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Mark Knopfler: Gear-Special
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The New Roses: Als Newcomer muss man durchgängig unterwegs sein

Sänger/Gitarrist Timmy Rough (Bild: Matthias Mineur)

Die Wiesbadener Rockgruppe The New Roses hat sich ihre Fangemeinde im wahrsten Sinne des Wortes hart erkämpft.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 tourt die vierköpfige Formation unablässig durch kleine bis mittelgroße Clubs in Deutschland und angrenzenden Ländern, hat zudem keine Chance ausgelassen, mit namhaften Größen die Bühne zu teilen, und sich dabei selbst zum Headliner hochgearbeitet.

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Der Fleiß zahlt sich offenkundig aus: Seit zwei Jahren steigen nicht nur unaufhörlich die Besucherzahlen ihrer Konzerte, sondern auch die Verkaufszahlen ihrer Tonträger.

Die Grundlage des Erfolgs: Ihren heißen Ami-Rock mit Southern-Einschlag würzen die Musiker Tim Opitz (aka: Timmy Rough,Voc/Git), Urban Berz (Drums), Stefan Kassner (genannt: Hardy, Bass) und Norman Flauaus (Spitzname: Norman Bites, Leadgitarre) bei Konzerten mit einer gehörigen Portion Schweiß, Adrenalin und Spielfreude.

Wir haben uns mit The New Roses bei ihrem Auftritt im Osnabrücker Rosenhof (Headliner: The Dead Daisies) getroffen und Frontmann Timmy Rough zu den Gründen dieser erstaunlichen Erfolgsgeschichte befragt.

Interview

Timmy, seit zweieinhalb Jahren erleben The New Roses einen atemberaubenden Aufschwung. Weshalb entwickelt sich die Band derzeit so phänomenal?

Man darf bei dieser rasanten Entwicklung nicht die Vorarbeit der zurückliegenden 15 Jahre vergessen. Unser Schlagzeuger Urban und ich waren früher bereits in einer gemeinsamen Coverband und haben permanent in den kleinsten Läden gespielt.

Urban und unser Bassist Hardy hatten ebenfalls schon mal eine gemeinsame Gruppe, Norman wiederum war viele Jahre Gitarrist einer AC/DC-Coverband, daher kennen wir uns alle schon seit Jahren.

Sologitarrist Norman Bites (Bild: Matthias Mineur)

Bei The New Roses gab es zunächst einige Startschwierigkeiten, weil uns das Geld, die Kontakte, letztlich fast alles fehlten. Aber wir hatten den festen Willen, es zu schaffen. Unser erster kleiner Erfolg war der Song ‚Without A Trace‘ auf dem ‚Sons Of Anarchy‘-Soundtrack, mit dem wir ersmals medial wahrgenommen wurden. Ab da ging es Schritt für Schritt weiter, es gab also nicht den einen Moment des Durchbruchs.

In erster Linie habt ihr euch euer Publikum aber durch euer unentwegtes Touren erspielt, oder?

Natürlich kann man heutzutage nicht mehr – wie früher Pink Floyd, Queen oder Michael Jackson – ein Album veröffentlichen, ohne damit zu touren. Als Newcomer muss man durchgängig unterwegs sein.

Zwischen den Tourneen zu ‚Dead Man´s Voice‘ und ‚One More For The Road‘ lagen gerade einmal vier Wochen Pause. Aber ohne Album geht es halt auch nicht. Man braucht neue Songs, man hat ja auch Lust darauf und will sich weiterentwickeln, aber man muss sie anschließend auf die Straße bringen.

Bassist Hardy
Hardys Ampeg Micro VR Head

Ist es demzufolge wichtig, dass die Studioscheiben möglichst wie Live-Alben klingen? Oder sind das zwei Paar Schuhe?

Wir haben einfach aus der Not eine Tugend gemacht und aufgrund eines fehlenden Budgets unsere ersten Alben selbst produziert, und zwar innerhalb von nur zwei Wochen, ohne wirkliches Studio-Know-how. Wir haben versucht, uns an unserem Live-Sound zu orientieren. Genau diese schnörkellose Vorgehensweise kommt bei den Zuhörern gut an.

Wer schreibt eure Songs?

Ich. Und zwar immer sofort mit einer bestimmten Vision im Kopf, wie die Nummer klingen soll. Natürlich orientiere ich mich auch an unserem zweiten Gitarristen, in diesem Fall also an Norman. Er spielt einen typischen AC/DC-Rocksound, so ein wenig Marshall-mumpfelig mit einer ordentlichen Zerrung. Dementsprechend versuche ich das ergänzende Element zu sein und cleaner und mit mehr Höhenanteil zu spielen.

Marshall JVM 205 M, JCM 25/50, Model 2555 und 4x12er Box (Bild: Matthias Mineur)

Woher stammt eigentlich dieses Southern-Rock-Flair deiner Songs?

Keine Ahnung, es entsteht einfach. Auf jeden Fall stecken weder Kalkül noch eine Marktanalyse dahinter. Ich bin einfach selbst Fan von Scheiben wie ‚Powerage‘ von AC/DC oder ‚Exile On Main Street‘ von den Rolling Stones.

Auch die Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd waren immer schon wichtige Bands für mich. Davor liebte ich den Sixties-Rock’n’Roll mit Elvis, Jerry Lee Lewis und Little Richard.

So etwas saugt man auf und verarbeitet es dann irgendwie auf seine eigene Weise in seinen eigenen Songs. Letztlich will doch jeder Junge das machen, was seine Helden vorgelebt haben, und es mit seinem eigenen Stil kombinieren.

Sind auch deine Texte von diesen Vorbildern inspiriert?

Ich bin kein Illusionist, der von Drachen oder Wikingern singt, und ich mag auch keine Drama Texte. Mir gefällt der Skynyrd-Ansatz, diese Art von Country-Texten mit ihren Alltagsgeschichten. Unsere Attitüde lautet: Wir machen Rock’n’Roll, wir kommen raus und treten euch in den Arsch, und morgen machen wir das irgendwo anders.

Gear

Welches sind deine wichtigsten Studiogitarren?

Vor allem meine rote Les Paul, die auch gleichzeitig meine allererste Gitarre ist. Ich habe erst im Alter von 21 Jahren mit dem Gitarrespielen angefangen. Anfangs war ich Saxophonist einer Band, dann ihr Sänger und schließlich ihr Sänger und Gitarrist.

Gibson Les Paul Special, Baujahr 2006 (Bild: Matthias Mineur)

Deshalb bin ich auch kein großer Solist mehr geworden, sondern konzentriere mich aufs Songwriting, auf gute Sounds, gute Voicings und darauf, sozusagen ein guter, solider Malcolm Young zu sein. Das geht mit der Les Paul sehr gut.

Eine Zeit lang habe ich auch Telecaster gespielt, wusste aber nie so genau, welche von beiden mir besser gefällt. Dann kam die ES Les Paul auf den Markt, damit hatte ich quasi „best of both worlds“ zur Verfügung.

Wie lange spielst du den Hughes & Kettner Grandmeister bereits?

Mein erster Amp war ein Fender Deville, mein zweiter ein Marshall 6100 Anniversary, danach kam mein erster Hughes & Kettner, ein Statesman, den ich sehr gerne gespielt habe. Allerdings kam ich als Frontmann mit den vielen Fußpedalen häufig aus dem Konzept.

Hughes & Kettner Grandmeister Deluxe 40 (Bild: Matthias Mineur)

Deswegen bin ich sehr froh, dass Hughes & Kettner dieses Problem mit dem Grandmeister gelöst hat, indem die Effekte eingespeichert sind. Ich bin eh kein Technik-Freak, der sich mit MIDI und solchem Zeugs auskennt.

Der Grandmeister ist sehr verständlich aufgebaut und hat alles was ich brauche, sodass ich mit nur einem Knopfdruck alles das parat habe, was ich für den nächsten Song brauche. Das war mein Traum, und der ist mit dem Grandmeister Realität geworden.

Du spielst über eine Redbox, nicht wahr?

Richtig. Die hat mir schon öfter das Leben gerettet.

Warum?

Weil, man kennt das: hektischer Festivalbetrieb, keine ausreichende Anzahl an Mikros, oder irgendjemand berührt unabsichtlich das Mikro und verändert damit die Position so, dass nichts mehr von der Box übertragen wird. Haben wir gerade gestern erst bei Norman erlebt.

In einem hektischen Live-Betrieb ist die Redbox einfach wie ein Hauptgewinn. Der Witz ist: Wenn wir in einen Club kommen, lachen die Techniker immer über diesen kleinen Amp und sagen etwas wie: „Das ist doch kein Rock’n’Roll.“

Dann stöpsle ich ihn ein, aktiviere die Redbox und in viereinhalb Sekunden steht mein Sound. Anschließend jubeln alle, weil das bereits mein gesamter Soundcheck war. Die meisten Soundleute fragen zuerst: „Wo ist denn das Mikro?“, um dann erfreut festzustellen, dass es so viel cooler ist, weil es keine Übersprechungen gibt, weniger Fehlerquellen, und so weiter.

Deine 4x12er Box ist für dich also nur der Monitor.

So ist es! Im Studio ist das natürlich etwas anderes, aber im hektischen Live-Betrieb hilft es enorm. Ich bin ja auch kein Bonamassa-Typ, der beim Sound vom Hundertstel ins Tausendstel kommt. Für mich ist es Rock’n’Roll, scheißegal, ob es noch etwas mehr Höhen oder Mitten sein könnten.

In erster Linie muss Equipment funktionieren. Wir haben schon so viel Scheiße erlebt. Wenn man viel live spielt, braucht man irgendwann den ganzen Firlefanz nicht mehr.

Man fragt sich immer häufiger: Benötige ich diesen Effekt wirklich? Denn er beinhaltet zwei weitere Patch-Kabel und damit zwei weitere mögliche Fehlerquellen. Wir haben gelernt, alles wegzulassen, was nicht unbedingt lebensnotwendig ist.

Der Grandmeister ermöglicht mir, alle Effekte zu nutzen, ohne tausend Einschleifwege bereitstellen zu müssen.

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2018)

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wow, als alter new roses Fan bin ich wieder mal begeistert. Timmy Rough und seine Jungs sind wirklich echte coole Rocker. Die Stimmgewalt von Timmy Rough ist einfach saustark. Die Texte der songs sind geil und passen genau zur Musik. Macht weiter so Jungs, ihr schafft das. Eure Fans mace und face

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