend sowohl Clean-Sounds als auch verzerrte Sounds mit guter Trennschärfe übertragen.

Optisch bleibt die Gitarre vergleichsweise zurückhaltend: Transparent Black Burst, passende Kopfplatte und die genannten Teardrop-Inlays übernehmen den Großteil der Gestaltung. Ein Foam Core Case gehört ebenfalls zum Lieferumfang.


Charvel Sleep Token III: fünf Saiten und Fanned Frets

Auf der Bass-Seite übernimmt Charvel. III spielt bei Sleep Token eine wichtige Rolle zwischen den massiven Gitarren und den atmosphärischeren Elementen der Songs. Sein Bassspiel soll dabei nicht ausschließlich Druck im Low End liefern, sondern wechselt auch zwischen perkussiven und melodischeren Passagen.

Die Grundlage seines Signature-Modells ist ein fünfsaitiger San Dimas Bass mit Pappelkorpus. Hals und Griffbrett bestehen aus Caramelized Maple, der Griffbrettradius verläuft progressiv von 12″ bis 16″. Gespielt wird auf Jumbo Frets; Luminlay Side Dots helfen auch hier bei der Orientierung auf dunklen Bühnen.

Besonders auffällig sind die schräg verlaufenden Bünde. Der Charvel ist als Multiscale-Bass konstruiert: Die Mensur reicht je nach Saite von 34,4″ bis 35,5″. Die längere Mensur der tiefen Saiten sorgt dabei für mehr Spannung und soll gerade der tiefen H-Saite mehr Definition und einen präziseren Attack verleihen.

Auch die Pickups wurden speziell für das Instrument abgestimmt. Charvel verbaut zwei rote Fishman Fluence Soapbar Pickups, die über einen Dreiweg-Mini-Toggle drei unterschiedliche Voicings bereitstellen. Damit lässt sich der Grundcharakter des Basses verändern, ohne direkt an Amp oder Pedalboard drehen zu müssen.

Hinzu kommen ein aktiver Fishman 2-Band EQ für Bässe und Höhen sowie ein Blend-Regler zum Mischen der beiden Pickups. Hipshot Ultra Lite Open Gear Tuner und Locking Strap Pins komplettieren die Hardware. Optisch fällt neben den roten Pickups vor allem die umgedrehte Stratocaster-Kopfplatte auf. Außerdem trägt das Griffbrett ein Fragezeichen-Inlay.


Keine bloßen „Bandlogo drauf“-Signature-Modelle

Interessant an beiden Instrumenten ist weniger der Sleep-Token-Schriftzug als die technische Ausrichtung. Die Jackson wurde mit 30″-Mensur und EverTune ziemlich konsequent auf IVs extrem tiefes Tuning zugeschnitten. Beim Charvel stehen dagegen Multiscale-Konstruktion, fünf Saiten und eine flexible aktive Elektronik im Mittelpunkt, sowie ein geheimnisvolles Inlay …

Damit richten sich beide Modelle zwar offensichtlich an Fans der Band, ihre Ausstattung dürfte aber ebenso für Spieler interessant sein, die unabhängig von Sleep Token mit sehr tiefen Tunings oder modernen Metal-Sounds arbeiten.

Preise:

Jackson Pro Plus Series Signature Sleep Token IV Monarkh SC: € 2.299

Charvel Sleep Token III Signature Pro-Mod San Dimas Bass V: € 1.649


Mehr erfahren:

www.jacksonguitars.com/products/pro-plus-series-signature-sleep-token-iv-monarkh-sc

www.charvel.com/gear/bass/sleep-token-iii-signature-pro-mod-san-dimas-bass-v/2965051303

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.