Q&A of today: Die Saiten liegen auf der Brücke meiner Les Paul auf. Was kann ich dagegen tun?

Gibson Nashville-Brücke

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Gibson Les Paul Traditional

Q: Auf meiner schönen Gibson Les Paul Traditional ist eine so genannte Nashville-Brücke montiert. Nun liegen die Saiten am hinteren Rand Richtung Tailpiece auf der Brücke auf. Hat das irgendwelche (negativen) Auswirkungen auf den Klang? Sollte ich das Tailpiece vielleicht höher stellen, oder ist der höhere Saitendruck auf die Brücke sogar von Vorteil?

Hartmut G.

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Nashvillebridge
Die Nashville-Bridge

Da sich der Klang durch Veränderung des Saitendrucks auf den Steg recht stark ändert, ist das eine sehr gute Stelle, an der man klanglich etwas ausprobieren kann, ohne gleich das Instrument umbauen zu müssen. Prinzipiell stelle ich persönlich den Saitenhalter so tief, dass nur die beiden E-Saiten die hintere Kante des Nashville-Stegs leicht berühren. Es kann allerdings besser klingen, wenn der Saitenhalter höher steht, denn dann wirkt der Saitendruck nicht so stark auf die Bridge ein. Hier kann ich dich nur ermuntern, etwas zu experimentieren, bis du deinen Sound gefunden hast. Zum Einstellen bitte unbedingt die Saiten lockern, damit die Bolzenschrauben nicht beschädigt werden! Liegen jedoch alle sechs Saiten auf der hinteren Kante des Stegs auf, biegt sich dieser erfahrungsgemäß nach einiger Zeit durch, da das Material dem erhöhten Druck nicht gewachsen ist. Aber abgesehen davon gilt: Was klingt – ist gut!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo Hartmut,

    ich hatte das gleiche Problem bei meiner Epihone Les Paul Florentine. Die dünne e-Saite lag immer auf der der hinteren Kante zum Tailpiece auf und schepperte beim Spielen. Ich habe dann eine ABM-Bridge aus massiven Messing eingebaut und die hintere Kante bei der e-Saite mit einer kleinen Rundfeile etwas abgefeilt. Damit war das Problem behoben und auch noch das Scheppern durch die “Rappelfedern” der alten Bridge behoben. Die ABM Messingbridge ist von erstklassiger Präzision und hat ein tolles Sustain! Der Klang ist dadurch wesentlich besser und lauter geworden!

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  2. Das Ding mit der Saitenauflage auf der Bridge durch einen zu steilen Winkel in Richtung Tailpiece ist so eine Sache. Natürlich ist es richtig zu argumentieren, alles was klingt ist in Ordnung. So weit, so gut. Aber: die Saitenauflage soll nur auf den Saitenreitern stattfinden, um die Kraft in den Korpus zu legen. Liegen die Saiten auch noch an der Kante der Bridge auf, kann es zu Schwingungsauslöschungen im Korpus kommen, was i.d.R. zu unklarer Basssaiten-Abbildung kommt. Deshalb mein Tipp (mache ich grundsätzlich bei alles Bridge/Tailpiece-Kombinationen): a) Tailpiece soweit hochschauben, bis keine Saite die Kante der Bridge berührt; b) Saiten revers in das Tailpiece einfädeln und ÜBER das Tailpiece zu den Reitern der Bridge führen (Reverse Stringing). In jedem Fall wird der Saitenzug etwas geringer; die Höhen nehmen etwas zu.

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  3. Das Problem kenne ich von meiner 84 Gibson Les Paul Custom auch. Die hat ebenfalls eine nashville bridge und dort sind auch am Ende der Brück also zum Seitenhalter hin leichte Kerben durch vor allem der E Seiten entstanden. Habe mit der Zeit dieses Problem beim Seitenwechsel bemerkt und das tailpiece höher geschraubt. Hat nun zum Korpus einen ungewohnt höheren Abstand, aber immer nich genug Gewindegänge, sodass es stabil auf dem Korpus sitzt. Aber vor allem Soundtechnisch hat sich dadurch erstaunlich was getahn. Sie hat mehr Sustain als vorher. Die Bendings gegen etwas besser von der Hand. Ein Topwraping des Tailpieces wäre eventuell noch mal eine klangliche Inspiration. Habe ich mich aber leider noch nicht ran getraut, da ich keine Kratzer auf der goldenen Oberfäche haben möchte. Ich vermute, da die nashville breiter ausfällt als dir abr 1 und 2 wird das Problem wohl auch nur bei der nashville vor kommen, da die Abr zu schmal sind, sodass die Seiten bei kaum einer Einstellung die Brücke treffen dürften. Das höher Stellen hat bei meiner Gitarre jedenfalls Wunder bewirkt.

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