Kellertaugliches Kleinformat

Kompakter Kracher: EVH 5150 Iconic Series 15W EL34 1×10 Combo im Test

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(Bild: EVH Brands, LLC.)

KLANG

Mit zwei Kanälen und einer Klangregelung ist der kleine Verstärker völlig geradlinig bedienbar. Im ersten Kanal entscheidet man sich für einen eher unverzerrten, nur angezerrten oder kräftig übersteuerten Klang, im zweiten Kanal immer für High-Gain-Sounds, die sich bestenfalls auf deftigen Crunch reduzieren lassen. Das klangliche Spektrum ist also durchaus breit, aber andererseits auch speziell.

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Der Clean-Kanal liefert praxistaugliche, saubere Klänge. Mischt man eine Prise des globalen Federhalls dazu, bringt das etwas Räumlichkeit und Retro-Charme ins Spiel. Ein echter Spezialist in dieser Disziplin ist das Testgerät zwar nicht, aber dennoch völlig brauchbar.

Dreht man den Gain-Regler in dieser Betriebsart weiter auf, gelangt man in einen angezerrten Bereich. Die Crunch-Intensität hängt dabei vor allem vom Pegel der Tonabnehmer der Gitarre ab. Bei einer Ibanez SA mit passiven V2-Humbuckern war für meinen Geschmack etwas Unterstützung durch einen Booster (PRS Horsemeat) erforderlich. Im Falle eines EMG81 war diese Unterstützung weniger nötig.

Die Gain-Reserven des ersten Kanals steigen im Overdrive-Modus sprunghaft an. Der Crunch endet hier bereits im ersten Viertel des Regelwegs. Danach ist man im Hardrock und sogar im klassischen Metal angekommen. Es klingt satt, druckvoll und angenehm definiert.

Der Vorzeigekanal des 5150 ist der rote Kanal, der immense Gain-Reserven bereithält. In vielen Fällen scheint es sogar zu viel des Guten zu sein. Andererseits funktioniert diese Schaltung eben auch mit leistungsschwachen Tonabnehmern und bei geringen Gain-Einstellungen. Stets kommt man in den Genuss einer kräftigen Kompression, die für reichlich Klangfülle und Sustain sorgt.

Wie die großen Modelle liefert auch der kleine Iconic Combo ein angenehm gefälliges Spielgefühl. Der Amp klingt zudem mit den meisten Gitarren und in unterschiedlichsten Stimmungen gut. Dazu kann man bei der Klangregelung wenig falsch machen. Es schiebt einfach fett und dicht aus den Boxen, aber kaum kratzig oder matschig. Man könnte sich etwas mehr Definition wünschen, würde sich damit aber vom charakteristischen Sound dieses Klassikers entfernen, den der kleine Combo trotz eingedampfter Schaltung durchaus trifft. Ebenfalls typisch sind das durchsetzungsfähige, ausgeprägte Mittenspektrum und der druckvolle Bass.

Allen, die sich Sorgen um die Pegelreserven machen, sei gesagt: Mit 15 Watt kann man es schon wirklich krachen lassen!

Die integrierte Lautsprechersimulation fällt eher simpel aus. Es gibt eine unveränderliche Klangvariante, die ich als brauchbar bezeichnen würde. Ich hätte mir zumindest gewünscht, die Simulation bei Bedarf deaktivieren zu können, um beispielsweise Aufnahmen mit externen Impulsantworten versehen zu können. Immerhin: Entsprechende Lösungen, etwa von Two notes, lassen sich auch am Lautsprecherausgang zum Einsatz bringen.

DIE ALTERNATIVE

Das Schwestermodell des Testgeräts ist der EVH 5150 Iconic Series 15W EL34 Head, der zum nahezu gleichen Preis zu haben ist. Dieser Verstärker bietet eine identische Vor- und Endstufe, wartet aber mit einigen abweichenden Funktionen auf. So gibt es einen Vorstufenausgang, die Lautsprechersimulation in Form einer XLR-Buchse, einen Stummschalter für die Endstufe, jedoch keinen Kopfhörerausgang.

RESÜMEE

Mit dem 5150 Iconic Series 15W EL34 1×10 Combo rundet EVH die Iconic-Reihe sinnvoll nach unten ab. Es handelt sich um einen kompakten Combo-Amp, der den typischen Sound der Serie in durchaus glaubhafter Qualität in ein wohnzimmer- und kellertaugliches Kleinformat bringt. Ein absolutes Schnäppchen ist der Combo nicht, sondern vielmehr ein überzeugend klingender Verstärker, mit dem High-Gain-Sounds mit Bravour gelingen.

Plus

  • High-Gain-Sound
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • Lautsprechersimulation nicht abschaltbar


(erschienen in Gitarre & Bass 12/2025)

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