Aus dem neuen Heft:

Test: Charvel Pro-Mod DK24 HSS

Charvel Pro-Mod DK24 HSS
(Bild: Dieter Stork)

„New heights of modern high performance combined with elegant style and crushing tone.“ Weniger Anspruch wäre doch auch geradezu schüchtern. Nun denn – dem hochfliegenden Vogel wollen wir doch mal gründlich auf den Zahn fühlen.

Früher nannte man so etwas Super-Strat, was man bei Fender gar nicht gerne hörte und sich dann später die Firma Charvel mit ihren bei Shreddern so beliebten Gunslinger-Modellen einfach einverleibte. Heute spendiert man den Charvel-Gitarren sogar die originale Stratocaster-Kopfplatte – klar, bleibt ja in der Familie. Die Pro-Mod lässt eh vermuten, vor allem die Halsbearbeitung deutet darauf hin, dass sie in Fenders Mexiko-Fabrik gefertigt wurde.

Anzeige

gediegener moderner standard …

Mit dem Modell Pro-Mod DK24 haben wir ein modernes Double-Cutaway-Design in Händen, das man tatsächlich eine avancierte Alternative zur Stratocaster nennen könnte.

Die Pro-Mod DK 24 HSS kommt mit einem gut 17,5 cm starken Erlekorpus im „Dinky Body Shape“. Darunter ist eine, im Verhältnis zur Strat, leicht verkleinerte Korpusform zu verstehen, die trotz wenig verrundeter Außenkanten, Konturen an den genau richtigen Stellen aufweist und überdies mit optimal abgeglichenem Hals-Korpusübergang besten Spielkomfort bietet. Dem ist auch ein später Halsansatz zuzurechnen, der zwei Bünde vor dem Korpus mehr freistellt (Ansatz Stratocaster 17. Bund; Dinky 19. Bund).

Der mit einer Graphiteinlage verstärkte Hals aus geröstetem Ahorn (‚Caramelized Maple‘ – Hitzebehandlung ist derzeit ja schwer in Mode) bekam eine Standard-Stratocaster-Kopfplatte und ist mit vier in Hülsen geführten Schrauben fest im Korpus verankert. Das Griffbrett aus karamelisiertem Ahorn mit 12″ auf 16″ Compound-Radius ist mit 24 Jumbo-Bünden und Pearloid Dots ausgestattet. Luminlay Side Dots sollen auch auf dunklen Bühnen Griffbrettpositionen anzeigen.

Charvel Die-Cast-Locking-Mechaniken sorgen für verlässliche Stimmung; die Saiten schwingen mit 648 mm Mensur zwischen einem Tusq-Sattel von GraphTech und der Gotoh Custom 510 Tremolo Bridge, ein Zweipunkt-System mit Einsteckarm und Stahlblock. Zugriff auf den Halsstab gewährt ein ‚Truss Rod Adjustment Wheel‘ am Halsende.

Die Elektrik: In HSS-Pickup-Konfiguration finden wir verbaut: Custom Seymour Duncan Full Shred SH-10B Humbucker am Steg und Seymour Duncan Custom Flat Strat SSL-6 Singlecoil in der Mittel- und ein weiterer SSL-6 (RWRP) in der Halsposition, allesamt mit Alnico-5-Magneten arbeitend. Hm, zu monieren ist an dieser Stelle die ungenaue, seitlich versetzte Positionierung des Humbuckers, dessen Pole Pieces sich nicht exakt unter den Saiten befinden.

5-Wege-Blade-Switch-Schaltschema:

Pos 1: Full Bridge-Pickup
Pos 2: Bridge Inner Coil (tapped) + Mid-PU
Pos 3: Bridge Outer Coil + Neck-PU
Pos 4: Middle- + Neck-Pickup
Pos 5: Full Neck-Pickup

Zur Kontrolle stehen die generellen Regler Volume und No-Load-Tone-Control zur Verfügung. Die Anschlussbuchse ist im Übrigen auf die abgeschrägt gestaltete Zarge unten hinten zur Kabelführung hinter den Gurt positioniert.

Lackiert wurde der Korpus der Charvel Pro-Mod DK24 im Primer Gray Satin Finish (optional Satin Shell Pink). Eigenwillige Farbgebung, diese knappe Auswahl von annähernd Babyblau und Pink. Der Hals ist mit mattem Urethane-Lack dünn versiegelt. Alternativ ist auch noch ein Modell mit HSH-Pickup-Bestückung im Angebot.

Charvel Pro-Mod DK24 HSS
Die Anschlussbuchse wurde rückseitig auf der abgeschrägten Zarge montiert. (Bild: Dieter Stork)

… tagesaktuell überarbeitet

Die Pro-Mod DK24 wiegt angenehme 3,3 kg und spielt sich mit ihrem effektiv konturierten Body einschließlich des weich gestalteten Hals-Korpusübergangs in jeder Haltung einfach perfekt. Besonders viel Sorgfalt hat man bei der Halsgestaltung walten lassen. Der ‚Speed Neck with Rolled Fingerboard Edges‘ mit seinen 24 Jumbo-Bünden im aufsteigend flacher werdenden Griffbrett (Compound Radius) macht seinem Namen alle Ehre und bietet den Fingern bei guter Halsbreite und nicht zu flachem, dafür aber aufsteigend wenig zunehmendem Profil optimalen Aktionsraum.

Die Saitenlage ist ultraflach eingestellt. Das knallt zwar bei hartem Anschlag auf den Basssaiten etwas, ist aber wohl genau so gemeint, denn die niedrige Distanz zum Bund lässt die Finger mühelos fliegen und das kann man dann wirklich ‚Speed Neck‘ nennen. Akustisch tritt die Pro-Mod mit einem kristallklar perlenden, schwingintensiven Glocken-Sound an. Das Klangbild ist hell und offen, Akkorde zeigen gut separierte Stimmen und harmonische Rundung.

>>> Den vollständigen Testbericht findet ihr in der aktuellen Ausgabe Gitarre & Bass <<<

[7074]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: