Produkt: Fender Stratocaster
Fender Stratocaster
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Ein neues Instrument in zehn Minuten

Hometraining: Der “Strat wird auch noch Tele”-Trick

(Bild: Lothar Trampert)

Ein neues Instrument in zehn Minuten…? Nein, hier beschreiben wir nicht, wie man mit dem Taxi in den nächstgelegenen Musikladen fährt und sich eine neue Gitarre leistet. Hier geht es um eine @home-Aktion, die jeder Besitzer einer Strat-ähnlichen E-Gitarre ohne Vorwissen ausprobieren kann.

Die Stratocaster ist bekanntlich ein feines Instrument, dass es mit Anfang 20 dann sogar auch noch von drei auf fünf Sounds gebracht hatte, sofern man den entsprechenden Schalter mag. Alle Oldschooler müssen jetzt also nicht weiterlesen, denn der folgende Trick ist nur mit dem seit ca. 1977 erhältlichen 5-fach-Pickup-Wahlschalter zu realisieren. Der ermöglicht bekanntlich die folgenden Konfigurationen:

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1. Hals-Pickup
2. Hals- und Mittel-Pickup
3. Mittel-Pickup
4. Mittel- und Steg-Pickup
5. Steg-Pickup

Man hat also die drei traditionellen Einzel-Sounds plus die beliebten und je nach Schaltung/Pickups brummfreien Zwischenstellungen mit ihrem eigentümlichen, wunderbar hohlen, perligen Sound.

Sofern Schalterstellung 4 ausreicht, was diesen Zwischen-Sound-Typ angeht, kann man mit einem kleinen Trick einen anderen Sound auf Position 2 des Strat-Fünffachschalters legen, nämlich einen dezent Telecaster-typischen Mittelstellungs-Sound, der Hals- und Steg-Tonabnehmer kombiniert.

Die neue Schalterbelegung sieht dann wie folgt aus:

1. Hals-Pickup
2. Hals- und Steg-Pickup
3. Steg-Pickup
4. Mittel- und Steg-Pickup
5. Mittel-Pickup

Diese Belegung hat durchaus Vorteile: Man hat praktisch die drei Telecaster- oder auch Les-Paul-Schalterstellungen auf den Positionen 1, 2 und 3, auf der 4 und der 5 folgen dann die Strat-typischen Goodies Mittel/Steg-Pickup plus Mittel-Pickup alleine. Das klingt plausibel und Fakt ist: Man gewöhnt sich total schnell daran und ich war auf Anhieb absolut begeistert von dieser Idee. Ich bin mir auch sicher, dass die Gitarristen, die oft vom Hals- zum Steg-Pickup switchen, damit besser klarkommen, als mit der Standard-Schaltung. Ja, dann mal loslegen!

Ach so, jetzt hätte ich fast vergessen, wie das Ganze praktisch funktioniert. Wir brauchen einen Tisch ,einen Kreuzschlitz-Schraubenzieher und natürlich eine Gitarre. Dann entspannen wir die Saiten der Strat und schrauben das Pickguard mit den Tonabnehmern ab. Ein paar alte Wollsocken sind dabei sehr hilfreich – siehe Fotos! (Bild: Lothar Trampert)

Jetzt entfernen wir die Schrauben von Mittel- und Steg-Pickup – gut aufpassen, dass die Federn nicht wegflutschen und unter einem Schrank oder in der Katze verschwinden! Dabei hilft übrigens sehr gut ein kleiner Magnet, an den man bei solchen Arbeiten alles dranpappt, was sich nicht wehrt. Natürlich kann man die Federn und Schrauben auch an die magnetischen Pickups hängen – um dann garantiert nach Reinstallation des Pickguards zwei Schrauben im Inneren der Strat vergessen zu haben. Alles schon erlebt.

Weiter: Jetzt ärgern wir uns mal kurz über die noch kürzeren Masse- und Ausgangs-Kabel im Inneren dieser Strat-Kopie aus der Volksrepublik, die dafür bekannt ist, die Zügel ganz kurz zu halten. Dann vertauschen wir vorsichtig die Positionen der abgeschraubten Tonabnehmer, die glücklicherweise genug Kabelspielraum haben – der Mittel-Pickup wandert zum Steg, der Steg-Pickup kommt in die Mitte – und schrauben sie wieder fest. Bitte die Federn nicht vergessen!

Das Pickguard von unten. Jetzt einfach nur die beiden hinteren Tonabnehmer tauschen! Dann die Pickup-Schrauben
anziehen, das Schlagbrett wieder einbauen, fertig.
(Bild: Lothar Trampert)

Anschließend wird das Pickguard wieder auf die Gitarre geschraubt, die Saiten werden angezogen und schon kann man loslegen. Die ganze Prozedur dauert, inklusive Lesens dieser Anleitung, keine halbe Stunde. Und das Ergebnis macht einfach nur Spaß!

(Bild: Lothar Trampert)

Mehr Tipps findest du in unserem Do It Yourself ABC!

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Meine Strat hat den Hals Pickup zusätzlich mit einem Reverse Volume Knob auf der Position des 2. Tonreglers. Alle Potis voll aufgedreht hat man eine normale Strat, zu jeder Position kann der Halspickup dazugemischt werden (rückwärts drehen des Vol Potis). So hat man die Tele-Schaltung als auch alle 3 PUs. Nachteil: Es gibt nur einen Master Tone Regler

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  2. Manchmal sind die einfachsten „MOD“-Tipps die coolsten!

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  3. Hallo Herr Trampert,

    Vielen Dank für den Tip, ich habe es direkt ausprobiert und bin begeistert.

    Viele Grüße,Michael

    Auf diesen Kommentar antworten
  4. Nette Idee, hat aber den Nachteil dass der klassische Sound Neck + Middle wegfällt…somit kann der Sultan nicht mehr swingen…

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    1. Deswegen habe ich Neck und Hals getauscht, zumal auch der Steg bei den Indonesischen Fend SQ affinity etwas heisser gewickelt ist. Der war mir in der Mitte zu kräftig.

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  5. Vor vielen Jahren habe ich in meine alte Squier Strat einen kleinen Kippschalter eingebaut, mit dem ich in Position 5 den Halspickup dazu schalten kann. Funktioniert auch und man hat alle Strat-Sounds plus den Tele-Sound.

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  6. Liebe Brüder und Schwestern von der Strat-Fraktion, ihr überseht da was: Um überhaupt an eine Strat zu kommen, müsst ihr erst an eurer Tele rumsägen, Pickup und Jammerhaken einbauen, und wenn die Wampe zwickt auch noch hintenrum mit der Flex ran. Den Tele-Sound gibt’s doch viel einfacher: Lasst eure Tele einfach so, wie sie von vornherein ist, dann braucht ihr auch im Nachhinein nix löten. 😉

    Liebe Grüße von den Telespielern,
    passt auf euch auf und bleibt gesund!

    Auf diesen Kommentar antworten

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