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Julia’s Bass Lab: Modes – It’s all the same scale

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Eine der häufigsten Fragen, wenn es um Modes oder Kirchentonleitern geht, lautet: „Welchen Mode kann ich verwenden und wie setze ich die Tonleiter musikalisch am besten ein?“ Die verschiedenen Modes bieten uns die Möglichkeit, bestimmte Emotionen und Eigenschaften in der Musik auszudrücken. Dabei vergessen wir oft, dass alle diatonischen Skalen (C-Ionisch bis B-Lokrisch) aus dem gleichen Tonmaterial bestehen!

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MODES DER C-DUR-TONLEITER

Die diatonischen Kirchentonleitern bestehen ausschließlich aus den Tönen der Durtonleiter, beginnen aber mit dem Grundton der einzelnen Stufen. Das Tonmaterial bleibt also gleich, nur die Reihenfolge der Halb- und Ganztonschritte ändert sich. Der Name stammt aus dem Griechischen.

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Im Prinzip kann die C-Dur-Tonleiter über alle in abgebildeten Akkorde gespielt werden. Sie klingen zwar unterschiedlich, aber dennoch harmonisch. Eine weitere visuelle Einteilung, die dir vor allem beim Komponieren und Songschreiben hilft, ist die Einteilung der einzelnen Modes nach dem Grad ihrer „Helligkeit“ bzw. nach dem Grad ihrer „Dunkelheit“ (siehe Abbildung).

So hat man einen besseren Überblick über die verschiedenen Klangfarben.

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In Beispiel 1 spiele ich die verschiedenen Modi auf dem Pedalton C, das Soundfile dazu gibt es auf www.gitarrebass.de. Versuche diese Stimmung und Klänge zu verinnerlichen. Schon im Mittelalter wurden die vier authentischen Modi den verschiedenen Temperamenten zugeordnet. Dorisch mit phlegmatisch (langsam, ruhig, schwerfällig), Phrygisch mit cholerisch (leicht erregbar, zu Wutausbrüchen neigend), Lydisch mit sanguinisch (lebhaft, heiter, unbekümmert) und Mixolydisch mit melancholisch. Wir gehen nun einen Schritt weiter und beschäftigen uns heute intensiver mit den Moll-Modes: Dorisch, Äolisch und Phrygisch.

DORISCH

Dorisch (Beispiel 2) klingt heller und nicht so traurig wie natürliches Moll, weil die Sexte höher ist. Vergiss nicht, dass die große Sexte die funkigste Note der Welt ist!

In der Funkmusik kommt der dorische Modus sehr häufig vor, vor allem die Akkordverbindung erste Stufe Moll (Im) und vierte Stufe (IV). Mit nur zwei Akkorden werden alle Merkmale des dorischen Modus abgedeckt. Beispiele für diese Akkordverbindung sind: ‚Give It To Me Baby‘ (Rick James), ‚I Wish‘ (Stevie Wonder), ‚Flashlight‘ (Parliament), ‚Good Times‘ (Chic), ‚Pick Up The Pieces‘ (Average White Band), ‚Uptown Funk‘ (Mark Ronson), ‚Use Me‘ (Bill Withers), ‚Chameleon‘ (Herbie Hancock), ‚So What‘ (Miles Davis), ‚If You Have To Ask‘ (Red Hot Chili Peppers).

ÄOLISCH

Äolisch (Beispiel 3), auch Moll genannt, hat durch die b6 und die b3 einen sehr traurigen, melancholischen Charakter. Aus diesem Grund wird Äolisch auch gerne für Filmmusik verwendet. Beispiele für äolische Basslinien in der Popmusik sind ‚Feel Good Inc.‘ von den Gorillaz, ‚Hysteria‘ von Muse oder ‚The Chain‘ von Fleetwood Mac.

PHRYGISCH

Die Töne b2, b3 und b6 verleihen dem phrygischen Modus (Beispiel 4) einen sehr düsteren und bedrohlichen, aber auch geheimnisvollen Charakter. Phrygisch wird daher gerne in Rock-, Metal- oder Hip-Hop-Songs verwendet. Beispiele sind ‚This Is How We Do It‘ von Montell Jordan oder ‚Gnaahh‘ von Joe Satriani.

MASTERING THE MODES

Ich übe die Modes gerne diatonisch – also C-Ionisch, D-Dorisch, E-Phrygisch usw. – weil man dabei sehr gut die Zusammenhänge zwischen den Kirchentonleitern und natürlich auch dem Griffbrett kennenlernt. Ich hoffe, dass ihr jetzt einen besseren Überblick über die Kirchentonleitern habt. Für mich persönlich waren die verschiedenen Skalen am Anfang immer sehr abschreckend. Mittlerweile sind sie für mich ein tägliches Werkzeug für Warm Ups, Kompositionen oder Soli. Viel Spaß damit!


(erschienen in Gitarre & Bass 12/2023)

Produkt: Gitarre & Bass 2/2023 Digital
Gitarre & Bass 2/2023 Digital
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hervorragend erklärt, Julia. Besonders, das hier alle Kirchentonleiter-Scales vom gleichen Grundton C ausgehen. Damit bekommt man sie in ihrer jeweiligen Charakteristik besser ins Ohr.

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  2. Gut erklärt, bis auf die Frage, die ich mir stelle, warum bei Mixolydisch und Äolisch oben in der Tabelle nur die erste 6 Töne stehen und gerade die Septime von G7 ( = F ) und Am7 ( = G ) in der Tonleiter fehlt. ???
    Sollte man ergänzen 😉

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