Aus dem neuen Heft

Interview-Teaser: Warner Hodges – Rock’n’Roll in Nashville

FOTO: Trudi Knight

Hard Way Nashville/Tennessee gilt als Hauptstadt der Musik – allerdings nicht unbedingt für Rock. Die Rock’n‘Roller in Nashville gehören eher zur alternativen Szene, während der Rubel beim Mainstream-Country-Pop rollt. Es gibt tausende Gitarristen in der Stadt. Einer der meistbeschäftigten ist Warner E. Hodges, der Erfinder des Cow-Punk. 

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Mit seiner Combo Jason & The Scorchers sorgte Warner im stilistischen Dreieck von Hank Williams, AC/DC und den Ramones für Furore, lange bevor Begriffe wie Alt Country oder Americana in Mode kamen. Seit ihrem Rockpalast-Konzert 1984 sind die Scorchers auch hierzulande ein Begriff. Mit Unterbrechungen existiert die Band bis heute, aktuell gehören neben Warner und Namensgeber Jason Ringenberg noch Al Collins (Bass) und der schwedische Drummer Pontus Snibb dazu. 2010 präsentierten die Scorchers mit ,Halcyon Times‘ ihr bisher letztes Studioalbum. Dafür spielte Warner zwischenzeitlich auf zahlreichen Studio- und Live-Alben von Stacie Collins, den Bluefields oder Dan Baird die Leadgitarre und trat sogar als Produzent in Erscheinung. Zum Zeitpunkt des Interviews war Hodges zeitgleich in fünf Bands aktiv: Jason & The Scorchers, Dan Baird & Homemade Sin, Drivin N Cryin, The Bluefields und seiner eigenen Warner E. Hodges Band – mit Touren in Australien, USA und vor allem Europa. Wir trafen Warner beim Baird-Konzert in Walter Dieterles „Hirsch“, dem Gitarristen-Mekka im beschaulichen Metzingen-Glems, wo sich bekannte Saitenkünstler wie Albert Lee, Aynsley Lister, Stan Webb, Thomas Blug oder Claptons Sideman Andy Fairweather-Low regelmäßig die Klinke in die Hand geben.

Warner, du wohnst in Nashville, bist aber tatsächlich in Würzburg geboren …

Ja, ich bin also halber Deutscher, ich hatte sogar eine deutsche Geburtsurkunde. Aber nach Nine-Eleven musste ich mich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden. Das ist Teil dessen, was hier gerade passiert. Vielleicht nimmt mich Deutschland ja zurück? Immerhin kann ich beweisen, dass ich hier geboren bin, in einem deutschen Krankenhaus.

Deine Eltern waren als GIs in Würzburg stationiert?

Ja, mein Vater war in der Army. Als meine Mutter die Wehen bekam, war mein Vater mit dem Auto unterwegs, deshalb musste sie ein Taxi nehmen. Der Taxifahrer war auf dem Weg zur Military Base, als er einen Fußgänger überfuhr und tötete. Deshalb kam meine Mutter in ein deutsches Krankenhaus, gerade rechtzeitig, um mich zur Welt zu bringen. Da ich also auf deutschem Boden geboren bin, kann ich nie amerikanischer Präsident werden (lacht). Aber das ist OK für mich. Ich glaube nicht, dass ich den Job möchte.

Manche Fans kennen dich seit dem Rockpalast-Konzert der Scorchers. Du warst der mit dem Cowboy-Hut. Und immer eine Zigarette im Mundwinkel.

Ich rauche nicht mehr. Meine beiden Brüder starben an Lungenkrebs. Da konnte ich meiner Mutter nicht mehr in die Augen sehen, mit einer Fluppe in der Hand.

Und du trinkst auch keinen Alkohol mehr?

Ich hatte seit 25 Jahren keinen Drink. Wir haben das alles mitgemacht, Drogen und Alkohol, und ich habe gesehen, was es bei den Bands anrichtet. Es ist hart, Teil davon zu sein, und es ist ebenso hart, da zuschauen zu müssen. Welchen anderen Job gibt es schon außer Musik, in dem es nicht nur akzeptiert wird, dass du bei der Arbeit trinkst – es wird sogar von dir erwartet. Ich habe jetzt viel mehr Spaß beim Spielen, seit ich trocken bin. Und weißt du was? Ich spiele auch viel mehr als zu der Zeit, als ich 20 war. Drivin N Cryin haben mich engagiert, weil ich trocken bin, das war für sie die erste Bedingung.

Sind die nicht gerade ebenfalls auf Europa-Tour? Wer spielt denn da für dich?

Ja, sie sind gerade in Holland. Da vertritt mich Mark Bryan, der Gitarrist von Hootie & The Blowfish. Auch Peter Stroud von Sheryl Crows Band ersetzt mich öfter in den USA, oder Audley Freed und manchmal sogar Warren Haynes.

Habt ihr mit den Scorchers wirklich den Cow-Punk erfunden?

Wenn es sowas gibt – dann ja. Eigentlich war das aber die Erfindung einer japanischen Plattenfirma. Die mussten unsere Musik irgendwie benennen. Als die Scorchers anfingen, gab es kein Americana, kein Alt(ernative) Country. Wir haben das, was wir machen, zehn, zwölf Jahre früher gemacht als alle anderen, und zwar schon ab 1980. Ich kam mit 13 in die Music City, als mein Vater pensioniert wurde und meine Mutter einen Country-Deal suchte. Damals war in Nashville eigentlich tote Hose. Es gab nicht mal richtige Country-Musik, nur so Seventies Vegas-Scheiß. Lee Greenwood und solches Zeug.

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