Q&A of today: Erdung der Brücke, Abschirmung und P90s einer LP JR SP...

3 Fragen zur Gibson Les Paul JR Special

Gibson
Ein Mahagoni-Brett mit zwei P90s

Ich habe eine Gibson Les Paul JR Special mit 2 P90-Pickups. Dazu habe ich einige Fragen: 1) Warum hat Gibson es nicht für nötig gehalten, Abschirmlack im E-Fach zu verwenden? 2) Ist es möglich, die Brücke nachträglich zu erden, und lohnt es sich, den “Klingeldraht“ gegen abgeschirmten auszutauschen? 3) Wird diese Gitarre wirklich in den USA gebaut und gibt es bei den Gibson-P90s Qualitätsunterschiede?

Martin Sch.

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A: Zu 1) Eine Abschirmung im Inneren der Gitarren hat man bei Gibson nie für nötig erachtet. Nur in einem kurzen Zeitraum von einigen Jahren wurden in den späten 1970ern die Gitarren bei Gibson komplett und konsequent mit dicken, verzinkten Stahlblechgehäusen abgeschirmt. Tatsächlich ist dies die einzige wirklich wirksame Methode zur Abschirmung vor Störgeräuschen. Auch die Metallkappe über den Pickups wurde in die Abschirmung mit einbezogen. Doch recht bald stellte man dieses aufwändige Verfahren wieder ein, wahrscheinlich weil es zu teuer und für viele Kunden einfach nicht wichtig gewesen war. Natürlich könnte man anstelle von Gibson jetzt als beruhigendes Argument eine dünne Schicht schwarzen Graphitlack in die Ausfräsungen sprühen, wie das viele andere Hersteller auch machen. Doch tatsächlich schirmt diese Maßnahme geschätzt 5%, wenn nicht noch weniger im Vergleich zu der teuren Blechdosen-Variante ab. Eine wirksame Abschirmung mit versilberten Kupferpartikeln oder gar einem Reinsilberlack findet man nur bei extrem teuren Instrumenten wie z. B. Alembic.

2) Mit einem Klingeldraht zwischen Saitenhalter und Elektronik ist deine Gitarre perfekt geerdet! Dieses gegen ein abgeschirmtes Kabel auszutauschen, ändert nicht das geringste am Effekt, denn der Draht selbst wäre ja schon die Abschirmung bei einem abgeschirmten Kabel (= doppelt gemoppelt). Auch eine zusätzliche Erdung des Steg bringt nichts, da dieser sowieso über die Saiten mit der Stegerdung verbunden ist. In deinem speziellen Fall liegt das Brummproblem nicht an der fehlenden Abschirmung, sondern an den extrem brummempfindlichen P90-Pickups. Diese Pickups empfangen aufgrund ihrer Bauform und Größe Brummgeräusche ein wie eine Antenne.

3) Wir können davon ausgehen, dass Gibson-Gitarren nach wie vor in den USA gebaut werden. Sehr aufschlussreich darüber ist der Film ‚Inside the Factory’ der Kollegen von Premier Guitars. Wer genau aufpasst, sieht zwischen den immer wieder gezeigten teuren Modellen durchaus viele Modelle aus den preiswerten Serien. Was die Pickups angeht, gehe ich mal davon aus, dass Gibson für die Custom-Shop-Modelle andere P90s verbaut als für die einfachen Modelle. Die normalen P90s sind heutzutage sehr mittig ausgelegte, „heiße“ Pickups. Die Vintage-Repliken sind  schwächer gewickelt und haben weniger Output. Ähnliche Parallelen sieht man ja auch bei Gibson-Humbuckern, die von Serie zu Serie ebenfalls unterschiedlich ausgelegt sind.

Hier noch die Info-Seite von Gibson zu diesem Gitarrenmodell!

Gibson
Die Gibson Les Paul JR Special gibt es in insgesamt acht verschiedenen Lackierungen

 

 

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