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1612 – Vulfpeck
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Workshop

Instant Shredding: Sound Like Steve Morse

Steve Morse(Bild: Marian Menge)

Hallo und willkommen zu Instant Shredding! In dieser Ausgabe werde ich dir den Gitarrenstil von Steve Morse vorstellen. Mr. Morse ist schon seit den 70er-Jahren als professioneller Musiker unterwegs. Er war Gründungsmitglied der Progressive-Rock-Band Dixie Dregs (später einfach nur Dregs) und hat unter eigenem Namen eine Solo-Band geführt. Er spielte außerdem auch bei Kansas und ist seit Mitte der 90er-Jahre Gitarrist bei Deep Purple.

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Sein musikalischer Stil ist eine sehr interessante Mischung aus klassischer Musik, Country, Bluegrass, Funk und Rock. Steve bringt all diese Einflüsse in seiner Musik und seinem Gitarrenspiel unter. Herausragend ist auch seine einzigartige Wechselanschlag-Technik, die ihm so kaum einer nachmacht. Um dir seine musikalischen Ideen und Konzepte vorzustellen, habe ich ein Beispiel-Solo geschrieben.

Die Akkordfolge und Riffs des Solos sind recht einfach und basieren auf den Akkorden E, A und D. Die allgemeine Skala, die ich für das Solo benutze, ist E-Mixolydisch. In den letzten vier Takten ist die Akkordfolge etwas anders und sehr typisch für Morse. Er benutzt oft Akkordfolgen, die in Quarten-Intervallen springen. Am Ende lauten die Akkorde deshalb D, A zu F und dann C, G und D.

Das Solo (Takt 1-2) beginnt mit einfachen String-Bends von der Blue Note zur Quinte und weiter von der Sekunde zur kleinen Terz, die in dem Kontext als # 9 angesehen werden kann. Morse benutzt häufig chromatische Durchgangstöne, um interessante Skalen-Ideen zu entwickeln. Hier spiele ich also eine einfache E-Moll-Pentatonik mit den chromatischen Ergänzungen. Takt 3 und 4 basiert auf einer typischen Country-Idee mit offenen Saiten. Achte hier darauf, dass ich einen Lagenwechsel in Takt 4 mit der Hilfe der offenen G-Saite mache.

Takt 5 und 6 zeigt ein interessantes chromatisches Skalen-Lick, das den E7-Akkord umspielt. Achte hier ganz besonders auf die perfekte Ausführung des Wechselanschlags. Weiter geht es in Takt 7 und 8 mit komplizierten Wechselanschlag-Licks. Hier spiele ich eine für Steve Morse sehr typische Phrase. Er kombiniert Akkordtöne mit verschiedenen repetierenden chromatischen Skalen-Passagen. Die Akkordtöne fallen dabei immer auf die Grundschläge. Das Schwierige hier ist das Überspringen der Saiten.

Die nächsten vier Takte sind auch wieder vollgepackt mit Alternate-Picking. Zuerst spiele ich einen einfachen E-Mixolydischen Skalenlauf, der dann in einen interessanten dissonanten Country-Style-String-Bend übergeht. Es geht dann weiter mit noch mehr chromatischen Skalen-Ideen.

Die letzten vier Takte sind interessant. Hier spiele ich einfache Arpeggios und Pedal-Ton-Ideen, die die Akkordfolge exakt, aber melodisch darstellen. Bedenke, dass die Arpeggios mit Alternate-Picking gespielt werden und die Pedal-Ton-Licks mit Hybrid-Picking. Das Solo endet dann in einem typischen Steve-Morse-Lick.

Versuche wie immer, die verschiedenen Elemente des Solos langsam zu üben und die verwendeten Techniken so sauber wie möglich umzusetzen.

Ich habe auch noch ein anderes Beispiel geschrieben, das eine andere Seite von Steve Morse zeigt: das Experimentieren mit mehrstimmigen Linien. Außerdem habe ich auch noch eine weitere Spezialität von Steve Morse mit eingebracht: Oktave-Flageoletts. Hierbei musst du das Plektrum mit dem Daumen und Mittelfinger halten, um deinen Zeigefinger über der Note eine Oktave höher zu positionieren. Jetzt kommt der Trick: Schlage die Saite an und berühre sie zur gleichen Zeit mit dem Zeigefinger über dem Bund, um ein Flageolett zu erzeugen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mehr Info gibt’s bei www.germanschauss.com! Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Shredden!

(erschienen in Gitarre & Bass 03/2019)

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Guten Tag Herr German Schauss

    Ihr Artikel Instand shredding: In the style of Steve Morse, gefällt mir sehr gut.
    Es ist verständlich erklärt und die Noten im Anhang sind genial und hilfreich.
    Dadurch das sie erklären wo im Takt welche Akkorde gespielt werden. ist das
    Notieren der Akkorde ein wahres vergnügen und sehr lehrreich.
    Ich hoffe mehr von ihnen lesen zu können und dadurch auf gut verständliche art neues zu lernen.
    Vielen Dank.

    Freundliche Grüsse

    Erik Herzog

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