Digitaler 50-Watt-Combo mit drei Kanälen, IR-Out und Power-Scaling

EVH 5150III Hypersonic 6L6 1×12: 5150-Sound ohne Röhren?

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(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Der neue EVH 5150III Hypersonic 6L6 1×12 will genau das liefern, was viele High-Gain-Fans suchen: den bekannten 5150III-6L6-Sound, aber als deutlich leichteren Digital-Combo fürs tägliche Gig- und Proberaum-Leben – inklusive IR-Out, per-Channel-Noise-Gates und flexibler Leistungsreduktion.

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Der Hypersonic 6L6 1×12 ist ein neuer digitaler Combo aus dem EVH-Programm, der den 5150III 6L6 Röhrencombo möglichst detailgetreu nachbilden soll. Statt Endröhren werkelt hier ein leistungsstarker Digital-Poweramp mit 50 Watt, der laut Hersteller den Headroom und die Dynamik des Originals nachzeichnet. In Kombination mit einem 12″-Celestion EVH G12H 30W Anniversary Speaker und geschlossenem Sperrholz-Gehäuse soll so ein Spielgefühl entstehen, das sich von der Vollröhrenversion kaum unterscheiden lässt.

(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Gleichzeitig bringt der Hypersonic ein deutlich geringeres Gewicht mit: Rund 17,75 kg stehen auf dem Datenblatt – das ist spürbar weniger als beim klassischen 5150III-Combo und kommt allen entgegen, die regelmäßig Treppen steigen müssen.

(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

EVH positioniert den Amp klar als Werkzeug für moderne Gitarristinnen und Gitarristen, die 5150-Gain in einem „plug & play“-Combo wollen – ohne Röhrenwartung, aber mit direktem Zugang zu Recording-Features wie IR-Out und USB-C. In einem offiziellen Demovideo zeigt der LA-Gitarrist Frankie Lindia, wie der Hypersonic vom Clean bis zum High-Gain-Brett eingesetzt werden kann.


Drei Kanäle, je ein Noise Gate

Wie der 5150III 6L6 bringt auch der Hypersonic drei Kanäle mit: Clean, Crunch und Lead. Alle drei Kanäle haben eigene Regler für Gain, Low, Mid, High, Volume – plus ein Noise-Gate-Trim pro Kanal.

(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Bei Kanal 1 (Clean) und Kanal 2 (Crunch) kommen konzentrische EQ-Potis zum Einsatz: außen z. B. Bass, innen die entsprechende Mitten- oder Höhenfunktion. So lässt sich der Frequenzgang beider Kanäle fein abstimmen, ohne dass das Bedienfeld überfrachtet wirkt. Kanal 3 (Lead) arbeitet mit einem eigenen, konventionellen EQ-Satz.

Die integrierten Noise Gates pro Kanal helfen dabei, das Setup auch bei hohen Gain-Werten ruhig zu halten – interessant für moderne Metal-Sounds, bei denen Tightness und Stopp-Riffs im Vordergrund stehen.


Power-Selector, Mute und IR-Out

Herzstück des „Digital-Mehrwerts“ ist das flexible Leistungsmanagement: Ein Power-Selector bietet die volle Leistung von 50 Watt plus fünf abgeschwächte Stufen, ohne dass der Grundcharakter des Amps stark verändert werden soll. Zusätzlich gibt es einen Mute-Schalter für lautloses Spielen oder reines Arbeiten über den Line-Out.

(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Für Bühne, Recording und Silent-Setups stellt der Hypersonic einen symmetrischen XLR-Ausgang zur Verfügung, der mit Impulse-Response-Cabinet-Simulationen arbeitet; ein Cab-Sim-Selector und ein Line-Out-Level sitzen auf der Rückseite. Dazu kommen Ground-Lift, ein Kopfhöreranschluss (Stereo-Klinke) und ein klassischer Effektweg (Send/Return per 6,3-mm-Klinke).

Wer den Amp ins MIDI-Setup einbinden oder Firmware aktualisieren will, findet hinten außerdem MIDI-In und eine USB-C-Buchse.


(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Fußschalter und Bedienkonzept

Zum Lieferumfang gehört ein überarbeiteter 5-Button-Footswitch, der über ein RJ-45-Kabel angeschlossen wird. Neben der Kanalwahl lassen sich damit laut Hersteller nun auch Reverb und FX-Loop schalten – praktisch für alle, die zwischen trockenem Rhythmus-Sound und „aufgeräumten“ Leads mit Hall und Effekten wechseln möchten.

Die Front zeigt die bekannten weißen Chicken-Head-Knobs und das große EVH-Logo. Das Bedienfeld ist klassisch oben platziert; Presence und Resonance liegen global an und erlauben Feintuning von Höhen- und Bassanteil der Endstufe.


Bauweise, Speaker und Varianten

Das Gehäuse besteht aus 11-lagigem, 15 mm starkem Sperrholz im Closed-Back-Design. Innen arbeitet ein 12″ Celestion EVH G12H 30W Anniversary Speaker bei 16 Ohm Gesamtimpedanz.

(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Der Amp ist in Schwarz oder Ivory erhältlich, mit Vinyl-Bezug und gewebter Frontbespannung. Ein Kunststoffgriff auf der Oberseite erleichtert den Transport, optionale Rollen sind als Zubehör vorgesehen.

Mit einer Breite von 62,2 cm, einer Höhe von 56,5 cm und einer Tiefe von 31,1 cm bleibt der Hypersonic in einem Format, das für Proberaum, Club-Gigs und Studio gleichermaßen handlich ist.

(Bild: EVH Brands, LLC. / FMIC)

Zielgruppe und Einsatzbereiche

Konzeptionell richtet sich der 5150III Hypersonic 6L6 1×12 an diejenigen, die den 5150-Sound mit hohem Gain-Reserven gewohnt sind, aber nicht mehr unbedingt eine schwere Röhrenkiste plus Mikro brauchen. Drei klar getrennte Kanäle, per-Channel-Noise-Gates, Power-Scaling und IR-Out sprechen vor allem Gitarristinnen und Gitarristen an, die:

  • live über PA oder In-Ear spielen,
  • zu Hause oder im Studio mit IR-Setups arbeiten wollen,
  • trotzdem ein „echtes“ Combo-Gefühl mit Speaker im Rücken behalten möchten.

Dass EVH den Sound des Röhren-5150III auch dynamisch möglichst nah nachbilden will, bleibt am Ende eine Frage des persönlichen Eindrucks – im Datenblatt und im Funktionsumfang positioniert sich der Hypersonic aber klar als moderne, röhrenlose Alternative innerhalb der 5150-Familie.


Preis: € 1.849

www.evhgear.com

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Auweia,fast 1.850,- €uro sind ja schon recht heftig für diesen neuen EVH-Amp ohne Röhrentechnik! Einzig das nervig bleischwere Gesamtgewicht eines soliden E-Gitarren-Vollröhrenverstärkers bleibt einem hier faktisch erspart. Aber,wer meint,ohne analoge Röhrentechnik geht’s auch,der soll sich dieses Teil einfach anschaffen. Meine Vollröhren-Verstärker (Marshall,Hayden,Fender,Starfield/made by Ibanez,und Black Heart Valve-Combo-Amps) sind allesamt jederzeit betriebsbereit,und liefern mir den kultig warmen Sound,der die Röhren-Amps seit ihrer Erscheinung so beliebt machte,und (Gott lob!) bis dato und auch zukünftig seine Liebhaber beibehalten wird. Alles reine Geschmackssache,meine persönliche,ganz subjektive Meinung,jedem das was er möchte,alles kann,-nichts muß! So macht es Spaß und bringt Freude beim Gitarrespielen. Da gibt es nichts Schöneres als zu musizieren,-ob nun mit oder ganz ohne analoge Vollröhrentechnik. Rock on!

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  2. Tja … wenn sich der Straßenpreis so bei 1500€ einpendelt, dann ist das – verglichen mit den Fender Tonemaster Amps – ein reelles Angebot.
    Ich hoffe halt, dass Fender hier die gleiche Technik verbaut, denn die Tonemaster sind richtig richtig gut!

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  3. Ich bin etwas verwundert über die Tatsache, daß ein Speaker mit 30W Belastbarkeit in einen Amp mit 50W Ausgangsleistung verbaut wird. Kommt da nächste Woche die zwingend erforderliche Zusatzbox um die Ecke oder, muß der angedeutete “Powerselektor” entsprechend justiert werden?
    Wäre vielleicht denkbar, daß diese Serie zahlreichen Speaker-Wechseln engegen sieht.

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  4. Sorry, ich verstehe das Konzept nicht…

    Als jahrzehntelanger Fan der 5150-Serie gefällt mir ja grundsätzlich die Idee, diesen ikonischen Sound „in klein“ für Zuhause zu haben. Genau das ist mit dem neulich von euch vorgestellten 1×12“-Combo der „Iconic“-Serie möglich, der weniger als die Hälfte des „Hypersonic“ kostet. Soll es noch Bedroom-freundlicher sein, bekommt man den „Iconic“-1×10“-Combo für weniger als ein Drittel (!) des „Hypersonic“-Preises. Gleicher Hersteller, dasselbe 5150-typische Voicing.

    Der „Hypersonic“ dagegen soll 1649,- kosten? Ein Modelling-Combo, der bestenfalls (!) so klingt (erfahrungsgemäß aber wohl eher „annäherungsweise…), wie das Modell stehende Röhren-Vorbild? Bleibt als Praxis-Vorteil zunächst einmal nur der geringere Gewicht …

    … das bei einem Übungscombo für‘s Musikzimmer allerdings nachrangig ist. Einen 1×12“-Combo – egal, wie transportfreundlich er auch sein mag – mit in den Proberaum zu nehmen, um dort bei artgerechtem Hardrock/Metal-Einsatz gegen einen lauten Drummer zu bestehen? Lächerlich.

    Wer wiederum als Band im Proberaum In-Ear-Monitoring nutzt, dem genügt ein Stomp-/Floor-/Modeller mit ordentlichen IRs. Das ist dann „maximal mobil“.

    Kurz: Wenn der „Hypersonic“ ein Drittel kosten würde, würde ich mir den vielleicht mal anschauen. So weiß ich aber wirklich nicht, wen das Teil ernsthaft ansprechen soll.

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