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Workshop

Tal Wilkenfeld: Bass für Jeff Beck – Cause We’ve Ended As Lovers

Auf ihrem ersten Solo-Album ‚Transformation‘, das am 14. Mai 2007 erschien, zeigte sich die damals gerade einmal 21- jährige Tal Wilkenfeld schon als komplette Musikerin und als hervorragende Komponistin. Auf den sieben Tracks aus ihrer Feder hören wir Fusion vom Feinsten, metrisch wie harmonisch raffiniert, und einige ihrer Songs krönte Tal mit exzellenten Bass-Soli. Diese hatte ihr langjähriger Band-Leader Jeff Beck natürlich auch gehört und gab ihr in seiner Show einige Spots, um aus ihrer Side-Woman-Rolle auszubrechen und selbst im Rampenlicht zu stehen.

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‚Cause We’ve Ended As Lovers‘ coverte Jeff Beck zum ersten Mal auf seinem mittlerweile legendären Album ‚Blow By Blow‘ (1975). Den wundervollen Song hat Stevie Wonder mit der Sängerin Rita Wright geschrieben. Das Stück erschien auf dem Album ‚Stevie Wonder presents Syreeta‘ (1974) zum ersten Mal.

Jeff hat für seine Instrumentalversion die originale Tonart C-Moll übernommen. Die Jeff Beck Band mit Tal am Bass, dem Keyboarder Jason Rebello und dem Meister-Schlagzeuger Vinny Colaiuta spielte am 28. Juli 2007 eine Show auf dem von Eric Clapton ins Leben gerufenen „Crossroads Guitar Festival“ im Toyota Park, Bridgeview USA. ‚Cause We’ve Ended As Lovers‘ war der vierte von insgesamt 13 Songs. Die Soloform wurde gegenüber der ‚Blow By Blow‘-Studioversion harmonisch leicht modifiziert, Tals Solo lief über eine achttaktige Form mit diesen Akkorden:

| Cm7 | Cm7 | Abmaj7 | Abmaj7 | | Fm9 | Fm9 | G7alt | G7alt |

Und in drei Chorussen eroberte Tal nicht nur das Herz ihres Bandleaders, der seine Begeisterung nicht versteckte, sondern auch die Musikwelt. Ein anderes Video von einem Gig im Londoner Ronnie Scott’s Jazz Club ist auch gut, aber das Bass-Solo auf dem „Crossroads Guitar Festival“ ist nicht zu toppen und machte Tal zu Recht zu einem Superstar. Sie spielte auf dem Gig einen Sadowsky Metro UV70 Viersaiter-Jazzbass, den sie über zwei EBS-Stacks verstärkte.

Im Notenteil zeigen wir das legendäre Solo in seiner ganzen Pracht. Tabs und Fingersätze der linken Hand dokumentieren Tals Spiel so exakt wie möglich. Tal bevorzugt gitarristisch anmutende vier Finger per Bund-Fingersätze. Charakteristisch für ihr Spiel sind die zahlreichen Shakes, mit denen sie länger klingende Noten verziert. Schon bei der ersten langen Note, dem Bb am 15. Bund der G-Saite, kommt diese Verzierung zum Einsatz. Dabei greift der Zeigefinger den Ton und rutscht dann schnell zwischen dem 15. und 16. Bund hin und her.

Bestechend sind auch die ungemein flüssig vorgetragenen und perfekt phrasierten langen Sechzehntel-Lines, die, einer perfekten melodischen Entwicklung folgend, ihren Höhepunkt finden in Takt 15/16, wo Tal mit eingestreuten Sechzehntel-Sextolen die musikalische und metrische Dichte maximiert. Mit Repeating-Patterns im 3. Chorus ab Takt 17 führt Tal den Spannungsbogen weiter, und mit der Phrase über G7alt in Takt 23/24 findet Tal den perfekten Abschluss eines Jahrhundert-Solos.

Wie Tal nach nur vier Jahren am Bass ein derartig hohes Niveau erreichen konnte, erklärt ein Wort mit fünf Buchstaben: GENIE!

Noten

(Die Noten können durch Anklicken vergrößert werden)

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2019)

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