Torsten Scholz Sandberg California TSBS Bass

Der Beatsteaks Bass made by Sandberg

Der sympathische Mittdreißiger Torsten hat nach langjähriger Suche endlich „seinen“ Sound gefunden. Dafür verantwortlich zeichnen vor allem die Mitarbeiter der Braunschweiger Instrumentenschmiede Sandberg, die dem Bassisten und Mode-Label-Inhaber zwei Instrumente auf den Leib geschneidert haben. Wir nutzten den ersten Gig der Tour in Hamburg 2012, um mit Torsten und Henrik Schwaninger, seines Zeichens Sandberg-Mitarbeiter und gleichzeitig einer der Backliner der Beatsteaks, über die Band und das Tour-Equipment zu sprechen.

Band
FOTO: Reishaus Warner

Torsten, wie fühlt sich das für dich als Bassist an, mit zwei Schlagzeugern zu spielen?

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Torsten: Für mich total geil. Es fühlt sich jetzt alles irgendwie breiter an. Ich habe auch das Gefühl, dass es einfacher ist, im Groove zu bleiben. Und dadurch, dass Dennis (Kern), unser zweiter Drummer, ganz neu ist und so eine Sache noch nie gemacht hat, ist der halt noch viel aufgeregter als ich und das finde ich generell sehr gut. (lacht)

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Torsten: Unser Drummer Thomas und Dennis kennen sich schon seit Ewigkeiten und Dennis ist auch schon mehrmals als Roadie mit den Beatsteaks unterwegs gewesen. Irgendwann haben die beiden zusammen im Proberaum gejammt und alle fanden das super. Dann haben wir es mit der Band ausprobiert und es hat wirklich gut funktioniert. Thomas und Dennis haben sich vorher echt einen Kopf gemacht, Arrangements ausgearbeitet und viel zusammen geprobt und dann war das halt beschlossene Sache.

Torsten Scholz mit seinem Bass
FOTO: Reishaus Warner

Hat sich seit der letzten Tour etwas bei deinem Equipment geändert?

Torsten: Ich habe mir jetzt auf Henriks Anraten hin ein Marshall-VBA-400-Topteil gekauft. Vorher habe ich ein altes Ampeg-Top gespielt, aber da musste man immer wieder die Röhren auswechseln lassen und das war dann irgendwann zu teuer. Ich habe alle möglichen Mosfet- und Transistor-Amps probiert und die klangen auch alle super, aber ich brauch einfach eine Röhrenzerrung und es muss auch ein wenig rumpeln. Und mit dem Marshall geh ich jetzt in meine alte Ampeg-Box und in eine tolle 8x10er-Fender Bassman-Box, die ich auch erst seit kurzem habe.

Kommen wir zur Entwicklung des Sandberg TSBS!

Torsten: Ich hab Henrik vor ca. 10 Jahren im Band-Bus kennengelernt und nach vielen Dosen Bier wurde an dem Abend eine Freundschaft draus. Und irgendwann meinte Henrik dann, dass er bei Sandberg arbeite, und ich solle doch mal einen Bass von denen ausprobieren und so kam das alles ins Rollen. Zu dem Zeitpunkt habe ich einen Precision gespielt und so war dann auch der erste Sandberg-Bass den ich bekommen habe im V-Design.

Henrik: Wir haben danach viel mit verschiedenen Hölzern herumexperimentiert. Wir haben mit Erle angefangen, dann europäische Esche. Die ersten Modelle waren auch noch mit Palisandergriffbrett. Und das alles halt in der V-Form. Irgendwann wollte Torsten dann aber doch lieber die T-Form.

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Torsten: Im Laufe der Zeit hatte ich mir zwei alte 70er-Jahre-Jazz-Bässe gekauft und fand die total gut. Aber Tom, unser SoundMann, meinte, dass beide Bässe zwar geil klängen, aber dass sie auch bei manchen Tönen Löcher in bestimmten Frequenzen hätten. Also bin ich wieder zu den Jungs von Sandberg gegangen und ab da arbeiteten wir an einem TT-Bass. Die ersten SandbergBässe im TT- Design mit Erle-Korpus waren schon viel linearer, hatten aber noch zu wenig Bässe.

Henrik: Dann haben wir mit verschiedenen Pickup-Positionen herumprobiert. In unserer Werkstatt haben wir einen Pickup-PositionsTestbass, bei dem man immer hin und her schrauben und verschiedene Positionen ausprobieren kann. Und für Torsten hat es sich als optimal herausgestellt, dass der Bridge-Pickup im Vergleich zu dem Standard California TT-Modell näher an der Brücke ist. Weiterhin haben wir auch, für Sandberg-untypisch, mit Strings-thru-Bodies rumprobiert, die sich dann tatsächlich auch als am passendsten für Torstens Sound erwiesen. Womit wir auch viel experimentiert haben, sind die Pickups. Wir haben echt eine ganze Menge toller Tonabnehmern probiert, aber es war keiner darunter, der Torstens eigener Sound-Vorstellung entsprach.

Torsten: Bis dann irgendwann ein befreundeter Gitarrenbauer aus Berlin meinte, dass die Hot-Vintage-Pickups von Seymour Duncan einen sehr hohen Output hätten. Das Problem ist halt, auch wenn es nur ein Schlagzeuger ist, wenn der wie eine Sau draufhaut und dann auch noch drei Gitarren mitspielen, da kommst du dann auch mit einer 8x10er-Box und einem 400-WattAmpeg-Head schnell an deine Grenzen. Deswegen jetzt die Hot-Vintage-Pickups und die zweite 8x10er-Box. Jedenfalls wurden dann, kurz vor der letztjährigen Boombox-Tour, der graue und der weiße Bass fertiggestellt, die ich beide auch heute spielen werde, und mit denen ich wunschlos glücklich bin.

Amps

Das Ende der langen Suche?

Torsten: Es ist halt so, dass ich mir nicht ständig einen Kopf um mein Equipment machen will. Ich will eigentlich in meinem Leben nix anderes mehr spielen. Das sag ich jetzt nicht, weil der Henrik hier neben mir sitzt, sondern ich bin einfach froh, dass ich so tolle Instrumente gefunden habe. Henrik hat mir immer geholfen und mich beraten und er hat immer versucht, meine Wünsche so gut wie möglich umzusetzen. Und am Ende ist man total glücklich, dass jetzt etwas dabei rausgekommen ist, bei dem man sagt: Ich brauche nie wieder nach einem anderen Bass suchen.

Verrate uns zum Schluss noch dein restliches Equipment!

Torsten: An Bodentretern benutze ich eine ganz alte Rat, einen von der Firma Orion modifizierten Big Muff, einen EBS Multidrive, einen Exotic BB-Preamp und einen Aguilar Tone Hammer. Dazu kommen noch ein Tuner von Korg und als Stromversorgung ein Voodoo Lab Pedal Power 2 Plus. Und ich benutze eine D.I.-Box von Manley. Unser Sound-Mann Tom und ich haben lange herumexperimentiert und alles ausprobiert und diese D.I.-Box macht die Sache total rund. An Saiten benutze ich Dunlop Nickelwound in den Stärken .045-.105 für die E-Stimmung und für Songs mit Eb-Stimmung die Stärke .050-115, die sich auch tiefer gestimmt noch angenehm straff anfühlen. Ebenfalls von Dunlop sind meine Plektren mit einer Dicke von 0,73 mm.

Pedalboard

Vielen Dank für das Gespräch

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