Produkt: Ace of Spades – Motörhead
Ace of Spades – Motörhead
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Meilenstein 1979: Motörhead – Overkill

(Bild: Bronze Records)

Am 20. Juli 1975 spielten die HardRock’n’Roller Motörhead ihren ersten Auftritt im Roundhouse, London. Von da an entwickelten sich die Dinge recht schnell für Lemmy Kilmister (voc, b), Larry Wallis (g) und Lucas Fox (dr), wenngleich nicht ohne Startschwierigkeiten …

Motörhead erspielten sich auf der anschließenden England-Tour einen guten Ruf als Live-Act und schließlich einen Plattenvertrag mit United Artists. ,On Parole‘ war fertig, doch das Label boykottierte die für 1976 anvisierte Veröffentlichung. Die Band wechselte zu Chiswick, ursprünglich nur um zwei Songs für eine Single aufzunehmen. Doch das Trio entschied sich, wie Mr. Kilmister in seiner Autobiographie ‚Lemmy – White Line Fever‘ (1. Aufl., Iron Pages Verlag, 2004) erzählt, statt nur zwei, ganze elf Stücke aufzunehmen, die innerhalb von 48 schlaflosen Stunden eingezockt wurden.

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1977 erschien ,Motörhead‘ und erreichte Rang 43 der britischen Charts. Inzwischen hatte sich mit „Fast Eddie“ Clarke (g), Phil „Philthy Animal“ Taylor (dr) und Lemmy eine neue Besetzung herausgebildet. Die Drei wurden von Bronze unter Vertrag genommen und nach zwei recht erfolgreichen Singles wurde das offiziell zweite Album in Angriff genommen.

,Overkill‘ erschien Anfang 1979 – und beim Wiederhören wird man gleich mit dem ultraschnellen Titeltrack konfrontiert. Scharf kommt der Double-Bass-Schlagzeug-Beat, in den sich Bass und dann die Gitarre einklinken. Lemmy singt mit einem Klang, der mit rau nur annähernd charakterisiert ist. Ein toller Song mit viel Punkrock-Energie, der das Gitarrensolo zweimal scheinbar ausklingen lässt, nur um wieder Gas zu geben. Eddie beeindruckt mit vielen schnellen Läufen in einem fetten Sound.

Meist sieht man ihn mit einer Fender Stratocaster, die er in der Stegposition mit einem DiMarzio-X2N-Humbucker und am Hals mit einem DiMarzio-SDS-1-Einspuler versehen hatte. Außerdem setzte er eine 1972er Gibson Les Paul Deluxe ein, die er ebenfalls mit DiMarzios bestückte. Auf der Bühne sah man hinter ihm immer Röhren-Verstärker und 4×12″-Boxen von Marshall, zudem setzte er ein Boss OD-1 und ein WahWah-Pedal ein.

Zurück zum neuen Rock‘n‘Roll der ausgehenden 70er. Sehr cool wie ,Capricorn‘ recht leise beginnt, allmählich an Lautstärke gewinnt und mit Gitarreneinsatz das volle Volumen erreicht. Mit diesem ungewöhnlichen Intro und dem starken Hall auf dem Gesang strahlt der Song viel psychedelisches Feeling aus. Über das Gitarrensolo berichtet Lemmy in seiner Autobiographie, dass es entstanden sei, als Eddie seine Gitarre stimmte und auf ihr „herumalberte“. Das Band lief, Produzent Jimmy Miller (u. a. Spooky Tooth, Blind Faith, The Rolling Stones) legte noch Delay darüber, und als Eddie sein Solo spielen wollte, sagte Miller es sei schon fertig. Lemmy kommentiert trocken: „Das sparte uns Geld!“

Offenbar wollte man auch ein bisschen Kreativität sparen. So ist das Haupt-Riff in ,No Class‘ eine dreiste Kopie von ZZ Tops ,Tush‘ (,Fandango‘, 1975), allerdings wesentlich aggressiver und schneller gespielt, mit mehr Dreck zwischen den Noten und einer anderen Bridge. Der Song avancierte genauso zum Live-Klassiker wie auch das treibende ,Metropolis‘. Laut eigener Aussage schrieb Lemmy Kilmister den Song in nur fünf Minuten, nachdem er Fritz Langs visionären Stummfilm-Klassiker ‚Metropolis‘ im Kino gesehen habe.

Gemächlich drückt das sehr coole ,Stay Clean‘ nach vorne. Grandios ist das Bass-Solo im typisch komprimierten bis angezerrten Sound. Für den setzte er stets einen Rickenbacker-Bass (die Modelle 4001, 4003 oder 4004) ein. Verstärkt wurde mit „Murder One“, einem Marshall JMP Superbass II 100 Watt und 4×12″- und 4×15″-Marshall-Boxen.

Auf ,Overkill‘ hatten die Songs und der Sound von Motörhead an Format gewonnen. Und es ging aufwärts: Das Album erreichte Rang 24 der britischen Charts. Noch im selben Jahr erschien ,Bomber‘, das gar bis auf Platz 12 kletterte. Im Zuge des Erfolges veröffentlichte United Artists am 8. Dezember 1979 das ehemals abgelehnte ,On Parole‘. ,Overkill‘ setzte den Kurs für den Erfolg in den frühen 80erJahren mit den Meilensteinen ,Ace Of Spades‘ und ,No Sleep ‘Til Hammersmith‘, die beide durch die Decke gingen.

Am 24. Dezember 2020 wäre Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister 75 Jahre alt geworden. Da wird sicher die eine oder der andere ein Bier kaltgestellt haben.

(erschienen in Gitarre & Bass 01/2021)

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