Produkt: P-90 Pickups
P-90 Pickups
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Rechts wie links

Test: Dorian LRQC One-Part Bridges

Dass weder die klassischen Gibson Wrap Around Bridges von 1953-61 (LP/SG Junior und Special) noch die danach kompensierten mit den stufenförmigen Saitenauflagen das Nonplusultra von Einteilerstegen darstellen, dürfte sich unter E-GitarristInnen inzwischen herumgesprochen haben. Kein Wunder also, dass seitdem Hersteller mit mehr oder weniger gelungenen optimierten Versionen den Markt geflutet haben.

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Die Belgierin Sophie Dockx bezeichnet sich selbst nicht als Gitarrenbauerin, sondern als „Gitarrenarchitektin“, da sie lieber entwickelt und designt und ihre Dorian-Gitarren meist vom Niederländer Sander de Gier bauen lässt. Nachdem bereits einige ihrer Instrumente in Umlauf waren, stieg das Interesse von Gitarrenbauern und Kunden vor allem aus den USA, Kanada und UK an ihrer speziellen One-Part-Bridge dermaßen, dass sie sich entschloss, alle drei aktuellen Stegmodelle auch separat anzubieten.

Produzieren lässt sie diese in Hongkong von einem Hersteller für medizinisches Gerät, der erheblich höhere Fertigungsstandards bietet als die fernöstliche Musikinstrumentenindustrie. Nach ersten Entwürfen in den Jahren 2006 bis 2009, unzähligen Experimenten mit Legierungen und der Suche nach Herstellern – zwischenzeitlich fertigte auch ABM für Dorian – erlangten die Einteilerstege mit den kryptischen Namen „LRQC“ (Left-and-Right-handed Quick-Change) erst 2019 Serienreife.

LRQC-4T Tremolo Heavyweight Messing (Bild: Dieter Stork)

Für diesen Test stehen uns die Modelle LRQC-1C, LRQC-2L und LRQC-4T zur Verfügung, die Sophie Dockx ausdrücklich nicht als Wrap-Around-Typen anbietet. Während die beiden Stege 1C und 4T aus einem speziellen Messing gefräst werden, besteht der LRQC-2L aus einer leichten Aluminiumlegierung. Alle mitgelieferten Gewindehülsen und Stützschrauben entstehen nicht auf einer Drehbank, sondern werden per CNC-Fräse ebenfalls aus Messing gefertigt.

Die kleinen M4-Inbusmadenschrauben für die Oktavjustierung, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Klang nehmen, lässt Sophie Dockx aus Edelstahl, Carbonstahl, oder Titan fertigen. Neben der deutlichen Optimierung der Klang- und Resonanzeigenschaften einer Gitarre fallen zunächst die Designs der Bridges auf, die eine gewisse Genialität erkennen lassen. So kann jede Bridge einfach umgedreht und durch die spiegelverkehrte Formgebung der Unterseite sowohl auf Rechts- als auch auf Linkshändergitarren verwendet werden.

Um die Effizienz ihrer Stege zu demonstrieren, hat Sophie Dockx mir drei entsprechend bestückte Low-Budget-Schraubhals-Gitarren geschickt, zwei davon mit kurzen Mensuren von 560 bzw. 578 mm. Die Kompensierung der Saitenauflage betreffend, wurden die Dorian-Bridges primär auf Standard-Saitenstärken (.009-.042, .010-.046 und .011-.052) mit glatter G-Saite abgestimmt. Bei Sets mit umwickelter G-Saite oder Light-Top/Heavy-Bottom-Sets wird die Intonation zunehmend unpräzise. Ähnlich wie bei Akustikgitarren überlagert jedoch für das menschliche Ohr das reichere Obertonaufkommen der Dorian-Bridges die beeinträchtigte Intonation.

Alle drei OnePart-Stege besitzen String Spacings von 52,5 mm und Stud-Weiten von 81,5 mm. Sie eigenen sich daher nicht als Drop-In Replacements für Gibson Wrap-Around Bridges, auch weil die Studs von Gibson bzw. Epiphone dafür oft zu nah zum Griffbrett positioniert sind. 100%-ig kompatibel sind sie jedoch mit PRS Stoptail Bridges.

MESSING

Legierungen aus Kupfer und Zink begegnen uns fast überall im täglichen Leben. Und in den 70er-Jahren war es ziemlich gängig, seine Lieblingsgitarre mit Messingteilen zu pimpen. Das Metall stellt die bedeutendste Legierungsgruppe innerhalb der Kupferwerkstoffe dar. Die gebräuchlichsten Kupfer-Zink-Legierungen enthalten außer Kupfer mindestens 5 bis 45 % Zink. Je größer der Zinkanteil, umso härter, aber auch spröder, wird das Material. Bei einem Zinkanteil von mehr als 50% spricht man wegen der hellen Färbung von Weißmessing. Zur Verbesserung der Zerspanbarkeit können Kupfer-Zink-Legierungen auch Blei enthalten. Mehrstofflegierungen, auch „Sondermessing“ genannt, setzen sich aus weiteren Legierungselementen wie z.B. Aluminium, Eisen, Mangan, Nickel, Silizium und Zinn zusammen, die vorwiegend der Festigkeitssteigerung sowie der Verbesserung der Gleiteigenschaften und Korrosionsbeständigkeit dienen.

ALUMINIUM

Für die leichte LRQC-2L Bridge hatte Sophie Dockx zunächst die Legierung 7075 aus Alu, Zink, Magnesium und Kupfer ausprobiert, die in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt wird. Da sie damit jedoch nicht zufrieden war, wechselte sie zur 6000er-Klasse. Sie begann mit dem weit verbreiteten, aus Alu, Magnesium, Silizium und Mangan bestehenden 6061. Auch dieses Ergebnis war unbefriedigend. Legierungen mit höherem Silizium-Anteil eignen sich noch weniger, da sie dazu neigen, bei bestimmten Frequenzen zu schwingen, was zu Dead Notes und Energieverlust führt.

Der Alusteg sollte – ebenso wie der aus Messing – möglichst verlustfrei arbeiten. Sophies Devise: Lass das Holz als Kammfilter arbeiten und stelle sicher, dass die Bridge nur von wenigen Frequenzen so wenig Energie wie möglich schluckt. Da es kaum Literatur zum Thema „Legierungen und Klänge“ gibt, fiel ihr die Entscheidung leicht: Entweder ich konzentriere mich auf Bewährtes und akzeptiere Kompromisse, oder ich begebe mich auf eine Reise in unentdecktes Neuland und mache mich auf einen langwierigen Entwicklungsprozess gefasst. Am Ende entschied sich Sophie für eine etwas weniger feste Alu-Legierung als 6061 und übernahm dafür zur Stabilisierung der Brücke das Rippen-Design.

DIE BRIDGES

LRQC-1C Heavyweight Messing vernickelt (Bild: Dieter Stork)

LRQC-1C Heavyweight Messing

Der mit 113 Gramm relativ schwere Steg aus speziellem Messing mit 60% Kupferanteil besitzt ein schlichtes, flaches Design mit einem 12″-Radius. Auf der Stirnseite zeigen die Markierungen L und R die Links- und Rechtshänder-Ausrichtung an. Die Basis ist 7 mm dick, die beidseitig um 1,55 mm ausgefräste Innenfläche mit den Aufnahmeschlitzen für die Saitenringe 3,5 mm. Die einzigen Erhebungen – selbstverständlich auch beidseitig – sind die kompensierten, stufenförmig versetzten Saitenauflagen, bei Akustikgitarren würde man von Stegeinlagen sprechen. Aus klanglicher Sicht empfiehlt Sophie Dockx die LRQC-1C für Gitarren mit hohem Mahagoni-Anteil und verleimten Hälsen.

Abhängig von der Härte des Korpusholzes stehen unterschiedliche Einschlaghülsen mit Innengewinde zur Aufnahme der Schraubbolzen zur Wahl. Neben den traditionell geriffelten, runden Hülsen sind für weichere Hölzer wie Erle, Esche oder Linde solche mit einem D-Profil erhältlich, deren flache Seite zur Kopfplatte ausgerichtet werden muss. Da die runden Hülsen mit der Zeit durch den Saitenzug in Richtung Kopfplatte gezogen werden – häufig gesehen bei frühen Les Paul Goldtops und Juniors mit Wrap-Around Bridges und kurzen Einschlaghülsen – empfiehlt die Gitarrenarchitektin die Montage mit einer rückwärtigen Neigung von 2-3°. Aber wie fertigt man Bohrungen für die D-Hülsen?! Und zwar so: Eine 10,5-mm-Bohrung für die Hülse und zwei 2-mm-Löcher für die Ecken der D-Basis. Abschließend müssen die scharfen Ecken mit einem rechtwinklig geschliffenen Holzschnitzwerkzeug präzise ausgearbeitet werden. Zur Montage empfiehlt sich also in jedem Fall geschicktes Fachpersonal.

Durch seine spezielle Messinglegierung verleiht der Steg dem Klang eine linearere Frequenzgangkurve und mehr Dynamik, und es ist wirklich erstaunlich, wieviel Vitalität, Transparenz, Obertöne und Sustain er aus der kurzmensurigen Testgitarre herausholt. Bei optimal justierter Oktave bestätigt mein Stimmgerät die perfekte Kompensierung der Saitenauflage.


TRIAL-AND-ERROR

(Bild: Dieter Stork)

DER LANGE WEG ZUM ERGEBNIS

Im Rahmen dieses Tests entwickelte sich eine umfangreiche E-Mail-Korrespondenz, in der Sophie Dockx meine Fragen sehr ausführlich beantwortete.

Schon als Kind war Sophie kreativ, innovativ und experimentierfreudig. Nach Trompeten-, Cello- und Gitarrenunterricht kam sie zum Gitarrenbau. Als ihr jedoch in den 80ern während der Arbeit eine Trennscheibe ihres Winkelschleifers um die Ohren flog und sie dabei im Gesicht verletzte, beschränkte sich die Gitarrenarchitektin fortan aufs Designen, Modifizieren, Reparieren und die Fertigung von Prototypen. Mit Vorliebe restauriert sie auch Vintage-Schätze der 40er- und 50er-Jahre. Zitat: „Guitarchitekten sollten auch erfahrene Guitarchäologen sein!“

Für welche Messinglegierung hast du dich letztendlich entschieden?

Für die elementare Mischung mit einem größeren Anteil Zinn und einem viel kleineren Anteil Blei. 2017 begann ich mit einer H62- Legierung, fuhr fort mit C85700, es folgte eine Mischung aus beidem, dann entschied ich mich für C85700 mit mehr Zinkzusatz und endete wieder mit weniger Zink und einem größeren Anteil Zinn um die Entzinkung – ein Oxidationsvorgang, der vor allem bei Kupfer-Zink-Legierungen mit mehr als 20 Prozent Zinkgehalt auftritt – zu minimieren.

Verständlicherweise möchte ich die Rezeptur der Legierungen nicht preisgeben, denn dazu war der Entwicklungsaufwand einfach zu groß. Da ich in Metallkunde absoluter Laie bin, sind die derzeitigen Legierungen das Ergebnis der Trial-and-error-Methode. Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren! Ich wollte unbedingt die Klangeigenschaften erzielen, nach denen ich gesucht habe. In dieser Hinsicht gehe ich nicht anders vor als ein Gitarrenbauer auf der permanenten Suche nach „dem“ Ton. Ich musste mich auf die Legierungszusammensetzung konzentrieren, da bei einem einteiligen Steg keine Komponenten aus Stahl, Messing und Zinkdruckguss gemischt werden können. Eigentlich musste ich lediglich diese eine optimale Legierung finden, und zwar ohne die Hilfe von Literatur oder umfassenden Kenntnissen über die akustischen Eigenschaften von Legierungen.

LRQC-2L Lightweight Aluminium vernickelt (Bild: Dieter Stork)

Warum bietest du zu deinem LRQC-4T Vibrato keine Hebelarme an?

Die 4T-Bridge kommt standardmäßig mit M5-Gewindebohrung für Strat-style-Hebel. Natürlich habe ich versucht, Trem-Arme zu entwerfen, hielt es jedoch nicht für sinnvoll sie Gitarrenbauern anzubieten, da es diese oft vorziehen, ihr eigenes Süppchen zu kochen. Einige bevorzugten z.B. eine glatte 5 mm Bohrung, um die Vibratohebel mit Rändelmuttern auf beiden Seiten der Brücke zu montieren. Andere montierten einen flachen Aluminiumhebel im Bigsby-Stil.

 Kunden zahlen nicht gerne für Vibratohebel, die sie am Ende nicht nutzen. Man muss ihnen lediglich klarmachen, dass die einfachste und billigste Option funktioniert. Der Rest liegt bei ihnen. Ich verkaufe meine Sachen als Produkt/Service-Kombinationen, die meine kostenlose Online-Unterstützung während der Montage beinhalten. Genau das habe ich in den 90er-Jahren während meiner Tätigkeit als Solutions Architect bei IBM gelernt: Mit Produkt/Service-Kombinationen kann man eine optimale Lösung bzw. Leistung entwerfen und entwickeln. Allerdings setzt das bei den Kunden ein gewisses Maß an Fähigkeiten und Kenntnissen voraus. Social Media hat einen solchen Kundenstamm für Dorian geschaffen. Der Markt für „Plug-and-Play für Anfänger“ macht dem „Savvy-DIY-Markt“ Platz, nämlich dem für Do-it-yourselver mit den entsprechenden Fähigkeiten und Kenntnissen. Die Kompetenzlücke zwischen Amateur und Profi wird daher zunehmend kleiner.

Warum hast du mir ausgerechnet diese drei Budget-Gurken zum Test deiner Bridges geschickt?

Zugegeben, das sind extreme Bedingungen für meine Stege, insbesondere wegen der trägen Hölzer und schlechten Tuner und PUs. Da ich jedoch von meinen Stegen absolut überzeugt bin, weiß ich, dass sie selbst solchen „Crapcasters“ und sogar den Shortscales Leben einhauchen können. Zu Demozwecken habe ich bei mir in Antwerpen 23 mit LRQCs bestückte Testgitarren im Preisspektrum von € 80 bis € 800, von denen ich die drei „Worst Cases“ ausgewählt habe. Die Shortscales mit Standard-E-Tuning sollen dir zeigen, dass die Bridges selbst bei extrem geringer Saitenspannung optimal funktionieren. Ich glaube, dass das die Qualität meiner Bridges am besten verdeutlicht, da die meisten konventionellen Stege unter derart ungünstigen Bedingungen nicht so gut performen würden.


LRQC-2L Lightweight Aluminium

Der 50 g leichte vernickelte LRQC-2L-Alu-Steg, der auch mit schicker matt-scharzer Oberfläche vorliegt, wurde speziell für Fenderstyle Gitarren ohne Vibrato entwickelt. Sein linsenförmiges Rippen-Design mit 14″-Radius, sechs vertikal durchgehenden Bohrungen und den Aufnahmeschlitzen der Endringe bietet zum Aufziehen der Saiten zwei Möglichkeiten: Einfach von oben hinter den kompensierten Saitenauflagen einhängen oder von oben durch die Bohrungen ziehen und von unten in die Schlitze einhängen, sodass die Endringe von oben sichtbar sind. Im Gegensatz zum klavierartig klingenden LRQC-1C liefert der 2L nicht nur einen transparenteren, glasigeren, spritzigeren, Fender-ähnlichen Ton, sondern verdoppelt nahezu die Sustain-Dauer einer Fender-style Gitarre. Je nach Korpusholz können wahlweise die zylindrischen Gewindehülsen oder die mit D-Profil verwendet werden. Selbstverständlich finden wir auch hier die stirnseitigen Markierungen L und R für die Left/Right-Ausrichtung. Die Köpfe der Schraubbolzen aus Messing bieten den Stegkörpern ca. 0,7 mm Spiel, um sie ohne Probleme einhängen zu können. Der Saitenzug arretiert den Steg zuverlässig auf den Bolzen. Auch hier bestätigt mein Stimmgerät die perfekte Kompensierung der Saitenauflage.

Das Komplett-Set des LRQC-4T-Tremolos

LRQC-4T Tremolo Heavyweight Messing

Die Dorian-Variante eines Vibratosystems stellt mit 140 g (ohne Federn) das Schwergewicht unter den One-Part Bridges dar. Die Saitenauflage besitzt einen Radius von 16″. Die Messinglegierung entspricht der LRQC-1C, das Design dem der LRQC-2L-Alu-Bridge. Die Pfostenschrauben (Studs) sind nicht durchgängig zylindrisch, sondern besitzen unterhalb des Kopfes eine umlaufende Hohlkehle. In diesen bewegen sich reibungsfrei die Kugelköpfe der Oktavjustierschrauben aus Carbonstahl. Auf der Rückseite der Bridge gibt es zwischen den Saitenaufnahmen fünf kleine Bohrungen zum Einstecken der 18 mm langen Zugfedern, von denen werksseitig drei eingehängt sind. Da diese nicht wie bei Fender in die gleiche Richtung ziehen wie die Saiten, sondern nahezu vertikal nach unten (Springs-ThruBody-Konzept), werden die eingesetzten Gewindehülsen selbst bei intensivem Up- und Down-Tremolieren nicht übermäßig strapaziert.

Außerdem benötigt dieses Federprinzip eine wesentlich kleinere durchgehende Korpusfräsung als beispielsweise Standard-Strats. Um die Spannung der Vibratofedern varieren zu können, liefert Sophie Dockx eine spezielle, aus massivem H62-Messing gefräste Federklaue mit. Über eine einzelne, von außen zugängliche M6-Inbusschraube wird die Federspannung justiert. Da Dorian keinen Vibratohebel anbietet, kann jeder handelsübliche Whammy-Bar mit M5-Gewinde eingeschraubt werden. Auf der Stirnseite der Bridge, dort wo die R/L-Markierungen angebracht sind, stehen versenkte Bohrungen zur Aufnahme der Saitenringe zur Verfügung. Somit sind hier zwei zusätzliche Wrap-Around-ähnliche Varianten zum Aufziehen der Saiten möglich. Bei der einfacheren werden die Saiten von vorne durch die versenkten Bohrungen gefädelt und unter der Saitenaufnahme herum über die jeweiligen Reiter zu den Mechaniken geführt. Die kompliziertere Variante führt nach dem Einfädeln über die Saitenaufnahme herum unter die Bridge, durch die vertikale Bohrung wieder nach oben, dann über die Saitenreiter zum Hals. Alles verstanden? Mit dieser Variante kommt Sophie Dockx denjenigen Gitarristen entgegen, die durch extreme Up/Down-Bendings die Saiten überstrapazieren. Die Gefahr frühzeitigen Saitenbruchs wird dadurch gemindert, da die bruchgefährdeten Stellen der Saiten auf mehrere Kontaktpunkte verteilt werden.

Das Dorian LRQC-4T-Vibrato beschert der Gitarre nicht nur deutlich verlängertes Sustain, sondern auch einen glasklaren, kraft- und klangvollen, obertonreichen, vitalen Sound und eine exzellente Dynamik. Das Vibrato arbeitet beeindruckend stimmstabil, erlaubt subtiles Bigsby-Surfen wie auch aggressive FR-Divebombs und verstimmt sich weder bei übermäßigen Finger-Bendings, noch bei Palm Mutes. Klasse!

RESÜMEE

Sicherlich fragen sich unsere LeserInnen bisweilen, wie eigentlich Preise von Produkten zustande kommen. Im Fall der Dorian LRQC-One-Part-Bridges frage ich mich eher, wie man derart exzellent klingende, innovativ designte und perfekt verarbeitete High-End-Stege nach einer langen und steinigen Entwicklungszeit von fast 14 (!) Jahren derart günstig anbieten kann? Selbst den drei zur Verfügung gestellten Extreme-Cheapo-Testgitarren entlocken die Dorian Bridges noch bemerkenswerte Klang- und Schwingungsergebnisse, die sich in Vitalität, Transparenz, Obertonverhalten, Sustain und Dynamik äußern.

Das LRQC-4T-Vibratosystem arbeitet auch nach härterer Beanspruchung, Finger-Bendings und intensivem Palm Muting verstimmungsfrei. Für die Montage der LRQCs empfiehlt sich die Hilfe erfahrener GitarrenbauerInnen.

PLUS

  • Konzepte & Designs
  • deutliche Verbesserung von Klang und Sustain
  • Lefthand-kompatibel
  • Detailllösungen
  • Qualität der Materialien
  • Präzision & Verarbeitung
  • Preis/Leistung

MINUS

  • LRQC-4T ohne Vibratohebel

(erschienen in Gitarre & Bass 02/2021)

Produkt: Frank Zappa Special
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Zitat: “…die Hilfe erfahrener GitarrenbauerInnen.”

    Muss der Gendersprech wirklich sein?
    Oder war das ein Ausrutscher, weil das Binnen-I so schön zur LBGTQ-Bridge passt?

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. @BB: Ja! Was dagegen?

      Auf diesen Kommentar antworten

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