Produkt: Gitarre & Bass 10/2019
Gitarre & Bass 10/2019
INTERVIEWS: Toto & ZFG – FAMILIENTREFFEN, The Allman Betts Band, In Extremo, Jared James Nichols, Nathan Navarro u.v.m. +++ TEST: Kemper Profiler Stage, Engl Savage 120 Mark II, Gretsch G5655TG Center Block Jr., Ibanez Fingerstyle-Collection, Reverend Rick Vito Soulshaker, Phil Jones Bass BP-800, Dingwall NG3 Combustion 5, Fender Vintera ’70s Telecaster Thinline & ’50s Precision Bass
Aus dem neuen Heft

Interview: Sheldon Dingwall

(Bild: Matthias Mineur)

Charakteristisches Markenzeichen aller Modelle: Das Multiscale-System, das die bei anderen Bässen häufig schwammige H-Saite auf das klangliche Niveau der übrigen Saiten bringt. Wir haben uns mit dem 58-jährigen Firmeninhaber auf dem Guitar Summit getroffen und viel Interessantes über seine Instrumente, seine Philosophie, aber auch über wichtige Erprobungsphasen erfahren.

Dingwall gehört dieser Tage zweifellos zu den populären Herstellern im Bass-Hochpreis-Segment. Das in Saskatoon beheimatete Unternehmen von Firmengründer Sheldon Dingwall stellt seit mehr als 25 Jahren ungewöhnlich hochwertige und durchgehend markant klingende Bässe her.

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Sheldon, bist du eigentlich selbst Bassist?

Nein, ich komme vom Klavier. Wobei: Mein allererstes Instrument waren Töpfe und Pfannen. Ich krabbelte bereits auf dem Boden herum und trommelte auf alles ein, was mir in die Finger kam, bevor ich überhaupt laufen konnte. Insofern: Meine erste Liebe galt dem Schlagzeug, mein erstes Instrument war das Klavier. Das überrascht die Leute immer wieder, denn als in den 90ern andere Hersteller anfingen, die üblichen Probleme eines fünfsaitigen Basses aus Sicht von Musikern und Herstellern zu lösen, kam mein Ansatz eher von Gitarre und Piano und lautete: Multiscale.

Wann genau war das?

Anfang 1993. Wobei ich natürlich nicht der Erfinder der Multiscale bin, denn die gibt es schon seit mehr als 3000 Jahren, nur eben auf anderen Instrumenten wie etwa Harfe oder Klavier. Ich war auch nicht der erste, der es auf einer Gitarre verwendete, sondern das war Ralph Nowak, der sich das Prinzip 1989 patentieren ließ. Als typischer Bass-Hersteller wäre ich vielleicht gar nicht auf das Multiscale-Konzept gekommen, sondern hätte eher mit verschiedenen Hölzern und Pickups experimentiert, um zwischen den einzelnen Seiten und Bünden einen gleichmäßigeren Ton zu bekommen. Durch unseren neuen Ansatz waren wir gefordert, alle Bauteile eines Basses auf den Prüfstand zu stellen. Deshalb stellen wir auch eigene Hardware her, eigene Pickups und eigene Saiten, die D’Addario für uns produziert. Auf diese Weise haben wir volle Kontrolle über alle Komponenten unserer Instrumente.

Wie groß ist dein Mitarbeiterstamm?

Wir haben 14 Festangestellte, plus externe Mitarbeiter für die Künstlerbetreuung und die Sozialen Medien, sowie das Personal einer chinesischen Manufaktur, mit der wir kooperieren. Insgesamt kommen wir auf etwa 60 Mitarbeiter. Wir versuchen zurzeit, auch Leute in Indonesien zu rekrutieren.

Kannst du dich noch an deinen allerersten Bass erinnern, mit all den Schwierigkeiten, die mit der Herstellung vermutlich zusammenhingen?

Und ob! Ich weiß sogar noch den Tag, an dem ich die Saiten aufgezogen habe. Es war der 14. Januar 1993, der Abend bevor ich zur NAMM Show geflogen bin…

Produkt: Gitarre & Bass 6/2019
Gitarre & Bass 6/2019
Neoclassical Bluesrock: Yngwie Malmsteen+++Strat, Style, Strings, Sound: Jimmie Vaughan+++Glam-Metal 2019: Steel Panther+++Auf langer Abschieds-Tour: Rickey Medlocke & Lynyrd Skynyrd

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