Take Care Of Your Strings!

Workshop: Saitenpflege

Saitenpflege
(Bild: Dieter Stork)

Jeder Gitarrist weiß es: Die Lebensdauer seiner wichtigsten Drähte, der Gitarrensaiten, ist begrenzt. Das ist nicht nur allgemein gesehen traurig, sondern hat auch eine ökonomische Komponente. Könnte man das Zeitfenster von gutem Klang und guter Spielbarkeit nur irgendwie verlängern – man sparte Geld und durch weniger häufigen Saitenwechsel zudem Lebenszeit, die man wiederum in Yoga, Zen-Meditation oder das Üben neuer Speed-Licks investieren könnte.

Die Erfindung beschichteter Saiten war für das Thema Haltbarkeit schon mal ein Meilenstein. Die längere Lebensdauer hat allerdings ihren Preis und auch beschichtete Saiten verschleißen mit der Zeit. Der eigentliche Geheimtipp für ein langes und gesundes Leben deiner Saiten liegt in der richtigen Pflege. Das gilt für Gitarren- ebenso wie für Bass-Saiten und auch für die Besaitung akustischer Instrumente. Stark korrodierte Drähte können übrigens auch die Oberfläche der Bundstäbchen in Mitleidenschaft ziehen; diese werden dann aufgeraut und verschleißt schneller.

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Am Anfang steht die eigene Hygiene. Vor dem Spielen sollte man die Finger kontrollieren und bei Bedarf säubern. Auch wenn es ein schönes Klischee ist, erst den Ölwechsel am eigenen Chevy oder Oldsmobile durchzuführen, um danach sofort ein paar knochentrockene Riffs à la Jeff Beck abzufeuern – zwischendurch empfiehlt es sich, die Hände zu waschen. Gitarrespielen also bitte immer nur mit sauberen Fingern.

Unabhängig von noch zu erwerbenden Reinigungs- und Pflegemitteln ist es eine gute Idee, die Saiten nach dem Spielen mit einem geeigneten fusselfreien Tuch abzuwischen. Das kann man auch mit nicht entspannten Saiten machen und es ist schnell erledigt. Einfach jede einzelne Saite mit dem Tuch umgreifen und mehrmals in voller Länge mit ordentlich Fingerdruck abwischen.

Um die Reinigungswirkung noch zu steigern, kann man Reinigungsprodukte aus dem Fachhandel kaufen, die meist unter dem Label ,String Cleaner‘ laufen. Oft sind sie auch in einem Guitar-Care-Set enthalten, in Kombi mit einem Griffbrett-Öl und/oder einer Lackpolitur. Von dem String Cleaner wenige Tropfen auf ein Tuch geben und mit der angefeuchteten Stelle wie beschrieben die Saiten unter Druck abfahren. Beachten sollte man bei lackierten Griffbrettern (speziell Nitrolack), dass manche Mittel unter Umständen den Lack angreifen können. In der Regel sollten die im Handel verkauften Produkte aber lösungsmittelfrei sein.

Alternativ kann man Isopropanol oder Ethanol aus der Apotheke benutzen. Einfach eine kleine Menge abfüllen lassen, gern auch in ein eigenes Behältnis wie eine alte Nasenspray-Flasche o. Ä. Diese Alkohole sind gute Fett- und Schmutzlöser, hautverträglich und nicht allzu aggressiv. Bei wertvollen Instrumenten oder echten Vintage-Schätzchen aber immer nachfragen oder an unauffälliger Stelle ausprobieren. Es gibt auch Mehrfach-Mittel, die eigentlich für andere Instrumententeile gedacht sind, sich aber als Saitenreiniger zweckentfremden lassen – etwa Dr. Ducks Ax Wax.

Eines der beliebtesten Mittel ist GHS Fast Fret. Hier ist das Reinigungsmittel fest mit einem Applikator kombiniert; man fährt mit diesem breiten imprägnierten und gepolsterten Stift die Saiten der Länge nach ab und wischt dann mit dem mitgelieferten Tuch nach. Bei ordentlich verschmutzten oder älteren Saiten hat man nach dem Abwischen mit Reinigungsmitteln meist schwarze Streifen im Tuch. So sieht man auch, ob der Reinigungsvorgang erfolgreich war: Das Tuch bleibt dann sauber. [3087]

Aus Gitarre & Bass 08/2017

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Hallo. Was mir fehlt sind spezielle Reinigungsmittel und Tipps um beschichtete Saiten zu säubern ohne diese anzugreifen.

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