Schwermetall aus Birmingham

Black Sabbath: Die Geschichte der Band

Das Böse hat viel von seinem Schrecken verloren, seit es in Trainingshose und Schlappen über den Bildschirm schlurfte und kleinen Hunden ihr großes Geschäft hinterher putzte. Seit der selbst ernannte „Fürst der Finsternis“ die Kameras von MTV in sein Heim in Los Angeles holte, ist die Popularität des Black-Sabbath-Frontmans Ozzy Osbourne inklusive die seiner Familie deutlich gestiegen. Ozzy wird heute 66 und ist nach wie vor Kult. Und Black Sabbath schon immer.

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Birmingham Ende der Sechziger ist ein raues Pflaster. Alkohol und Gewalt sind allgegenwärtig unter Jugendlichen. Mitglied in einer Gang zu sein versteht sich von selbst, Schlägereien am Wochenende sind eine Pflichtveranstaltung. „Ich trainierte damals Karate und Boxen“, erinnert sich Black-Sabbath-Gründungsmitglied Tony Iommi. „Es war wichtig sich wehren zu können, denn überall lauerte Ärger.“

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Für Entspannung sorgt da Musik. Iommi, 1948 geborener Sohn italienischer Einwanderer, ist ein großer Fan von The Shadows und deren Gitarrist Hank Marvin. Iommi möchte Gitarre spielen, realisiert aber schnell, dass das als Linkshänder irgendwie anders ist. „Ich weiß gar nicht, wie mir das bewusst geworden ist. Auf alle Fälle wurde es mir klar, als ich dann nach einer Linkshänder-Gitarre gesucht habe. Das war damals nicht so einfach.“

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Eine Kaufhauskette schafft Abhilfe: „Meine erste Gitarre hatte ich aus einem Katalog, dort wurde ein Linkshänder-Modell angeboten. Eine billige Gitarre, aber die einzige die ich überhaupt fand. Meine Mutter kaufte sie mir und ich begann zu üben. Als ich besser wurde, wollte ich auch eine bessere Gitarre und ich entdeckte eine Burns für Linkshänder. Ich wollte eigentlich eine Fender Stratocaster, fand aber keine. Damals war es schwierig Linkshänder-Modelle zu finden. Nicht nur, dass sie doppelt so teuer waren, es gab kaum welche. Heute ist das ganz anders.“

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Iommi spielt in verschiedenen Blues-Rock-Bands, und er hat ein kurzes Gastspiel bei Jethro Tull. Er gründet mit seinen Kumpels die Polka Tulk Blues Band, zusammen mit Terence Michael Joseph – kurz Geezer – Butler am Bass, Bill Ward am Schlagzeug und Sänger Ozzy Osbourne. Der hatte in einem lokalen Musikwarenladen einen Zettel ausgehängt: „Ozzy Zig Needs Gig – has own P.A.“ Professionelles Equipment ist gleichsam rar und teuer in jenen Tagen und garantiert dem glücklichen Besitzer fast automatisch einen Job in einer Band. Das Quartett nennt sich fortan Earth und schafft es mit hartem BluesRock bis ins Vorprogramm von John Mayall & The Bluesbreakers und Ten Years After.

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Anfang 1969 trifft die Band zwei wegweisende Entscheidungen: Erstens nennt man sich nun Black Sabbath, inspiriert von den okkulten Romanen des Londoner Schriftstellers Dennis Wheatley. Zweitens sucht die Band einen härteren, düsteren, wuchtigeren Sound, für ihr gleichnamiges Debüt-Album. Mit Erfolg: ‚Black Sabbath‘ erreicht 1970 die Top10 der UK-Charts.

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Sounds in Blei gegossen

Noch im gleichen Jahr legt das Quartett ‚Paranoid‘ nach. Es präzisiert seinen Schwermetall-Sound, indem Bass und Gitarre Riffs und Single-Note-Lines oft unisono spielen. Wie groß dabei Butlers Einfluss ist, zeigt der heutige Respekt von Kollegen wie Jason Newsted (Ex-Metallica), Nick Oliveri (Ex-QOTSA) oder Krist Novoselic (Ex-Nirvana), die ihn als Vorbild nennen. Vor allem aber zimmert Iommi mit seiner Gibson SG via Laney-Amps kompromisslose, langsame und schwere Sound-Wände, die selbst heute noch bei vielen Gitarristen einen so hohen Qualitätsmaßstab haben, dass viele kaum drüber gucken können. Das mag, angesichts von üblichen Down-Tunings und Band-Sounds von Korn, Limp Bizkit oder Slipknot nichts besonderes sein. Anfang der 70erJahre ist der Sound von Black Sabbath revolutionär. Iommis Motto: Blei-Akkorde statt Bleifuß – halb so schnell, dafür doppelt so schwer.

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Dabei hat er mit einem Handicap zu kämpfen: „Als Teenager habe ich meine Fingerspitzen in einer Blechwalzmaschine eingeklemmt. So verlor ich die Fingerspitzen meiner rechten Hand. Aber ich fand einen Weg weiter Gitarre zu spielen, indem ich Plastikkappen über die Fingerspitzen zog. So spüre ich keinen Schmerz, habe allerdings auch kein Gefühl beim Saitenziehen. Ich spiele bis heute Bendings ausschließlich nach Gehör und nicht nach Gefühl.“

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Ergänzt wird der Sound durch Drummer Ward, dessen schwere Beats dem Schwermetall der Band einen passenden Rahmen verleihen. „Wir waren drei Instrumentalisten: Bass, Schlagzeug und Gitarre“, sagt Iommi rückblickend. „Wir wollten den Sound einfach so fett wie möglich machen.“ Sein kleines Geheimnis: Iommis Gitarre ist oft einen Halbton tiefer gestimmt, er erreicht damit trotzdem eine Menge Attack und einen schmatzenden Anschlag bei seinen Riffs Dazu im Kontrast steht die nasale, helle Stimme Osbournes, eine Erfolgsformel die Songs wie ‚War Pigs‘ und ‚Paranoid‘ zu Hits macht. Lustigerweise ist ausgerechnet das Titelstück als „Füller“ gedacht – und wird schließlich ihr bekanntester Hit. Der Heavy Metal ist geboren.

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Zeit der Kult-Alben

‚Master Of Reality‘ folgt 1971, doch abgesehen von der Anekdote, dass der Opener ‚Sweet Leaf‘ eine Ode an Marihuana ist, und das Husten am Anfang von Iommi stammt, der gerade eine Sportzigarette inhaliert hat, ist dieses Album nur ein Vorbote auf das, was folgt. Denn auf ‚Volume 4‘ (1972) gelingen Iommi unsterbliche Riffs in fast jedem Song: im akzentuiert gespielten Opener ‚Land Of Confusion‘, das vom genialen Single-Note-Lick getriebene ‚Supernaut‘ bis hin zum mitreißenden Midtempo-Rocker ‚St. Vitus Dance‘ – ein Album voller Klassiker. Über seine Riff-Arbeit sagt Iommi heute: „Ich finde Rhythmusarbeit sehr wichtig, besonders für diese Band. Es ist bedeutsam ein gutes Vibrato selbst bei Akkorden zu haben. Ich habe große Achtung vor den Leuten, die schnell spielen können, das ist sicherlich cool, aber nicht mein Stil. Das überlasse ich lieber Musikern wie Steve Vai. Ich mag Gitarristen, die mit Seele spielen, anstatt Millionen Noten pro Sekunde herunterzuspulen. Es fasziniert mich für eine Weile, aber dann langweilt es mich doch recht schnell.“

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1972 gelingt der Band mit ,Sabbath, Bloody Sabbath‘ der nächste Rock-Monolith. Der wuchtige Titel-Track und Midtempo-Opener wird von einem genialen Gitarren-Riff getragen. Zudem zeigt sich die Band gereift: akustische Gitarren-Sounds, abwechslungsreiche Zwischenteile und luftige Parts kontrastieren immer wieder Iommis Akkordgewicht. Sein Sound ist variabler, aber auch schärfer und mittenbetonter, sein Gitarrensignal durchläuft bei gelegentlichen Soli einige Effektgeräte (dazu später mehr). Bei Songs wie ‚Who Are You‘ experimentiert die Band sogar mit Keyboards und Synthesizern. Den Schlusspunkt setzt das mit akustischer Gitarre und Streichern opulent inszenierte ‚Spiral Architect‘ – ein Großwerk der RockGeschichte, der die Band nach Meinung vieler Fans auf dem Zenit zeigt und die Top10 der UK-Charts erreicht.

Dennoch hält sich bis heute das Gerücht, die Plattenfirma habe das Interesse an ihren Metallarbeitern verloren und den Musikern kurzerhand das Budget gekürzt, worauf die Band ihr kommendes Album ‚Sabotage‘ nennt. Der Music tut dies keinen Abbruch: Wieder ist es Iommi, dem mit ‚Hole In The Sky‘ ein harmonischer Midtempo-Rocker gelingt, dessen AkkordPower und Drive ein wenig an Deep Purple erinnert, während er in ‚Don’t Start Too Late‘ seine Klasse an der akustischen Gitarre unter Beweis stellt. Allein die Verkaufszahlen lassen das Album nicht zum Klassiker werden.

Im Band-Gefüge zeichnen sich erste Risse ab. Ozzy hegt Solo-Ambitionen, dazu hat er ein mittleres Alkohol- und Drogenproblem. Im Oktober 1977 verlässt Osbourne die Band. Der hastig als Ersatz verpflichtete Savoy-Brown-Sänger Dave Walker muss jedoch schon drei Monate später dem reumütigen Rückkehrer seinen Platz räumen, der mit der Band ‚Never Say Die‘ aufnimmt. Die Geduld von Iommi, Ward und Butler mit ihrem exzessiv trinkenden Frontmann hält jedoch nur bis Januar 1979, dann wird Ozzy gefeuert.

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Black Sabbath in den 70ern

Wahl der Waffen

Iommi hat längst die Gibson SG zu seinem Markenzeichen gemacht und zeigt, dass man aus dem dünnen Mahagoni-Brettchen einen gewaltigen Sound herausholen kann. Seit der NAMM Show 2001 gibt es übrigens ein Signature-SG-Modell – stilecht in Schwarz/Chrom und den typischen kreuzförmigen Inlays im Griffbrett. Die PAF-Tonabnehmer sind übrigens auf der Grundlage jener Pickups gewickelt, die Iommi sonst beim britischen Gitarrenbauer John Birch von Hand fertigen lässt.

Seit Mitte der Neunziger spielt Iommi auch Gitarren des britischen Luthiers Patrick Eggle, der ihm ebenfalls ein Signature-Modell baute. „Die Gitarre hat die Halsform meiner SG, die Mensur ist identisch und sie ist mit relativ dicken Bünde bestückt. Lediglich die Form des Korpus ist ein bisschen anders, fast wie eine Kreuzung zwischen einer SG und einer Stratocaster. Sie ist sehr einfach zu bespielen.“ Ach ja – und ein kleiner Scherz vom Meister: „Es gibt auch Rechtshänder-Modelle, ganz ohne Aufpreis!“

Was Verstärker angeht, spielt Iommi seit Anfang an Laney-Amps, endorsed später dann unter anderem den GH100S. Live greift er bisweilen auch auf seine bewährte Kombination Gibson SG und Marshall-Stacks zurück, 9005-Röhren-Endstufen plus Cabinets. In seinem Rack befinden sich ein Korg DT-1 Tuner, Aris Power Conditioner, DigiTech IPS- 33 B Pitch Shifter, Alesis Quadraverb, Boss RGE-10 Chorus, Boss RGE-10 Equalizer, Korg SDD-1000 Delay und ein DigiTech MEQ Dual 14. Die Komponenten werden über ein Pete-Cornish-Switching-System geschaltet. Bassist Geezer Butler wiederum ist seit langem Lakland-Endorser. „Ihre Instrumente sind von hoher handwerklicher Qualität und ihr Klang basiert auf den alten Fender-Jazz- und Precision-Bässen. Die klingen tatsächlich genau wie die alten Instrumente, die jeder sucht. Ihre Bespielbarkeit ist fantastisch. Das ist genau mein Bass“, sagt er heute. Er sollte es wissen, schließlich nennt er eine stattliche Sammlung sein eigen: „Ich besitze ungefähr 70 Vintage-Bässe, habe Fender Precisions aus den Jahren 1955, ‘56, ‘57, ‘60, ‘63, ‘66, ’68 und 1970. Bei den Jazz-Bässen stammt mein bestes Stück aus dem Jahr 1961, dazu habe ich noch einen 1963er und einen ‘64er. Das sind meine Lieblingsbässe. Ach ja: Ich habe übrigens auch noch einen alten Kontrabass, den ich mir 1972 in Deutschland gekauft habe.“

Was Verstärkung angeht, vertraut Geezer auf einen Ampeg SVT II, natürlich in der Röhrenvariante. Transistor-Amps mag er nicht. Dazu Ampeg-Cabinets (8×10, 4×12 und 2×15) mit EV-Lautsprechern,. „Damit decke ich ein weites Spektrum ab. Immerhin muss ich meinen Bass unter die tiefen Akkorde von Tony schieben!“

Chaos

Es erscheint logisch, dass Iommi als Haupt-Songwriter, geschickter Geschäftsmann und besonnener Gentleman die Geschicke der Band nach dem Rauswurf von Ozzy lenkt. Allerdings besitzt er dabei nicht immer ein glückliches Händchen. Viele Wechsel im Line-Up prägen die folgenden Jahre. Die Verpflichtung des von Ritchie Blackmore gefeuerten Ex-Rainbow-Frontmanns Ronnie James Dio (1942-2010) erweist sich allerdings als echter Glücksgriff. Dio ist ein exzellenter wie charismatischer Shouter der auf ‚Heaven And Hell‘ eindrucksvoll seine Duftmarke hinterlässt und auf der kommenden Tour sein Markenzeichen setzt: die „mano cornuta“, die „gehörnte Hand“, das ultimative Handzeichen aller Metaller, Rocker, Headbanger und Düstermänner.

Doch es folgen neue Probleme: Schlagzeuger Ward verlässt die Band mit großen persönlichen Problemen und einer noch größeren Alkoholabhängigkeit. Er wird durch das New Yorker Kraftpaket Vinny Appice ersetzt. 1981 entsteht so ‚Mob Rules‘ – und alles sieht nach einer rosigen Zukunft aus, denn das Album wird zum Klassiker – und Gitarrenfreunde bemerken in Iommis atmosphärisch-abgedrehtem Instrumental ‚E5150‘ sogar eine kleine Parallele zu Edward van Halen. Als auf der folgenden Tour das Konzert-Album ‚Live Evil‘ mitgeschnitten wird, hat sich das neue Line-Up jedoch in zwei Lager zerstritten: Die Gründungsmitglieder Butler und Iommi kommen mit Dio und Appice nicht klar, beide werden gefeuert. Ein neuerlicher Rückschlag.

Mit der Verpflichtung des stilistisch deutlich deplatzierten Ian Gillan läutet das 1983 in den Londoner Manor Studios aufgenommene ‚Born Again‘ ganz und gar nicht die Reinkarnation der Band ein. Im Gegenteil. Zu allem Überfluss muss der zurück geholte Bill Ward kurz darauf wegen gesundheitlicher Probleme seinen Schlagzeughocker für den ehemaligen ELO-Drummer Bew Bevan räumen. Gillan ist zudem angesichts der bevorstehenden Reunion mit Deep Purple auch schon wieder weg. Auf ihn folgt 1986 ein weiterer Deep-Purple-Recke: Der Bassist und Sänger Glenn Hughes übernimmt nun die Rolle des Frontmanns und singt auf ‚Seventh Star‘, was eigentlich als Solowerk Iommis geplant ist. Auch diese Personalentscheidung ist keine gute Wahl: Hughes ist damals sichtlich vom Drogenkonsum gezeichnet und nur noch ein Schatten seiner selbst, Bassist Dave Spitz und Schlagzeuger Eric Singer genießen nur Söldner-Status. Das Karussell dreht sich weiter, immer schneller tauchen neue und alte Gesichter auf: Geoff Nicholls, Bob Daisley, Ray Gillan, Bev Bevan, Tony Martin, Terry Chimes und Jo Burt. Von einer Band spricht hier niemand mehr.

Lichtblicke

Ab 1989 gelingt es Iommi Black Sabbath zu stabilisieren. Er schafft es, Ex-Rainbow-Drummer Cozy Powell und The-Fents-Bassist Laurence Cottle, vor allem aber Queen-Gitarrist Brian May, für die Aufnahme von ‚Headless Cross‘ zu gewinnen. Tatsächlich spielt May auf dem Uptempo-Rocker ‚When Death Calls‘ ein feines Metal-Solo.

Für das folgende Album, das von nordischen Mythen inspirierte Konzeptwerk ‚Tyr‘, holt Powell seinen ehemaligen Whitesnake-Kumpel Neil Murray in die Band. Obwohl das Album respektablen Erfolg erzielt, feuert Iommi die komplette Band. Er hat insgeheim bereits die Reunion mit Ronnie James Dio, Vinny Appice und Geezer Butler beschlossen und den Deal in der Tasche. In diesem Line Up kehrt die Band mit ‚Dehumanizer‘ wieder zum klassischen Stil der Anfangsjahre zurück. Kaum erreicht das Album die Top40, schon kursieren Gerüchte, Dio wolle die Band verlassen – was sich leider bestätigt. Der Grund: Ozzy, der sich auf seiner (ersten) Abschieds-Tour befindet, möchte noch einmal mit seinen Ex-Kollegen auftreten. Dio weigert sich mit seinem Vorgänger die Bühne zu teilen – und ist raus. Ab da dreht sich das Personalkarussell erneut, die Alben ‚Cross Purposes‘ und ‚Forbidden‘ – mit einem fragwürdigen Cameo-Spot des Rappers Ice-T auf ‚Illusions Of Power‘ – setzen vorerst einen Schlusspunkt.

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Good News, Bad News

1997 bringt Iommi Black Sabbath wieder in Originalbesetzung zusammen. Zunächst sitzt zwar Mike Bordin am Schlagzeug, doch dann kehrt Ward zurück. Man spielt zwei Stadionkonzerte in Birmingham – gefeierte Heimspiele. Auf der Setlist stehen wieder die Klassiker der Anfangstage, festgehalten auf dem Live-Album ‚Reunion‘. 2000 erhält die Band für ihren Evergreen ‚Iron Man‘ einen Grammy als „Best Metal Performance“, 2006 folgt die Aufnahme in die Rock And Roll Hall Of Fame“.

Im folgenden Jahr versöhnen sich Ronnie James Dio und Tony Iommi und bilden mit Geezer Butler und Vinny Appice das Line-Up des legendären ‚Mob Rules‘-Albums. Man tourt unter dem Namen ‚Heaven And Hell‘ und veröffentlicht 2009 mit ‚The Devil You Know‘ ein letztes Album, bevor Dio an Krebs erkrankt und schließlich am 16. Mai 2010 verstirbt.

Ähnliches ist nun bei Tony Iommi zu befürchten. Der Gitarrist ist ebenfalls an Krebs erkrankt und lässt die Fans im März 2011 über seine Website wissen: „Ich habe gerade die letzte Dosis einer Chemotherapie hinter mir, hoffentlich wird mein Körper anfangen sich zu normalisieren. (…) Ein großes Dankeschön an Ozzy und Geezer die nach England gekommen sind. Das war ein großer Ansporn für mich. Wir haben einige Tage gearbeitet und ein paar tolle neue Tracks hinbekommen. Danke auch für all eure freundlichen Genesungswünsche. Ich hoffe ich sehe euch bald!“

Der Hintergrund: Black Sabbath kündigten 2011 nicht nur eine Welttournee an, sondern auch ein neues Studioalbum. Wann das Album erscheint, bleibt offen. Die angekündigten Konzerte finden nun unter dem Titel „Ozzy & Friends“ statt, und zu diesen Freunden zählen unter anderem Zakk Wylde, Slash und noch einige geheime „Special Guests“. Nur ein Konzert mit Tony Iommi ist aktuell für Juni in England geplant. Es folgen hoffentlich noch viele weitere.

Im Januar 2013 gaben Black Sabbath bekannt, dass im Juni 2013 das neue Album mit dem Namen 13 erscheinen werde. Die 1. Single-Auskopplung war God Is Dead?, erhielt einen Grammy und war seit dem Nr.1-Erfolg Paranoid aus dem Jahr 1971 die 2. Nummer eins in den Verkaufscharts. Für das kommende Jahr ist die Abschiedstour “The End” geplant – Januar soll‘s losgehen.

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