Macht Lust auf Konzertgitarre

Crossover: Cordoba 14 Maple im Test

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(Bild: Dieter Stork)

Konzertgitarren, die den Steelstring- und E-Gitarristen entgegenkommen, sind voll im Trend. Schön, wenn Genres aufeinander zugehen.

Kein Zufall also, dass die Serie, der diese Gitarre entstammt, „Fusion“ heißt und dass der Hersteller die 14 Maple als Crossover-Gitarre bezeichnet. Das ist sie wirklich, nicht nur hinsichtlich ihrer Specs: Der Hersteller heißt Cordoba, das Design stammt aus Kalifornien und hergestellt wird die 14 Maple in China.

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ENTGEGENKOMMEND

Richtig modern und straight steht die Cordoba 14 Maple da und trotzt allen Schubladen und Klischees. Der Korpus mit venezianischem Cutaway beeindruckt mit einer sehr schönen, fein gemaserten massiven Decke aus europäischer Fichte. Auch die Zargen und der zweiteilige Boden aus Flamed Maple machen mächtig was her. Perfekt voneinander abgesetzt werden die beiden Hölzer durch das dunkle Binding aus Pau Ferro. Auf der Decke wird es mit einem extrem sauber gearbeiteten 6-streifigen Purfling ergänzt. Tolles Handwerk.

Nun zum Hals: Die „14“ im Modellnamen gibt den ersten Hinweis auf moderne Attribute. Der Mahagoni-Neck ist nämlich (wie bei einer Westerngitarre) am 14. Bund angesetzt und gewährt so – in Verbindung mit dem Cutaway – besten Zugang zu den höchsten Lagen. Darüber hinaus hat der Cordoba-14-Maple-Hals ein angenehmes C-Profil, eine moderate Griffbrettbreite von 48 mm am Sattel, das Ebenholzgriffbrett bietet einen Radius von 14 Zoll – und das Ganze bei einer leicht verkürzten Mensur von 640 mm. Auch ein Dual Action Halsstab ist vom Schallloch aus erreichbar und ermöglicht eine perfekte Halskrümmung/Saitenlage. Alles Wohlfühl-Faktoren für StahlsaitenPlayer. Auch die klassisch geschlitzte Kopfplatte lässt sich nicht lumpen. Das stylische Cordoba-Arches-Logo aus Mother-of-Pearl ist hier eingelegt, für professionelles Tuning stehen hochwertige Mechaniken von Der Jung zur Verfügung.

Diese Gitarre will natürlich auch auf die Bühne: Dabei hilft das Fishman-Presys-II-Pickup-System, welches mit Piezo-PU, Mikrofon, Stimmgerät, Notchfilter und Klangregelung ausgestattet ist.

(Bild: Dieter Stork)

FÜR JEDEN DA

Was meinen Blickwinkel betrifft: Ja, ich komme von der Westerngitarre, Konzertgitarren sind nicht meine Homebase. Aber: Die Spielfreude lässt hier nicht lange auf sich warten. Die linke Hand fühlt sich pudelwohl, es geht stressfrei bis in die höchsten Lagen, die Saiten fühlen sich tight an, lassen sich auch von einem harten Plektrum nicht beeindrucken. Akkorde kommen frisch, laut und schnell aus den Startlöchern, ohne dass dabei der milde Charme einer Nylonstring auf der Strecke bleibt. Auch über Anlage gespielt, holt sich die Cordoba die volle Punktzahl. Schon bei purem Piezo-PU-Einsatz (Mic-Blend auf Linksanschlag) kommt ein natürlicher und ausgewogener Nylon-Sound zutage. Mischt man dann etwas Micro-Signal dazu und schmeckt das Ganze mit der effektiven Klangregelung nach eigenem Gusto ab, kommt man zu ganz ausgezeichneten, räumlichen und luftigen Klangergebnissen, die ganz locker Profi-Ansprüche erfüllen sollten.

RESÜMEE

Diese 14 Maple von Cordoba macht Lust auf Konzertgitarre. Durch sehr geschicktes Drehen an diversen Stellschrauben (Mensur, Griffbrett, Pickup usw.) kommt der Hersteller vielen Gitarristen aus allen Genres einen großen Schritt entgegen. Diese brauchen jetzt nur noch ein wenig Neugier und Offenheit, um diese tolle Gitarre eventuell für sich zu entdecken.

PLUS

  • Design, Finish
  • Crossover-Konzept
  • A- und E-Sounds
  • Handling, Haptik, Bespielbarkeit


(erschienen in Gitarre & Bass 06/2022)

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