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Blues Bootcamp: Begleitungen mit Zweiklängen

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Hey Folks – was geht ab? In dieser Folge vom Blues Bootcamp geht es um eine populäre Art, Blues-Rhythmusgitarre zu spielen – die Begleitung mit Zweiklängen. Diese Form der Begleitung dürfte die wohl bekannteste Variante sein, die interessanterweise von vielen Gitarristen oft als gar nicht „professionell“ genug angesehen wird, um sie bei Blues-Angelegenheiten zu spielen. Dabei findet man sie bei vielen Klassikern des Genres.

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Apropos – auf Spotify existiert unter meinem Usernamen GITARRENPETER eine lebendige Playliste mit Songs, die ich als Hörempfehlung für das Thema Blues ganz prima finde. Einfach den Spotify-Code hier im Artikel mit der App scannen und schon seid ihr in der Playlist.

Besonders interessant sind in diesem Begleitungs-Zusammenhang Sext-Intervalle. Hier sind verschiedene Möglichkeiten, diese auf der Gitarre zu spielen: Grundton ist der Ton C, die kleine Sexte ist der Ton Ab, die große der Ton A.

Am bekanntesten dürften diese Muster sein, bei denen man zwischen der aus Powerchords bekannten Quinte und der großen Sexte pendelt. Alle Beispiele sind wie gehabt in A. Beim Blues in A hat man es bei den anderen Stufen leicht. Für D wird alles eine Saite höher gespielt, für E alles eine Saite tiefer. Wie schon in der letzten Folge angemerkt, kann man alle Beispiele natürlich gut im Shuffle-Rhythmus spielen, aber auch in graden Achteln für etwas early Rock’n’Roll-Sound. Die Beispiele 1-4 zeigen hier verschiedene Möglichkeiten.

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In den Beispielen 5-7 siehst du, wie man etwas Bewegung in die Begleitung bekommt, indem man Einzelnoten einfügt. Wie häufig sollte man dies tun? Alle zwei oder vier Takte klingt das eigentlich gut, finde ich. Also diese Takte zum Beispiel in Takt 2 oder 4 einsetzen.

Blues Bootcamp – du erinnerst dich? Alles bitte auch in den Tonarten E, G, C, F und Bb! Dazu muss man auf die Barré-Technik zurückgreifen und unter Umständen auf den unterstützenden Klang der Leersaiten verzichten. Ist dann halt so und fällt eigentlich auch nur auf, wenn man ganz alleine ohne Band begleitet. In Beispiel 8 siehst du eine Figur in A, aber diesmal nicht mit Leersaiten gespielt, sondern in der fünften Lage.

Witzig klingt es auch, wenn man den Grundton nicht mit dem Zeigefinger spielt, sondern mit dem kleinen Finger, wie in Beispiel 9 zu sehen. Ist vielleicht etwas unkonventionell, klingt aber sehr gut, wie ich finde. Außerdem hat man so die Möglichkeit, durch die oberen Saiten mehr Töne hinzuzunehmen, was dann ein bisschen Rolling-Stones-/Status-Quo-artig klingt. Ein weiterer Sound, den ich sehr mag, ist, wenn man die ganze Zeit mit Sexten spielt.

Die Beispiele 10-12 zeigen drei Muster dazu. Beim Verschieben ist es wieder so wie bei den Einzelnoten-Riffs der letzten Episode: Bleibt man auf denselben Saiten und rückt die Töne übers Griffbrett, bleibt der Sound etwas kontinuierlicher und man hat ein wenig mehr Zugriff auf die Saiten, was Vibrato angeht. Wechselt man bei den Akkordwechseln eine Saite höher, wird der Klang etwas heller. In Beispiel 12 habe ich mit dem Zeigefinger noch eine dritte Note hinzugefügt, was den Sound jazziger macht.

In den Beispielen 13-16 findest du einige passende Turnarounds zu den oben genannten Begleitarten. Tonartbedingt kann es vorkommen, dass sie auf denselben Saiten gerückt nicht so optimal klingen. Dann ist es möglich, sie auf andere Saitenpaare, in eine andere Oktave zu verschieben, damit sie wieder in einem Klangregister landen, das attraktiv klingt. Beispiel 14 ist eine Version von Beispiel 13 ohne Leersaiten und zeigt, wie man diesen Turnaround auch in anderen Tonarten spielen könnte. Und nicht vergessen: diese Turnarounds sind auch prima Einleitungen!

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Die Beispiele 17-18 bilden schließlich zwei komplette Zwölftakter ab. Ich habe mir erlaubt, an der ein oder anderen Stelle noch ein paar kleine Feinheiten einzubauen. Sie sind allerdings nur Optionen, du kannst sie auch einfach weglassen. In der nächsten Episode wird es um Akkordbegleitungen gehen. Bis dahin, stay tuned!


(erschienen in Gitarre & Bass 08/2022)

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