Mahagoni satt

Test: Harley Benton CLD-15MCE Solid Wood

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(Bild: Dieter Stork)

Bei erster Betrachtung fühlt man sich in der gehobenen Mittelklasse verortet – dann sieht man den Preis und reibt sich verwundert die Augen. Das Musikhaus Thomann hat ja mit seinem Label Harley Benton schon öfter ein beeindruckendes Preis-Leistungsverhältnis auf die Beine gestellt. Auch bei dieser Mahagoni-Steelstring kann man nur darüber staunen, wie viel Gitarre man hier für gut € 300 bekommt.

ALLES DRAN

Wir haben es hier mit einem Dreadnought-Modell mit Cutaway und Pickup zu tun. Das Besondere ist, dass der Korpus – einschließlich der Decke – aus massivem Mahagoni gefertigt wurde. Es wurde dabei ein betont schlichtes, stimmiges Design verfolgt, wie man an den Holz-Bindings auf den Korpuskanten, der dezenten Schalllochumrandung und dem Tortoise-Schlagbrett erkennen kann. Kein Schnick-Schnack, Bling-Bling also – und doch wirkt die Harley Benton wertig und elegant.

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Auch der Hals ist aus Mahagoni, nur für Steg und Griffbrett kommt ein härteres Holz zur Anwendung: Pau Ferro. Die Saiten ruhen bei einer Mensur von 645 mm auf Stegeinlage und Sattel aus Knochen … auch keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisliga. Die 20 Bünde sind sauber eingesetzt und poliert. Die akkurat platzierten Snowflake-Inlays sehen klasse aus und geben Orientierung in den Lagen. Die eher schlicht geformte Kopfplatte wird mittels der schicken offenen Deluxe-Antique-Copper-Mechaniken enorm aufgewertet.

Auch ein Pickup-System ist an Bord – das vielfach bewährte Fishman Presys II sorgt für verstärkte Acoustic-Sounds. Die Regelung ist mit Volume, Bass und Treble einfach gehalten, es gibt aber noch einen Taster zur Phasenumkehr und ein Stimmgerät. Hinten auf der Zarge finden sich Klinke-Output und Batteriefach. Ein zweiter Gurtpin vorne hätte den sofortigen Bühneneinsatz erleichtert.

PRAXIS

Das Halsprofil und die gute werksseitige Einstellung der Saitenlage machen es der linken Spielhand leicht, sich sofort zurechtzufinden – dank Cutaway auch in den hohen Lagen. Die hinlänglich bekannten Proportionen einer Dreadnought fördern ansonsten keine besonderen Überraschungen zutage. Aber das Mahagoni von Korpus und Decke macht natürlich nicht nur einen optischen Unterschied, sondern auch einen klanglichen.

Wo bei einem Palisander-Modell die Bässe ballern wie Klaviersaiten, kommt das hier runder, holziger, wärmer aber dennoch kraftvoll rüber. Die Höhen haben eine schöne Klarheit, die oberhalb der Mitten für Strahlkraft sorgt. Toller Grundklang!

Über Anlage verstärkt, punktet der Fishman-Pickup mit sauberer ausgewogener Übertragung der Saiten und einer effizienten Klangregelung, die aber keine übertriebenen Eingriffe ins Klangbild erlaubt. Der Tuner schaltet das Signal stumm und ist gut ablesbar.

RESÜMEE

Einfach sehr viel Gitarre für 300 Euro. Ich würde keine Sekunde zögern, mit dieser Harley Benton auf die Bühne zu gehen. Alles funktioniert tadellos und klingt astrein – und toll sieht die CLD-15MCE obendrein auch noch aus. Erstaunliches Angebot, eindeutig mehr als eine Einsteiger-Gitarre und zum persönlichen Test dringend empfohlen.

PLUS

  • massive Hölzer
  • sehr gute Hardware
  • Verarbeitung, Werkseinstellung
  • Bespielbarkeit
  • warmer, dennoch klarer und voller Sound
  • Preis/Leistung


(erschienen in Gitarre & Bass 10/2021)

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