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Bass Basics: Rhythmus und Griffbrett-Navigation üben

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In den zurückliegenden Folgen meiner Bass-Basics-Workshop-Reihe haben wir uns mit den übergeordneten Themen Rhythmus und Griffbrett-Navigation beschäftigt. Konkret ging es einerseits um die 21 rhythmischen Puzzleteile, die die Basis für Rhythmen darstellen und aus denen unsere Popularmusik zum Großteil besteht. Zum anderen ging es um die fünf Fingerpatterns, mit denen du dich in allen Tonarten und Modes sicher auf dem Griffbrett bewegen kannst.

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Die beiden Themen „Griffbrett-Navigation“ und „Rhythmus“ gehören für mich zu den „Big Five“, wenn es um die Herausforderungen geht, die beim Bassspielen auf uns zukommen. Wenn ich mich entwickeln und vorankommen möchte, sollte ich mich mit den „Big Five“ auseinandersetzen.

DIE BIG FIVE AM BASS

Auf diesen Begriff bin ich gestoßen, als ich eine Südafrika-Reise geplant habe, bei der natürlich auch eine Safari auf dem Programm stand. Dabei bin ich schließlich auf den Begriff „Big Five“ gestoßen, mit dem die fünf großen Wildtiere Elefant, Leopard, Nilpferd, Giraffe und Löwe gemeint sind, die zu einem unvergesslichen Safari-Erlebnis eben dazu gehören.

Ich habe mich damals gefragt, was die „Big Five“ beim Bassspielen und -üben sind. Also die fünf großen Herausforderungen, die beim Bass automatisch und permanent abgefragt werden. Für mich sind das die Themen Gehörbildung, Rhythmus, Griffbrett-Navigation, die Greifhand und schließlich das Thema Kreativität. Diese fünf Themen sind für mich wesentlich und essenziell, wenn es ums Üben geht.

Ein Beispiel: Wenn ich beispielsweise eine schlecht ausgebildete Greifhand habe, kämpfe ich beim Spielen permanent gegen diese an. Meine Phrasierungsmöglichkeiten sind extrem eingeschränkt, es kommt immer wieder zu Schnarrgeräuschen aufgrund von Insuffizienzen, und auch mein Groove wird leiden. Ganz abgesehen davon muss ich eventuell dünne Saiten spielen und habe eine superflache Saitenlage, wodurch sich natürlich meine dynamischen Möglichkeiten wieder einschränken.

Du siehst also, dass an jedem der fünf oben genannten Begriffen ein Rattenschwanz hängt. Da wir uns zuletzt mit zwei dieser Themen, nämlich Griffbrett-Navigation und Rhythmus, beschäftigt haben, stellt sich mir jetzt die logische Frage, wie ich diese beiden Themen in effektiven und intelligenten Übungen zusammenführen kann.

In dieser Folge möchte ich dir verschiedene Impulse in Form von Beispielen an die Hand geben, mit denen du die 21 rhythmischen Vokabeln und alle fünf Fingerpattern in verschiedenen Tonarten über dein Griffbrett üben kannst.

Eins noch vorweg: Achte bitte darauf, dass du deine Greifhand beim Üben nicht überforderst. Außerdem wäre es super, wenn du diese Übungen mit Click spielst und deinen Fuß synchron mitlaufen lässt. Achte genau darauf, an welchen Stellen du den Klick „verlierst“ oder dein Fuß aussetzt. Das sind direkte Hinweise dafür, dass du diese Übungen noch einmal genauer anschauen solltest, weil du die durch die Betonung entstehenden Rhythmen noch nicht verinnerlicht hast.

RHYTHMUS MEETS GRIFFBRETT

Wir starten in Beispiel 1a mit der C-Dur-Tonleiter im ersten Fingerpattern. Die Beispiele 1a bis 1d habe ich mit verschiedenen Betonungen modifiziert. Zunächst betonst du die Viertel-Zählzeiten und anschließend den Achtel-Off-Beat.

(zum Vergrößern klicken!)

Mit diesen Betonungen trainierst du nicht nur das Spielen des Fingerpatterns und das Verinnerlichen der definierten Fingerkombinationen, sondern auch das exakte und tighte Spiel von Viertelnoten beziehungsweise der Viertel-Zählzeiten sowie des Achtel-Offbeats zum Klick.

Achte bitte unbedingt darauf, dass nur der Ton, der mit einem Akzent versehen ist, betont wird und nicht schon der Ton davor oder der Ton dahinter. Es geht also nicht um eine dynamische Ansteuerung und ein Ausschleichen, sondern darum, den Akzent exakt zu treffen.

In den Beispielen 2a bis 2e üben wir nun das vierte Fingerpattern in F-Dur. Der Notenwert wechselt dabei von Achtelnoten zu Achteltriolen. Auch hier habe ich dir verschiedene Akzente notiert, mit denen du alle möglichen achteltriolischen Rhythmen üben kannst.

In Beispiel 2e befassen wir uns bereits mit einer Kombination zweier Rhythmus-Puzzles, nämlich 101 und 010, die in Kombination das rhythmische Klischee einer Viertel-Triole ergeben. Solche oder ähnliche Formen von sogenannten Synkopen (rhythmischen Verschiebungen) haben wir beispielsweise auch schon in Ausgabe 11/2023 dieser Kolumne thematisiert.

In den Beispielen 3a bis 3g findest du nun verschiedene Übungen, mit denen du Sechzehntelnoten-Rhythmen übst. Dieses Mal habe ich das Fingerpattern III für G-Dur ausgewählt. In den Beispielen 3f und 3g handelt es sich bei den Akzenten um zwei verschiedene Möglichkeiten, Dreier-Verschiebungen mit Sechzehntelnoten zu üben.

Übertrage diese Form der Übungen bitte auch auf die Fingerpatterns II und V und überprüfe genau, welche Rhythmen bzw. Betonungen dir schwerfallen. Platziere diese dann in deinen Übeplan. Dabei wünsche ich dir viele Erkenntnisse und viel Spaß.

Bis zum nächsten Mal, Markus.


(erschienen in Gitarre & Bass 01/2026)

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