„Für mich ist es eher wichtig clean zu spielen und eine Art Taschenlampe in der Dunkelheit zu sein, die dafür sorgt, dass der Weg nach Hause führt.“
Bonamassas Bäs(s)ter: Calvin Turner im Interview
von Matthias Mineur, Artikel aus dem Archiv
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Könntest du erklären, was du von dieser Band lernen kannst und welche Einflüsse du einbringst?
Jede Show ist eine neue Lernerfahrung. Joe ist ein instinktiver Spieler, seine Sensibilität und sein intuitives Verständnis von Musik sind unfassbar inspirierend. Ich denke fast jeden Abend: Wow, wie hat er das jetzt wieder alles zusammengebracht? Ihm bei der Arbeit zuzusehen erfüllt einen mit Demut. Und dann gibt es da ja auch noch Josh, der so emotional ist, wie man es nur sein kann, wenn es um Blues geht. Er jagt der Authentizität dieses Genres permanent hinterher. Oder auch Reese, dessen Lebenslauf für sich selbst spricht. Oft stehe ich abends auf meinem Riser, lehne mich zurück und denke: Mann, das hier ist einfach unverschämt gut! Wie in einem Süßwaren- oder Spielzeugladen: Ständig werden einem Dinge zugeworfen, mit denen man spielen kann.
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Das Line 6 HX Stomp XL Multi-Effektpedal plus Peterson Strobe Tuner
Allzu viele verschiedene Sounds benötigst du aber offenbar nicht, wie dein spartanisches Pedalboard verrät.
Das stimmt, aber das liegt auch an meinem großartigen Fodera-Emperor-Bass. Vinny Fodera und Joey und all die Jungs in seinem Laden, also Fred, Mike, aber auch Laura, sind wundervolle Menschen und haben sich fürsorglich um mich gekümmert. Offensichtlich ist meine musikalische Philosophie die gleiche wie Vinnys, nämlich immer auf die Bedürfnisse des Spielers einzugehen. Seine Liebe zum Detail ist grandios. Ich habe in den zurückliegenden Jahren mehrere Instrumente von Fodera bekommen, offenbar gibt es zwischen uns eine Verbindung auf einer höheren mentalen Ebene, und viele Dinge, die Vinny und sein Team einfach instinktiv tun und über die wir nicht explizit sprechen müssen. Was das Pedalboard betrifft: Ich habe derzeit keinen großen Bedarf an unterschiedlichen Sounds, da Joe, Josh und Reese schon so viel abdecken.
Fodera-Emperor-Bass mit LeCompte-Double-Down-Pickup
Daher habe ich das Gefühl, dass es besser ist, einen möglichst gleichbleibenden Sound anzubieten. Ich spiele also nicht viel mit Effekten, denn erstens soll der Fokus auf Joe, Josh und Reese liegen, außerdem: Wenn Joe und Josh zum Beispiel verzerrt spielen, und ich mich diesem Sound anschließen würde, entstünde ein großes Klangchaos. Für mich ist es eher wichtig clean zu spielen und eine Art Taschenlampe in der Dunkelheit zu sein, die dafür sorgt, dass der Weg nach Hause führt, wenn du verstehst, was ich meine. Deshalb setze ich allein auf den HX Stomp XL von Line 6, der zwar viele Möglichkeiten bietet, von denen ich aber nur einige wenige gelegentlich nutze. Es gibt in der Show kurze Momente, in denen ich einen Octaver oder einen Phaser einsetze, vor allem in ruhigen Momenten, um dem Song ein wenig Textur zu geben. Eigentlich spiele ich aber fast durchgehend clean ohne Effekte.
Ashdown ABM 1200 mit 8x10er Box
Seit wann hast du einen Ashdown ABM 1200 mit einer 8x10er Box?
Ich hatte immer schon einen Ashdown-Head, ich glaube, anfangs war es ein ABM600-Head, den ich mir damals selbst gekauft habe. Mein Vorgänger Michael Rhodes stand ja in engem Kontakt zur Firma, und als er Joe verließ und ich für ihn kam, war der logische Schritt, mit Ashdown zu sprechen und sie um Unterstützung zu bitten. Am Anfang habe ich irgendetwas bekommen, was Michaels Gear ähnlich war, irgendeinen 300-Watt-Head. Dann bin ich zum ABM 1200 gewechselt, einem Solid-State-Head mit einer Röhren-Pre-Section. Ich finde, er passt in der Art und Weise und auch in der Lautstärke, mit der ich spiele, perfekt zu den anderen Jungs auf der Bühne. Er klingt nur ein bisschen tighter und cleaner und ist weniger anfällig für wegfliegende, Feedback-artige Noten. Joe hat fünf oder sechs Dumbles und einige Marshalls, also eine Menge Zeugs. Mit dem ABM 1200 gelingt es mir, ihn zu unterstützen, ohne in sein tonales Territorium einzudringen.
Welche Saiten bevorzugst du?
Ich spiele schon lange Ernie Ball, den 45-105er-Satz, die normalen Slinkys. Ich bin erst kürzlich wieder auf die Rounds umgestiegen, vorher habe ich die Cobalt-Flatwounds gespielt, die ebenfalls unglaublich gut klingen. Ich habe jedoch gewechselt, da ich einen etwas stärkeren Top-End-Sound wollte, der besser zu dieser speziellen Tour passt.