Q&A of today:

Marshall-Amp knackt beim Ein- und Ausschalten

Q: Mein Marshall MG15DFX hat ein sehr lautes Knacken beim Ein- und Ausschalten. Ob die Potis auf Null oder in anderer Position stehen, eine Gitarre angeschlossen ist oder nicht, hat keinen Einfluss auf das laute Knacken. Liegt hier ein Defekt vor, lässt sich das Knacken durch eine Modifizierung beheben?

Michael Lankers (G&B-Leser)

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A: Hallo Michael, dieser On/Off-Knall ist leider ein Problem bei reinen Halbleiter-, bzw. Transistorverstärkern. Der Knall tritt u. a. dadurch auf, dass sich beim Einschalten die Kondensatoren im Netzteil erst aufladen, während die Ausgangsstufe schon aktiv ist. Beim Ausschalten ist es meist der Abreißfunken im Schalter, der sich als Knallerzeuger bemerkbar macht. Das erstere Problem würde sich nur durch eine Design- Änderung im Netzteil des Amps oder eine Einschaltverzögerung der Endstufe (wie bei HiFi-Anlagen) beheben lassen. Den Ausschaltknall könnte man allerdings recht einfach mit einem Funkenstörkondensator der Klasse X2 parallel über den Schaltkontakten des Netzschalters beheben. Da hier netzspannungsführende Teile betroffen sind, würde ich dringend anraten, diese Modifikation nur durch einen Fachmann durchführen zu lassen. Andererseits kann der im Amp verbaute Lautsprecher diesen Knall ohne Weiteres ab, da seine volle Leistungsfähigkeit dabei nicht überschritten wird. Insofern gilt es abzuwägen, ob diese Investition sich bei dem doch relativ günstigen MG rentiert, oder ob man sich nicht doch besser einfach damit arrangiert…

Slick Steve


Aus Gitarre & Bass 01/2017

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Habe dasselbe Problem dadurch gelöst, das ich den Verstärker über eine Steckdosenleiste mit an/aus-Schalter anschließe. Das Ausschalten geschieht dann erst über diesen Schalter und danach am Verstärker.

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  2. Ich besitze einen Marshall Valvestate (Röhren-Vorstufe + Transistor-Endstufe), bei dem ich das gleiche Problem feststellte. Ich habe einen Minischalter zwischen Speaker-Ausgang des Amps und den Lautsprecher gesetzt und den in die Poti-Leiste integriert. So schalte ich erst den Amp und dann den Speaker ein.
    Ein Problem ist dann immer noch, daß das nichts nützt, wenn der Amp über Line Out an einer PA hängt, weil das Line-Out-Signal ja mit dem Speakersignal nichts zu tun hat. Hier muß man also entweder stest erst den Amp einschalten und dann erst die Verbindung zur PA herstellen oder – so, wie ich es dann gemacht habe – einen weiteren Minischalter vor die Line-Out-Buchse setzen, um das Signal bei Bedarf zu muten, z. B. auch, um in Spielpausen zu verhindern, daß das Eigenbrummen des Amps über die PA im Saal verteilt wird.

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