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Americana: Steel Guitar Rag

Den Cowboyhut der letzten Folge kannst du auflassen, denn das Thema heißt immer noch Western Swing. Diesmal beschäftigen wir uns mit einem Klassiker des Genres, dem ‚Steel Guitar Rag‘.

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DER SONG

Geschrieben wurde das wohl bekannteste Steel-Gitarren-Stück von Leon McAuliffe im Jahr 1936. McAuliffe spielte Gitarre und Steel Guitar bei Bob Wills & His Texas Playboys, die den Song auch als erste auf Tonträger bannten. Das Original ist ein echtes Instrumental, Bandleader Bob Wills startet den Song lediglich mit der Aufforderung „Take It Away Leon“ und illustriert die Melodie mit ekstatischen Zwischenrufen. Spätere Versionen enthalten aber auch Gesang und einen spaßigen, nicht allzu in die Tiefe gehenden Text.

Der Song ist einer der meistgecoverten Western-Swing-Stücke. Spannende Versionen gibt es von Les Paul (ganz ohne Steelguitar), Merle Travis (mit coolem Sprechgesang), Arlen Roth (mit bluesiger Slide-Gitarre) und John 5 (ganz ohne Metal, aber ziemlich flashy). Die simple, aber effektive Komposition lässt sich in alle möglichen Richtungen drehen, behält aber immer ihren fröhlichen Charakter.

STRUKTUR

Der Steel Guitar Rag ist ein Stück in E- Dur und verwendet nur Durakkorde. Im A-Teil findet man lediglich die Akkorde auf den Stufen I, IV und V. Im B-Teil wird noch eine kleine Zwischendominante eingefügt. Der Dominantseptakkord auf der zweiten Stufe als Vorbereitung zur fünften Stufe ist typisch für Western Swing und Old-School-Country. Die Akkordfolge und Song-Struktur sehen folgendermaßen aus:

A 1
E I E I E I E I
E I B I E I E I

A 2
E I E I A I A I
E I B I E I E I

B-Teil

A I A I E I E I
F#7 I F#7 I B7 I B7 I
A I A I E I E I
F#7 I B7 I E I E I

A 1
A2

Als Begleitung empfehlen sich simple Barré-Akkorde ohne Alterationen. Moderne Jazz-Chords klingen in diesem Zusammenhang eher „gewollt komplex“. Die simple Harmonik hat ihren eigenen Charme und braucht keine Zutaten aus dem Jazz-Baukasten.

LEAD GUITAR

Das Thema habe ich in einer vereinfachten Version auf einer Lapsteel im C6-Tuning eingespielt (also: C E G A C E), es kann aber auch leicht auf eine reguläre Gitarre übertragen werden. Die Melodie baut größtenteils auf Akkord-Arpeggios auf, die aber geschickt eingefärbt werden. Schon im Auftakt sorgt die Sexte für Spannung. In Takt 10 taucht der Ton G auf, der über den E-Dur-Akkord den Blues in Form der kleinen Terz ins Spiel bringt und anschließend zur kleinen Septim des A-Dur wird.

Der B-Teil wird mit einem chromatischen Slide auf einen A6-Akkord eingeleitet. Das Voicing in enger Lage ist in der C6-Stimmung super einfach zu spielen, erfordert auf einer regulär gestimmten Gitarre jedoch eine enorme Streckung der linken Hand. Die letzten zwei A-Teile verwenden eine lustig klingende Dreiklangs-Zerlegung. Die chromatische Ansteuerung der Terz sorgt für etwas Spannung im Dur-Schönklang.

Der ‚Steel Guitar Rag‘ zeigt mal wieder, dass man nicht unbedingt komplexe Zutaten braucht, um ein eingängiges Thema zu komponieren. Bei mir sorgt das Spielen dieses Instrumentals auf jeden Fall immer für gute Laune. Ich hoffe dir geht’s beim Üben genauso!

(die Noten können durch Anklicken vergrößert werden)

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2020)

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