Parts Lounge: Musikinstrumente in Zeiten der Handelskriege

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(Bild: Shutterstock / Sergii Bob)

Normalerweise halte ich nicht viel vom sogenannten Alarmjournalismus. Alles schlecht reden, dunkle Wolken an allen Horizonten ausmachen, Katastrophenszenarien heraufbeschwören. Aber was die durch den Trumpismus geprägte Weltwirtschaft in den letzten Monaten zu bieten hat, muss einem wirklich Sorgen bereiten.

Oft beleuchten die Nachrichtensender lediglich die Folgen des Zoll-Wahnsinns der US-Regierung auf den KFZ-Markt oder den Rohstoffhandel. Von den Folgen für die Musikinstrumente-Industrie war bisher nur wenig die Rede. Dabei haben wir es hier beinahe durchgehend mit globalen Lieferketten zu tun.

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Besonders im Einsteigersegment ist die Instrumentenherstellung nur durch Zulieferer mit Fernoststandorten zu stemmen. Denn hier stehen die automatisierten Bestückungsfabriken, hier gibt es extrem günstige Bauteile und Chassis und natürlich niedrigere Löhne. Der Aufbau solcher Lieferketten hat sich über Jahrzehnte entwickelt.

Trumps naive Träumereien, dass sich die gesamte Produktion wieder in die USA verlegen ließe, ist pure Illusion. Fender produziert einen nicht unerheblichen Teil seiner Modellpalette in Mexiko. Bauteile und Platinen vieler Amphersteller stammen aus Fernost.

Nur so sind bestimmte Verkaufspreise möglich. Man denke nur an die zahlreichen Pedalhersteller in den USA, die längst große Teile ihrer Geräte aus China oder Taiwan beziehen. Gibson, Martin oder Taylor bestellen ihre Hölzer in großen Teilen in Kanada.

Auch hier sind wesentlich höhere Zölle gefordert. Aufschläge von etwa 25% würden am Ende beim Händler erheblich höhere Preise für den Endkunden bedeuten. Bricht der Einsteigermarkt durch diese abstruse Zollpolitik ein, werden sich Unternehmen wie Fender oder Gibson auch keine Premium-Serien mehr leisten können. Die Basis dieser Unternehmen sind nach wie vor günstige Segmente, die jungen Musikern den Einstieg ermöglichen.

GELD REGIERT DIE WELT?

Schon seit der Corona-Pandemie haben sich die Preise für Musikinstrumente zum Teil drastisch erhöht. Aber auch die Preise für Bauteile im Boutique-Sektor, in dem viele kleinere Unternehmen seitdem schon ums Überleben kämpfen müssen, sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen.

Der Röhrenverstärkermarkt befindet sich seit geraumer Zeit in einer Krise, die durch die Verdrängungskonkurrenz insbesondere durch fernöstliche Produktionsketten von Elektronik wie Modeling- oder Profiling-Amps ermöglicht wird. Die kurzzeitige Verknappung der Röhrenzulieferer durch den Krieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen sorgte zudem für Verunsicherung.

Was würde aber geschehen, wenn Röhrenverstärker bald nur noch ab etwa € 2.500 zu haben wären, Boutique-Produkte wie Two Rock oder Morgan hier in Europa bald Anstiege von ein- bis zweitausend Euro zu verbuchen hätten? Kaum auszudenken.

Trumps Wirtschaftspolitik soll ja vor allem amerikanischen Unternehmen zu „neuer Größe” verhelfen. Im Moment ist jedenfalls genau das Gegenteil der Fall. Die weltweiten Produktionsketten lassen sich nicht mehr ohne Weiteres aufheben. Gerne würde ich jetzt hier mit konkreten Zahlen aufwarten. Alle Musiker, Händler und Hersteller wüssten gerne, welche konkreten Folgen Trumps Politik für die Märkte hat. Diese Frage kann derzeit niemand beantworten.

Trump, der scheinbar ohne Agenda „aus dem Bauch heraus” Wirtschaftspolitik betreibt, weiß es wahrscheinlich selbst nicht. Buchstäblich wie ein Kleinkind im Spielzimmer scheint er jeden Tag neue Ideen zu entwickeln, die diesen Wahnsinn schüren. Daher könnte die Verunsicherung der Investoren momentan kaum größer sein. Wer würde jetzt noch eine Produktlinie mit dem Standort China aus den USA heraus planen? Das wäre ein unkalkulierbares Risiko.

Dabei spielt es kaum eine Rolle, dass wir hier in Deutschland aus Richtung China kaum Zoll-Erhöhungen zu erwarten haben. Gerade in unserem Markt werden Produkte oft zunächst in die USA geliefert und erst von dort aus nach Europa. Wir wären also als Endverbraucher durchaus von Preissteigerungen betroffen. Mit Spannung erwarten nun Wirtschaftsexperten und Börsianer die Reaktionen der EU auf die Zollerhöhungen. Bisher sind diese recht verhalten. Aber auch das könnte sich schlagartig verändern.

Dann könnte eine Fender Masterbuilt Stratocaster schnell weit über € 10.000 kosten oder ein Fender Deluxe Reverb Reissue weit über € 2.000. Hinzu kommt die rüde und aggressive Rhetorik aus dem Weißen Haus, die Handelspartner mit Unterstellungen und Beleidigungen überhäuft. In Kanada werden amerikanische Produkte bereits von Händlern und Endkunden boykottiert. In meinem Bekanntenkreis schämen sich einige bereits, einen Tesla zu fahren und erwägen den Verkauf.

In Europa scheint man noch zu zögern, wie China mit Gegenzöllen zu antworten oder erst einmal mit kühlem Kopf abzuwarten, ob Trump sich eines Besseren besinnt. Für China scheint das jedoch im Moment ziemlich unwahrscheinlich, wodurch man sicher sein kann, dass viele Geräte, die von amerikanischen Herstellern nach Europa geliefert werden, für uns Musiker automatisch teurer werden. Nur weiß noch keiner, wie viel das sein wird. Wir befinden uns in einem „Ruhe vor dem Sturm”-Modus.

Mit Blick auf kommende amerikanische Branchenveranstaltungen wie die NAMM-Show sorgt die wechselhafte US-Handelspolitik bereits jetzt für große Verunsicherung. Selbst wenn die angekündigten Zollerhöhungen bis dahin noch nicht vollständig greifen, trübt die aggressive Rhetorik aus Washington die Planungsfreude.

Handelspartner aus dem Ausland fragen sich zunehmend, ob sie dort noch als geschätzte Gäste oder eher als Störfaktor wahrgenommen werden. Das sorgt vielerorts für Zurückhaltung – sowohl auf Hersteller- als auch auf Vertriebsseite.

Bald „Great Again“ oder einfach nur zu teuer? (Bild: Udo Pipper)

WAS TUN?

Wie also kann jeder einzelne von uns reagieren? Wo liegen Lösungen und Auswege? Bleibt Trump bei seiner zerstörerischen Handelspolitik, werden vermutlich zuerst in Amerika viele kleinere Hersteller zugrunde gehen. Es würde also ausgerechnet die treffen, die er angeblich wieder stark machen wollte. Also jetzt noch schnell den ersehnten Boutique-Amp bestellen? Oder erst mal abwarten?

Es gleicht einem Russischen Roulette. Viele Consumer werden eventuell auf die Gebrauchtmärkte ausweichen, die durch die Weltlage bald wahrscheinlich ordentlich befeuert werden. Außerdem erreicht gerade die sprichwörtliche Boomer-Generation, also die, die mit Rock’n’Roll groß geworden ist, das Rentenalter.

Daher reduzieren viele Musiker im halbprofessionellen- oder Hobby-Bereich ihr Equipment. Jüngst brachen bereits die Preise für Vintage-Amps deutlich ein. Und auch für Boutique-Hersteller werden zumindest die Erlöse kleiner, da der Einkauf von Bauteilen deutlich teurer wird.

Zudem kann man die Herstellung zu unseren westlichen Lohnkosten einfach nicht mehr stemmen. Aber immerhin wären wir eigentlich auf amerikanische Produkte nicht komplett angewiesen. Für Gitarrenbauer in Deutschland oder Hersteller von kleineren Baugruppen wie Pedalen von Rodenberg, OKKO oder Vahlbruch sind dann vielleicht auch Gewinne zu verzeichnen. Aber da kann auch ich einfach nur spekulieren.

Die Lage ist komplett verrückt und unkalkulierbar. Ich ertappe mich dabei, wie ich täglich die Nachrichten studiere, nur um festzustellen, dass sich am nächsten Tag alles wieder ändern könnte. Und vor diesem Hintergrund erwarte ich für die Handelsketten insgesamt zunächst einmal Zurückhaltung. Und schon das wäre ganz, ganz schlecht … Die Hoffnung stirbt zuletzt!

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2025)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Danke! Interessantes Thema! Der Trump-Wahnsinn in Bezug auf die Musikinstrumentenbranche. Ich habe auf meinem Gitarren Pedal Board gerade nur noch OKKO, Vahlbruch, Kasleder und Mad Professor!
    Nächste Gitarre wird dann eine Godin werden (statt einer Fender) 😀

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  2. Es gibt genug Hersteller im Europa. Geniale (Röhren)Amps aus Österreich: Nepomuk, hervorragende Gitarren aus D zb. Düsenberg, Maybach, und einige mehr, die schon genannten Pedalhersteller. Zugegeben, alles nicht gerade zu Einsteigerpreisen. Aber günstige China/Fernost Ware gibt es auch in Europa ohne den Umweg über USA machen zu müssen. Dennoch natürlich sehr beunruhigende Zeiten.

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  3. Zitat:
    “Bricht der Einsteigermarkt durch diese abstruse Zollpolitik ein, werden sich Unternehmen wie Fender oder Gibson auch keine Premium-Serien mehr leisten können.”
    Das wäre buchhalterisch zu belegen.

    Und: Was sollen Artikel, die damit enden “Die Lage ist komplett verrückt und unkalkulierbar”?

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    1. Das drückt sehr genau aus, wie die Lage zur Zeit ist: komplett verrückt und unkalkulierbar …. :o)

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      1. Vielleicht hilft die Situation ja einzelnen Instrumenten wieder eine größere Wertschättung zu geben und den meist sinnlosen Massenkonsum von Menschen, die sich das leisten können (auch als G.A.S. bekannt), zu überdenken.

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  4. Verständlich, dass man sich Gedanken über das Thema macht.
    Aber Sorgen? Ne. Nichts bleibt je, wie es ist und unser Leiden auf hohem Niveau ignoriert schnell die wirklichen Probleme, die Kriege, den Klimawandel und die anderen existenziellen Herausforderungen.
    Wir leben (noch) auf der Insel der Glückseligen mit dem was wir haben und was wir für Möglichkeiten haben.
    Und, ja, es werden einige Läden, Hersteller und Händler aufgeben müssen. Schade und für manche schlimm. Wie das so ist.
    Things have changed (Bob Dylan).
    Also, gerne mal den Blues spielen. Aber nicht die German Angst pflegen.
    Einfach wieder rocken, auch wenn es manchem deutschen Gemüt schwer fällt.
    Never let a serious crisis go to waste.

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  5. Die aktuelle Realität: etliche Hardware Bauteile kann mein regionaler Gitarrenbauer im Landkreis Oberhavel/Brandenburg bereits nicht mehr beschaffen,da sie derzeit nicht mehr verfügbar sind,-oder sich drastisch im Einkauspreis erhöht haben! Dies schlägt sich natürlich auch auf den Endpreis einer handgefertigten Custom E.-Gitarre nieder! Ebenso verhält es sich mit den benötigten Hölzern für Bodies und Hälse,die nun leider immer schwieriger zu beschaffen sind,und preislich steil nach oben schnellen.

    Als Alternative bietet sich momentan z.B. der Neukauf einer Fender Strat aus Ensenada/Mexico an,die bekanntlich (noch nicht!) dem extrem erhöhten Warenzoll des derzeitigen „Trump Wahnsinn“ unterliegen!

    Die andere Option,eine einheimische Gitarre aus Germany (z.B. Duesenberg,Lakewood etc.) zum extrem hochpreisigen Kurs zu ordern,erschließt sich für mich persönlich jedoch absolut nicht.

    Resüme:
    Wer bereits seit vielen Jahren in seiner Sammlung uralte,unverbastelte Strats,-Tele,-oder Gibson Les Pauls,-SG´s,-Explorer,-oder gar Doublecut Junior Les Paul- E.-Gitarren beherbergt,-sowie einige echte Raritäten aus den frühen 1970er-Jahren der japanischen Firmen (Greco,Kawai,Starfield,Aria Pro,Ibanez)
    sein Eigen nennet,darf sich ganz einfach sehr darüber freuen,-denn die top Materialqualität und die mitunter sehr edlen Hölzer der Gitarren aus dieser besagten Epoche waren schon immer stets gefragt. Nicht zu vergessen: die super Haptik,die gute Verarbeitung,und die besonderen Klangeigenschaften alter Saiteninstrumente werden auch zukünftig ihre hohe Wertigkeit beibehalten. Sicher,auch neuwertige Gitarren klingen durchaus gut,besitzen aber eben nicht den Hype und den Spirit altehrwürdiger Gitarren,die im gepflegten Originalzustand stets gesucht werden.

    Die Godin Session E.-Gitarren aus Canada sind übrigens wirklich eine sehr gute Empfehlung! Ich besitze selbst solch eine Elektrische,und bin ehrlich gesagt,überaus zufrieden damit! Da schließe ich mich hier der Meinung von Vanielik gerne mal an.

    Der Gitarren-Gebrauchtmarkt wird in Zukunft zweifellos immer wichtiger werden,das ist wahr!

    In diesem Sinne…
    …viele liebe Grüße aus Quedlinburg.

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    1. Lakewood kann natürlich nicht mit dem Preis einer Mexico Strat oder eines China Instruments mithalten. Für eine in Deutschland gefertigte Gitarre finde ich Lakewood aber tendenziell günstig (z.B. eine C-14).
      Ich habe mir vor Jahren eine M18 gebraucht gekauft.
      Lakewood hat dann noch den Pickup nachgerüstet und die Gitarre eingestellt. Seitdem bin ich ein Fan der Firma! Und die Gitarre wird mich wohl mein Leben lang “begleiten” 🙂

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  6. Nun zeigt sich die Sensibilität eines globalen Marktes. Wie in einem großen Netz spüren alle die Erschütterungen, sobald einer an einem Strang unverhältnismäßig zieht. Aber letztlich ist es auch eine Folge von immer billiger und Qualität darf nichts kosten, es sei denn, sie ist individualisiert (Customshops). Zu einem Großteil wurde die heutige Situation erst durch unser Konsumverhalten ermöglicht. Vielleicht hat der heimische Markt, der absolut konkurrenzfähig gegenüber imageträchtigen Markenprodukten aus Übersee ist, endlich die Chance gesehen, gehört, gewollt und gewürdigt zu werden. Eine Abhängigkeit von Fender, Gibson u.a. ist nämlich nicht notwendig.

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  7. Ich möchte hier nur den Gitarrenkunden und -markt ansprechen.
    Der Amp- und Tretminenbereich ist ein gesondertes Thema da die Probleme hier extrem vielschichtig sind.
    Also zu den Gitarren:
    Der Preis wird doch im Allgemeinen durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Ich gehe davon aus das sich die großen amerikanischen Hersteller bei Trump melden werden wenn die sinkenden Absatzzahlen die Existenz der Unternehmen gefährden. Und dies läßt sich nicht vermeiden da bei sinkender Nachfrage nach Produkten aus den USA die Unternehmen nicht überlebensfähig sind und demnach reagieren müssen.
    Für den Einsteigermarkt gibt es mittlerweile großartige Gitarren direkt aus Fernost, ohne Umweg. Das Problem ist halt das die Qualitätssicherung in Fernost nach wie vor zu wünschen übrig läßt. Man darf nicht die erstbeste Gitarre kaufen (sieht geil aus, will ich haben) sondern man muss schon ein paar Gitarren ausprobieren (wie fühlt sich der Hals an, ist sie bundrein usw). Für den Versandhandel bedeutet dies ein extrem hohes Aufkommen von Retouren oder ein Umdenken im Service sprich: Gitarren werden vor dem Versand geprüft und eingestellt. Für den Direktverkauf der großen Häuser bedeutet dies das nicht nur eine Gitarre eines Modells in der Ausstellung steht sondern mehrere zum Vergleich. Ich halte es eh für unzumutbar das manch namhaftes Musikhaus eine Gitarre in der Ausstellung hat und dann dem Kunden ein Gerät aus dem Lager verkaufen will (liebe Grüße nach Köln). Also weg von “Ich will die Gitarre jetzt und gleich haben” hin zu mehr Gelassenheit. Dies gilt auch für Die die sich unbedingt eine Fender “Made in USA” anschaffen wollen. Muss das unbedingt innerhalb er nächsten 3 Jahre sein? Solange tut’s das alte Teil doch auch noch. Wenn es halt doch sein muss, muss man halt die entsprechende Kohle abdrücken und dann ist es egal ob das Teil gebraucht oder neu ist. Teuer wird es auf jeden Fall.
    Ich meine: Wir sollten in Ruhe abwarten und Musik machen statt sich mit dem trumpchen Wahnsinn zu beschäftigen.
    By the way: Es gibt lokale (kleinere) Geschäfte die ihre Ware (die im Laden steht oder hängt) gerne verkaufen würden. Hier kann man eine Gitarre zum Test noch in die Hand nehmen. Warum also den Versandhandel bemühen. Buy local.

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  8. Selbst wenn Firmen wie Fender und Gibson die Verkaufspreise ihrer teuren Instrumente entsprechend reduzieren, werden sie sich immer noch dumm und dämlich verdienen.

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  9. Zum Glück habe ich, was ich brauche und zur Zeit kaufe ich prinzipiell nichts mehr aus den USA.
    Marshall Amps sind in Europa immer noch vergleichsweise günstig, speziell im Relation zu Friedmans, aber mein jahrzehntealter JMP-1 Preamp ist immer noch wettbewerbsfähig, meine italienische power scalable Röhrenendstufe, die außer mit KT66 (zu dick) mit allen Oktal-Röhren läuft, ist die perfekte Ergänzung, mein Jen White Fasel Wah läuft immer noch prima, meine deutschen Vahlbruch Pedale sind eine Klasse für sich (auch im Vergleich zu vielen US Pedalen) und die asiatischen PAF’s, die ich seit Jahren verwende, klingen für mich auch kaum schlechter als SeymourDuncans oder DiMarzios, dafür haben sie einen einstellbaren Bass-Cut für den Neck Pickup, entweder intern oder extern (Les Paul statt Neck Tone), was für mich die perfekte – und günstige – Pickupkalibrierung darstellt.
    Styroflex Kondensatoren (für mich besser als PIO’s) bekomme ich aus Deutschland und meine auch vor Donald Trump nicht so günstiges, aber traumhaft gutes Fryette Power Load macht’s sicher noch einige Jahre.

    Die europäische Musik- und Gitarrenindustrie war schon mal groß, so in den 60ern, aber auch in den 90ern, Eko, Dynacord, LAG, Shadow, Blade, Framus,… andere sind es heute immer noch oder längst (Engl, Diezel, Höfner,…), wieder andere könnten aus ihrem Dornröschenschlaf (Hohner, Hoyer,…) wieder erwachen (hoffentlich).

    Daher ist das meiner Ansicht nach eher eine Chance für europäische Hersteller. Eine neue USA Gibson Custom Select – mit Kitschfarbe, F-Holes und Pickups, die ich nicht mag – kostet in den USA schon fast 9000,-, daher in Europa eher über 10.000.-. So viel hatte vor Jahren oder Jahrzehnten nichtmal eine Les Paul Florentine gekostet. Da baut mir jeder deutsche oder österreichische Gitarrenbauer locker ein Unikat nach meinen Wünschen um die Hälfte und das Resultat sieht vermutlich auch noch besser aus und klingt mit Sicherheit besser, falls ich das will.

    Ich bin also auch ohne Donald Trump, Gibson, Fender, Mesa-Boogie und Friedman glücklich. Diejenigen, die sich ins eigene Fleisch schneiden, sind die US Amerikaner selbst, aber das werden sie vermutlich erst merken. Dann, wenn alles viel teurer geworden ist und der versprochene wirtschaftliche Aufschwung bestenfalls den Ultrareichen, aber nicht den Armen und dem Mittelstand zu Gute kommt. Oder andersrum, da werden dann wohl, auf Grund schwindender Exporte auch einige amerikanische Guitar Gear Firmen bald pleite gehen oder alternativ von Chinesen aufgekauft werden…

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  10. Meine persönliche Einschätzung ist, daß der Gitarrenmarkt sich sowieso im Beginn einer tiefgreifenden Umstrukturierung befindet. Wie schon im Artikel bemerkt, befinden sich die Generationen, für die das Instrument Gitarre eine überragende Bedeutung in der Musik hat, entweder bereits im Rentenalter oder kurz davor. Entsprechend werden vorhandene Sammlungen eher reduziert als aufgestockt. Die nicht mehr vorhandene automatische Wertsteigerung hat außerdem bereits zu einer reduzierten Nachfrage bei Mittelständlern geführt, die Intrumente als Wertanlage erworben haben. Jüngere Generationen, die ihre Sozialisation nach der Jahrtausendwende erlebten, haben nicht mehr die innige Beziehung zur Gitarre, da sie in großen Teilen populärer Musik keine dominante Rolle mehr spielt. Das Interesse hat sich deutlich in Richtung rein elektronische Musikerzeugung verlagert. Dieser Trend wird durch die neuen Möglichkeiten KI-generierter Musik noch weiter verstärkt. Als langjähriger gewerblicher Handel mit gebrauchten Tonträgern kann ich auch sagen, daß sich das Interesse an gitarrendominanter Musik der 70er und 80er Jahre deutlich reduziert hat und die Frühzeiten elektronischer Musik mittlerweile im Fokus stehen. Diese Gesamtsituation hat bereits zu einem Preisverfall bei einem großen Teil der Vintageinstrumente geführt, abgesehen von besonderen Sammlerstücken. Der Massenmarkt günstiger Einsteigerinstrumente wird in den nächsten Jahren eine deutliche Verringerung der Nachfrage erleben, Bei gleichzeitigen deutlichen Preissteigerungen dürfte das zu einer Bereinigung des Marktes führen und das derzeitig vorhandene absolute Überangebot deutlich eingedampft werden. Das Rad der Zeit dreht sich weiter und macht auch vor der jahrzehntelangen Modeerscheinung E-Gitarre nicht halt. Wir sind dann eher die Vergangenheit, nicht die Zukunft, auch wenn uns das nicht gefällt.

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  11. Immer wieder prickelnd, wie sachliche Kommentare hier gelöscht werden, wenn sie nicht zur Intention des Autors passen.
    Zensur aus der Altherrenbubble, naja, wer’s braucht, die Realität lässt sich dadurch nicht verbiegen.

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    1. Hallo Lars, hier dein Namensvetter aus der Redaktion. Ich bin neugierig, wie du zu dieser Einschätzung kommst. Wir löschen grundsätzlich keine Kommentare, unser automatisiertes System entfernt lediglich Spam. Manchmal kann es zu Verzögerungen kommen, wenn dabei etwas fälschlicherweise im Spam-Ordner landet. Aber auch diese Kommentare werden spätestens am nächsten Werktag veröffentlicht. Wir zensieren also nichts, schon gar nicht händisch.
      Also weiterhin viel Spaß beim Kommentieren und liebe Grüße vom 33 Jahre alten Herren 😉

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  12. Beim Lesen des Artikels bekam ich den Eindruck wir hier in Deutschland sind von Gitarrenherstellern aus den USA vollkommen abhängig und ohne Fender, Martin und Co. nicht lebensfähig.
    Wenn ich mir die Preise der Taylor und Martin Gitarren anschaue, egal ob Custom Shop oder von der Stange, dann war und ist Lakewood eine ganz tolle Alternative. Wobei das Geld auch noch im Land bleibt. Ich habe mich schon vor ein paar Jahren unter anderem deswegen für eine Lakewood Gitarre entschieden, weil eine Martin bei gleichen Hölzern und gleicher Ausstattung deutlich teurer gekommen wäre. Ich habe es nie bereut.

    Es muss auch nicht eine Fender USA sein. Es ist ein psychologisches Phänomen, wenn jemand meint er wird als Gitarrist nur mit einer dieser Gitarren glücklich, behaupte ich nun mal einfach. Andere Mütter haben auch schöne Söhne.

    Amerikanische Firmen sind hoffentlich so flexibel zumindest Instrumente die außerhalb der USA gebaut und verkauft werden, nicht erst in die USA zu importieren um sie dann in andere Länder zu exportieren.

    Das Problem der nicht mehr ganz günstigen Einsteigergitarren wird vor allem die Käufer in den USA selbst treffen und alle die in dieses Land exportieren.
    Was das wirklich für Auswirkungen hat, wird sich zeigen. Es gibt sicherlich findige Personen/Firmen die daraus Kapital schlagen und andere die dabei unter gehen.
    So lange einfach Musik machen, das Leben genießen, abwarten und Tee trinken. – Leben ist Veränderung.

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  13. Also ich finde: Auf die amerikanischen Waren, welche durch Einfuhrzölle “IN” den USA teurer werden, kann man gut und gerne verzichten. Denn diese sind in Wahrheit chinesische oder mexikanische Waren, bei welchen irgend ein winziger Arbeitsschritte in den USA gemacht wird, was dann das Label “Made-in-USA” erlaubt um zugleich sehr hohe Preise abschöpfen zu können. Gerade die großen Hersteller sind mit dieser Praxis ganz vorne dran. Mit diesen Firmen habe ich nur ganz wenig Mitleid, da sie alles unternehmen, um Mitbewerber aus dem Markt zu drängen. Waren, die vorwiegend aus amerikanischem Material hergestellt werden, sollten dagegen nur wenig teurer werden – sogar billiger wäre möglich, da auf USA Waren zukünftig keine Einfuhrzölle mehr erhoben werden. Hier haben insbesondere kleinere Hersteller ihre Chancen und Möglichkeiten.

    Weiterhin unterhalten die großen Hersteller, wie Fender/Gibson/PRS&Co. eigene Vertriebe in Europa. D.h. sie können ihre Waren aus Fernost, Mexiko oder Kanada direkt in die EU einführen ohne dass sie auch nur einen einzigen Cent teurer werden.

    Eine gute Frage ist: Wie die Zollregeln der USA in Zukunft gehandhabt werden. Bei uns kann man Wahren zur Bearbeitung zollfrei ein- und wieder ausführen. Zumindest war das zu DM-Zeiten noch so. D’Addario erstellt gerade in den USA ein neues, riesiges Lager im Zollfreien Raum für ihren ganzen Zubehörkram. Alles was dort eintrifft, wird erst verzollt, wenn es in den USA verkauft wird. Alles andere, was exportiert wird, bleibt zollfrei. Vielleicht schaffen sie es auch noch, auf diese Art und Weise Draht für die Saitenherstellung zollfrei zu halten. Denn das wäre tatsächlich ein Produkt, welches sich sonst für uns hier drastisch verteuern würde … oder auch europäische oder fernöstliche Hersteller stärkt.

    Unter dem Strich sehe ich, dass sich die Trump-Wähler ins eigene Knie schießen. Neulich gelesen: Der amerikanische Durchschnittshaushalt wird über das Jahr gesehen, rund 2.400 US-Dollar mehr ausgeben müssen, da sich ihre Waren wegen der Zölle drastisch erhöht. Das ist eine indirekte Steuererhöhung, welche die gesamte Bevölkerung zahlt – und welche den superreichen finanziellen Unterstützern Trump’s nicht einmal im Ansatz schmerzt.

    Ich bin überzeugt: Es wird nicht mehr lange dauern, dann implodiert das amerikanische System – hoffentlich nur das Trumpsche. Billiger dürfte es für und dann allerdings auch nicht werden

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  14. Sorry, aber das meiste was du hier schreibst ist vollkommener Quatsch.
    Tl;dr: US Produkte sind unnötig und zu teuer.

    Niemand braucht zwingend eine Fender oder Gibson oder sonst eine Gitarre aus den USA (Music Man, PRS,…), zumindest nicht fürs Musik machen, aber evtl fürs Ego. Wie die Vorposter schrieben, gibt es massenhaft europäische und asiatische Alternativen, die sich in nichts vor den Amis verstecken müssen – Ibanez, ESP, Framus, Huber, Strandberg usw, usw. Eine Masterbuilt, Private Stock oder Custom Shop Klampfe von den Amis kommt evtl gerade mal auf das Qualitätsniveau, was andere als Standard liefern – Huber und Strandberg fallen mir da direkt ein.
    Auch im unteren Preisbereich gibt es keinen Grund, irgendwelche US gelabelten Dinge zu kaufen. Harley Benton, Yamaha oder Jet zeigen, wie‘s geht. Davon abgesehen hat ein Einsteiger oder Amateur selten den Anspruch, eine echte US Klampfe besitzen zu müssen, irgendwas Strat oder Les Paul oder V reicht, egal wo das Teil zusammengebaut wurde.
    Bei Verstärkern ist es noch viel einfacher, für mich waren Boogies eh immer nur dritte Wahl und Fender noch deutlich weiter hinten. Mir fallen auf Anhieb 10 europäische Verstärkermarken ein, die ich wirklich jedem Ami Amp vorziehen würde.
    Also, was soll das Geheule, jeder der für seinen Seelenfrieden unbedingt eine Amiklampfe oder einen US Amp braucht, wird das in Zukunft auch kaufen können, wenn auch evtl ein bisschen teurer als seither. Alle anderen kaufen wie seither auch ein Gerät aus chinesischer, indonesischer, koreanischer oder gar europäischer Produktion und können weiter rocken wie seither. Mag sein, dass die Amis den Rock’n’Roll und die Instrumente dafür erfunden haben, aber auch in diesem Bereich geht das amerikanische Jahrhundert rapide zu Ende.
    Die Nischenmarken verschwinden gerade eh vom Markt oder heben preislich so ab, dass der Kauf auch als Beweis für eine Sektenmitgliedschaft gewertet werden kann. Diese Effekte werden durch Trumps Madness nur beschleunigt aber nicht ausgelöst.

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  15. Der Artikel und die Kommentare sind einmal mehr der Grund für die dringende Empfehlung, den Guitar Summit in Mannheim zu besuchen und sich dort einen Überblick über die hervorragende Qualität der Instrumente unserer europäischen Gitarren- und Amp Builder zu verschaffen. Demjenigen, der danach noch die Zunge beim Anblick der aus meiner Sicht völlig überteuerten und allemal überbewerteten amerikanischen Serienprodukte schnalzt, ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

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