Gitarrenwahn in Göteborg

Das war die Fuzz Guitar Show 2018

In Zeiten, in denen große Messen in der Gitarrenbranche nicht mehr die gleiche Anziehungskraft auf die Szene haben wie früher, blühen kleinere Veranstaltungen geradezu  auf. In ihrer Größe irgendwo zwischen der Holy Grail Guitar Show und dem Guitar Summit angesiedelt, bietet die Fuzz Guitar Show einen ausgewogenen Mix – hier finden sich große Marken ebenso wie kleine Parts-Dealer, Gitarrenbauer ebenso wie Vintage-Händler. Begleitet wird das Ganze von einem kompakten, aber liebevoll gestalteten Workshop-Programm. Die Fuzz Show geht jetzt ins 11. Jahr ihres Bestehens und hat sich in dieser Zeit zum Gitarren-Highlight Skandinaviens gemausert. 

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Eich Amps goes Gitarre! Eine Messe-Neuheit gab es am Stand von Thomas Eich: Der GT-3500 ist ein puristischer Einkanaler mit fußschaltbarem Boost und holt seine 38 Watt aus vier 6V6 Röhren, die massive 2×12″-Box kommt mit selbst-designten Speakern, das alles im schnittigen Racing-Look.

 

Am Stand von Ibanez standen die Instrumente der neuen AZ-Serie im Mittelpunkt. Besonders ins Auge fiel hier die AZ242BC-DET Premium mit ihrer wunderschönen Bocote-Decke. Aber auch dem hauseigenen RG-Klassiker wurde ein neuer Spin verpasst – besonders nice die RG652AHMFS in einem metallic-blauem Burst-Finish.

 

Männerhälse bei G&L! Wer auf dicke Hälse steht und diese blaue Asat Bluesboy 90 in DMS Marina Blue in die Hand nimmt, könnte sich spontan verlieben. Tolle Gitarre! Für Bassisten lohnte es sich, den Kiloton in Vintage White mal anzuchecken. G&Ls Antwort auf den StingRay macht einen sehr potenten Eindruck. Agiles Ding!

 

Preisgünstige und gut gemachte kleine Acoustic mit Vintage-Flair gesucht? Einfach mal die Gitarren aus der Roadhouse-Serie von Art & Lutherie anchecken!

 

Symphatisch ist bei den australischen Gitarrenbauern, dass sie meist auf einheimische Hölzer zurückgreifen. Für diese AN3EC-HBE setzen Cole Clark für die Decke auf Lagarostrobos franklinii (auf Englisch Huon Pine), das in Australien für Damm-Bau benutzt wurde, uralt ist (man sprach von “so alt wie die Pyramiden”) und wegen seines hohen Öl-Gehalts auch unter Wasser nicht verfällt. Hält man seine Nase ins Schallloch, riecht es auch eher nach Holzboot als nach Gitarre.

 

Orange ist bekannt für analoge Röhrenamps. Die neuste Entwicklung aus dem Hause ist aber eher im Digitalsektor angesiedelt und firmiert deshalb auch unter dem Namen Omec. Bei dem Omec Teleport handelt es sich um ein Audio-Interface fürs Pedalboard, das es dem Musiker erlaubt, PlugIns oder Modeling-Sofware von Laptop, iPad, iPhone & Co. direkt in die Signalkette einzuschleifen. Coole Idee!

 

Offset-Gitarren aus Finnland gab es am Stand von Olli Viitasaari. Besonders auffällig war das Semi-Hollow-Modell OM mit einem Griffbrett aus Masur Birch.

 

Paul Reed Smith waren durch einen Händler vertreten, der unter anderem eine komplett durchgeriegelte Private Stock Custom 24 ausstellte. Mehr ist mehr (wie Yngwie Malmsteen sagen würde).

 

Klassiker-Feeling am Stand von Maybach. Made in Tschechien, gute Pickups & Hardware, authentische Optik und Wie-Zuhause-Spielgefühl – besonders für Gibson-Fanatics zum Antesten empfohlen.

 

Jacobsson Guitars. Schön direkte LP-Style-Instrumente, reduziert auf das Nötigste: 1 Pickup, 1 Volume-Poti.

 

Hawai- und Hula-Feeling verbreitete nicht nur das in diesem Jahr großartige Wetter, sondern auch die poppige Ukulelen-Auswahl am Kala-Stand. Die Plexiglas-Modelle gehen auch mal mit in den Pool – der Sommer kann also kommen.

 

Amp-Highlight der Show war wohl der neue 50 Watt starke Kompaktamp 747 von Olsson Amplification. Der Verstärker arbeitet mit 2xEL34, hat 2 1/2 Kanäle (Clean und Crunch teilen sich eine Klangregelung), wobei im dritten, dem Zerrkanal, noch zwei Gain-Stufen und Lautstärken abgerufen werden können. Dazu kommen noch zwei Master-Volumes und pro Kanal ein Noise-Gate. Das Ganze im kompakten Mini-Head-Format und mit geschmeidigen 8 kg Gewicht. An der Entwicklung des Amps war übrigens Opeth-Gitarrist Fredrik Åkesson beteiligt.

 

Eastman Guitars waren lange Zeit in erster Linie für ihre hochwertigen Mandolinen bekannt. Die bauen sie auch immer noch, neu ist hier ein mattes Nitro-Finish. Archtops sind ein weiteres Steckenpferd der Firma, hier sehr schön auch die FV680 CE in Sunburst. Für Aufsehen sorgten Eastman dann vor einiger Zeit mit ihren Les-Paul-inspirierten Solidbody-Modellen (SB59), die vorallem mit ihrem großartigen Antique-Finish Liebhaber finden. Aber auch mit komplett eigenständigen Designs überzeugt die Firma: Die ER4 Classic mit Mahagoni-Hals, einem Korpus mit Boden und Zargen ebenfalls aus Mahagoni und einer Fichtendecke fiel ins Auge.

 

80s-inspiriert und optisch offensiv – Blade Guitars hatten mit der California Classic und der Silver Streak CS zwei modern ausgelegte Strat-Varianten am Start. Der B-2 Tetra Bass ist seit 1989 im Programm, hier in einem schicken See-Thru-Red.

 

Eigenständige Designs gab es am Stand von Nordin Guitars. Erik Nordin hat zwei Modelle (in verschiedenen Ausführungen) im Programm: Lunar, eine 13″ oder 14″ Archtop, und Aurora, eine Solidbody. Bei letzterer fielen besonders die Inlays in Moustache-Form ins Auge – sowohl auf dem Griffbrett, wie auf der Sichtkante.

 

Marshall-inspirierte Highend-Amps konnte man am Stand von Dario Kumerle antesten. Blonde 100 kommt mit 4xEL34, zwei Kanälen und ist ptp-verdrahtet. Blonde 45 hat ebenfalls zwei Kanale und arbeitet mit 2 KT88. Die Clean-Kanäle sollen Fender-like klingen, die Zerrkanäle sollen auf gute Saiten-Separation hin abgestimmt sein.

 

Mal ein Plektrum aus Stein probieren? Auch das ging auf der Fuzz Show. Konnte man leider (im Gegensatz zu allem anderen hier in Schweden) nur mit Bargeld bezahlen, sonst hätten wir sicher ein paar mitgenommen. Oder einen der Käsehohel, die es auch an diesem Stand zu kaufen gab.

 

An einem kleinen Vertriebsstand gesichtet: Zwei ziemlich coole FGN Modelle – eine J-Standard in Rot mit flacher Decke und eine Expert FL in schicker Goldtop-Ausführung.

 

Der neue heiße Scheiß am Pedal-Himmel? Beetronics Pedale sehen nicht nur sehr cool und liebevoll gestaltet aus, sondern klingen auch nach erstem Antesten sehr gut – der Overhive funktioniert als amp-like Overdrive sowohl für Gitarre, als auch für Bass. Ebenso der Royal Jelly, eine Mischung aus OD und Fuzz mit interessanten Blend-Möglichkeiten.

 

Kunst trifft Musik und bleibt doch Rock’n’Roll – Duesenberg zeigt wie das geht. Von der Italia-inspirierten Julia über die mit Phonico-Pickups bestückte Gran Majesto bis zur Alliance Johnny Depp mit den Tattoos des Namensgebers auf der Decke wurde ein Querschnitt der Modellpalette präsentiert.

 

Mit einem Best-of ihres Programms waren Nik Huber Guitars auf der Show vertreten. Clemens hier mit einer sehr coolen Surfmeister in Petrol-Metallic, außerdem am Stand ein ebenfalls in metallic-lackierter Rietbergen Bass. Die Orca 59 beeindruckte nicht nur durch die spektakuläre Optik, sondern auch durch ihr geringes Gewicht, wurde erstaunlich häufig von vorbeischlendernden Besuchern im wahrsten Sinne des Wortes gestreichelt und kurz nach der Eröffnung der Show direkt vom Stand weg verkauft. Und schön, auch mal wieder eine Krautster in der ursprünglichen, schwarzen Schleiflack-Version zu sehen – ein bodenständiger Rocker.

 

Fans hochwertiger und teils optisch sehr aufwendiger Gitarren kommen auch bei Fibenare auf ihre Kosten. Am auffälligsten wirkte aber die grüne Erotic Regime.

 

Wer das wirklich Besondere zur optischen Verschönerung seines Instruments sucht, kann mal bei Yaz Custom Art vorbeischauen.

 

Fuzz-Premiere feierten in diesem Jahr die Jungs von Gamble Guitars. Durchgestylt wie auch das sonstige Gamble-Programm war natürlich auch der Stand, an dem ausschließlich Hollow-Gitarren zu sehen waren, teilweise mit stylischen Details wie seitlichen Dots aus Metallhülsen. Der The Ace Bass beeindruckte mit einem Männerhals und einem ’51-Style-Pickup mit fetten Polepieces.

 

Edel, robust und ziemlich durchdacht kommen die Soulman Pedalboards rüber.

 

Am Stand von Yamaha konnte man eine der seltenen (weil immer sofort vergriffenen) Japan-Versionen des Broad Bass in Augenschein nehmen. Hier gibt es mit Yamaha-eigener Hardware und Pickups und der vom Billy-Sheehan-Bass übernommenen Halsbefestigung viel Bass fürs Geld. Ansonsten war hier “Anfassen & Ausprobieren” das Motto und von den Möglichkeiten machten viele Besucher ausgiebig Gebrauch.

 

Rozawood zeigten einige Prototypen. Aufällig hier war die Artcraft Blues mit True Temperament Fretting System und einer nach innen gewölbten Schalllochumrandung. Ausserdem gab es auch Fanned-Fret-Modelle, ebenso wie eine Bariton-Gitarre.

 

Funky! Die Martin D-420 mit bildgewordener “Legalize it!”-Thematik auf der Decke.

 

Augenschmaus für High-End-Acoustic-Fans am Taylor-Stand: Die K24ce mit Koa-Decke und dem neuen V-Class-Bracing, was das Instrument insgesamt sauberer schwingen und intonieren lässt und für ein gleichmäßigeres (und teils als lauter empfundenes) Abstrahlverhalten sorgt.

 

Viel Gitarre für’s Geld: Am Blueridge-Stand fielen vorallem die Gypsy-Jazz-Modelle auf.

 

Bemerkenswert kunstvoll und detailreich waren die Arbeiten von Magnus Ramel Inlay Works.

 

Martin Hense von “Martin’s Musik-Kiste” hatte Plektren aus Casein (das Eiweiß der Milch), die dem (zurecht) verbotenen Tortoise sehr nah kommen sollen dabei. Außerdem hat er eine Reissue des von Robert Fripp und Santana genutzten Triangular-Picks im Gepäck, dessen Originale auf dem Gebrauchtmarkt zu abstrusen Preisen gehandelt werden.

 

Pedal-Guru und Mad Professor Björn Juhl führte seine BJFE (steht für Björn Juhl Förstärkarelektronik) Pedals selbst vor.

 

Quasi direkt von der Bühne des vorabendlichen Gigs in der Schweiz angereist war Sascha Greuter – und er hatte eine stattliche Auswahl an Pedalen, meist in besonderen Farbvarianten, im Gepäck. Außerdem zeigte er zum ersten mal das Night Flight, ein Overdrive mit Dreiband-Klangregelung und einem Switch, der das Gain-Niveau massiv anhebt  – damit hat man quasi zwei Pedale in einem Gehäuse. Des Weiteren – so neu, dass es noch nicht mal auf der Greuter-Pedals-Website erscheint – ein Vibe, das von psychedelisch bis subtil alles drauf hat.

 

Vintage, Vintage, Vintage! Ein Schwerpunkt der Show ist das wirklich beeindruckende Angebot an Vintage-Gitarren. Hier finden sich wahre Schätze und jede Menge “Holy Grails” der Gitarrengeschichte. Und was das Ganze so besonders macht: Hier ist nichts hinter Glas oder mit “Don’t touch!”-Schildern versehen. In dieser Hinsicht scheinen die Skandinavier absolut tiefenentspannt zu sein.

 

ESP waren wieder mit schnittigen Äxten am Start: hochwertige und fair bepreiste Fanned-Fret-7-Saiter, die super reduzierte Black-Metal-Serie für knallharte Riffer, das kompromisslose Gary-Holt-Signature-Modell, edle Power-Strats aus dem Customshop und und und … Dieser Stand war für manchen Metaller eine echte Erfüllung.

 

Auch Schecter haben für moderne Shredder wirklich attraktive Gitarren im Programm: Neben hippen Farbverläufen, den angesagten Fishman-Fluence-Pickups, 7-streifigen Hälsen aus exotischen Hölzern, findet man bei den in Korea produzierten Instrumenten auch seltenere Features wie kompensierte Sättel, Fernandes-Sustainer-Pickups und Carbon-Bindings. Ganz schön fancy alles! Eine erfrischende Neuheit im Bass-Bereich war außerdem der CV-4, bei dem die beiden Tonabnehmer jeweils in P-, J- oder Humbucker-Konfiguration geschaltet werden können.

 

Schön, dass Supro seit ein paar Jahren mit echten Retro-Bomben zurück ist. Jetzt schon ein Neo-Klassiker ist der äußerst charismatische Huntington Bass, der mit seiner kurzen Mensur und heißen Gold-Foil-Pickups erstklassige Vintage-Sounds liefert – besonders mit Flatwound-Saiten! Das Modell gibt es wahlweise mit ein, zwei oder drei Pickups; der Korpus ist wahlweise aus Mahagoni, Erle oder Esche gefertigt.

 

Auch Saku Vuori von Vuorensaku Guitars stellte wieder seine Instrumente aus. Der sympathische Finne hat nur ein Modell, die T.Family Custom, im Programm, dass man sich wie auf einer Speisekarte nach Lust und Laune konfigurieren kann. Sakus Instrumente sind ehrlich, rustikal und kein bisschen gefällig – echte Rockbretter eben!

 

Boutique-Röhren-Power aus Finnland: Bluetone hatten vom fetten Röhren Top (Fried Eye Special), über diverse Combos bis hin zum Mini-Head (Roundabout Reverb) eine ganze Menge Verstärker mitgebracht. Auf der Bluetone-Website kann man sich seinen Traum-Amp basierend auf diversen Klassikern und Eigenentwicklungen zusammenstellen und dabei neben dem Preamp-Design auch die sonstigen Features sowie die Endstufen-Konfiguration bestimmen. Bluetone bauen außerdem relativ kompakte Load-Boxes mit Speaker-Simulation und allem Drum und Dran.

 

Music Man war gleich an mehreren Händler-Ständen vertreten – und zwar fast ausschließlich mit hochpreisigen USA-Modellen. Besonders oft sah man die neuen Modelle Stingray und Cutlass, nicht selten sogar als edlen BFR-Varianten.

 

Parts, Parts, Parts: Der in Göteborg ansässige Händler No.1 hatte eine beeindruckende Palette an Fender-Style-Parts mitgebracht, wobei besonders die geagedten Hälse einen extrem guten Eindruck machten und mit ca. € 250 auch fair bepreist waren. Für einen passenden Body muss man bei No.1 ca. € 500 einplanen.

 

Zu den Neuheiten bei Sandberg gehören in diesem Jahr neben dem Grand-Dark-Modell (Test in 06/2017) auch neue Finishes und Plexiglaß-Pickguards. Eine echte Augenweide: ein California TM 5-String in Goldburst.

 

Beim Darkglass-Hype ist kein Ende in Sicht und das hat einen Grund: Die Finnen um Mastermind Doug Castro präsentieren kontinuierlich neue Produkte, sodass man mittlerweile Pedale, Amps und neuerdings auch Boxen aus einer Hand bekommt. Der neuste Streich hört auf den Namen Alpha Omega Ultra, ein kompletter Boden-Preamp, der sogar Impulsantwort-basierte Speaker-Simulationen laden kann.

 

Am Stand von Lundgren Guitar Pickups konnte man sich durch das komplette Sortiment des schwedischen Pickup-Gurus spielen. Bereit standen dafür eine Gitarre sowie ein Bass mit frei positionierbaren Tonabnehmern, die per Steckverbindung angeschlossen und in sekundenschnelle gewechselt werden konnten.

 

Hierzulande schon längst kein Geheimtipp mehr: die hochwertigen DIY-Pedal-Bausätze von Bausätze von Build Your Own Clone. Auf der Fuzz Guitar Show bekam man einen Eindruck von der riesigen Auswahl und konnte sich zudem kompetent beraten lassen, welches Pedal zu einem passt.

 

Zu den jüngeren Sensationen im Bass-Amp-Sektor gehört ohne Zweifel Markus Millers Wechsel zu Markbass. auf dem Stand von Markbass und DV Mark konnte man alle vier Little-Marcus-Modelle antesten – natürlich stilecht mit einem Jazzbass!

 

Parts, Parts, Parts, Part 2! Allparts-Teile gab es auf der Fuzz Guitar Show in Hülle und Fülle: Bodies, Hälse (auch roasted maple), Brücken, Mechaniken, Pickups, bestückte Schlagbretter … und das alles so weit das Auge reicht zu speziellen Messepreisen.

 

Amp-Entwickler Mike Scuffham hat vor langer Zeit den Marshall JMP1-Preamp designed und ist seit einigen Jahren mit seiner Modelling-Software S-Gear am Start. In der neusten Version des Programms wurde vor allem die Bedienbarkeit durch diverse Drag-&-Drop-Funktionen verbessert. Klanglich spielt S-Gear nach wie vor weit vorne mit!

 

Am Stand von EBS lieferte Marleaux-Endorser Jay Tee mächtig ab: Ganz ohne Looper spielte er eine Bass-Interpretation von Michael Jacksons ‘Billie Jean’ – und zwar mit allen dazugehörigen Stimmen. Wirklich beeindruckend!

 

Mattisson Bass lieferte ohne zweifel ein paar der eigenständigsten Bass-Designs der Show. Die teilweise mit wilden Pickup-Kombinationen bestückten 4- und 5-Saiter gibt es von rockig und geaged bis gediegen und edel, dabei kommen grundsätzlich nur Top-Komponenten zum Einsatz.

 

Serek Basses aus den USA haben es zum Ersten mal über einen Händler auch auf die Fuzz Show geschafft. Die extrem leichten und kompakten Retro-Bässe kommen mit kultigen Bi-Sonic Singlecoil-Pickups und dick gewickelten P-90-Style Tonabnehmern aus eigener Produktion.

 

Keine andere Bass-Firma hat sich in Extrem-Metal- und Djent-Gefilden einen Namen gemacht wie Dingwall Guitars. Den Topseller, das NG2 Nolly-Getgood-Signature-Modell (Periphery), gibt es nun auch als 4-Saiter, den man dank Fanned-Fret-Mensur und satten 36,25″ auf der tiefsten Saite auch bedenkenlos bis in den Keller stimmen kann.

 

Dass deftige Metal-Äxte auch durchaus edel sein können, beweisen die Instrumente von Sgt Doom Guitars. Bei den Gitarren von Erik Almström kommen beste Materialien zum Einsatz, wobei alles penibel auf die Wünsche des Kunden abgestimmt wird. Besonders gefallen hat uns eine halbtransparent lackierte, metallic-rote Super Vee, sowie ihr Schwester-Modell, bei der ein extrem aufwendig eingeschnitztes Decken-Relief Motive des Covers der Morbid-Angel-Platte ,Altars Of Madness’ aufgreift. Originell auch die gelungene Firebird-Adaption namens Super Bird.

 

Michael von Manic Custom Guitars hatte ein paar Strat-Varianten im Gepäck – von finster und rustikal bis edel und gediegen. Ein Modell fiel durch das True-Temperament-Fretting-System auf …

 

… und True Temperament Guitars & Necks hatten auch einen eigenen Stand, an dem man exemplarisch ein paar Klassiker-Interpretationen mit dem einzigartigen Bundierungs-System anspielen konnte.

 

Dean Zelinsky ist, was das Entwickeln und verbessern von Gitarren angeht, nie müde geworden. Die Rückseite seiner Z-Glide-Hälse ist mit einem ganzflächig eingefrästen Muster versehen, das merklich die Kontaktfläche zwischen Hand und Hals reduziert und somit weniger “klebt”. Das Ganze spielt sich entsprechend “schneller”. Clever auch der Hals-Humbucker beim T-Style-Modell, der ein Umschalten zwischen Humbucker- und Singlecoil-Sounds ohne Lautstärkesprung ermöglicht.

 

MXR & Way Huge Electronics haben in diesem Jahr einige Hits gelandet, darunter das MXR Carbon Copy Deluxe, auf das die Fans des vielleicht verbreitetsten Analog-Delays gewartet haben. Auch die Mini-Versionen der Way-Huge-Klassiker Blue Hippo, Aqua Puss und Russian Pickle erfreuen sich großer Beliebtheit. Und auch das neue Pork-&-Pickle-Bass-Overdrive/Fuzz konnte im Test absolut überzeugen.

 

Auch Boutique-Klassiker James Trussart Custom Guitars durfte bei der Fuzz Guitar Show in Göteborg nicht fehlen. Gleich fünf stählerne Schönheiten standen zum Antesten bereit, dabei stahlen sich die abgefahrenen Oberflächen und Finishes gegenseitig regelrecht die Show.

 

Nicht zu übersehen waren auch die bei uns noch nicht bekannten Instrumente von Sonnemo Guitars aus Schweden. Besonders ein geagedtes, halb weiß, halb Sunburst lackiertes Strat-Modell fiel ins Auge.

 

Extrem vielseitig und ausgefuchst präsentierten sich die Instrumente von Peter Naglitsch. Hier gab es radikale wie klassische Formen zu bestaunen, innovative Semi-Hollow-Konzepte zu entdecken und einzigartige Lackierungen und Inlays zu bewundern. Auch in den Hals-Profilen steckt viel Know-How – Peter Naglitsch versteht ohne Zweifel sein Handwerk!

 

Kleiner, leichter, vielseitiger: Positive Grid hat in diesem Jahr seine 300-Watt-starken Mini-Heads für Bass und Gitarre vorgestellt, die man nun auch in Göteborg auf Herz und Nieren prüfen konnte. Interessant ist übrigens, dass beide Topteile sowohl, Bass- als auch Gitarren-Presets laden können, der Unterschied liegt lediglich in der Werkskonfiguration, der Optik un ein paar kleinen Details bei den Anschlüssen und Schaltmöglichkeiten.

 

Rustikal und durchgeknallt: Fridged Custom Guitars. Hier gab es skrupellos gestaltete Gitarren mit wilden Pickup-Bestückungen, die irgendwo zwischen Western, Steampunk und Fantasy liegen. Besonderes Highlight: ein Slide-Halter am unteren Cutaway.

 

Bei Reverend Guitars bekommt man bekanntlich nicht nur viel Gitarre fürs Geld, nein, die Dinger sind obendrein auch noch extrem flexibel. Ein Beispiel hierfür ist die noch relativ neue grüne Reeves-Gabrel-Signature (The Cure) mit Railhammer-Pickups und Out-Of-Phase Schaltung.

 

Neuer Wein aus alten Fässern – wobei, in diesem Fall sind es Gitarren. Die Instrumente von Paoletti Guitars aus Italien werden aus alten Weinfässern gebaut und verströmen akustisch wie elektrisch ein ganz besonderes Bouquet 😉

 

Etwas versteckt zwischen den Akustik-Gitarren präsentierten Anton Gitarr ihre eigenständigen und teilweise rustikalen Designs. Hier lagen die Preise erstaunlich niedrig zwischen € 500 – € 1000.

 

Und der Pedal-Wahn nimmt kein Ende – auch nicht hier in Göteborg.

 

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