Hast du Fragen zum Thema „alte und/oder merkwürdige Gitarren”? Wir beantworten sie auf dieser Seite. Monat für Monat. Diesmal geht es um eine Astro- und eine Sakai-Gitarre.
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Könnt ihr diese Gitarre identifizieren? Die Fotos dürften in den 1960er-Jahren entstanden sein, bessere habe ich leider nicht. Mein Vater sprach immer von seiner Konzertgitarre. Leider existiert die Gitarre nicht mehr. Aus nostalgischen Gründen würde ich gerne versuchen, diese Gitarre zu kaufen, falls sie noch irgendwo auf dem Markt erhältlich ist. Gibt es ein neues oder neueres Modell, das dieser Gitarre sehr ähnlich ist? -Rita
Bei der Gitarre deines Vaters handelt es sich nicht um eine Konzertgitarre, sondern um eine „Schlaggitarre” (wie man damals sagte) oder Archtop. Oft bezeichnet man diese Gitarren auch als „Jazzgitarren”, was aber etwas ungenau ist. In den seltensten Fällen wurde darauf Jazz gespielt und letztlich kann man auf jeder Gitarre die Musik spielen, die man möchte. Eine Konzertgitarre wäre eine klassische Akustikgitarre mit Nylonsaiten.
Um was für eine Gitarre handelt es sich hier? Eindeutig um eine Schlaggitarre des deutschen Gitarrenbauers August Strohmer, der die Marke Astro betrieb und mit seinen Söhnen viele Instrumente in Nürnberg herstellte. Seine Nachkommen sind heute noch aktiv. Astro-Schlaggitarren erkennt man an verschiedenen Merkmalen, zum Beispiel an der Form der Kopfplatte oder der Anordnung der Bundeinlagen. Ich schätze das Baujahr auf um 1960.
Ich rate dir, auf eBay, in Kleinanzeigen oder auf Reverb.com zu suchen und auch entsprechende Suchaufträge mit E-Mail-Benachrichtigung einzurichten, am besten in der Rubrik „Musikinstrumente” mit den Suchbegriffen „Astro” und „alte Jazzgitarre”. Dann erhältst du E-Mail-Updates. Je nach Anbieter und Zustand musst du vermutlich zwischen € 100 und € 600-700 einplanen – die Streuung ist sehr weit, es kommt auf den Zustand an und darauf, ob jemand so eine Gitarre privat als Dachbodenfund verkauft oder ob es ein professioneller Restaurator und Musikinstrumentenhändler ist.
Mein Kumpel hat seine Gitarre schon seit 40 Jahren. Gestern fragte er mich, ob ich irgendetwas über diese Gitarre wüsste. Ich habe sie mir angeschaut, aber keinen Hinweis finden können. Es wird wohl nichts Weltbewegendes sein, aber trotzdem würden wir gerne wissen, ob etwas über dieses Teil bekannt ist. -Björn
Die Gitarre ist ein Modell des Herstellers Sakai Mokko, der in den späten 1960ern und bis in die Mitte der 1970er-Jahre nach heutigem Wissensstand einen Großteil der damals erschwinglichen japanischen Gitarren im unteren Preissegment herstellte. Die Gitarre dürfte aus den Jahren 1970 bis 1974 stammen. Leider sind die Informationen zu Sakai Mokko spärlich und fast ausschließlich auf Frank Meyers Recherchen zurückzuführen, die er in seinem Standardwerk ‚History of Japanese Electric Guitars’ festgehalten hat.
Angesichts der spärlichen Informationen, die dort vorzufinden sind – Sakai wurde 1923 als Schreinerei gegründet und begann in den 1960er-Jahren mit der Produktion von Gitarren – bleibt die Frage bestehen, ob das Label „Sakai”, das auf zahlreichen Gitarren jener Epoche zu finden ist, eine Gitarrenfabrik war oder lediglich ein weiteres Label, vergleichbar mit Ibanez (Hoshino Gakki) oder Aria (Arai Corporation). Diese Frage muss bis auf weitere Recherchen unbeantwortet bleiben.
Diese Gitarre und auch andere werden heute oft als „Hertiecaster” bezeichnet, da sie unter anderem bei Hertie (einem Kaufhaus) erhältlich waren, aber auch in normalen Musikinstrumentengeschäften. Dabei ist Hertiecaster nur ein deutscher Spitzname und keine offizielle Bezeichnung. Im Internet findet man zu dieser Gitarre manchmal die Modellbezeichnung EG-2T. Das ist eine gängige japanische Modellbezeichnung für eine E-Gitarre mit zwei Pickups und Tremolo.
Es gibt jedoch bisher keinerlei Beweis, dass auch dieses Modell diese Bezeichnung trug. Ebenso handelt es sich nicht um eine Teisco – mit diesem Namen werden leider oft alle alten Gitarren aus Japan bezeichnet, auch wenn von zehn dieser Gitarren meistens alle zehn nicht von Teisco stammen und aus einer Zeit stammen, in der es Teisco schon nicht mehr gab. So wie diese. Preislich liegen diese Modelle so bei zwischen € 80 (schlecht gelaufene eBay-Auktion) und € 250 (restaurierter und sofort spielbereiter Zustand, international auf Reverb angeboten).