Workshop

Americana: Jazz-Standards – Summertime

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Während ich diesen Workshop schreibe, lässt sich die Sonne in Deutschland nur selten blicken. Aber vielleicht bringt ja unser Studienmaterial – der Jazz-Standard Summertime – etwas Sonne ins Gitarrist:innen-Leben.

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DER SONG

Summertime wurde 1934 vom amerikanischen Komponisten George Gershwin für die Oper ‚Porgy & Bess‘ geschrieben. Die Originalaufnahme von Abi Mitchell klingt noch eher klassisch vom Gesang her. Im Laufe der Jahre wurde der Song aber auf alle möglichen Arten gecovert – von JazzGrößen wie Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Billie Holiday, Rock-Legende Janis Joplin, Soulsänger Sam Cooke und HollywoodStar Scarlett Johannson.

Hinzu kommen unzählige Instrumentalversionen, die dem Song immer neue Varianten abgewinnen. Harmonisch gesehen ist die Nummer recht simpel und basiert größtenteils auf einer I-IV-V-Verbindung in Moll, die mit einigen Zwischendominanten und II-V-Verbindungen angereichert wird. Vergleicht man Leadsheets des Songs, stellt man fest, dass es sehr viele Varianten gibt, die fast nur aus der Pentatonik stammende Melodie zu harmonisieren – von der simplen Drei-Akkord-Variante bis zur mit Turnarounds und II-V-Verbindungen vollgestopften Piano-Version.

CHORDS

Die hier vorgestellte Variante bewegt sich in der Mitte der zwei genannten Pole und ist auch für Nicht-Jazz-Experten gut spielbar. In Beispiel 1 siehst du eine Begleitung im Swing-Feel, die auf die Akkorde der letzten Workshop-Folge zurückgreift. Die Voicings sind Vierklänge ohne Alterationen (zusätzliche Akkordtöne, die mehr Spannung und Farbe erzeugen). Grundlage der Begleitung ist ein Viertelgroove mit gelegentlichen Vorziehern und ein paar chromatischen Annäherungen der Akkorde.

Sobald du diese Version im Griff hast, kannst du dich in Beispiel 2 einigen Variationsmöglichkeiten widmen. Ich erweitere die Dominanten mit b9, #9 und b13 und füge den Moll-Akkorden mit einer Sexte und der Bewegung Grundton, große Septime, kleine Septime etwas Farbe hinzu. Versuche, diese Möglichkeiten nach und nach der Basis-Variante hinzuzufügen, um für mehr Abwechslung zu sorgen.

MELODIE

In Beispiel 3 siehst du das Thema von Summertime in einer einfachen Singlenote-Variante. Bis auf das H in Takt 7 stammen alle Noten aus der A-Moll-Pentatonik bzw. Bluestonleiter. Ich habe das Thema bewusst simpel gehalten und lediglich an wenigen Stellen mit Slides und Bendings gearbeitet. Auch hier empfehle ich, erst die einfache Variante zu lernen und dann nach und nach Hammer Ons, Pull Offs, Slides, Bendings und vielleicht Double Stops an bestimmten Stellen einzubauen. Da das Thema in der bekannten und meistbenutzten Pentatonik-Box notiert ist, fällt dir dazu bestimmt einiges ein.

IMPROVISATION

Falls du über die Akkorde improvisieren willst, kannst du das ebenfalls mit der A-Moll-Pentatonik tun. Durch die Jazz-Akkorde klingen selbst altbekannte Blues-Licks ziemlich clever. Auch mit der natürlichen Moll-Tonleiter kommt man recht weit. Als Auflösungstöne kannst du Grundton und Quinte der drei wichtigsten Akkorde des Songs benutzen:

Am: A und E

Dm: D und A

E7: E und H

Dieses Konzept wird auch von Gershwin im Thema angewandt, so dass die Melodie trotz nur einer verwendeten Skala geschickt den Akkorden folgt. Wo du diese Töne findest, siehst du in Beispiel 4. Lediglich beim H über den E7 verlässt du den Pentatonik-Fingersatz. Einen Playalong-Track findest du bei den Audiofiles zum Workshop auf www.gitarrebass.de. Viel Spaß beim Üben!!

(Die Noten können durch Anklicken vergrößert werden!)

(erschienen in Gitarre & Bass 01/2023)

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