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Bass Basics: Griffbrett-Orientierung – Pentatonik

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(Bild: Viacheslav Lopatin/Shutterstock)

In den letzten Folgen von Bass Basics habe ich dir viele Tipps zur Orientierung auf dem Griffbrett gegeben. Dazu gehören nicht nur die Tonleitern, sondern auch die für uns Bassisten so wichtige Klangwelt der Pentatonik. Sehr viele ikonische Basslinien oder Bassbegleitungen basieren auf dem Tonmaterial der Moll- oder Dur-Pentatonik.

PENTATONIK?

Doch was ist eigentlich diese Pentatonik, von der alle reden? Eine Oktave hat zwölf Halbtonschritte. Das erkennst du daran, dass im 12. Bund auf deinem Basshals ein Doppel-„Dot” eingelassen ist. In diesem Bund erklingt der gleiche Ton wie bei der leeren Saite, nur eben eine Oktave höher. Ab hier wiederholen sich die Töne. Leersaite (0) ist gleich dem 12. Bund. 1 ist gleich 13, 2 ist gleich 14 usw.

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Eine Tonleiter hat sieben verschiedene ausgewählte Töne von den zwölfen. Je nachdem, ob eine Dur- oder eine Moll-Tonleiter (und genauer hingehört noch eine der drei verschiedenen Dur- und Moll-Tonleitern) erklingen soll, sind das sieben unterschiedlich ausgewählte Töne von den möglichen zwölf. Bei der Pentatonik bleiben dann eben noch fünf Töne übrig (Präfix „Penta”: griechisch für fünf).

Oder auch aus einer anderen Perspektive betrachtet: Legt man die drei Dur-Tonleitern (Ionisch, Lydisch und Mixolydisch) übereinander, bleiben genau diese fünf Töne übrig, die in allen drei enthalten sind. Es fallen die Quarte und die Septime raus. Bei den drei Moll-Tonleitern (Aeolisch, Dorisch und Phrygisch) bleiben ebenfalls genau fünf Töne übrig. Hier stimmen die Sekunden (die zweiten Töne der Tonleitern) und die Sexten nicht überein.

EIGENE BASS-LINES

Soweit zur Theorie. Die Praxis-Frage, die sich bei meinen Workshops immer stellt, ist folgende: Wie kann ich eine eigene Bassbegleitung entwickeln? Und dabei kann uns die entsprechende Pentatonik enorm helfen! Wenn du die Grundtöne der Akkorde deines Songs also schon sicher auf dem Griffbrett finden kannst, stellt sich beim Bilden einer geschmackvollen Bassbegleitung immer die Frage, wie du vom Akkordgrundton „X” zu „Y” kommst. Und zwar so, dass es toll klingt und ich nicht nach dem „Trial-and-Error”-Prinzip herumprobiere, bis ich irgendetwas zusammengewürfelt habe.

Vorausgesetzt, ich weiß, in welcher Tonart ich mich bewege. Dazu gehört zunächst das Erkennen (Hören) des Grundtons und das sichere Erkennen, ob der Song in einer Dur- oder einer Moll-Tonart klingt. Wenn ich mich gut orientiert habe, hilft mir die Pentatonik, immer eine tolle Bassbegleitung zu entwickeln. Deshalb möchte ich dir diesen Monat die ersten beiden Fingerpatterns vorstellen, mit denen du die Dur- oder Moll-Pentatonik auf dem Griffbrett deines Basses zum Klingen bringen kannst.

WERKZEUG

In Beispiel 1 findest du das Fingerpattern V grafisch dargestellt. Jeder Notenkopf entspricht dabei einem Finger innerhalb der Lage. Die Grafik zeigt dir alle erreichbaren Töne innerhalb dieser „Lage”. Bitte begehe nicht den Fehler, dich immer von der E-Saite oder vom tiefsten Ton aus zu orientieren. In den Grafiken kannst du deutlich erkennen, dass mit diesem einen Fingerpattern sowohl die Dur- als auch die Moll-Pentatonik gespielt werden kann.

Wenn du feststellst, dass du immer zuerst einen bestimmten Fingersatz spielst, wenn beispielsweise Moll abgefragt wird, dann lässt das den direkten Rückschluss zu, dass deine Orientierung auf dem Griffbrett und die Möglichkeiten, eine Basslinie zu bilden, sehr eingeschränkt sind. Es gibt insgesamt fünf verschiedene Fingerpatterns für die Dur- und die Moll-Pentatonik – also nicht fünf für Dur und fünf andere für Moll! Beispiel 2 wird mit dem kleinen Finger auf dem Grundton auf der E-Saite gestartet. Es erklingt also eine Dur-Tonleiter im Fingerpattern V.

Um deutlich zu machen, welcher Ton der Grundton ist, habe ich in den ersten beiden Takten jedes Beispiels eine „Eingroove-Phase” auf dem Grundton eingebaut. So lokalisiert dein Ohr das C automatisch als Grundton. In Beispiel 3 spielst du im gleichen Fingerpattern eine A-Moll-Pentatonik. Die zwei Takte, die du auf dem A vorwegspielst, verankern dir wieder den Grundton. Dieses Mal ist das A das tonale Zentrum. Die Position auf dem Griffbrett, die Finger und die Töne sind die gleichen, aber der Sound ist ein völlig anderer!

In Beispiel 4 habe ich dir nun Fingerpattern I grafisch dargestellt. Die Grafik zeigt dir alle erreichbaren Töne in dieser Position. Auch mit diesem Fingerpattern kannst du sowohl eine Dur- als auch eine Moll-Pentatonik spielen. In Beispiel 5 ist es eine Dur- und in Beispiel 6 eine Moll-Pentatonik. Beim Erlernen der ersten beiden Fingerpatterns für die Pentatonik wünsche ich dir nun viel Spaß. Das zugehörige Video zum Artikel findest du wie immer auf www.gitarrebass.de Bis zum nächsten Mal, Markus.

 

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2026)

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