Plektrum, Pleks & Fingerpicks

Der ultimative Plektrum Guide

Wer schon mal bei einem Gig nach seinem Plektrum suchen musste, weiß, wie unentbehrlich diese kleinen Dinger sind. Ob aus gediegenem Zelluloid oder dem neuestem HiTech-Kunststoff, ob aus Metall oder Glas, dick oder dünn, uni, bedruckt oder speziell für Linkshänder entworfen: Plektren sind inzwischen weit mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Sie machen eine Menge Sound …

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Es gab jedoch auch großartige, ja fast stilbildende Musiker – wie z.B. Mark Knopfler oder Jeff Beck – die auf der E-Gitarre reines Hand- bzw. Fingerwerk betrieben. Und damit sind wir beim wesentlichen Punkt dieses Themas: Was man auch tut, bzw. was auch immer man an Material an die Saiten führt – es klingt immer anders. Hier eine große Übersicht zum Thema Plektrum!

 

 


Das wichtigste in Kürze

Materialien

Plektren bestehen aus Kunststoffen in verschiedenen Härten, Metall, Glas, Holz, Stein … Dabei gilt die Regel: Je härter das Material der Plektren, umso prägnanter und direkter klingt der angeschlagene Ton. Je weicher das Material, desto heller und unkonkreter der Ton. Auch die Plektrum-Oberflächen spielen eine Rolle. So erzeugen die in den 1960ern noch häufig gespielten weichen Filzplektren einen dumpfen, unkonkreten Ton.

Plektrum-Stärken

Von weniger als einem halben Millimeter dicken Metall-Pleks über die 2mm dicken Dunlop-Jazz bis zu richtig fetten und bis zu 5mm dicken Boutique-Plektren aus Holz oder Stein ist alles möglich. Regel: Je dicker das Plektrum, umso direkter und „größer“ klingt der angeschlagene Ton.

Größen & Formen

Die Monster-Picks in Taschenbuchgröße, die Cheap-Trick-Gitarrist und -Comedian Rick Nielsen gelegentlich live einsetzte, sind sicher die Ausnahme. Plektren sollen gut in der Hand bzw. zwischen den Fingern liegen, daher ist ihre Größe und Form zuerst einmal Geschmackssache. Dabei hat lediglich die Form – der die Saite berührenden Spitze des Plektrums – Einfluss auf den Ton. Regel: Je spitzer ein Plektrum, umso dünner und präziser klingt der angeschlagene Ton. Je größer jedoch die Auftrefffläche des Plektrums auf die Saiten ist, desto fetter klingt der Ton.

Das Plektrum im Einsatz

Wesentlich tonprägender ist da die Haltung des Plektrums: Es macht immer einen hörbaren Unterschied, ob man das Plektrum mit spitzen Fingern an die Saiten führt, oder ob das Pick fest zwischen geknicktem Zeigefinger und angelegtem Daumen eingeklemmt ist – ganz einfach aus dem Grund, weil sich darüber die Anschlagstärke insgesamt verändert: Denn ob man aus den ausgestreckten Daumen und Zeigefinger, aus der Faust und aus dem Handgelenk oder aber aus dem ganzen Arm heraus an die Saite schlägt, sind energetisch ganz unterschiedliche Dinge.


 

Mit den Fingern zupfen oder mit dem Plektrum anschlagen?

Diese Frage steht bei fast allen angehenden Gitarristen am Anfang, falls man nicht gleich mit fortgeschrittenen Spezialbehandlungen wie Jimmy Page (Geigenbogen) oder Jimi Hendrix (Feuerzeugbenzin) einsteigen möchte.

Wofür soll man sich entscheiden? Wie stets im Leben haben beide Techniken Vor- und Nachteile.

Im Finger-Picking-Style zu spielen, ermöglicht dem Musiker wunderbare fließende Akkord- und Melodieverbindungen, die beim Spielen mit dem Plek einiges an Geschick, sowie ein flottes Handgelenk erfordern. Wenn überhaupt. Viele gezupfte Akkordpassagen sind mit dem Plektrum schlichtweg nicht reproduzierbar.

Angehende Gitarristen mit einem Faible für Folk, Country, Bluegrass oder auch Jazz werden mit Sicherheit auch ohne Plek glücklich, viele von ihnen arbeiten aber auch mit einer Mischform aus Plektrumspiel und (mit Mittel-, Ring und Kleinem Finger) gezupften Saiten.

Freunde der Klassik kommen sowieso ohne aus. Aus dem klassischen Fingerstyle heraus haben sich die unterschiedlichsten Spieltechniken entwickelt. Neben dem traditionellen Folk-Picking mit Daumen und Fingerkuppen, zum Beispiel das „Frailing“, eine beim Banjo angewandte Technik, bei der die Saiten mit den Fingernägeln angeschnippst werden.

Im amerikanischen Country und Bluegrass dagegen werden die Saiten oft mit Finger-Picks aus Metall oder Kunststoff gezupft, die auf einer akustischen Stahlsaiten-Gitarre einen sehr brillianten Sound erzeugen. Und nicht zu vergessen natürlich der spanische Flamenco-Stil, bei dem mit gestreckten Fingern gespielt wird und mit dem sogenannten „Rasguedo“, dem fächerförmigen Öffnen der Hand, rhythmische und dynamische Akzente beim Akkordspiel gesetzt werden.

Und die Bassisten? Freunde der tiefen Töne, denen der Sinn nach Jazz-Standards, Blues oder Funk steht, werden in der Regel eher ihren Fingern, als einem Plek vertrauen. Sie schätzen das Spiel mit den Fingern vor allem wegen der gleichmäßigen Lautstärke und des weichen, soften Anspruchs des Instruments. Zudem kann, je nach Lust, Laune und Musik sofort gepoppt und geslappt werden.

Neben den stilistischen Gründen spricht ein weiterer Aspekt dafür, ohne Plektrum zu spielen: das unmittelbare Gefühl zu den Saiten und zum Instrument. Die Stofflichkeit der Saiten, der direkte Kontakt, wird nicht durch so ein Stückchen Plastik zwischen Daumen und Zeigefinger gestört. Die speziell für E-Bassisten gedachten dicken Filz-Plektren stießen ebenfalls auf wenig Gegenliebe.

Warum also überhaupt mit dem Plek spielen?

Nun, wer schon einmal einen Abend auf einem Campingplatz am Lagerfeuer die versammelte bierseelige Versammlung mit der akustischen Gitarre unterhalten musste, wird festgestellt haben, dass sich ein solides chordstrumming mit Plektrum akustisch nicht nur besser durchsetzt, sondern auch komfortabler für den Daumen ist.

Und was wäre die Rock-Welt – einmal abgesehen von Mark Knopfler und Jeff Beck – ohne das Plektrum? Wie klänge Van Halens Stakkato-Riff von ,Unchained‘ ohne Pick? Was wäre Jimi Hendrix‘ ,Voodoo Chile‘ ohne die feinsinnige Rhythmusarbeit zwischen Plektrum und WahWah? Was wäre der Poser-Rock ohne String-Scratching mit dem Plek über den Gitarrenhals?

Gäbe es keine Pleks, gäbe es auch kein Speed-Picking und keine Sweep-Arpeggios. Was für Musik würden Yngwie Malmsteen, Joe Satriani und Steve Vai wohl ohne Plek spielen? „Attack“ lautet hier das Zauberwort. Und das reimt sich nun mal am besten auf Plek und nicht auf Daumen.

Man denke an die nuancenreichen Akzente, die sich je nach Haltung des Plektrums erzielen lassen. Besonders die Obertöne bei Singlenoten Riffs gehören im Metal-Genre mittlerweile ja schon länger zum guten Ton. Hieraus haben sich zahlreiche Diskussionen entwickelt, die die Handhabung des Pleks betreffen.

Beim klassischen Gitarrenunterricht verbringt man viel Zeit damit, sich mit dem Anschlag auseinanderzusetzen. Die Haltung der rechten Hand, die Härte des Anschlages, die Dynamik, aber auch das Abdämpfen der Saiten mit dem Handballen sind Faktoren, die den Klang entscheidend beeinflussen. Das gilt genauso für die Spielweise mit dem Plek.

Doch wie groß sollte der Winkel zwischen Daumen und Zeigefinger sein? Einige Gitarristen halten das Plek sehr flach, fassen es quasi „mit spitzen Fingern“ an. Andere schwören auf eine stark angewinkelte Haltung. Wie weit sollte die Spitze zwischen den Finger herausschauen? Einen Millimeter? Zwei Zentimeter? Wie groß sollte ein Plek sein? Und welche Form sollte es haben?

Auf all diese Frage gibt es glücklicherweise eine einfache Antwort: Das eigene Wohlbefinden entscheidet. Und nur das.

 

Die Geschichte des Plektrums

Ob Pick, Plek, Flatpick, Plektron oder Plektrum – alle Bezeichnungen meinen das Gleiche: Ein kleines Scheibchen aus mehr oder weniger flexiblem Material, mit dem man die Saiten von Gitarren, Bässen, Mandolinen oder Banjos zum klingen bringt. Dafür kamen in der Vergangenheit Holz, Stein, Knochen, Horn, Elfenbein, Muscheln, Filz, Glas und Metall zum Einsatz. Heute werden fast nur noch Pleks aus Kunststoff gespielt, deren Qualität, Haltbarkeit und Vielfalt keine Wünsche offen lassen. Dazu später mehr.

Tauchen wir kurz ab in die Antike: Historiker streiten sich bis heute, wie die griechische Lyra gespielt wurde. Einige Vertreter meinen, sie wurde mit einem Bogen gestrichen. Andere meinen, ihre Saiten seien mit Pfeilspitzen gezupft worden. Die Pfeilspitze also, als erstes Plek? Sicherer ist man sich da bei artverwandten Instrumenten, die in China und Ägypten gefunden wurden, und die auf 2.000 v. Chr. datiert werden. Sie wurden mit Hilfsmitteln, die man mit einem Plektrum vergleichen kann, zum Klingen gebracht.

Nick Lucas

Time Warp ins vergangene Jahrhundert: Der erste Gitarrist, der nachweislich ein „richtiges“ Plektrum benutzt hat, war Nick Lucas (auch bekannt als Nicolas Lucanese, geb. 22. August 1897, gest. 28. Juli 1982). Der Swing-Gitarrist aus Newark, New Jersey, hat diese Spieltechnik Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre populär gemacht.

Nic Lucas 1929 bei einem Auftritt mit Plektrum:

Lucas benutzte Pleks aus Schildpatt, aus dem Panzer von Schildkröten, das wegen seiner hohen Flexibilität und Haltbarkeit geschätzt wurde. Die Einführung des Plektrums machte zu jener Zeit Sinn, denn sie verhalf dem Akkordspiel des „Crooning Troubadours“ in den damaligen Big-Bands zu mehr Lautstärke – die Gitarristen spielten damals noch absolut unverstärkt und hatten gegen die übermächtigen Bläser in Sachen Lautstärke das Nachsehen. Die elektrische Gitarre war schließlich noch nicht erfunden.

Parallel setzte übrigens auch die „battle of widths“ ein, also der Kampf um Lautstärke beim Gitarrenbau, mit dem Resultat von größeren Korpussen und tieferen Zargen. Lucas bekam 1928 von Gibson ein „Special“-Modell mit extra tiefer Zarge gebaut.

Das erste Plektrum aus Zelluloid

Zurück zum Plektrum: Lucas war ebenfalls der Erste, der damals Picks aus einem neuen Wundermaterial namens Zelluloid benutze, das John Wesley Hyatt 1870 erfunden hatte. Plektren aus dem semi-synthetischen Stoff kosteten nur einen Bruchteil des teuren Schildpatts – und ließ die Tiere in Ruhe; bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden solche Pleks noch angeboten, dann jedoch vernünftigerweise aus Artenschutzgründen verboten. Doch da hatten ohnehin bereits eine Vielzahl an polymeren Kunststoffen auch das Zelluloid abgelöst.

Und spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnt die Wissenschaft: Neben dem Zelluloid erschienen Nylon und Carbon, Delrex, Delrin, Jetex, Tortex, Celltex einen einige andere Materialien. Wenn es um die Materialien für Pleks geht, scheiden sich die Geister.

Doch im wesentlichen geht es um folgende Kriterien: um die bestmögliche Kombination aus tonaler Wiedergabe, geringen Nebengeräuschen, Griffsicherheit, dauerhafter Flexibilität und guter Haltbarkeit. Es gibt Hersteller, die ihren potenziellen Kunden Messdiagramme hinsichtlich dieser Kriterien auf ihren Websites zur Verfügung stellen.

 

Farbe, Form & Stärke von Plektren

Der Fantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Und so gibt es auch Pleks in allen erdenklichen Varianten. Wer sich für das Spiel mit dem kleinen Hilfsmittel entschieden hat, wird angesichts der Vielfalt aus Formen, Stärken und Farben eine Weile brauchen, um sich in der kunterbunten Plastikwelt zurecht zu finden.

Gediegenes Schwarz? Buntes Zelluloid? Band-Logos, Bilder, Sprüche, Werbung? Alles kein Problem. Und der Markt boomt. Egal, ob Star-Status oder nicht, heute kann sich jeder, wie die „big names“, sein Autogramm auf seine Pleks drucken lassen und die Teilchen dann cool ins Publikum schnippsen.

Der geneigte Fan oder Sammler wiederum kann zu Hause stolz zeigen, wessen Plek er da aus seinem Bier gefischt hat. Apropos Sammler: Angeblich sollen sich momentan Pleks mit Miniaturfotos, wie etwa von B.B. King mit „Lucille“ oder von Cheap Tricks Rick Nielsen großer Beliebtheit erfreuen.

Und die Form des Pleks?

Auch hier ist die Auswahl nahezu grenzenlos. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch die Tropfenform als praktikabel durchgesetzt. Allerdings gibt es diese Form natürlich auch in vielen Nuancen: länglicher, breiter, schmaler. Aber auch Formen wie das gleichschenklige Dreieck (Carlos Santana), die Herzform (Joan Jett) die Diamantform (Loudness), die Wappenform (Steve Miller) die Haifischflosse (Andy Cairns, Therapy?) oder die Schlangenform (Black Crowes) gibt es. Alles ist denkbar.

Size matters?

Nun, beim Plek eher nicht. Es kommt eben auf die Technik an. Die breite Masse der Musiker hat sich auch hier auf ein gesundes Mittelmaß verständigt. Denn ein großes Plek ist recht unhandlich und ein zu kleines bietet nur wenig Halt bei der Pete Townshend-Windmühle. Faustregel: Man sollte erneut einfach seinem Gefühl folgen, wie sich das Plek anfühlt, dort wo es hin gehört: nämlich zwischen Daumen und Zeigefinger. Die wichtigste Frage ist vermutlich: Wie stark oder hart sollte ein Plektrum sein? Auch hier gibt es völlig konträre Ansichten.

Auf alle Fälle sollte es der Besaitung des Instruments angemessen sein. Einen Satz Heavy-Gauge-Strings mit einem Plek Marke „extra-thin“ zum Schwingen bringen zu wollen, wäre, wie mit einer Nagelfeile eine Eiche fällen zu wollen: pures Understatement. Bei der Stärke des Pleks hat sich ein Mittelmaß zwischen 0.60 und 0.75 Millimeter als recht universell einsetzbar erwiesen. Spezialisten werden das natürlich anders sehen.

Die Stärke des Pleks steht natürlich in Beziehung zum Musikstil, den man spielen will. Wer federleichte Sweep-Arpeggios aus dem Handgelenk schüttelt, wird das sicherlich kaum mit einer 2 Millimeter dicken Scheibe aus Edelstahl tun.

Weitere Faustregel: Ein dünnes Plek klingt recht leise. Außerdem überträgt es den Anschlag bei schnellem Spiel oft nicht exakt, weil es sich stark verbiegt und zurück federt. Bei einem sehr harten Plek hingegen bedarf es eines sehr kontrollierten Anschlags und eines guten Gefühls. Denn hier besteht die Gefahr, dass sich beim beherzten Power-Chord die Besaitung verabschiedet. Auf der anderen Seite bietet ein hartes Plek ein schönes, definiertes Attack.

Alles hat eben seine Vor- und Nachteile. Die meisten Pleks werden in folgenden Stärken angeboten: 0.46 mm (Thin), 0.61 mm (Light Medium), 0.69 mm (Medium), 0.76 mm (Heavy) und 1.00 mm (X-Heavy). Kommen wir zu einer kurzen Vorstellung.

 

Wahl der Waffen

Die Firma Jim Dunlop ist einer der renommierteste Hersteller in Sachen Pleks. Unter www.jimdunlop.com bekommt man schon mal eine gute Übersicht über Formen, Farben und Materialien. Unter der Bezeichnung „Gels“ gibt es zum Beispiel glatte, durchsichtige Pleks in Tropfenform, für den Jimi-Hendrix-Fan in „Kiss-The-Sky-Blue“, „Purple Haze“, „Electric Lady-Lime“, „Red House-Red“ und „Woodstock-Yellow“. Praktischerweise sind den Stärken entsprechende Farben zugeordnet: Blau entspricht Light, Purple ist Medium Light, Grün ist Medium, Rot ist Heavy und Gelb Extra Heavy.

Die „Gator“-Serie wirbt dagegen mit einer speziell aufgerauhten Oberfläche, während „Stubby“ mit konkav geformter Innenfläche besseren Halt für Daumen und Zeigefinger gewährt und damit für superschnelle Licks prädestiniert sein soll. Hier gibt es drei verschiedene Größen – übrigens auch für Bassisten – in den Stärken von 1 bis 3 mm.

Erwähnenswert ist auch die Serie „Backline“. Diese Pleks sind kleine Kunstwerke, bedruckt mit Motiven des San Fanciscoer Cover-Art-Künstlers Alan Forbes, unter anderem von Ozzy Osbourne, den Black Crowes und Blink 182.

Wer außergewöhnliche Motive mag, findet auch unter www.gtstrings.com der Guthrie Thomas Company eine nette Auswahl – vom Panda bis zur üppigen Bikinischönheit. Wörtlich zu nehmen sind die „Tech-Picks“ aus Aluminium, Kupfer oder Edelstahl, hergestellt von der Firma Dunlop. Ihre Stärken sind natürlich kleiner und bewegen sich zwischen 0.05 und 0.51 Millimeter.

Berühmte Gitarristen & ihre Special-Plektren

Recht passend zum Genre „Heavy Metal“ haben sich übrigens einige Musiker ein ganz persönliches Arbeitsgerät zugelegt. ZZ Top-Gitarrist Billy Gibbons schwört auf eine mexikanische Peso-Münze, mit der er seinen so schön schmatzenden Anschlag hinbekommt.

Die gleiche Philosophie, nur eben typisch britisch, verfolgte Queen-Gitarrist Brian May, der bevorzugt englische „6-Pence“-Münzen spielte. Jazz-Ikone Django Reinhard wiederum soll seine Saiten mit Hosenknöpfen angeschlagen haben.

Büroklammern, Kreditkarten – alles ist denkbar, alles ist erlaubt. Natürlich auch HighTech wie bei Dunlops „Stylus“-Plek, das einem amerikanischen Stealth-Bomber nicht unähnlich sieht: schwarz, eckig und mit einer ausgeprägten Spitze am vorderen Bereich, entworfen für „ultra fast picking“.

Da hier nur mit der winzigen Spitze gearbeitet wird, gibt es beim Kauf dieses Pleks übrigens ein illustriertes Booklet mit Anleitung und Übungen dazu. Wer es lieber klassisch mag und die Zelluloid-Optik bevorzugt, kann sich auf den Websites der traditionellen Companies www.fender.com und www.gibson.com einen Überblick verschaffen. Die beiden Instrumentenbauer haben überwiegend die gängige Tropfenform in braun, weiß und schwarz im Angebot. Gibson bietet auch die Herzform und mit der „wedge“-Form ein abgerundetes Dreieck an. Die Pleks haben alle eine glatte Oberfläche und sind in den Stärken Thin, Medium und Heavy zu haben.

Gibt es Plektren für Linkshänder?

Um es auf die Spitze zu treiben – es gibt sie tatsächlich: Plektren für Linkshänder! Dunlop bietet Speed-Picks aus Delrin mit einer im Winkel von 10 Grad abgeschrägten Spitze an, die mehr Kontrolle und Geschwindigkeit garantieren sollen. Da hier ein Winkel im Spiel ist, gibt es dieses Plek eben auch mit „reverse angle“ – eben für Linkshänder.

 

Der ultimative Albtraum: Es ist stockdunkel auf der Bühne, das Plek ist weg und der Drummer zählt ein. Einige Firmen haben fluoreszierender Pleks im Angebot.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich frage mich ja immer noch, wie der “Kamm” in der Mitte des Bildes zwischen die Plektren geraten ist. Benutzt jemand soetwas ernsthaft als Plektrum? In welchem Musikstil findet man das? Ansonsten eine IMHO kurze, knackige und interessante Zusammenstellung.

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  2. Ich habe interessante Erfahrungen mit einem doppelschichtigen (selbstgebastelten) Plektrum gemacht: Kunststoff und Messing zusammengeklebt. Die Kunststoffseite verwende ich für den Downstroke, die schärfer klingende Messingseite für den schwächeren Upstroke. So erreiche ich einen ausgewogenen Gesamtsound. Das Plektrum kommt zum Einsatz, wenn auf meiner Akustik-Steelstring die Saiten nicht mehr frisch klingen und ich gerade keine Zeit zum Wechseln habe – danach sind sie aber meistens ganz verheizt 🙂 Probiert es selbst!

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  3. Interessant,lesenswert und informativ ist dieser Bericht in beinahe wissenschaftlicher Textgestaltung verfaßt.Faktisch sind Parts ohne Plek gespielt viel weicher und wärmer,als mit diesem obligaten Zubehörteilchen aus Plastik oder irgendeinem anderen gefertigten Material.Alles reine Geschmackssache.Aber wichtig sind diese kleinen,unentbehrlichen Dinger sowieso.Ein Hard Attack auf der Elektrischen ohne Plektrum,ist ja kaum vorstellbar.

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