Schlankes Multitalent

Test: Cole Clark Thinline TL2ECBLBL-HUM

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(Bild: Dieter Stork)

Das Cole-Clark-Team hat den Finger immer am Puls der Acoustic-Szene und reagiert gezielt auf deren Wünsche. So beobachtete man, dass sich viele Acoustic-Player einen E-Gitarren-Pickup ins Schallloch bauen, um rockige Sounds liefern zu können. Position und Anbringung dort haben aber Nachteile …

SLIM & SMART

Die Spezifikationen dieser Thinline entsprechen weitestgehend denen der FL, die wir vor ziemlich genau einem Jahr hier getestet haben (Ausgabe 10/2020, siehe hier) – deshalb gehe nicht nochmals in jedes Detail. Der signifikante Unterschied liegt in der Zargentiefe, die hier bei der Thinline zwischen 67 mm und 73 mm liegt. Das macht unser heutiges Testmodell natürlich zu einem wesentlich handlicheren Bühneninstrument. Der gänzlich (und nachhaltig) aus massivem AA Australian Blackwood gefertigte Korpus präsentiert sich mit auffällig großem Schallloch und einem rundlich geschnittenen Cutaway. Beim Steg aus She Oak sei nochmal erwähnt, dass die beiden Schrauben an der Stegeinlage nicht der Höhenjustierung (Saitenlage) dienen, sondern für den Anpressdruck des Piezo-Pickups zuständig sind.

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Dreh- und Angelpunkt dieser Cole Clark ist die Pickup-Bestückung. Für die reinen A-Gitarren-Sounds stehen einem drei Signale (Piezo, Sensor, Mikro) zur Verfügung, die sich am Zargen-Cockpit mischen und an einen gemeinsamen Klinke-Out leiten lassen. Wer eine schmutzige Blues-Note oder echten Rock-Sound abrufen oder beimischen möchte, hat den Humbucker-PU zwischen Schallloch und Steg mit eigenem Klinke-Out zur Verfügung. Volume- und Tone-Regler sitzen – wie auch der Toggle-Switch zur PU-Wahl – E-Gitarren-mäßig auf der Decke.

CLEAN & DIRTY

Die schlanke, in mattes Satin-Finish gehüllte Gitarre liegt superbequem am Spieler und hat eine tolle Haptik. Der Hals bietet mit seinem Shaping, den sauber polierten Bünden und der perfekten Saitenlage ein Höchstmaß an Spielkomfort. Beim unverstärkten Acoustic-Sound muss man natürlich Tribut an die schmale Zarge zollen. Der Klang ist etwas verhalten, weder sehr laut noch wuchtig, aber durchaus feinzeichnend.

Dafür spielt die Thinline dann über Anlage ihre Trümpfe aus. Diese Gitarre will auf die Bühne! Alles, was schon für die FL mit gleicher PU-Bestückung galt, trifft hier umso mehr zu, denn die Thinline neigt noch weniger zu Feedback. Das Sensor-Signal für perkussive Spielweisen und das Mikro für natürliche Höhen und Luft im Sound können nach Herzenslust beigemischt werden. Und dann ist da noch der Humbucker mit eigenem Klinke-Ausgang. Also ran an den Röhren-Amp, bisschen Gain dazu … was für ein feister, trockener Blues-Rock-Sound. Wieder kein Problem mit Feedback, tolle Slidesounds sind da ebenfalls drin. Wenn man jetzt mit dem Acoustic-Signal in die PA geht, und mit dem Humbucker in einen E-Gitarrenverstärker, kann man sich die Fülle der Möglichkeiten in Etwa ausmalen. Man kann ja per Toggle-Switch blitzschnell zwischen A- und E-Sounds wechseln, oder sie gleichzeitig nutzen.

RESÜMEE

Diese australische (fast) Alleskönnerin hat wirklich eine Menge zu bieten: Eigenständiger Look, ungewöhnliche Hölzer, tolle Haptik und eine bemerkenswerte Klangausbeute und Vielseitigkeit. Die Gitarre ist makellos verarbeitet und kommt im sehr schicken Koffer, in dem man u.a. auch noch ein transparentes Pickguard findet. Sehr interessantes Paket – also unbedingt antesten.

PLUS

  • eigenständige Konstruktion
  • Verarbeitung, Werkseinstellung
  • Bespielbarkeit
  • sehr gute E-Sounds, vielseitig
  • zwei unabhängige Pickup-Systeme

(erschienen in Gitarre & Bass 10/2021)

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