Ahorn, Palisander, Ebenholz...

Griffbrett-Hölzer und ihre Auswirkung auf den Klang

Die Hölzer, die für das Griffbrett verwendet werden, verleihen dem Grund-Sound der E-Gitarre eine ganz spezielle Charakteristik. Die am häufigsten verwendeten Materialien – Ahorn und Palisander – spalten die Geschmäcker der Gitarristen. Die meisten sind der Meinung, dass ein Ahorngriffbrett mehr Höhen produziert als ein Ahornhals mit einem Palisandergriffbrett.Verrundete Griffbrettkante

Doch diese Aussage ist so nicht richtig. Zum einen produziert ein Ahornhals mit Ahorngriffbrett keinesfalls weniger Bässe, aber das untere Frequenzspektrum wirkt kontrollierter und definierter als bei der Ahorn/Palisander-Kombination. Diese hat dafür einen „lockeren“, „luftigeren“ Bassbereich. In den oberen Frequenzen verhält es sich ähnlich: Ahorn/Ahorn-Kombinationen klingen hier kontrollierter, gebündelter, aber nicht so „glänzend“ wie das offener klingende Palisandergriffbrett.

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Im wichtigen mittleren Frequenzbereich kommt die Ahorn/Ahorn-Kombination klar und präsent, aber nicht hart rüber, während Ahorn/Palisander durchsichtiger erscheint und den mittleren bis oberen Mittenbereich mehr betont – also gerade richtig für druckvolle Musik wie Blues, Rock und die zahlreichen Mischformen zwischen diesen Polen. Ein Ebenholzgriffbrett klingt ähnlich wie die Ahorn-Variante, begünstigt aber ein noch spontaneres Anschlagverhalten.

Rio-Palisander-Griffbretter betonen die Höhen, allerdings in weitaus höher liegenden Frequenzbereichen als Ostindisches Palisander. Pau Ferro besitzt ein Höhenklangbild, das in etwa zwischen Ebenholz und Rio-Palisander liegt, was sich klanglich besonders gut bei Bässen macht.

Einen direkten Vergleich zwischen diesen beiden Materialien ermöglicht die Fender Stevie Ray Vaughan Stratocaster, deren erste Jahrgänge noch mit Rio-Palisander-, und die später dann mit Pau-Ferro-Griffbrett ausgeliefert wurden. Im direkten A/B-Vergleich klingt die alte SRV-Stratocaster merklich spritziger und höhenreicher als die neue Version.

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16 Kommentare zu “Griffbrett-Hölzer und ihre Auswirkung auf den Klang”
  1. Was für ein entsetzlicher Unsinn! Da wird das Signal der Klampfe über zig Bodentreter geschickt und am Amp mehr oder weniger verzerrt. Kein Mensch hört da noch einen Unterschied zwischen GRIFFBRETTHÖLZERN heraus! Doch diesen Quatsch werdet ihr auch in fünfzig Jahren noch behaupten, selbst wenn euch die Ohren mit denen ihr das Gras wachsen hört schon längst abgefault sind…

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    • Stephan

      Hallo,

      sorry, aber der einzige entsetzliche Unsinn, der hier veröffentlicht wurde, ist dein Kommentar, Machtnix. Ich baue selber Gitarren, insbesondere Les Pauls. Und du glaubst gar nicht, wie unterschiedlich Hölzer selbst gleicher Sorte klingen können, und wie sehr sie den Grundsound einer Gitarre formen! Klar weißt du das nicht, denn du baust ja auch keine Gitarren, bist aber trotzdem mit einer Meinung schnell bei der Hand. Natürlich lässt eine endlose Effektkette die Holzeigenschaften zunehmend aus dem Klangbild entfernen, aber wer sagt denn, dass alle Leute ihre Gitarren durch zig Effekte schicken? Ich zum Beispiel tue das nicht. Mir kommt es auf den Klangcharakter der Gitarre an und allein schon um des lieben Drucks willen, werde ich mich hüten zu viele Tretkisten vorzuschalten.

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    • Machtnix, da stimme ich dir gerne zu. Das wird überbewertet. Eher ist dies eine Sache der Elektrophysik.

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  2. Im Blindtest wird kaum jemand den Unterschied zwischen den beiden Hölzern erkennen können (vermutlich sogar gar niemand!). Vor allem, wenn man andere Unterschiede in der Bauweise (einmal massiver Hals und einmal aufgeleimtes Griffbrett) herausnimmt. Von anderen Hölzern mal ganz zu schweigen.

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  3. Kollege “Machtnix” hat definitiv noch NIE eine Strat mit Ahongriffbrett und danach eine mit Rosewoodgriffbrett über einen Plexi gespielt.
    Klar, wenn du “Irgendeklampfe” durch einen Metal-Zone in einen voll aufgerissenen Mesa Recifier schickst, dann hörst du keinen Unterschied mehr …

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  4. Je tiefgehender man sich mit Gitarren(klang) und Musik beschäftigt, desto deutlicher wahrnehmbar werden die Unterschiede zwischen Ahorn und Palisander. Der Artikel fasst die klanglichen Unterschiede super zusammen!
    Alle, die schreiben, dass es keinen wirklichen Klangunterschied gibt, outen sich automatisch als Anfänger oder als Leute, die nie clean spielen, weil sie sich unter großer Verzerrung verstecken müssen. Ist nicht böse gemeint, ist einfach Fakt.
    Fragt mal bei Jeff Beck, Knopfler & Co nach… Die wissen schon, warum sie welche Hölzer spielen.

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    • Je mehr man sich mit Hokuspokus beschäftigt, desto mehr will man davon glauben. Fakt ist: Es werden immer Äpfel mit Birnen verglichen. Der Vergleich Les Paul zu Strat oder Telecaster hinkt dabei schon immer an der Mensur.

      Geht man dann noch an das Griffbrettholz wird’s richtig kurios. Strats und Teles haben austauschbare Hälse, folglich könnte man sogar den Beweis antreten: Man nimmt die gleiche Gitarre und testet sie einfach mit zwei verschiedenen Ahornhälsen, einen ohne und einen mit Palisander. Wichtig dabei: Es muss der gleiche Bunddraht sein, die gleichen frischen Saiten in gleicher Höhe bei ansonsten unverstellter Gitarre. Das Ergebnis wird sein, dass man im Blindtest nichts heraushören kann und das, sofern der Anschlag gleich ist, dürfte das Finden von Unterschieden auch vor dem Oszilloskop schwierig werden.

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  5. Ich finde den Artikel schon gut, obgleich sämtliche Beschreibungen in sämtichen Artikeln insofern schwammig sind, als das niemand wirklich definiert, was denn jetzt “Mitten” , “obere Mitten” oder “Höhen” sind. Da fänd ich mal Frequenzangaben besser, um das nachvollziehen zu können. Nichts desto trotz: Der Grundsound ist und bleibt die entscheidene Größe! Das habe ich nach jahrelangen Experimenten mit Aufnahmen verschiedenster Bässe mit unterschiedlichen Hölzern und Pickups erfahren.
    Vorallem: Nicht nur das Ergebnis auf z.B. einer CD-Produktion ist entscheidend – da hört der Hörer nicht unbedingt sofort die Hölzer heraus – aber der Musiker, der sich mit einem Instrument wohl fühlen muss, hört und fühlt beim Spielen sämtliche Unterschiede, sofern er sich damit beschäftigt hat. Das fängt bei der “Ansprache” an und hört bei “Durchsetzungskraft” auf – oder so ähnlich. Und – desto besser das Instrument, desto weniger muß z.B. im Mix einer CD rumgefrickelt werden.
    Habe z.B. auch mal einen Ahorn/Palisander gegen Ahorn/Ahorn getauscht und verglichen:
    Palisander klang frische oder höhenreicher!! Vielleicht beschreibt der Autor diesen Eindruck mit “glänzender”, oder es ist halt mal so, mal so…
    Für mich sind übrigens “Mitten” von 200Hz bis 1000Hz, danach fangen die “Höhen” an…

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  6. Harald Funke

    Ich habe gemerkt, dass Gitarren mit schwarzen Tonpotis einfach mehr mittig-erdiger klingen als jene mit Gelben. Funktioniert aber nur wenn die Tonpotis aus Metall sind, sonst sind die mittigen Bässe ziemlich schwabelig, was den ungeraden Frequenzen nicht gut bekommt. Ansonsten mein Generaltipp: immer gepunktete Gitarrengurten, dann bleibt das Soundspektrum extrem kompakt spektraldifferenziert… 😉

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    • Genau! Aber man darf dabei keinesfalls vergessen, dass in Zusammenspiel mit der Knopffarbe auch die Positionierung und Bauweise der Klinkenbuchse einen wesentlichen Faktor darstellt – und zwar nicht nur in Bezug auf die Fülligkeit, Offenheit, Transparenz und den Druck, sondern auch auf die Klangentfaltung, das Sustain, die Ansprache, die Färbung, und das Ausklingverhalten – was mit entsprechender fraktaler Spektrumsdominanzanalyse wissenschaftlich ohne weiteres nachweisbar ist und damit alle Zweifler sofort argumentelos im Regen stehen lässt. Eine seitlich in der Zarge angebrachte Buchse (Paula-Style) klingt viel fülliger als eine schräg in der Decke angebrachte Buchse (Strat-Style). Der starke Einfluss der Buchse wird so richtig offensichtlich wenn man die wohl selbst einem Neuling deutlich erkennbaren Klangunterschiede einer ES335 (Buchse in der Decke im 90°-Winkel) mit der mit einer klanglich extrem anders wirkenden “klemmbefestigten” Original Telecaster-Buchse vergleicht.

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  7. Stratpolizei

    Danke Harald!
    So isses.
    So lange es keine elektrischen solidbody Gitarren gibt, die einen weiteren Tonabnehmer im Body und im Hals haben, nützt mir die Holzdiskussion rein gar nichts.
    Der Ton ensteht durch Veränderung der magnetischen Feldstärke.
    Das Argument, man wäre Gitarrenbauer zieht bei mir schon lange nicht mehr, auch das Namedropping diverser Gitarrenstars.

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    • Paulafreak

      Ganz genau!
      Nach sinnlosen Diskussionen über “Tonhölzer” der Bodies sind jetzt Hals und Griffbrett dran. Der Effekt geht bei Solidbodies gegen Null. Entscheidend ist die Elektronik. Da kann mir jeder Gitarrenbauer der Welt erzählen, was er will. Gescheite PU´s und gute Hardware plus ordentliche Einstellung plus vernünftige Saiten – und gut is´.
      Wir reden ja hier nicht über Acoustics oder Geigen- da trifft das zu, denn hier muss man vom Einfluss der Tonhölzer reden. Ganz klar. Aber bei E-Gitarren? Leute, lasst mal die Kirche im Dorf – den Ton produzieren wir mit unseren Händen, unserem Ausdruck etc.

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  8. Michael Landei

    Männer, gebt die Kanonen beim Sheriff ab!

    Liebe Physiker!

    Eure Überzeugung, bei E-Gitarrensounds ging es nur um Feldstärke, Induktion, RC-Resonanzen, usw. ist völlig in Ordnung.

    Aber einige von Euch sollten lernen, zu akzeptieren, das es Menschen gibt, die Euch an differenziertem Hörvermögen und (professioneller) Erfahrung einiges voraus haben und die die Holzfrage anders beurteilen als Ihr. Ist doch gar nicht so schlimm, oder?

    Es zählt das Ergebnis. Und da stelle ich fest, dass die Kollegen mit den Hammersounds zuweilen ziemliche Physiknieten sind, die aber im Laufe der Jahre eine sehr feine (Hör-)Wahrnehmung entwickelt haben. Und die ihre Erkenntnisse mit lustigen, höchst subjektiven Adjektiven beschreiben, über die man dann als ‘Physiker’ lachen kann.

    Ob man diese Thematik dann allerdings in einem kurzen Artikel darstellen kann/sollte, halte ich für ebenso fragwürdig wie das sprichwörtliche ‘tanzen von Architektur’.

    Dass sehr viele Gitarristen das Thema Tonholz bei E-Gitarren bereitwillig abhaken, sehe ich keineswegs als Nachteil. Wenn es nicht so wäre, läge – aufgrund der wesentlich höheren Nachfrage – der schwarze Peter beim Raubbau geschützter Tropenhölzer womöglich nicht bei der Möbelindustrie, sondern beim Instumentenbau.

    Andererseits – die (prozentual gesehen) relativ reine Weste hat uns bei ‘CITES’ auch nix genützt.

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  9. Strat UND Paula

    Der Artikel geht schon in die richtige Richtung. Denn:
    Wieso spielt Clapton dann lieber auf nem Ahorngriffbrett, wenns eh keiner merkt?
    Such mal: Fender Custom Eric Clapton “Brownie” Tribute Stratocaster bei U-tube. KLick auf 4:40 und hör dir an, was E.C. zum Thema sagt.
    Sicher werden jetzt die Machtnixe dieser Ära wieder laut und meinen den Unterschied zwischen E.C. und Slash hört eh keine Sau…?

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  10. Volker Lohweg

    Genau, lasst mal alle die Knarren, Gewehre, Degen und was es sonst noch so gibt, beiseite, nützt doch nichts!
    Ich versuch’s hier auch nochmal.
    Im Grunde genommen ist es bei E-Gitarren garnicht so schwer ‘Holz’ und ‘Physik’ zu vereinigen. Es gibt hierzu auch eine größere Anzahl wiss. Publikationen, die die hier zur Debatte stehenden Diskussionspunkte verdeutlichen.
    1. Klanghölzer im eigentlichen Sinne gibt es nicht, nur Baumaterialien. Diese haben eine bestimmte Dichte, Längs- und Quersteifigkeit, typische Ausbreitungsfrequenzen, usw. Das ist Physik.
    2. Im Gegensatz zu akustischen Instrumenten, geht es bei E-Gitarren nicht um Resonanzen im Sinne eines Absrahlverhaltens, sondern um das ‘perfekt’ freie Schwingen der Saiten.
    3. Nach 2.) wäre es jetzt sinnvoll Stimmechaniken, Steg, PUs, usw. auf einen Stahlträger zu montieren und schon hätten wir die perfekte Gitarre – die ‘klingt’ aber nicht (gut). Warum? Wenn ich dieses Instrument so baue, erhalte ich das perfekte Frequenzspektrum. Das will ich aber nicht, weil eine gute E-Gitarre eben nicht so ‘klingt’. Und jetzt kommt das Holz ins Spiel, und nicht nur das, sondern auch die Bauart und Justage. Damit kommen wir zu…
    4. Jedes Instrument wird durch den Aufbau und die verwendeten Hölzer das ideale Frequenzspektrum verändern und zwar durch zehrende Resonanzen (dead spots) oder durch Bewegungsdämpfung (des Arms). Will heißen, das ideale Frequenzspektrum wird durch Auslöschung von Frequenzanteilen gefiltert. Und DAS macht dann den typischen ‘Klang’ eines Instrumentes aus. Deshalb wird ein Gitarrenbauer immer entsprechende Holzkombinationen wählen (aus Erfahrung und Abklopfen), die zu einem Instrument passen.
    Und aus dießem Grund klingen zwei identische Stratocaster, einmal mit Rosewood-, einmal mit Ahorngriffbrett eben anders. Deshalb klingt eine gute Les Paul eben so wie sie klingt.

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  11. bagotrix

    Es wird auf dem Gebiet ja immer gerne der angebliche “Voodoo” angeprangert, also quasi ein “Aberglaube”. Nach dem Tonfall in diesen Diskussionen scheinen mir die Rationalisten allerdings doch viel mehr von brennendem Glaubenseifer verzehrt zu werden…

    Ich selbst kann mich jedenfalls nicht als williges Opfer von Industrie und Medien sehen, sondern richte mich nach 30 Jahren Erfahrung als Gitarrist und Bassist. Und da kann ich nur sagen, dass ich es mehrfach mit Ahorngriffbrettern versucht habe, mir der Sound aber letztlich immer zu “knochig” (die Fans nennen es “glockig”…) war. Übrigens war das Holz damals in der Fachpresse usw. eigentlich kein großes Thema, das war rein meine eigene Wahrnehmung. Dabei WOLLTE ich die Dinger sogar mögen, wegen der Optik. Ging aber soundmäßig einfach nicht.

    Jedenfalls habe ich auch mehrfach an Gitarren und Bässen den direkten Vergleich gehabt, als ich dann nur den Hals getauscht habe (sogar von der gleichen Marke). Der Unterschied ist übrigens nicht ganz so deutlich bei “Maple Caps” – Ahornhälsen mit aufgeleimtem Ahorn-Griffbrett – die klingen etwas ausgeglichener. Es liegt also wohl nicht nur an der Holzsorte, sondern auch an der Sperrung der zwei Holzteile.

    Dennoch bleibt es eine Tatsache, dass unterschiedliche Holzsorten verschiedene physikalische Eigenschaften haben, wenn auch mit natürlicher Streuung und Überschneidungen. Und die spiegeln sich im Sound wieder, weil die Saite nicht an einem physikalischen Idealmodell aufgehängt ist, sondern auf Hölzern, die von ihr zum Schwingen angeregt werden und umgekehrt eine Rückwirkung auf die Saite entfalten. Physikalische Systeme sind eben viel komplexer als die großen Vereinfacher es sich zusammenreimen wollen. Das erwähnte Oszilloskop ist übrigens zu primitiv, um diese Unterschiede wirklich sichtbar zu machen, da müsste man schon sehr viel tiefer gehen.

    Wer meint, dass der Klang ausschließlich durch Saitenmetall und Elektrik bestimmt wird, möge einfach mal eine Strat aus Spanplatte bauen und dort Boutique-Hardware und -Pickups draufschrauben. Oder SRV “Double Trouble Live” anhören und den Gitarrensound auf “Lenny” mit dem Rest vergleichen. Ja klar, immer noch ne Strat, und der Sound kommt aus den Fingern – aber wer da nicht den Ahornhals raushört, dessen Ohren erscheinen sind solche feinen Unterschiede wohl als zu unbedeutend. Ist ja auch gut so, aber bitte akzeptiert doch einfach mal, dass sie anderen eben doch was ausmachen.

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