Produkt: Gitarre & Bass 5/2019
Gitarre & Bass 5/2019
INTERVIEWS: Slash, Phil Campbell, J.J. Cale, Bill Frisell, Kreator +++ VINTAGE-SPECIAL: Fender Princeton
Aus dem neuen Heft

Test: Friedman BE 100 Deluxe

Friedman BE 100(Bild: Dieter Stork)

Dave Friedman modifiziert nicht nur seit über fünfundzwanzig Jahren die Amps von Stars wie Steve Stevens, Jerry Cantrell, Phil X und vielen mehr, er ist auch bedeutender Teil der aktuellen Amp-Designer-Elite. Ganz frisch aus den USA eingetroffen ist sein neuestes Baby, der BE 100 Deluxe.

Der BE 100 Deluxe ist ein klassischer 3- Kanal-Gitarrenverstärker auf Basis eines Marshall Plexi. Nicht nur der von Friedman gewählte Offset-Chassis-Look, die goldenen Potiknöpfe und die orangene Pilot-Lamp sondern ebenfalls die Platzierung des goldenen Keders auf der Front des Verstärkers weisen ganz dezent darauf hin, dass Dave eine ausgeprägte Affinität zu Jim Marshalls ursprünglichem JTM45 Offset Design, aber auch zu 1959 Super Lead Amps und zum JCM800 hat.

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Der neue Friedman sieht wirklich edel aus und schafft es mit diesen klassischen Designelementen, eine Brücke zu schlagen zwischen den Jahren 1962 und 2019. So schön die technische Optik des BE 100 Deluxe auch sein mag, die wirklich sehr umfangreichen Bedienelemente des Amps mussten vermutlich teilweise auf die Rückseite des Verstärkers gelegt werden, damit dieser zeitlose Look nicht leidet.

knöpfe, schalter und noch mehr schalter

Aber von vorne! Sowohl ein Mastervolume Regler – beim BE 100 Deluxe nennt sich dieser „System Volume“ – als auch Presence- und „Thumb“-Regler, wie auch die üblichen Treble, Middle, Bass, Gain und Volume Regler der drei Kanäle befinden sich leicht zugänglich auf der Vorderseite. Pragmatisch gelöst ist auch, dass sich Kanal zwei und drei gemeinsam einen Equalizer teilen, aber jeweils eigene Gain- und Volume-Regler haben. Dem ersten Kanal hat Friedman jedoch einen völlig eigenständigen Drei-Band-Equalizer gewidmet. Soweit so gut. Das Panel ist trotz der gehörigen Anzahl von fünfzehn Potentiometern zunächst einmal relativ leicht überschaubar und verhältnismäßig gut ablesbar.

Jetzt geht’s allerdings ans Eingemachte, denn der Amp hat eine ganze Reihe an kleinen Schaltern, die sowohl zum Abstimmen der drei Kanäle untereinander, als auch zum Feintuning des Gesamt-Sounds des Verstärkers gedacht sind. Neben dem Kanal-Wahl-Schalter, mit dem man auch ohne angeschlossenen Fußschalter manuell zwischen den Kanälen HBE (Hairy Brown Eye) und BE (Brown Eye) als auch dem Clean-Channel hin- und herschalten kann, wurde Letzterem ein dreistufiger Bright Switch und den HBE/BE-Kanälen ein dreistufiger Voice-Schalter spendiert.

Als wäre das noch nicht genug, hat Friedman dem Amp noch jeweils einen dreistufigen „Freq“-Schalter und einen ebenfalls dreistufigen „Response“-Schalter zur Beeinflussung der Wirkungsweise des „Thumb“-Reglers und der negativen Gegenkopplung zugedacht. Somit ergeben sich für jeden der drei Kanäle schon rechnerisch drei mal drei mal drei – siebenundzwanzig!!! – Optionen, wie man den jeweiligen Kanal „beschalten“ kann. Auweia! Bei dieser Betrachtungsweise habe ich wohlgemerkt noch immer keinen einzigen Regler eingestellt, sondern nur und ausschließlich kleine Schalter auf der Frontseite bedient und es tut sich ganz enorm etwas bei jedem …

Friedman BE 100(Bild: Dieter Stork)

das dicke ende

Ein Blick auf die Rückseite des BE 100 Deluxe offenbart zudem eine Armada aus weiteren kleinen Schaltern. Hier befinden sich neben Kaltgerätestecker-Anschluss, den On/Off- und Standby-Schaltern, dem seriellen Einschleifweg, dem Impedanzwahlschalter und den beiden dazugehörigen Lautsprecherausgängen und selbstverständlich der Anschlussbuchse für den mitgelieferten Zweifach-Fußschalter, nochmals jeweils ein zweistufiger FAT-Schalter für den Clean Kanal, als auch ein weiterer FAT-Schalter für die beiden Overdrive-Kanäle.

Daneben ein mit „C45“ beschrifteter Schalter, der eine kleine Modifikation in der Ansprache der HBE- und BE-Kanäle erlaubt, gefolgt von einem Saturation-Switch, mit dem sich die Sättigung der Endstufe von supertrocken à la JCM 800 auf fast schon Zener-Clipping-Hairmetal-mäßig umschalten lässt und einem weiteren dreistufigen „Gain Structure“ Schalter für die beiden Overdrive Kanäle. Puh.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das sieht alles nach gut geplanter Produktion aus.
    Ich bleibe aber bei meinem CREAM MK II JTA-45 aus der
    deutschen Produktion, ein echter Röhren-Amp 50 Watt Sinus,
    in Verbindung mit dem VOX ToneLab SE habe ich alle
    Effekte zur Verfügung, wenn ich sie denn mal brauchen
    würde. Der Cream liefert excellenten Clean-Sound, aber
    auch british Sound-Feeling und überzeugend druckvollen
    Rock über alle Tonhöhen, ohne auf die hörbar lebende
    Seele zu verzichten… Vorausgesetzt, die Gitarre hat gutes
    Holz und beste Pick-Ups…

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