Workshop

The Art of Bass: Solo Grundlagen 2

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Nachdem wir im letzten Workshop die Intervalle, Akkord-Grundstrukturen und die Skalen Ionisch, Dorisch und Mixolydisch kennengelernt haben, gehen wir nun weiter.

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Wir Bassisten sollten uns in unserem „Hauptjob“ um das rhythmische und tonale Fundament kümmern, das heißt, unser Spiel dreht sich hauptsächlich um die Grundtöne. In unserem gelegentlichen „Nebenjob“, dem Solieren, müssen wir nun von diesem tonalen Konzept abweichen, denn nun spielen andere Töne die Hauptrolle.

Die Skala gibt uns erst einmal das grundlegend mögliche Basistonmaterial an die Hand. Diese Skala aber einfach rauf- und runterzuspielen bringt uns nicht wirklich weiter – hier kommt nun die Struktur des Akkordes ins Spiel. Wenn wir die Struktur des Akkordes vor Augen, bzw. auf dem Griffbrett in den Händen haben, dann können wir uns an dieser melodisch „entlanghangeln“. Gleichzeitig wissen wir immer wo wir uns im Akkord befinden.

Theoretisch können alle Töne melodisch relevant sein, aber um sich an dieses strukturelle Akkorddenken zu gewöhnen, wollen wir erst einmal mit der Terz, der Sept und der None (oktavierte Sekunde) beginnen. Nachdem wir die Akkord-Arpeggios geübt haben, ist es erst einmal nötig, uns die Lage dieser Töne auf dem Griffbrett bewusst zu machen. Wir gehen von der Akkordverbindung C, Dm7 und G7 aus. Die Terz von C-Dur ist also E, die von Dm7 ist F und die von G7 ist H (B in englischer Schreibweise). Die Septime ist in gleicher Form H, C und F. Die None wäre jeweils D, E und A.

Die nachfolgenden Beispiele sollen ein einfacher Beginn sein, den Überblick über das Griffbrett zu verbessern. Das zukünftige Ziel sollte sein, in jedem Moment zu wissen, in welcher Beziehung jeder Ton, den man spielt, zum Grundton des Akkordes steht, über den man gerade spielt. Hat man diesen Überblick, so kann man über die Verknüpfung der melodierelevanten Töne immer etwas melodisch sinnvolles spielen, und selbst wenn einem gerade nichts einfällt, kann man zumindest Töne spielen, die nicht falsch sind.

Beispiel 1: Hier spielen wir die Töne auf den verschiedenen Lagen einfach nur direkt an. Die Töne können in den Lagen natürlich bunt durcheinandergemischt werden. Es geht in dieser Übung zuerst einmal nur um die Orientierung auf dem Griffbrett, deshalb nicht irritieren lassen, wenn es seltsam klingen mag.

Beispiel 2: Nun spielen wir diese Töne nicht mehr direkt an, sondern umspielen sie auf verschiedene Weise, von oben, von unten, oder auch von beiden Richtungen. Für diese Umspielungen benutzen wir sowohl Töne aus der Skala, als auch chromatische Durchgangstöne. Damit entsteht ein Klanggebilde, das schon erste Ansätze von Sinnhaftigkeit erahnen lässt. Ich zeige diese Übung hier nur auf der Terz. Übertragt dieses Prinzip einfach auf die Septime, None und die Quinte.

Beispiel 3: In dieser Übung fangen wir an, die angespielten Akkordtöne freier zu kombinieren.

Beispiel 4: Hier verbinden wir Terz, Sept und None noch freier. Dieses Prinzip kann auf alle Akkordtöne bis Ultimo ausgedehnt werden. Am Ende entscheidet das eigene Ohr, welche Töne einem angenehmer sind. Wenn man dies ausgiebig übt, bewegt man sich zumindest immer im sicheren Rahmen „richtiger“ Töne und behält immer die Orientierung innerhalb der Akkorde.

Ist diese strukturelle Orientierungsgrundlage erst einmal geschaffen, kann man sich wieder davon lösen, um eigene melodische Ideen frei zu gestalten, ohne dabei den harmonischen Überblick zu verlieren. Ich weiß, dass diese Übungen anfangs nicht immer viel Spaß machen, aber arbeitet man sich da einmal durch, so ist der Gewinn an Überblick und melodischer Freiheit doch sehr lohnend – an die Arbeit!

(Die Noten können durch Anklicken vergrößert werden!)

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2022)

Produkt: Kid Charlemagne – Steely Dan
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