Stephen Stills & der ganz normale Wahnsinn

The Rides im Interview

Der Mann ist Legende: Stephen Stills, Sideman bei Buffalo Springfield, Michael Bloomfield & Al Kooper und Manassas, erfolgreicher Solist und Superstar mit Crosby Stills Nash & Young. Deren Konzentrat CSN hat sich gerade aufgelöst, und zumindest zwei von drei ehemaligen Mitgliedern der Soft-Rock-Helden brauchen dringend Bares, um ihr Altenteil zu finanzieren. So auch Stephen Stills, der nun das zweite Album seines Blues-Trios The Rides vorlegt: ,Pierced Arrow‘. Gitarre & Bass hat den Altmeister auf seiner Ranch im Laurel Canyon besucht und ein unvergessliches Gespräch geführt.

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(Bild: MASCOT)

Es müssen Tausende von Autos sein, die täglich an dem unauffälligen, weißen Holztor am Mulholland Drive, hoch in den Bergen über Hollywood, vorbeirasen. Einfach, weil sie dahinter nichts Besonderes vermuten. Doch hat man erst einmal ein paar Meter der schier endlosen Einfahrt zurückgelegt, offenbart sich langsam das gesamte Ausmaß des Anwesens: Eine riesige Ranch mit weiten Grünflächen, einem See und mehreren Gebäuden. Vor dem Haupteingang prangt ein Wahlschild von Bill Clinton aus den 90ern, an der Tür heißt es: „Schuhe aus, sonst Kopf ab – The Manager“.

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Wir befinden uns also in einem Rock’n’Roll-Domizil. Und nachdem die mexikanische Haushälterin auf strikte Einhaltung der Regeln geachtet hat, steht man in einem Wohnzimmer, das einfach riesig ist: Plüschige Sessel, Kamin, Couch, Monster-Fernseher und Familienfotos. Fast wie die Inneneinrichtung eines Four Seasons-Hotels. Dann schreitet der Hausherr die Treppe zum Obergeschoss hinunter, trägt Jeans, Hemd plus Sandalen und weist einen ordentlichen Bauch nebst Kinnbart auf. Was jedoch eine echte Überraschung ist: Er schielt, ist schwerhörig und kann kaum richtig sprechen. Wie bei einer Gesichtslähmung, die auf einem Schlaganfall basieren könnte, zieht er das Kinn beim Reden nach, wodurch er Silben und ganze Worte verschluckt und zum Teil komplett unverständlich ist. Ein Zustand, den weder Management noch Label mit einem Wort erwähnten, sondern den Verfasser dieser Zeilen regelrecht ins offene Messer laufen ließen. Zumal sich Stills dessen gar nicht bewusst scheint.

Er bittet in sein Heimstudio, das allerlei Vintage-Equipment und eine Wand mit erlesenen alten Gitarren umfasst, verweist auf zwei Hocker und beginnt das Gespräch mit: „Du musst ganz nah an mein linkes Ohr kommen, weil ich sonst nichts verstehe.“ Was bedeutet, dass man ihm die Fragen wirklich aus unmittelbarer Nähe stellen muss – in voller Lautstärke. Trotzdem hört bzw. beantwortet er nur, was er gerade will, driftet schon mal in komplett andere Themen-Bereiche ab, wird mitunter schnippisch bis pampig und lässt keinen Zweifel daran, dass er die Kontrolle bei dieser Konversation zu behalten gedenkt bzw. es besser ist, sich darauf einzulassen. Denn Stills redet wie ein Wasserfall – aber nur über Dinge, die er auch mitteilen will. Dabei gibt es scheinbar keine zeitlichen Einschränkungen und Vorgaben, sondern die Konversation ufert immer weiter aus.

Selbst als die Speicherkarte des Recorders nach zweieinhalb Stunden aufgibt, ist das für ihn kein Grund aufzuhören. Er stoppt erst, als er das Gefühl hat, wirklich alles gesagt zu haben – kombiniert mit der charmanten Warnung: „Hör mal Bürschchen, wenn du Scheiße schreibst, dann finde ich dich!“ Aber fangen wir ganz vorne an…

 

Stephen, wie geht es dir?

Stephen Stills: Es geht so. Meine Knie sind hinüber und ich kann besser schreiben als reden – es sei denn, ich bin auf Betriebstemperatur oder stehe vor Publikum. Dann reiße ich sogar Witze und erzähle längere Geschichten. Außerdem habe ich alle erdenklichen Formen von Arthritis und es fällt mir zunehmend schwerer, den Groove zu halten …

Trotzdem klingst du sehr kämpferisch!

Stephen Stills: Das muss man im meinem Alter auch sein. Ich meine, wie viele tolle Menschen haben wir seit Dezember verloren? Einschließlich meiner geliebten kleinen Schwester, was mich immer noch mitnimmt. Genau wie Bowie! Ich meine, wie konnte das passieren? Da muss er etwas verschleppt oder sich nicht früh genug gekümmert haben. Ich schätze mal, er ist nicht regelmäßig zum Check-up gegangen – wie ich das tue, und weshalb ich den Prostata-Krebs besiegen konnte. Am Ende des Tages geht es nur darum, zu überleben. Oder um Keith Richards zu zitieren: Der Trick ist, lang genug durchzuhalten.

Unterscheidet sich die Chemie bei den Rides von der bei CSN? Ist es ein entspannteres, gesünderes Arbeiten?

Stephen Stills: Es sind Kontinente! Galaxien! Universen! Aus dem einfachen Grund, weil da jeder wirklich alles gibt und auch kompromissbereit ist, statt auf seinen Vorstellungen und Wünschen zu verharren. Was mir stundenlange Diskussionen und Debatten erspart. (lacht)

Inwieweit ist ,Pierced Arrow‘ eine Verbeugung vor den Stones und anderen Bands der „first british invasion“?

Stephen Stills: Ich würde sagen, dass wir uns vor allem und jedem verbeugen. Also vor all unseren Einflüssen und Vorbildern – von denen es eine Menge gibt. Ich wollte dasselbe Feeling und denselben Vibe, der all die Künstler ausgemacht hat, die ich als Kind gesehen habe. Keith Richards hat ihn ja höchstpersönlich nach England importiert. Und weil die Briten so penibel sind, wurden sie darin auch schnell sehr gut. Wie Eric Clapton, der ganz früh angefangen und so lange geübt hat, bis er perfekt war. So macht man das. Und die Briten hatten auch nicht diesen verfluchten Rassismus in sich, von dem mein Land bis heute befallen ist. Das ist wie ein Krebsgeschwür, das immer wieder auftaucht.

Die Musik von The Rides mutet sehr nostalgisch und traditionell an.

Stephen Stills: Das ist durchaus gewollt. Wir haben nicht vor, uns mit diesem modernen Pop-Mist zu messen, sondern es ist uns wichtig, dass es bodenständig, echt und absolut old school ist. Und das hat sich auch in der Art niedergeschlagen, wie wir das Album aufgenommen haben: Wir haben uns hier bei mir getroffen, solange geprobt, bis alles saß, und sind dann in ein Studio in Florida, um es aufzunehmen. Das war’s. Wir haben da nicht lange rumgesessen und nach einem Groove gesucht, wie es Keith Richards und Charlie Watts gerne tun, sondern wir waren schnell und effektiv. Und wenn es nach drei Durchläufen immer noch nicht fertig war, sind wir halt zum nächsten übergegangen und haben es noch mal an einem anderen Tag versucht.

Was ist mit dem Zusammenspiel zwischen Kenny Wayne Shepherd und dir? Wie entscheidet ihr, wer was beisteuert, und wie unterscheidet sich euer Sound?

Stephen Stills: Mein Sound ist definitiv anders als seiner, und braucht insofern auch eine andere Handhabung seitens des Produzenten. Das war etwas, was Jerry Harrison, der das erste Album betreut hat, nicht so gut hinbekommen hat. Deshalb haben wir es diesmal weitestgehend selbst gemacht. Und Kenny Wayne sorgt dafür, dass ich viel sauberer und präziser spiele, als ich es sonst tue. Wobei mein Sound immer noch auf diesen alten Combo-Amps mit offener Rückseite basiert. Eben die Fender-Kisten von 1957 oder ‘58, die wunderbar klingen. Sie haben diesen Hendrix-Vibe. Während Kenny ein bisschen harscher anmutet. Er benutzt modernere Amps, teils aber auch Reissues mit geschlossenen Cabinets. Und die klingen halt anders, im Sinne von nicht ganz so weich, sondern eher harsch. Vielleicht sogar ein bisschen zu harsch für eine Rhythmus-Gitarre. Also übernehme ich das meistens, wobei ich sehr oft meinen Pickup-Wahlschalter und den Lautstärkeregler einsetze.

Das klingt, als wäret ihr sehr gegensätzlich?

Stephen Stills: So sollte es bei zwei Gitarren auch sein! Sie sollten nicht beide gleich klingen und nicht dieselbe Position einnehmen, sondern eine von beiden muss das Ganze dominieren. Wobei dieses Album eh einen ganz anderen und viel besseren Sound als beim letzten Mal hat – er ist heller und ausbalancierter … Die beste Aufnahme, die ich in letzter Zeit gemacht habe, war mit Jack White und seiner Uralt-Technik, die absolut zuverlässig ist. Und nachdem ich wusste, welchen Abstand ich zu dem Mikro halten musste, das die Größe einer Bratpfanne besaß, habe ich auch nur einen Take gebraucht.

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(Bild: MASCOT)

Warst du bei Jack White in Nashville?

Stephen Stills: Nein, er war eine Weile hier in Los Angeles. Und ich habe ihn einfach angerufen und gefragt, ob er Lust hätte, mit mir zu spielen. Worauf er meinte: „Oh, ich habe schon mit fast jedem gejammt.“ An Selbstbewusstsein mangelt es ihm also nicht. Aber ich weiß noch nicht, was ich damit machen werde. Mir ging es darum, erst mal zu schauen, was passiert. Und wer weiß, wenn ich das nächste Mal auf Hawaii oder in den Tropen war und meine Stimme richtig klar ist, gehe ich das vielleicht noch mal mit meiner akustischen Gitarre an. Also bevor ich ganz die Kraft verliere.

Wie meinst du das?

Stephen Stills: Na ja, ich male gerne, ich versuche mich an Skulpturen und ich liebe es, zu schreiben. Darin kann ich mich regelrecht verlieren, aber es fällt mir halt rein körperlich immer schwerer. Meine kleine Schwester, die im Dezember überraschend gestorben ist, hat mir all diese Briefe hinterlassen, die sie von meinen Eltern erhalten hat und in denen es größtenteils um mich geht. Eben, was ich als junger Mensch alles getan habe – und wie viel Blödsinn dabei war. Ich meine, ich war schon immer sehr sarkastisch. Und ich war auch immer ein bisschen zu enthusiastisch, zu fordernd und zu ungeduldig. Ich war halt jung – und ein verdammter Popstar. Da wird man schnell zum Arschloch. (lacht) Und durch diese Briefe erfahre ich viel über mich selbst und kann von daher auch endlich dieses Buch in Angriff nehmen – selbst wenn ich die Idee, meine Lebensgeschichte aufzuschreiben, im Grunde hasse.

Wie weit bist du damit?

Stephen Stills: Es ist alles im Computer – und ich verändere es ständig. Wobei ich es viel lieber auf einer guten, alten Schreibmaschine geschrieben hätte. Auf einer verdammten Selectmatic, sofern es da noch funktionsfähige Exemplare geben würde. Aber da ist halt niemand mehr, der die Dinger repariert …

Stimmt es, dass Jimi Hendrix dich mal gebeten hat bei The Experience einzusteigen – als Ersatz für Bassist Noel Redding?

Stephen Stills: Ja, aber bis ich das Buch von Mitch Mitchell gelesen habe, dachte ich eigentlich nicht, dass das ernst gemeint war. Ich hielt das für dummes Gerede. Aber jetzt fühle ich mich natürlich sehr geschmeichelt. Und so, wie es ausschaut, haben sie wohl damals David Geffen, meinen Manager, angerufen, um zu fragen, ob ich zur Verfügung stünde. Und er meinte nur, er wüsste nicht, wo ich gerade stecke. Was wahrscheinlich nicht einmal gelogen war. Denn ich saß mit einer gebrochenen Hand auf Hawaii, was ich ihm auch nicht auf die Nase binden wollte, weil das ein Riesentheater zur Folge gehabt hätte. Ich hatte mir die Hand nämlich bei einem Autounfall gebrochen – als ich vor lauter Wut zu hart aufs Lenkrad eingeschlagen habe. (lacht)

Und: Wärest du eingestiegen, wenn du es gewusst hättest?

Stephen Stills: Sofort! Ohne zu zögern! Also solange sie mich auch vernünftig bezahlt hätten. (lacht) Aber zu der Zeit gab es nun mal eine Menge Leute, die sehr viel in Crosby, Stills & Nash investiert hatten. Und die nicht sonderlich begeistert von der Idee gewesen sein dürften. Aber: Wir hatten keine Live-Termine, also hätte ich die Jimi-Tour problemlos durchziehen können – und hätte bestimmt eine tolle Zeit gehabt. Nur: Billy Cox war ebenfalls klasse. Ich habe mir die Atlanta-Show angeschaut, bei der ich dann wohl dabei gewesen wäre, und ich fürchte, ich hätte da eine ziemlich unpassende Frage gestellt. Nämlich: „Hört mal Jungs, warum spielen wir eigentlich so schnell? Etwa nur, weil wir das können?“ (lacht)

Du hast mal mit Hendrix gejammt und auch aufgenommen: Wie viele SongSchätze finden sich darauf?

Stephen Stills: Leider nur wenige. Im Endeffekt haben wir rumgehangen, getrunken, geraucht, uns unterhalten, und das war’s. Was eine Schande ist. Wir haben diese großartige Gelegenheit, etwas Kreatives zu schaffen, einfach verstreichen lassen. Was mir nicht bewusst war, bis ich mir das vor ein paar Jahren noch einmal in Ruhe angehört habe. Ich dachte, da wäre wesentlich mehr Material. Aber das war es nicht.

Welche Gitarren hast du auf dem aktuellen Album verwendet?

Stephen Stills: In erster Linie eine 1959er Gretsch und eine, die Fred Gretsch für mich gebaut hat. Er fragte mich, ob ich besondere Wünsche hätte, und ich meinte: „Verwende wieder original specs and hand wire the post.“ Das hat er getan, und es spielte sich gleich viel besser. Außerdem habe ich eine schwarze Les Paul mit drei Pickups, die fast 25 Kilo wiegt. Früher habe ich sie auch mit auf Tour genommen, aber sie war so schwer, dass ich danach einen Chiropraktiker aufsuchen musste, weil ich Rückenschmerzen hatte. Dieses verfluchte Ding! Und sie klingt längst nicht so gut wie meine diversen Strats, u.a. von 1954 und ‘59 … Das sind im Grunde alle Gitarren, die ich benutze. Und meine 80 Jahre alten Martins.

Ist das die ganze Sammlung?

Stephen Stills: Nein, das sind meine Arbeits-Gitarren. Die echte Sammlung ist in einem Lagerhaus, in dem ansonsten Gemälde für Museen aufbewahrt werden. Da gehe ich keinerlei Risiko ein. Und alle sechs Monate kralle ich mir die Crew und sage: „Jungs, es wird Zeit, den Gitarren ein bisschen Liebe zu schenken.“ Also um sicherzustellen, dass sie sich in gutem Zustand befinden. Allein die Wartung der Teile ist extrem kostspielig, aber sie verdienen es ja auch, für die Nachwelt erhalten zu werden.

Über wie viele Gitarren reden wir da?

Stephen Stills: Das sage ich nicht!

Warum?

Stephen Stills: Weil ich einmal den Fehler begangen habe, einen Teil meiner Sammlung fürs Cover eines amerikanischen Gitarrenmagazins ablichten zu lassen. Das hat mich innerhalb eines Jahres Modelle im Wert von 600.000 gekostet, weil den Dingern Füße gewachsen sind. Da kann ich nur sagen: Wenn ihr euch so benehmt, dann halte ich sie eben unter Verschluss. Ich nehme nur ganz wenige von ihnen mit auf Tour – die anderen sind angekettet, eingeschlossen und werden von einem bewaffneten Sicherheitsmann bewacht. Das bleibt so, bis ihr euch wieder vernünftig benehmt.

So schlimm?

Stephen Stills: Oh, ich musste neulich ein ganzes Publikum strammstehen lassen, weil mir jemand hinter der Bühne meine D-45 gestohlen hatte. Also habe ich die Zuschauer bei dem Konzert so zurechtgestaucht, dass die Gitarre später auf dem Parkplatz gefunden wurde. Da frage ich mich: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

In einer, in der ein Vermögen für solche Gitarren gezahlt wird.

Stephen Stills: Daran ist ja auch nichts verkehrt. Schließlich hatten sie Zeit, um in Ruhe zu reifen, und sie wurden in Handarbeit hergestellt. Das sind keine maschinell gefertigten Massenprodukte, sondern es gibt nichts Besseres als alte, echte Frederick Martins.

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(Bild: © Eleanor Stills 2012)

Du meinst Martin-Modelle vor 1900?

Stephen Stills: Ja, und davon habe ich einige. Es war mir ein innerer Vorbeimarsch, als ich neulich ein paar Exemplare in einem Museum in Boston gesehen habe. Weshalb ich durchaus darüber nachdenke, sie zu stiften und ihren Wert von der Steuer abzuschreiben. Das einzige Problem ist, dass die meisten Museen zwar wahnsinnig viel für Gemälde zahlen, aber bei Gitarren noch extrem knausern. Ich habe viele Anfragen von Museen bekommen, die sich einfach nur ein paar leihen wollten. Doch davon habe ich ja nichts – also weder Geld, noch könnte ich auf den Instrumenten spielen, wenn mir gerade danach wäre. Denn es gibt nun mal Songs, für die ich exakt den Sound dieser Gitarren brauche.

Also: Warum sich davon trennen, wenn es nicht zwingend notwendig ist oder nicht richtig honoriert wird? Zumal es kein schöneres Gefühl gibt, als Backstage im Pariser Olympia herumzulaufen und von einem Gabelstapelfahrer angesprochen zu werden, der auf die Gitarren zeigt und sagt (auf Französisch): „Superb! Superb, monsieur!” Dann verneigt er sich und fährt weiter. Das sind die Momente im Leben, die für vieles entschädigen … Und ich mag es nicht, wie sich die Industrie entwickelt …

… inwiefern?

Stephen Stills: Die Labels tun kaum noch etwas für ihre Künstler. Die machen kein Marketing und keine vernünftige Promotion mehr, die hauen den ganzen Kram einfach nur raus, und es ist ihnen völlig egal, was damit passiert. Sie sind wie Faultiere, die sich um Diven in Bussen kümmern sollen – und deren Entourage. Klar, CSN haben sich auch daran vergangen. Das kann ich nicht leugnen. Wir haben da Unsummen verballert. Nur: Die Rolling Stones haben so viel verdient, dass sie sich das leisten konnten – wir aber nicht. Wobei Keith sehr wohl wusste, dass das nicht gut für das gemeinsame Produkt, also für die Qualität der Musik ist. Es gibt ein schönes Rolling-Stone-Interview, in dem er sich genau damit auseinandersetzt. Und Billy, also Bill Wyman, denkt genauso.

Er ist einer meiner besten Freunde, und ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Band ohne ihn nicht so gut klingt. Er kommt immer mal wieder zu Besuch, und wir spielen alte Blues-Platten, wir machen ein bisschen Musik und ich nehme ihn gerne auf den Arm wegen seiner Flugangst: „Sag mal, weißt du denn nicht, wie so ein Airbus funktioniert?“ – „Oh doch, aber ich habe keine Lust, irgendwann vom Himmel zu fallen.“ Aber da ist bei ihm nichts zu machen – während ich gerne fliege. Am liebsten Air France, wegen des Essens und der Stewardessen. (lacht)

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