Bass-Basics: Griffbrett-Navigation und Greifhand-Power
von Markus Setzer, Artikel aus dem Archiv
Anzeige
(Bild: SUPPAWAT SIRISAN/Shutterstock)
In der letzten Folge von Bass Basics haben wir die Themen Griffbrett-Navigation und Rhythmus in effektiven Übungen zusammengeführt. Beide Oberbegriffe gehören zu den in Ausgabe 1/2026 beschriebenen „Big 5“ des Bass-Übens. Da ich ein Freund von roten Fäden bin, möchte ich diese Struktur fortführen und dir in diesem Monat die Themen Griffbrett-Navigation und Greifhand-Power näherbringen.
Die Griffbrett-Navigation bleibt also als Konstante erhalten und das Thema Rhythmus wird durch Greifhand-Power ersetzt. In den entsprechenden Übungen, bei denen es um Hammer-Ons und Pull-Offs geht, wirst du aber schnell merken, dass auch das Thema Rhythmus eine große Rolle spielt. Angeschlagene Töne und solche, die allein durch die Greifhand erzeugt werden, wechseln sich in bestimmten rhythmischen Mustern ab.
Anzeige
Hier gilt es, die Saite bzw. den jeweiligen Ton im richtigen Moment anzuschlagen. Wenn du die Hammer-Ons und insbesondere die Pull-Offs sauber ausführen möchtest, wird unter anderem auch die Position und die grundsätzliche Haltung deiner Greifhand auf die Probe gestellt. Das kann am Anfang ein wenig unangenehm werden.
Aber ich verspreche dir: Wenn du diese Hürden nimmst und dich darauf einlässt, eine kräftige und auch schnellkräftige Greifhand zu entwickeln, wird es sich lohnen. Dein Spiel wird sich in vielen Bereichen um Klassen verbessern. Du wirst sauberer und präziser spielen, weniger Nebengeräusche erzeugen und rhythmisch genauer sein. Deine Komfortzone, was Tonfolgen angeht, wird sich enorm erweitern, und dein Repertoire an Phrasierungsmöglichkeiten wird explodieren. Aber diesen tollen musikalischen Blumenstrauß gibt es leider nicht umsonst …
ALLER ANFANG IST SCHWER
Aus eigener Erfahrung und unzähligen Unterrichtsstunden und Workshops weiß ich, dass es drei Themen gibt, bei denen sich die Spreu vom Weizen trennt: Rhythmus, Gehörbildung und die Greifhand. Hier sind Geduld, Durchhaltevermögen und viele Wiederholungen gefragt. Am besten Wiederholungen mit Qualität. Das heißt, du solltest beim Üben wach sein und permanent kritisch reflektieren.
Du musst nicht sechs Monate lang täglich 12 Stunden üben, um eine tolle Greifhand zu entwickeln, aber du solltest täglich 10 bis 15 Minuten investieren, damit sich eine Grundlage bildet. Schau dir die Beispiele an.
(zum Vergrößern klicken!)
Zunächst stelle ich dir immer die Übung bzw. den Fingersatz ohne Aufgaben für die Greifhand vor. Danach findest du in Beispiel b immer die gleiche Übung mit Hammer-Ons und Pull-Offs.
Die Anzahl der Anschläge pro Saite kannst du später auf einen einzigen reduzieren. Das nennt man dann Legato-Spiel. Am Anfang zeige ich dir chromatische Übungen mit verschiedenen Notenwerten, damit das Prinzip klar wird. Ganz wichtig: Auf- und abwärts üben! Gerade bei den Pull-Offs wird deine Greifhand stark gefordert.
(zum Vergrößern klicken!)
Achte bitte darauf, dass dein Handgelenk und dein Arm unbewegt bleiben. Die Bewegung, um der Saite den entscheidenden „Twist“ zu geben, sodass der Ton nach dem Pull-off genauso laut klingt wie der angeschlagene zuvor, kommt nur aus dem ausführenden Finger. Ab Beispiel 7a geht es dann mit den Fingerpattern weiter. Pro Übung brauchst du immer zwei nebeneinanderliegende Patterns.
Zunächst spielen wir uns mit dem Fingersatz 1-3-4 durch die Fingerpatterns. In den Beispielen 10a und 10b spielst du dann mit dem Fingersatz 1-2-4.
Finde heraus, welcher Finger bei dir der schwächere ist, und übe diese Kombinationen etwas öfter als die mit dem „guten“ Finger. Dabei wünsche ich dir viele Erkenntnisse und viel Spaß. Bis zum nächsten Mal, Markus. ●