Matt, aber nicht glanzlos

New Bird in Town: LTD Deluxe by ESP Phoenix-1004 Fishman im Test

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(Bild: Dieter Stork)

Besuch aus Hollywood bekomme ich auch nicht so oft. Aber eben von da aus, vom amerikanischen ESP-Sitz, nur ein paar Meilen z. B. vom Greek Theater oder der Hollywood Bowl entfernt, kommt dieser in Indonesien gefertigte Bass mit einem Zwischenstopp beim deutschen Vertrieb bei mir an.

Den Bass kenne ich doch? Aufmerksamen Dauerleser:innen wird nicht entgangen sein, dass wir dieses Modell schon im Dezember 21 im Test hatten. Was unterscheidet also das neue 2022er-Modell davon?

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MATT, ABER NICHT GLANZLOS

Einen ersten Aspekt erwähnte ich schon: der Neue kommt aus Indonesien statt aus Korea. Die diesmal transparent ausgeführte Lackierung in Tobacco Sunburst Satin ist nicht nur hervorragend gemacht, sondern erlaubt auch den Blick auf die Holzkonstruktion. Wie’s sich gehört, ist der Hals durchgehend. Drei Streifen Mahagoni, mit zwei schmalen Streifen Walnuss abgesetzt, lassen sich rückseitig ausmachen. Und nur da, denn vorne hat der erhöhte mittlere Bereich ein Mahagoni-Furnier bekommen, das diese Streifen verdeckt. Hm, aufwendiger als für meinen Geschmack nötig, ich hätte das auch auf der Oberseite gerne gesehen. Andere mögen es ohne die Rallyestreifen schicker finden.

(Bild: Dieter Stork)

Die Korpusflügel bestehen ebenfalls aus Mahagoni, und zwar aus jeweils zwei geschmackvoll zusammengesetzten Teilen. Die Rückseite ist dabei wieder komplett plan. Das Griffbrett aus Makassar-Ebenholz ist sauber in ein weißes Binding gehüllt, mit hübschen Flaggen-Inlays, und mit 21 Extra-Jumbo-Edelstahlbünden ausgestattet, deren Verrundung keine Wünsche offen lässt. Den Reverse Headstock ziert ein schickes Logo im gleichen Perlmuttstil wie die Inlays, das schwarz-matte Finish passt zum ebensolchen Pickguard.

Die vier über Kopf montierten, offenen Mechaniken sind LTD-eigene, die sich gut anfassen lassen und das Tuning unauffällig herstellen und halten. Dank der nach hinten abgewinkelten Kopfplatte ist ein weiterer Niederhalter für den guten Saiten-Andruck im Graphitsattel nicht nötig. Am anderen Ende finden die Saiten Aufnahme in der bewährten Gotoh 201B-4, einer soliden Brücke auf Blechwinkel-Basis. Modernes Einhängen ist hier nicht vorgesehen, nach dem Durchfädeln kommen die D’Addarios mit 19 mm Abstand zueinander auf den Messingreitern zu liegen, die wie gewohnt in Höhe und Intonation justiert werden können.

SOUNDS?

Der Balancetest im Sitzen fällt überaus angenehm aus, die linke Hand muss nur minimal weiter rauswandern, um in die tiefen Lagen zu kommen. Die recht minimalen Shapings reichen völlig aus, um den Korpus bequem werden zu lassen. Der darauf üblicherweise folgende Test am Gurt … entfällt. Bei meinem Sample fehlt doch tatsächlich der vordere Gurtknopf.

Da der neue Phoenix in seiner Konstruktion identisch zu dem vor gut einem Jahr von mir getesteten ist (die Pickups dürften da wenig Einfluss haben), zitiere ich mich doch einfach mal: „Der dickere Zuschnitt gibt dem Korpus mehr Masse, gegen den langen Hals ist er mit meinem Rutschegurt an den konventionellen Gurtknöpfen dennoch machtlos. Ebenso neigt sich der Phoenix leicht nach vorne von mir weg. Der Zug der Kopfplatte nach unten ist aber mit einem weniger rutschigen Gurt beherrschbar, vor allem, wenn beim Spielen der rechte Arm aufgelegt wird.“

Auf wieder beobachtbarem Terrain bin ich beim Hals, der zwar breiter ist als der Gibson-Bird mit seinem erstaunlich jazzbassigem Zuschnitt, dafür aber ein flaches und flott zu bespielendes Thin-U Profil zu bieten hat. Die erstklassig abgerichtete Bundierung tut ihr Übriges dazu, die schon gute Einstellung kann ich schnarrfrei noch tiefer legen, fertig ist die Rennpiste!

Soundcheck und Resümee auf Seite 2

Produkt: ESP-Klassiker im Test
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