Harley Benton Fusion IV: neue Superstrat-Familie mit 41 Modellen
von Redaktion,
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(Bild: Harley Benton)
Mit der Fusion-IV legt Harley Benton seine moderne Pro-Series-Superstrat neu auf. Die Serie setzt auf Nyatoh-Bodies, geröstete Ahornhälse, Edelstahlbünde, Tesla- bzw. EMG-Pickups und mehrere Hardware-Konzepte – vom flexiblen HSS-Allrounder bis zur Floyd-Rose-Version für Whammy-Bar-Arbeit.
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Harley Benton erweitert die Fusion-Reihe um eine ganze Modellfamilie: Die neue Fusion-IV-Serie umfasst laut Hersteller 41 Modelle, die sich auf fünf Grundvarianten verteilen: HSS, HSH, HH, HH EMG Hardtail und HH FR mit Floyd Rose.
Zielgruppe sind moderne E-Gitarristinnen und -Gitarristen, die eine ST-inspirierte Gitarre mit zeitgemäßer Ausstattung suchen – also schnelles Handling, flexible Schaltungen und je nach Modell eher klassische, moderne oder deutlich gain-orientierte Sounds.
Die gemeinsame Basis bilden Nyatoh-Korpusse mit konturierter Rückseite und angeschrägtem Halsübergang. Dazu kommen geschraubte Hälse aus geröstetem geflammtem kanadischem Ahorn, ein Modern-C-Profil mit 21 mm Stärke am 1. Bund und 23 mm am 12. Bund, 25,5″-Mensur, ein 12″-16″ Compound-Radius, Blacksmith-Edelstahlbünde, Glow-in-the-dark-Side-Dots und ein Double-Action-Halsstab mit Speichenrad. Je nach Modell gibt es Ahorn- oder Palisandergriffbretter.
Die HSS-Modelle dürften für viele der direkteste Einstieg in die Serie sein. Am Steg sitzt ein Tesla VR-Nitro B Alnico-5-Humbucker, ergänzt durch zwei Tesla VR-1 Alnico-5 Singlecoils in Mittel- und Halsposition. Damit bewegt sich die HSS-Version zwischen klassischem Strat-Terrain und druckvolleren Rock-Sounds.
Geschaltet wird über einen 5-Weg-Schalter plus Mini-Schalter. Laut Hersteller aktiviert der Alter Switch bei den HSS-Modellen eine serielle Schaltoption, mit der sich die Singlecoils zu kräftigeren, humbuckerähnlichen Sounds kombinieren lassen sollen. Das macht diese Variante interessant für alle, die Clean-, Funk-, Pop-, Crunch- und Lead-Sounds aus einer Gitarre holen möchten, ohne gleich in Richtung reiner High-Gain-Spezialist abzubiegen.
Fusion IV HSH: mehr Lead, mehr Fusion, mehr Zwischenwelten
(Bild: Harley Benton)(Bild: Harley Benton)
Die HSH-Versionen gehen klanglich einen Schritt moderner. Hier kombiniert Harley Benton einen Tesla Opus-1B Alnico-5 Humbucker am Steg, einen Tesla VR-1 Singlecoil in der Mitte und einen Tesla Opus-1N Alnico-5 Humbucker am Hals. Das Setup liefert auf dem Papier mehr Reserven für singende Leads, breitere Rhythmus-Sounds und Neck-Humbucker-Sounds, ohne die typischen Zwischenpositionen komplett aufzugeben.
Der Mini-Schalter dient hier als Coil-Split, sodass sich die Humbucker bei Bedarf schlanker und singlecoilartiger nutzen lassen. Gerade für Spieler, die zwischen Clean-Flächen, Fusion-Lines, Crunch-Akkorden und Gain-Sounds wechseln, dürfte die HSH-Version die vielseitigste der eher modernen Varianten sein.
Fusion IV HH: zwei Humbucker, fünf Wege, Alter Switch
(Bild: Harley Benton)
Wer keine Singlecoils braucht, landet bei den HH-Modellen. Diese setzen auf zwei passive Tesla-Humbucker: Opus-1B Alnico 5 an der Bridge und Opus-1N Alnico 5 am Hals. Dazu kommen ein 5-Weg-Schalter, Volume, Tone und ein Mini-Schalter.
Interessant ist hier vor allem der von Harley Benton so genannte „Ghost Coil“-Modus, der zusätzliche brummfreie Klangoptionen ermöglichen soll. In der Praxis positioniert sich die HH-Version damit als geradlinigere Fusion IV: weniger klassischer Strat-Glanz, dafür mehr Fokus auf Humbucker-Sounds von warm bis bissig. Die Tremolo-Modelle sind mit einer Babicz FCH 2-Point Special Z-Series C Full Contact Tremolo Bridge ausgestattet.
Fusion IV HH EMG Hardtail: aktive Pickups, feste Brücke
(Bild: Harley Benton)
Die HH EMG Hardtail ist die konsequenteste Variante für alle, die es stabil, direkt und gain-freundlich mögen. Statt passiver Tesla-Pickups kommen hier EMG Custom Retro Active Hot 70 Humbucker zum Einsatz. Geschaltet wird klassischer über einen 3-Weg-Schalter, dazu gibt es Volume und Tone.
(Bild: Harley Benton)
Auch bei der Brücke unterscheidet sich dieses Modell von den Tremolo-Versionen: Verbaut ist eine Babicz Z-Series FCH Fixed Hardtail Bridge. Damit zielt die EMG-Hardtail weniger auf maximale Schaltungsvielfalt, sondern eher auf straffe Ansprache, Stimmstabilität und direkte Übertragung – also auf Rhythmusarbeit, Riffs und moderne High-Gain-Anwendungen. Laut Hersteller kommen hier zudem DR Strings Dragon Skin Coated in .010-.046 zum Einsatz.
Fusion IV HH FR: Floyd Rose für Dive Bombs und extremes Vibrato
(Bild: Harley Benton)
Für alle, bei denen das Tremolo nicht nur leicht schimmern, sondern auch mal ordentlich arbeiten darf, gibt es die HH FR-Version. Sie kombiniert zwei Tesla Opus Humbucker mit einem Floyd Rose FRT 1000 Original Double-Locking Tremolo und passender Locking Nut.
Mit ihrem Double-Locking-System ist die HH FR die erste Wahl für starke Vibrato-Effekte, Dive Bombs oder expressive Lead-Arbeit. Auch hier gibt es 24 Edelstahlbünde, 25,5″-Mensur, Compound-Radius und den gerösteten Ahornhals. Wer also die Grundidee der HH-Fusion-IV mag, aber mehr Tremolo-Eskalation möchte, findet hier die passende Abzweigung.
Abseits der Pickup-Varianten zeigt sich die Fusion-IV-Serie insgesamt ziemlich einheitlich ausgestattet: Graph Tech TUSQ XL Sattel bei den Nicht-Floyd-Modellen, Jinho JN-07 staggered Locking-Tuner, versenkte Regler, Naturholz-Binding bei vielen Varianten, Quilt-Maple-Furnier bei ausgewählten Finishes und ab Werk Harley Benton HQS EL .010-.046 Coated Strings. Die HSS-, HSH- und HH-Modelle setzen auf die Babicz-Zweipunkt-Tremolo-Bridge, während die EMG-Version mit Hardtail und die FR-Version mit Floyd Rose eigene Wege gehen.
Die Fusion IV wirkt weniger wie ein einzelnes Modell und eher wie ein Baukasten für verschiedene Geschmäcker: HSS für maximale Alltagstauglichkeit, HSH für flexible Lead- und Fusion-Sounds, HH für fokussierte Humbucker-Power, EMG Hardtail für moderne High-Gain-Spielweisen und HH FR für alles, was ein Double-Locking-Tremolo verlangt. Harley Benton bleibt damit preislich in der bekannten Direktvertriebszone, packt aber viele Features in die Serie, die man in dieser Kombination eher aus höheren Preisregionen kennt.
Preise
Je nach Modell werden aktuell ca. € 449 bis € 529 aufgerufen:
HSS-Modelle ab € 449, HSH- und HH-FR-Modelle um € 499 sowie einzelne Floyd-Rose-/Quilt-Varianten bis € 529.